Minari - Wo wir Wurzeln schlagen

Semi-autobiographischer Film, der beschreibt, was die asiatisch stämmige Familie des Regisseurs Anfang der 80er im ländlichen Amerika erlebte. Ein warmherziger, von sanftem Humor getragener Familienfilm.

Es soll eine neue Chance sein: Mit Sack und Pack zieht die koreanisch-amerikanische Familie Yi aus Kalifornien nach Arkansas. Vater Jacob (Steven Yeun) und Mutter Monica (Yeri Han) kamen vor Jahren aus ihrer Heimat nach Amerika, auf der Suche nach einem besseren Leben, das sich bislang noch nicht eingestellt hat. Sie arbeiten in einer Hühnerfabrik, wo sie männliche von weiblichen Küken trennen, eine monotone, stumpfsinnige Arbeit, die keinerlei Aufstiegschancen verspricht. Während die Eltern vor allem Koreanisch sprechen und gerade Monica auch kaum Englisch versteht, reden ihre in Amerika geborenen Kinder Anne (Noel Kate Cho) und David (Alan S. Kim) vor allem die Sprache ihrer neuen Heimat. Der Kontrast zwischen zwei Welten, zwei Lebensarten, deutet sich auch in Jacobs großem Projekt an, dass das Ziel des Umzugs war. Er hat eine 50 Hektar große Fläche gekauft, die er landwirtschaftlich nutzen will. Und zwar auf koreanische Weise, mit koreanischem Gemüse und koreanischen Anbaumethoden. Doch der Weg dahin ist beschwerlich...

Besonders David steht seiner Großmutter nah, die ihn viel pragmatischer behandelt als seine Eltern. „David, nicht rennen!“ rufen sie ständig, aus Sorge um einen angeborenen Herzfehler. Ein Loch im Herz hat David, das langsam von ganz allein, zuwächst, eines der Leitmotive des Films, die Lee Isaac Chung unterschwellig andeutet. Lose basiert „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen “ auf persönlichen Erlebnissen, die der inzwischen über 40jährige Regisseur allerdings nicht in einem Debütfilm verarbeitet, sondern in seinen bereits vierten Film. Fast unmerklich schildert Chung die schwierigen Versuche der Familie, eine neue Heimat zu finden, mit einer neuen Kultur zurechtzukommen. Nicht um einen dramatischen Clash der Kulturen geht es letztlich in „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“, sondern um die langsam wachsende Erkenntnis, das aus dem Zusammenwachsen einer koreanischen Familie mit amerikanischer Mentalität etwas Neues, ganz Eigenes entsteht.

USA 2020
Regie: Lee Isaac Chung
Darsteller: Steven Yeun, Yeri Han, Youn Yuh-jung
115 Minuten

Bild

Spielzeiten:

Dienstag 27.07.21:17.00 Uhr
Mittwoch 28.07.21:17.00 Uhr (Originalfassung mit dt. Untertitel)
Donnerstag 29.07.21:21.30 Uhr (Open Air Kinonächte am Schloss Gottesaue)
Freitag 30.07.21:16.00 Uhr
Dienstag 03.08.21:16.00 Uhr

Internet-Links

Trailer MINARI
Online-Tickets für die Open Air Vorstellung am 29.07.