Ein Lied in Gottes Ohr

Eine jüdisch-christlich-muslimisch besetzte Band erklimmt die Charts. Der Autor, Regisseur und Darsteller Fabrice Eboué zimmert aus dem Stoff eine muntere Komödie mit hoffnungsvoller Botschaft.

Wenn er seinen Job behalten will, muss der Musikproduzent Nicolas (Regisseur Fabrice Eboué selbst) in nur sechs Monaten eine Band in die Charts bringen und im angesagten Pariser Club „Olympia“ auftreten lassen. Nach einer durchzechten Kostümparty kommt Nicolas die unorthodoxe Idee, eine Band aus einem Rabbi, einem Pfarrer und einem Imam zu formen. Mit Samuel, Benoît und Moncef (Jonathan Coen, Guillaume de Tonquédec, Ramzy Bedia) finden Nicolas und seine flippige Assistentin Sabrina (Audrey Lamy) die passende Besetzung – auch wenn Moncef kein echter Imam, sondern ein versoffener und dauerspitzer Singer-Songwriter ist...

Ein Rabbi, ein Pfarrer und ein Imam gründen eine Band... Die Synopsis klingt wie der Anfang eines Witzes. Und tatsächlich zündet der Drehbuchautor und Regisseur Fabrice Eboué alle möglichen Pointen, die der Schulterschluss zwischen den Religionen so hergibt. Der Humor steht jederzeit im Vordergrund, wenn der depressive Samuel, der gütige Benoît und der Fake-Imam Moncef in einem Musikvideo nach Jerusalem reisen oder vor dem Hotel wie Rockstars empfangen werden. Klar, dass auch die „Dornenvögel“-hafte Verführung des Pfarrers nicht ausbleibt und einige schlüpfrige Anspielungen wie die dauerhaft Lolli-lutschende Sabrina das religiöse Setting persiflieren. Besonders derb wird es, wenn eine Beschneidung in ein Blutbad ausartet oder eine Radiohörerin es als schönes Zeichen der Liebe empfindet, gemeinsam gegen Homosexuelle zu demonstrieren. Die Beleidigungen der Bandkollegen untereinander sorgen regelmäßig für satirische Lacher. Mit eingängiger Popmusik und Persiflagen auf HipHop-Videos und andere Aspekte des Musikgeschäfts liefert „Ein Lied in Gottes“ gute Unterhaltung mit einem gesellschaftlichen Anliegen. Besonders gewinnt der Film durch die klar und plastisch gezeichneten Charaktere, die nicht nur symbolisch für ihre jeweilige Religion stehen, sondern ein zwar nicht unbedingt komplexes, dafür aber immerhin individuelles Profil entwickeln.

Frankreich 2017
Regie: Fabrice Eboué
Darsteller: Ramzy Bedia, Fabrice Eboué, Guillaume de Tonquedec
89 Minuten
ab 12 Jahren

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Spielzeiten:

Samstag 18.08.18:13.00 Uhr (Letzte Vorstellung!)