Rückkehr nach Montauk

Die Premiere seines neuen Buches führt einen Schriftsteller nach New York, wo er seine alte Liebe wieder trifft. Großartig besetztes Liebesdrama und Hommage an Max Frisch

Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård) kommt zu seiner Buchpremiere nach New York. Seine junge Lebensgefährtin Clara (Susanne Wolff) ist ihm vorausgereist, um an der US-Veröffentlichung mitzuarbeiten. In seinem Roman schreibt Max vom Scheitern einer Liebe in dieser Stadt. Nicht ganz zufällig trifft er Rebecca wieder, die Frau von damals (Nina Hoss). Sie ist inzwischen eine sehr erfolgreiche Anwältin, ursprünglich aus Ostdeutschland und seit 20 Jahren in New York. Sie beschließen, noch einmal ein Wochenende miteinander zu verbringen. Es ist Winter in Montauk, dem kleinen Fischerhafen mit dem berühmten Leuchtturm am Ende von Long Island. Zwei Strandstühle am windgepeitschten Meer. Sie warten auf zwei Menschen, die einander für lange Zeit verloren hatten. Nun kehren sie zurück, voller Trauer um das versäumte Leben und Hoffnung auf die Zukunft. Die Körper erinnern sich, aber sie wissen nicht, ob sie die Zeit ungeschehen machen können. In Montauk werden sie es herausfinden.

Volker Schlöndorff über seinen Film: „Montauk“, heißt es, sei das Buch von Max Frisch, das bleiben wird. Während meiner Arbeit mit ihm an „Homo Faber“ haben wir oft über diese Erzählung gesprochen, und wir waren uns einig, dass sie zu autobiografisch sei, um sie zu verfilmen. Viele Jahre später bin ich durch ein Gespräch mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín darauf gekommen, eine ähnliche Geschichte heute zu erzählen: Ein Schriftsteller kommt mit seiner Partnerin nach langer Zeit zurück nach New York und trifft dort auf eine Frau aus seiner Vergangenheit. Ein guter Roman basiert, laut Henry James, auf „erlebtem Leben“ (life lived). Mit einem Film sollte es nicht anders sein. Unser Schriftsteller hat seine Geschichte, seine Liebe aufgeschrieben. Doch in der Erinnerung der Frau, um die es geht, war alles ganz anders. Was mich reizt, ist auf Rückblenden zu verzichten. Denn was sollten sie abbilden: die genaue Erinnerung der Frau oder die literarische Erzählung des Mannes? Die Gefühle der beiden füreinander sind nach wie vor sehr stark. Auch die Körper erinnern sich. Hat sich seit damals etwas verändert? Haben sie sich verändert? Können sie das Versäumte einholen?“

Deutschland, Frankreich 2017
Regie: Volker Schlöndorff
Darsteller: Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Bronagh Gallagher
106 Minuten
ohne Altersbeschränkung

Bild

Spielzeiten:

Mittwoch 24.05.17:18.30 Uhr
Donnerstag 25.05.17:17.00 Uhr
Freitag 26.05.17:19.00 Uhr
Samstag 27.05.17:17.00 Uhr
Sonntag 28.05.17:12.50 Uhr
Dienstag 30.05.17:19.00 Uhr