Wer wir waren

Es muss sich etwas ändern, wenn wir in der Zukunft auf der Erde leben wollen. Doch es passiert zu wenig. Vielleicht hilft ein Blick aus der Zukunft, um die Perspektive zu ändern. Aus dieser Perspektive betrachtet Marc Bauder in seiner Dokumentation die Gegenwart.

„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“ Kurz vor seinem Tod blickte der Autor und Fernsehmoderator Roger Willemsen mit skeptischem Blick auf die Welt, auf die Menschen, die mit zunehmender Geschwindigkeit ihren Planeten zerstören. Sein letztes Buchprojekt sollte „Wer wir waren“ heißen, nach seinem Tod erschien es in verkürzter Form und diente nun dem Dokumentarfilmer Marc Bauder („Masters of the Universe“) als Inspiration. Sechs Wissenschaftler porträtiert Bauder, die sich in ihrer Arbeit auf unterschiedliche Weise, aus unterschiedlicher Perspektive an einem Blick auf das große Ganze versuchen.

Die Welt komplett im Auge hat bisweilen der Astronaut Alexander Gerst, der von seinem zeitweiligen Arbeitsplatz, der Internationalen Raumstation, die Welt ohne Grenzen sehen kann. Die Ozeanologin Sylvia Earle versucht dagegen die Welt aus anderer Perspektive zu betrachten: Aus den Tiefen der Meere. Der Wirtschaftswissenschaftler Dennis Snower ist Mitgründer des Global Solutions Summit, bei dem grenzüberschreitende Lösungen für globale Probleme entwickelt werden sollen, ein Thema, das auf seine Weise auch Matthieu Ricard beschäftigt. Der Molekularbiologe und Buddhist forscht am Einfluss der Meditation auf das Gehirn und das Gefühl von Gemeinschaft. Wie schwierig es ist, ein Konzept von globaler Gemeinschaft zu entwickeln, ist ein Thema der Arbeit des Philosoph und Ökonom Felwine Sarr. Schließlich Janina Loh, eine Philosophin und kritische Posthumanistin, die entsetzt darüber ist, wie wenig der Mensch zu realisieren scheint, dass er gleichzeitig zu enormer Kreativität im Stande ist, aber auch zu unfassbarer Zerstörung. Eine Ideensammlung ist „Wie wir waren“, die zum Nachdenken und Innehalten anregen soll. Vielleicht hilft Marc Bauders „Wer wir waren“, die Dinge ein klein wenig in die notwendige Richtung zu bewegen.

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns

Dokumentarfilm
Deutschland 2020
Regie: Marc Bauder
118 Minuten
ohne Altersbeschränkung

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Trailer WER WIR WAREN