Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?



Hoch informativer Spaziergang durch Deutschland mit wunderschönen Naturaufnahmen. Für Jugendliche ebenso spannend und interessant wie für Kinofans, die sich mit Fragen von Umwelt und Natur beschäftigen.

Zum Beginn sieht man Wölfe laufen – ein sehr ursprünglicher Anblick. Der Wolf ist nicht nur ein Wildtier, er ist Angstgegner und gleichzeitig Konkurrent des Menschen, wenn es um den Anspruch auf Beute geht. Falls man die Natur als Kriegsschauplatz betrachtet, dann hat der Mensch den Wolf besiegt. Im Verlauf des Films wird das Zusammenleben von Mensch und Wolf noch eine größere Rolle spielen. Hier, am Anfang eines Films über das Miteinander von Mensch und Natur, werden schon mal die Claims abgesteckt: Steinzeitliche Zeichnungen zeigen Jagdbilder, der Mensch wollte schon früh das festhalten und bewahren, was ihn beschäftigt. Und auch heute noch gibt es Jäger, doch in festen Ritualen, nach von Menschen gemachten Gesetzen. Lediglich ca. 10 Prozent der deutschen Waldgebiete werden nicht bewirtschaftet. Die Wildtiere haben sich in dieser Landschaft einen Platz suchen müssen, der immer knapper wird. Aber was würde geschehen, wenn es keine Aufsicht gäbe? Könnten die Tiere dann überhaupt überleben?

Alice Agneskirchner gliedert ihren Film thematisch in mehrere, lose miteinander verbundene Teile, die jeweils für sich stehen und erst gemeinsam wirken: Landschaft und Jagd, das Tier als Nahrungsmittel, der Wolf als Rückkehrer in die Kulturlandschaft, der Kampf der Jäger gegen das Aussterben der Gams. Sie stellt als Autorin und Filmemacherin wichtige Fragen. Dabei konfrontiert sie den Wolf mit dem Menschen als Jäger – ist der Mensch gut oder böse, weil er jagt? Ist es der Wolf? Auf all diese Fragen gibt es keine leichten Antworten, sondern es scheint, als ob immer mehr Fragen entstehen, und die schwierigste lautet: Wie wollen wir künftig unsere Welt verwalten? Mit ihrem Film, der mit einem sparsamen Kommentar auskommt (Sprecher: Patrick Winczewski), liefert Alice Agneskirchner wichtige Denkanstöße. Dazu gibt es wunderschöne Bilder von Feld, Wald und Wiesen, und von den Tieren, die dort leben.

Dokumentarfilm
Deutschland 2018
Buch und Regie: Alice Agneskirchner
Kommentar: Patrick Winczewski
Musik: Gert Wilden Jr.
96 Minuten
ab 6 Jahren

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