A Rainy Day in New York

Woody Allen schickt das Kinopublikum ins moderne New York und präsentiert ein einerseits vergnügliches und gelegentlich melancholisch angehauchtes Märchen um junge Menschen und die Liebe... und natürlich über die Stadt seiner Träume.

Gatsby Welles ist ein verwöhnter, hübscher Collegebubi aus New York mit dermaßen reichen Eltern und dementsprechend großem Selbstbewusstsein, dass seine Besserwisserei und die zahlreichen Spleens bei seinen Altersgenossen eher originell als nervig wirken. Natürlich hat der Schönling auch eine zauberhafte Freundin, die entzückend naive Ashleigh, die sich in der Redaktion der Collegezeitung als Journalistin profiliert. Gerade hat sie ein Interview mit dem bekannten Filmregisseur Roland Pollard an Land gezogen. Dafür muss sie nach New York fahren. Dies nimmt Gatsby zum Anlass für ein kuschliges Romantik-Wochenende in seiner Heimatstadt, zu dem er Ashleigh einladen möchte. Das schafft natürlich nicht einmal ein Millionärssohn vom Taschengeld – nur gut, dass der Junge auch noch ein begnadeter Pokerspieler ist! Doch kaum sind die beiden angekommen, läuft alles aus dem Ruder...

Was auf den ersten Blick wie ein Woody Allen-Film as usual aussieht, vielleicht sogar ein bisschen mainstreamiger wegen seiner offensichtlichen Orientierung auf ein jüngeres Publikum, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ungewöhnliches Kunstwerk, das mit viel Selbstironie und einer großen Portion Melancholie aufwartet, beides vielleicht sogar mit bedingt durch die Probleme, mit denen Woody Allen bekanntlich seit Jahrzehnten zu tun hat und die hier nicht näher besprochen werden müssen. Der Film ist an sich interessant genug, und das Faszinierendste daran ist neben dem hohen Unterhaltungsfaktor, wie sehr Woody Allen sein Handwerk beherrscht und aus einer an sich einfachen Grundstory dank seiner originellen Charaktere, geschliffener Dialoge und zahlloser Verwicklungen neunzig Minuten witzige Unterhaltung zaubert, wobei er zum x-ten Mal sein New York präsentiert, das genauso schön und interessant ist wie die Versionen davor. Diesmal holt er einmal mehr das alte New York aus den Tiefen der Vergangenheit – inklusive einer gleichzeitig idealisierten und ironisierten Atmosphäre, die wenig aktuelle Bezugspunkte liefert, dafür aber umso mehr Erinnerungen an frühere Zeiten weckt.

USA 2019
Regie: Woody Allen
Darsteller: Timothée Chalamet, Elle Fanning, Selena Gomez
95 Minuten
ohne Altersbeschränkung

Bild

Spielzeiten:

Montag 16.12.19:19.00 Uhr (Englisches Original mit deutschen Untertiteln)
Dienstag 17.12.19:18.50 Uhr
Mittwoch 18.12.19:14.30 Uhr