Die Frau, die vorausgeht



Im Frühjahr 1889 reist eine Malerin von New York nach Dakota, um im Reservat Sitting Bull zu porträtieren - zum Unwillen der Soldaten, die sie der Spionage verdächtigen. Ruhig erzählter Spätwestern nach einer wahren Geschichte

Regisseurin Susanna White ging es nicht so sehr um Action, sondern um die politischen Winkelzüge, mit denen weiße Politiker, vertreten durch hochrangige Soldaten, den Indianern ihr Land stahlen. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht einer Frau: Catherine Weldon (Jessica Chastain), eine junge Witwe, die sich der Malerei verschrieben hat. Im Frühjahr 1889 verlässt sie das zivilisierte New York und fährt nach Dakota, um niemand Geringeren als Sitting Bull zu porträtieren. Bereits im Zug hatte Catherine Colonel Groves (Sam Rockwell) kennengelernt, der sie der Spionage verdächtigt und unbedingt loswerden will. Er bereitet nämlich im Reservat Wahlen vor, bei denen die Indianer über den Ausverkauf ihres Landes abstimmen sollen. Catherine bleibt stur. Sie lernt trotz aller Widerstände Sitting Bull (Michael Greyeyes) kennen, einen weisen, friedfertigen Mann. Vertrauen und Sympathie prägt fortan ihre Beziehung. Doch mit der hinterlistigen Intrige, die Groves vorgesetzter Commanding Officer (Ciarán Hinds) einfädelt, haben sie nicht gerechnet.

Eine wahre Geschichte, die sich so oder ähnlich zugetragen hat, Catherine Weldon hat es wirklich gegeben (ihr richtiger Vorname ist Caroline), zwei ihrer vier Ölgemälde von Sitting Bull hängen in amerikanischen Museen. Die Gespräche zwischen ihr und dem Häuptling nehmen im Film einen großen Raum ein. Drehbuchautor Steven Knight vermittelt interessante Einsichten in die Kultur der Ureinwohner und das Leid, das sie erdulden mussten, er zeigt Sitting Bull als zwar machtlosen, aber immer noch stolzen Mann. Die eigentliche Stärke des Films liegt in der Beschreibung der komplexen Machtspiele der Armeeoberen. Das unfreundliche Misstrauen von Colonel Groves, sein Versuch, Wahlen zu fälschen, und das vorgetäuschte Verständnis des Commanding Officers haben letztendlich nur ein Ziel: die Vernichtung der Indianer. Die unmittelbare Folge dieser Machenschaften, darauf verweist eine Schrifttafel im Abspann, ist das Massaker vom Wounded Knee.

USA 2017
Regie: Susanna White
Darsteller: Jessica Chastain, Michael Greyeyes, Sam Rockwell

Bild

Spielzeiten:

Dienstag 17.07.18:17.00 Uhr + 21.00 Uhr
Mittwoch 18.07.18:15.00 Uhr + 19.00 Uhr (Englisches Original mit deutschen Untertiteln)
Donnerstag 19.07.18:15.00 Uhr + 19.00 Uhr
Freitag 20.07.18:19.00 Uhr
Samstag 21.07.18:15.00 Uhr + 19.00 Uhr
Sonntag 22.07.18:13.00 Uhr + 19.00 Uhr
Montag 23.07.18:19.00 Uhr
Dienstag 24.07.18:19.00 Uhr (Englisches Original mit deutschen Untertiteln)
Mittwoch 25.07.18:17.00 Uhr