Das Leben meiner Tochter


Ein Familienvater gerät in einen moralischen Konflikt, als er seiner kranken Tochter auf illegalem Weg ein neues Herz besorgen will. Ein stark gespielter, aufwühlender und spannender Kinobeitrag zu einem gesellschaftlich relevanten Thema.

Das Familienleben von Micha und Natalie Faber (Christoph Bach, Alwara Höfels) verläuft harmonisch. Das Ehepaar kümmert sich liebevoll um die achtjährige Tochter Jana (Maggie Valentina Salomon) und erwartet ein zweites Kind. Doch dann erkrankt Jana an einer Herzmuskelentzündung und benötigt ein Spenderherz. Die statistische Wartezeit beträgt acht Monate. Ein Jahr später steht immer noch kein passendes Organ zur Verfügung und Jana liegt nach wie vor im Krankenhaus, wo sie an eine Herzunterstützungsmaschine angeschlossen ist. Micha verliert die Geduld und spielt mit dem Gedanken, das Herz auf illegale Weise zu besorgen. Obwohl Natalie dagegen ist, kontaktiert er einen Organhändler aus Bukarest, der 250.000 Euro für ein Herz verlangt. Zunächst wirkt der Deal überraschend „seriös“, doch vor Ort schwant Micha, dass der Unterwelthandel nicht mit rechten Dingen zugeht.

Der Vater bringt die ethische Frage, auf die es hier hinausläuft, folgendermaßen auf den Punkt: „Sollen wir Jana legal sterben sehen oder ihr illegal helfen?“ Als Micha schließlich auf eigene Faust zu einer zwielichtigen Transplantationsklinik nach Bukarest reist, spitzt sich der Konflikt im Thriller-Modus zu. Bis dahin entfaltet sich „Das Leben meiner Tochter“ als nüchternes Familien- und Beziehungsdrama, in dem eine Krankheit den Alltag von jetzt auf gleich völlig bestimmt. Schauspielerisch überzeugen die erwachsenen Mimen ebenso wie die Kinodebütantin Maggie Valentina Salomon als erkrankte Tochter. Filmsprachlich kommt die SWR-Koproduktion mit klaren Bildern, einer übersichtlichen Montage und einem dezenten Score daher. Die zurückgenommene Inszenierung steht ganz im Dienst der Charakterzeichnung. Wenn die hell ausgeleuchteten Flure aus dem deutschen Krankenhaus den dunklen Fluren aus der illegalen rumänischen Klinik entgegenstehen, kehrt das zugleich Michas Innenleben nach außen.


Deutschland 2019
Regie & Drehbuch: Steffen Weinert
Darsteller/innen: Marleen Lohse, Alwara Höfels, Christoph Bach, Michael Kranz, Barbara Philipp, André M. Hennicke, Erik Madsen, Birge Schade
90 Minuten

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