Goodbye Christopher Robin



Die Entstehungsgeschichte des Kinderbuchhelden Winnie Pooh, inszeniert von „My Week With Marylin“-Regisseur Simon Curtis als herzerwärmendes und hübsch anzuschauendes Märchen

Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg leidet der Veteran Alan Milne (Domhnall Gleeson) unter einem entsetzlichen Trauma. Immer wieder hört er nachts die dröhnenden Bombeneinschläge, liegt wach und treibt damit auch seine ihn liebende Ehefrau Daphne (Margot Robbie) langsam in den Wahnsinn. Als beide ihren ersten Sohn Christopher Robin (Will Tilston) bekommen, könnte sich das allerdings ändern. Nach einer schwierigen Geburt fällt es der jungen Frau schwer, eine Verbindung zu ihm aufzubauen und so wird Alan schnell zu Christophers engster Bezugsperson. Immer häufiger spielen die beiden im Wald – immer mit dabei: Christophers Kuscheltiere. Diese Erlebnisse inspirieren Alan zum Schreiben eines Kinderbuches, in dessen Mittelpunkt ein kleiner Junge und seine vielen tierischen Freunde aus dem Hundertmorgenwald stehen...

In wenigen Wochen bringt der Disney-Konzern die Entstehungsgeschichte des berühmten Bären „Winnie Pooh“ auf die große Leinwand. Doch bevor es so weit ist, macht sich erst einmal Simon Curtis daran, den Mythos rund um den weltweit geliebten Bären zu ergründen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Film einem bekannten Popkulturphänomen auf den Grund geht: Man erinnere sich nur an das Beispiel „Mary Poppins“, das mit „Saving Mr. Banks“ quasi ein eigenes Biopic erhielt. „Goodbye Christopher Robin“ ist ein Märchen. Das beginnt bei der bilderbuchhaften Visualisierung, geht über in seichte Dialoge und endet schließlich bei der weitgehend facettenfreien Zeichnung von Gut und Böse. Die Grundidee ist stark: Der idealistische Vater lässt sich von seinem Erfolg blenden und übersieht dadurch die Belange seines Sohnes, der selbst eigentlich noch viel mehr für ebenjenen Erfolg verantwortlich ist und von seinen karrierefixierten Eltern plötzlich von einem öffentlichen Auftritt zum nächsten gescheucht wird. Die Karrieremoms und -dads gab es eben schon lange vor YouTube und Castingshows!


UK 2017
Regie: Simon Curtis
Darsteller: Domhnall Gleeson, Margot Robbie, Kelly Macdonald, Will Tilston, Alex Lawther, Stephen Campbell Moore, Richard McCabe, Geraldine Somerville
107 Minuten
ab 6 Jahren

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