Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 17.10.
After the Wedding
Das Kapital im 21. Jahrhundert
Parasite
voraussichtlich ab Donnerstag 24.10.
Lieber Antoine als gar keinen Ärger
voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.
Zwingli - Der Reformator
Das perfekte Geheimnis
Porträt einer jungen Frau in Flammen
Verteidiger des Glaubens
Yung
voraussichtlich ab Donnerstag 14.11.
PJ Harvey - A Dog Called Money
Bis dann, mein Sohn
voraussichtlich ab Donnerstag 5.12.
A Rainy Day in New York
voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.
Pavarotti

Voraussichtlich ab Donnerstag 17.10.

After the Wedding


Für das Remake des skandinavischen Oscar-Dramas „After the Wedding“ tauscht der Regisseur die Rollen. Diesmal sind es die Frauen der Familien, die in die Fänge eines geheimnisumwitterten, twistreichen Komplotts geraten.

Die Entwicklungshelferin Isabel (Michelle Williams) kämpft Tag und Nacht für die Ärmsten der Armen. Trotzdem steht das von ihr beaufsichtigte Waisenhaus in Kalkutta kurz vor der Schließung. In der reichen Theresa (Julianne Moore) findet Isabel überraschend eine großzügige Spenderin. Einzige Bedingung: Die beiden Frauen sollen sich in Theresas Heimatstadt New York persönlich kennenlernen. Für Isabel ist das ein großes Opfer, das sie für ihr Lebenswerk jedoch zu bringen gewillt ist. Doch in der US-Metropole kommt schließlich alles anders. Dort platzt sie nämlich mitten in die Hochzeitsvorbereitungen der 21-jährigen Grace (Abby Quinn), Theresas Tochter. Insbesondere Theresa selbst besteht darauf, dass Isabel bleibt und den Feierlichkeiten beiwohnt. Doch je länger sie über die Situation nachdenkt und ihr eigenes Leben rekapituliert, desto mehr wird Isabel bewusst, dass sie nicht durch Zufall an diesen Ort gekommen ist...

Bart Freundlichs Film ist eine Neuauflage von Susanne Biers „Nach der Hochzeit“. Trotzdem geht er für sein Remake noch einen Schritt weiter und vertauscht die (Geschlechter-)Rollen. Anders als im Original fällt dadurch ein ganz entscheidender Faktor weg: War die von Mads Mikkelsen verkörperte Hauptfigur in „Nach der Hochzeit“ noch völlig ahnungslos, weiß Isabel deutlich schneller, was hier eigentlich gespielt wird. Diesen neuen Ansatz musste Bart Freundlich in Kauf nehmen, als er sich entschloss, seine Geschichte aus der weiblichen Perspektive zu erzählen. Gleichzeitig gelingt es ihm trotzdem, das Publikum so lange wie möglich in einem Schwebezustand zu halten. Der Verlauf der Geschichte ist weitestgehend identisch, doch Freundlich variiert im Vergleich zur Vorlage nicht nur, wie die einzelnen Figuren zueinander stehen, sondern auch, wie sich ihre Schicksale im Verlauf des Films entwickeln. Das macht den Film auch für ein kundiges Publikum zu einem Erlebnis, wenn nicht ohnehin die starken Darstellerinnen und Darsteller ausreichen, um einen Kinobesuch zu rechtfertigen.

USA 2019
Regie: Bart Freundlich
Darsteller: Julianne Moore, Michelle Williams, Billy Crudup
112 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 17.10.

Das Kapital im 21. Jahrhundert



Der französische Ökonom Thomas Piketty beschäftigt sich in seinem Bestseller mit den Auswirkungen der Vermögenskonzentration in den Industrienationen. Dokumentarfilmer Justin Pemperton hat sich an eine Verfilmung gewagt

„Das Kapital im 21. Jahrhundert“ ist die Adaption eines der bahnbrechendsten und einflussreichsten Bücher unserer Zeit. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty bricht in seinem Bestseller mit der weit verbreiteten Annahme, dass die Anhäufung von Kapital immer auch mit sozialem Fortschritt einhergeht. Für seinen Dokumentarfilm hat Regisseur Justin Pemberton etliche namhafte Denker wie Faiza Shaheen, Gillian Tett und Joseph Stiglitz interviewt, um Pikettys These auf filmische Weise zu interpretieren. Pemberton deckt dabei den Betrug im Kern der Weltwirtschaft auf und fordert ein radikales Umdenken. Eine Zeitreise von der Französischen Revolution über zwei Weltkriege bis hin zum Internetzeitalter.

Der französische Vordenker unter den Ökonomen, Thomas Piketty, hat mit seinem internationalen Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ zu einer weltweiten Debatte über globale Ungleichheit inspiriert. Der Film zum Buch ist eine fesselnde und zum Nachdenken anregende Reise durch die Geschichte des Kapitals – welche den Zuschauern die Augen öffnet. Wie es sich bewegt, wie es die Gesellschaft manipuliert und wer davon profitiert. Ein aufrüttelnder Film, der den Blick auf die Wirtschaftsprozesse unserer modernen Welt verändern wird.

Dokumentarfilm
Frankreich, Neuseeland 2019
Regie: Justin Pemberton
103 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 17.10.

Parasite



Wie so oft bedient sich der koreanische Regisseur Bong Joon Ho unterschiedlichster Genremuster, um von gesellschaftlichen Missständen zu erzählen. In Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Familie Ki lebt in ärmlichen Verhältnissen ganz unten auf der sozialen Leiter. Im wahrsten Sinne des Wortes: Der Putz ihrer Wohnung im Tiefparterre blättert ab, in den Ecken breitet sich Schimmel aus, der Müll staut sich. Die Eltern Ki-taek und Chung-sook sind arbeitslos, die fast erwachsenen Kinder, der Sohn Ki-woo und die Tochter Ki-jung unterstützen die Familie mit Gelegenheitsjobs. Das Glück wendet sich als ein Freund Ki-woo eine Tutorenstelle am anderen Ende der Stadt, am anderen Ende der sozialen Leiter vermittelt. Im mondänen, modernistischen Haus der Familie Park soll er der Tochter Englischstunden geben. Es ist der Beginn einer parasitären Beziehung der beiden Familien, denn bald arbeiten alle Kis für die Parks: Die Tochter kümmert sich um den Sohn, der Vater wird Chauffeur, die Mutter schließlich Haushälterin. Das Schicksal scheint es endlich gut mit Familie Ki zu meinen.

Was bei anderen Regisseuren Stoff genug für einen Film wäre, erzählt Park Joon Ho in einem langen ersten Akt. Wie Familie Ki sich nach und nach in das Leben der Familie Park einschleicht und unersetzbar wird, erinnert an Filme wie Michael Hanekes „Funny Games“ oder Oskar Roehlers „Herrliche Zeiten“, doch bald dreht Bong die Schraube noch weiter. „Parasite“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Unbekümmert bedient er sich hier und da, überrascht immer wieder mit völlig unvorhergesehenen Volten, doch am Ende sind Bongs Filme immer eins: Messerscharfe, genau beobachtete Satiren. Doch bei aller offensichtlichen Gesellschaftskritik macht es sich Bong dabei nicht zu einfach. Den Kis sieht man als offensichtliche Verlierer des kapitalistischen Systems ohnehin alles nach, doch auch die Parks sind keineswegs unsympathische Neureiche, im Gegenteil. Abgesehen davon, dass sie sich über den strengen Kellergeruch von Ki-taek wundern, ist von ihnen kein böses oder hochnäsiges Wort über ihre Angestellten zu vernehmen. Der wahre Schuldige an den gesellschaftlichen Missständen sind hier nicht einzelne Personen, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

Südkorea 2019
Regie: Joon-ho Bong
Darsteller: Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Jo Yeo-jeong
132 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 24.10.

Lieber Antoine als gar keinen Ärger



Geschichte über irrtümlich verbreitete Heldensagen und wie die Witwe eines Polizisten sowie ein unschuldig im Gefängnis einsitzender Zeitgenosse mit ihren Schicksalen umgehen. Die Mischung aus Groteske und rührenden Beziehungsmomenten begeistert.

In einem kleinen Städtchen an der französischen Riviera lebt die junge Kommissarin Yvonne. Sie ist die Witwe des örtlichen Polizeichefs Santi, der in der Gegend als Inbegriff von Recht und Ordnung gilt. Nach seinem Tod erlebt Yvonne eine böse Überraschung, denn seine Tugendhaftigkeit war nicht so makellos wie sein monumentales Denkmal im Ortskern suggeriert. Tatsächlich war Santi tief in der südfranzösischen Unterwelt verwurzelt und schickte einst an seiner Stelle den unschuldigen Antoine für acht Jahre ins Gefängnis. Als Antoine nach verbüßter Frist auf freien Fuß gesetzt wird, möchte Yvonne dem sichtlich ramponierten und verwirrten Mann helfen, neues Glück zu finden – natürlich ohne ihre Identität preiszugeben. Leider ist sie damit so erfolgreich, dass sich Antoine auf der Stelle in sie verliebt. Und auch Yvonne stellt entsetzt fest, dass ihr Herz für diesen schrägen, zerknirschten und gleichzeitig so energiegeladenen Typen zu schlagen beginnt. Doch Antoines Rückkehr ins normale Leben verläuft nicht nach Resozialisierungsplan. Antoine will sich nämlich endlich nehmen, wofür er bisher nur ersatzweise gebüßt hat...

Turbulent, schräg und lustig – diese französische Komödie steckt voller Direktheit, frischem Humor und macht vor allem Laune. Regisseur Pierre Salvadori („Bezaubernde Lügen“) bringt zusammen, was das französische Kino am besten kann: zwischen zärtlicher Romantik, makabrer Situationskomik und raffinierter Filmkunst entsteht großes Komödienkino, das mit einer ganz eigenen Handschrift begeistert. Es ist in Summe das ungewöhnliche Konstrukt aus übertriebener Polizistengeschichte mit parodistischen Anleihen bei Cop-Movies in Verbindung mit Identitätssuche und sich neu anbahnenden Liebesgeschichten, die „En liberté!“ zu einer originellen und höchst unterhaltsamen Komödie werden lassen – nicht zuletzt auch dank einiger überraschender Regieeinfälle,

Frankreich 2018
Regie: Pierre Salvadori
Darsteller: Adèle Haenel, Pio Marmaï, Audrey Tautou
108 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.

Zwingli - Der Reformator

Zürich 1519. Unerschrocken nutzt der junge Ulrich Zwingli seine Wahl zum Priester am ehrwürdigen Großmünster, um gegen die Missstände in der Stadt und in der Kirche zu predigen. Heftige Diskussionen entbrennen! Im Namen von Papst und Kaiser verlangt der Bischof von Konstanz schließlich Zwinglis Verhaftung. Als sich der Rat der Stadt nach einem öffentlichen Streitgespräch zwischen Zwingli und einem Abgesandten des Bischofs überraschend an die Seite des Rebellen stellt, kommt es zu weiteren Machtkämpfen. Und während Zwinglis Thesen einen Bürgerkrieg auszulösen drohen, zieht es die gottesfürchtige Witwe Anna immer mehr in den Bann dieses außergewöhnlichen Mannes.

Ulrich Zwingli war neben Martin Luther einer der wichtigsten Reformatoren der Kirche. Jetzt bringt Regisseur Stefan Haupt mit "Zwingli - Der Reformator" erstmals die Geschichte des großen Humanisten auf die Kinoleinwand. Ein opulentes Historiendrama über den Kampf um eine neue Weltordnung, das in der Schweiz mehr als 240.000 Zuschauer begeisterte. Kein Wunder: Zwinglis Ideen einer sozialen Gesellschaft, die sich um die Armen und Kranken kümmert und die Rechte von Frauen und Kindern schützt, sind heute so aktuell wie damals.

Deutschland 2019
Regie: Stefan Haupt
Darsteller: Max Simonischek, Sarah Sophia Meyer, Anatole Taubman
128 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.

Das perfekte Geheimnis



Wie viele Beziehungen und Freundschaften würden zerbrechen, wenn wir jederzeit in das Telefon unserer Liebsten schauen dürften? Eine Komödie darüber, dass gute Freunde wenig voneinander wissen, aber ihre Mobiltelefone voller Geheimnisse und pikanter Details stecken.

Drei Frauen. Vier Männer. Sieben Telefone. Und die Frage: Wie gut kennen sich diese Freunde und Paare wirklich? Als sie bei einem Abendessen über Ehrlichkeit diskutieren, entschließen sie sich zu einem Spiel: Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch, und alles, was reinkommt, wird geteilt. Nachrichten werden vorgelesen, Telefonate laut mitgehört, jede noch so kleine WhatsApp wird gezeigt. Was als harmloser Spaß beginnt, artet bald zu einem emotionalen Durcheinander aus – voller überraschender Wendungen und delikater Offenbarungen. Denn in dem scheinbar perfekten Freundeskreis gibt es mehr Geheimnisse und Lebenslügen, als zu Beginn des Spiels zu erwarten waren.

„Das perfekte Geheimnis“ ist inspiriert vom italienischen Kinofilm „Perfetti Sconosciuti“ von Paolo Genovese aus dem Jahr 2016 (allein in Italien 2,7 Mio. Besucher). In zahlreichen Ländern wurde der Film adaptiert und avancierte zu einem weltweiten Phänomen. Das „Fack Ju Göhte“-Erfolgsduo Bora Dagtekin und Lena Schömann griff die Idee des Films auf und entwickelte eine zeitgemäße Interpretation für das deutsche Kinopublikum. Autor und Regisseur Bora Dagtekin sowie Produzentin Lena Schömann lassen einen Abend unter Freunden eskalieren und bringen dafür ein einmaliges Star-Ensemble an einen Tisch: Elyas M Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring und Jessica Schwarz spielen die Hauptrollen.

Deutschland 2019
Regie: Bora Dagtekin
Darsteller: Elyas M Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Ein Kostümdrama über die Liebe zweier Frauen, das vor allem von gesellschaftlichen Diskursen und kunsttheoretischen Überlegungen der Gegenwart erzählt. Eines der Highlights des diesjährigen Wettbewerbs von Cannes.

Wir schreiben das Jahr 1770. Marianne ist Portraitmalerin und hat einen neuen Auftrag angenommen. Eine verwitwete italienische Gräfin (Valeria Golino) beauftragt sie, das Bild ihrer Tochter Héloïse (Adèle Haenel) zu malen. Dieses Bild ist dringend notwendig, um die geplante, arrangierte Ehe von Héloïse zu bestätigen. Diese ist einem ihr unbekannten Mann im fernen Mailand versprochen, der sie nie gesehen hat. Doch Héloïse sträubt sich gegen diese arrangierte Verbindung, weigert sich, für das Portrait Modell zu sitzen. So muss Marianne im Geheimen, aus dem Gedächtnis malen und blickt Héloïse während gemeinsamer Spaziergänge an der rauen Küste umso eindringlicher an. Unweigerlich verlieben sich die beiden jungen Frauen und beginnen während der kurzzeitigen Abwesenheit der Mutter eine Affäre...

Unabhängig und frei wirkt Marianne zunächst, einen selbstständigen, künstlerischen Beruf ausübend, nicht den Zwängen der Gesellschaft unterworfen. Doch bald zeigt sich, dass diese vermeintliche Freiheit nur bedingt existiert: Mit einem Portrait wie dem von Héloïse, dass in einer Zeit vor der Photographie notwendig ist, um fernmündliche arrangierte Ehen zu bestätigen, trägt sie zur Aufrechterhaltung der Konventionen bei. Ihr weiblicher Blick auf ihre Subjekte ersetzt sozusagen den männlichen Blick. Über den wird in Bezug auf das Kino seit langem diskutiert. Bei Sciamma herrschst nun ein dezidiert weiblicher Blick. Bis auf eine kurze Sequenz zu Beginn kommen Männer noch nicht einmal zu Wort. Und dennoch ist „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ keineswegs ein dogmatischer, ideologischer Film. Zwar zeigt Sciamma Mechanismen der Unterdrückung auf, deutet die Schwierigkeit für eine Frau wie Marianne an, in einer von Männern dominierten Welt wirklich unabhängig zu leben, doch didaktisch wird sie nie. Am Ende erzählt sie in brillanten Bildern, mit zwei hervorragenden Schauspielerinnen von einer unmöglichen Liebe, einer Verbindung, die auch dann noch existiert, als die beiden Frauen zumindest räumlich schon lange getrennt sind.

Frankreich 2019
Regie: Céline Sciamma
Darsteller: Noémie Merlant, Adèle Haenel, Valeria Golino
120 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.

Verteidiger des Glaubens



Das Scheitern eines Papstes nennt Christoph Röhl seine Dokumentation im Untertitel, womit die Richtung seines Porträts des deutschen Papst Benedikt XVI. vorgegeben wird.

Nicht nur in Deutschland war die Begeisterung groß, als im April 2005 der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger des verstorbenen Papst Johannes Paul II. gewählt wurde und fortan einer der größten Institutionen der Menschheit vorstand. Oder einer der größten Sekten, wie Kritiker die auf Verschwiegenheit bedachte Institution der Kirche oft nennen, die sich Anfang des 21. Jahrhunderts schon am Beginn einer der größten Krisen ihrer Geschichte sah. Missbrauchsfälle hatte es zwar immer wieder gegeben, doch nun wurde die Welle der Anschuldigungen immer stärker, verging kaum eine Woche, ohne neue Berichte über Priester, die Kinder sexuell missbraucht hatten, und das in allen Teilen der erdumspannenden katholischen Kirche.

Wie Papst Benedikt mit diesem Skandal umgehen würde, sollte sein Pontifikat prägen und daran sollte er scheitern, so die Aussage von Christoph Röhls Dokumentation „Verteidiger des Glaubens.“ Viele Interviewpartner hat Röhl vor die Kamera geholt, Verteidiger Ratzingers, vor allem aber Kritiker, Opfer von Missbrauch, darunter ehemalige Mitglieder der
Kongregation Legionäre Christi, die vor allem in Mexiko aktiv ist und massiv in den Missbrauchsskandal verstrickt war, aber vom Papst bis zuletzt geschützt wurde. Benedikt selbst hat Röhl nicht vor die Kamera bekommen, allein sein ebenso redegewandter wie telegener Privatsekretär Georg Gänswein steht Rede und Auskunft, wobei sich seine Rede eher auf Plattitüden und Floskeln beschränkt. Erstaunlicherweise konnte Röhl, der die Arbeit an seinem Film lange vor dem Rücktritt von Papst Benedikt 2013 begann, auch in den Archiven des Vatikans recherchieren und kann so die lange Karriere Ratzingers ab den 60er Jahren reichhaltig und interessant bebildern. Damals galt Ratzinger für kurze Zeit als Reformer, der die zunehmende Diskrepanz zwischen der erzkonservativen katholischen Kirche und der Realität der 60er Jahre, in der zumindest Teile der westlichen Gesellschaft nach immer größerer Offenheit und Liberalität verlangte, überbrücken sollte. Doch damit war es bald vorbei.

Dokumentarfilm
Deutschland, Italien 2019
Regie: Christoph Röhl
89 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.10.

Yung



Der Alltag vier junger Mädchen in der pulsierenden und hedonistischen Subkultur des modernen Berlin. Realistisches, extremes und gleichzeitig liebevolles Portrait dieser neuen „Lost Generation"

„Yung“ ist der flirrende Trip von vier jungen Mädchen durch die pulsierende und hedonistische Subkultur des modernen Berlin, vor allem aber ein pures, raues und authentisches Portrait ihrer Freundschaft. Janaina (17) verdient sich etwas Taschengeld mit Webcam-Sex hinzu. Für ihre beste Freundin Emmy (18) ist die Stadt ein einziger Rausch, dabei realisiert sie nicht, dass sie immer tiefer in den Strudel der Abhängigkeit gerät. Joy (17) sinnt über die Liebe nach, wenn sie nicht gerade Drogen verkauft, und die süße Abbie (16) träumt davon nach Los Angeles abzuhauen.

Mit „Yung“ gibt Henning Gronkowski sein Spielfilm-Regiedebüt. Er schrieb das Drehbuch, nachdem er mehr als zwei Jahre zusammen mit Berliner Teenagern das Projekt entwickelt hatte. Es ist ein realistisches, extremes und gleichzeitig liebevolles Portrait dieser neuen "Lost Generation" - das ihnen gewidmet ist. Der Regisseur über seinen Film: „Es ist ein Film über Teenager, die in vielerlei Hinsicht ein aufregendes und exzentrisches Leben führen. Vier Mädchen, die Drogen nehmen, wild feiern und ihr Sexleben ausleben. Es ist das echte Berlin. Es ist eine echte Geschichte. Mit Leidenschaft und großer Energie erzählt, basierend auf den Abenteuern dieser Teenager und ihrer Freunde. Sie erzählten mir davon und sie zeigten mir echte Emotionen. Diese Energie ist in jedem Bild zu spüren. Daneben greift der Film Teile meines persönlichen Lebens auf und der Welt, in die ich in den letzten 10 Jahren abgetaucht war. Ich bin nicht unbedingt stolz darauf, aber ich bereue es auch nicht. Ich habe einen Weg hinaus gefunden und einen Film über meine Erfahrungen und die Menschen geschaffen, die ihn inspiriert haben – eine Katharsis. Ich wollte eine Berliner Jugendsubkultur zeigen, die sich in einer dem öffentlichen Bewusstsein verborgenen Parallelwelt abspielt. Es ist eine Generation von Kids, die alle Möglichkeiten im Leben haben. Auf der anderen Seite haben sie keine Ahnung davon, was sie damit machen wollen. Zumindest sollte man versuchen, sich selbst zu finden, während man noch YUNG ist!“

Deutschland 2018
Regie: Henning Gronkowski
Darsteller: Janaina Liesenfeld, Emily Lau, Joy Grant
95 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 14.11.

PJ Harvey - A Dog Called Money

Dokumentarfilm
Irland, Großbritannien 2019
Regie: Seamus Murphy
mit PJ Harvey


Voraussichtlich ab Donnerstag 14.11.

Bis dann, mein Sohn



Der Unfalltod eines Kindes verändert das Schicksal zweier befreundeter Familien für immer. Großes, wuchtiges Filmmelodram über Schuld und Vergebung mit grandiosen Darstellern.

China, eine Stadt im Norden im ausgehenden 20. Jahrhundert. Liyun und Yaojun sind ein glückliches Paar. Sie leben mit ihrem Sohn Xingxing im Wohnheim der Metallfabrik, in der sie arbeiten, Wand an Wand mit ihren Freunden Haiyan und Yingming, deren Sohn Haohao am gleichen Tag geboren ist wie Xing. Als Xing eines Tages bei einem Unfall ums Leben kommt, trennen sich ihre Wege. Yaojun und Liyun ziehen in die Provinz Fujian im Süden des Landes. Doch die Familien bleiben durch die Tragödie miteinander verbunden.

Der vielfach preisgekrönte chinesische Meisterregisseur Wang Xiaoshuai erzählt die Geschichte zweier Familien vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Umwälzungen in China. „Bis dann, mein Sohn“ ist meisterhaftes Kino, ein zutiefst berührendes Familienepos über Freundschaft und Veränderung, Verlust, Trauer und neue Hoffnung – und nicht zuletzt die Geschichte einer lebenslangen Liebe, die das Versprechen von den guten und den schlechten Tagen auf trotz allem Schmerz beglückende Weise einlöst. Wir versprechen: ein großes Filmmelodram, dem man sich in drei Stunden Filmzeit keine Minute entziehen mag. Plus: Zwei Hauptdarsteller zum Niederknien. Zwei Berlinale Bären als Beste Hauptdarsteller gab es für sie obendrein. So geht Kino, sagen wir.

China 2019
Regie: Wang Xiaoshuai
Darsteller: Yong Mei, Wang Jingchun
185 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 5.12.

A Rainy Day in New York

USA 2019
Regie: Woody Allen
Darsteller: Timothée Chalamet, Elle Fanning, Selena Gomez
95 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Pavarotti

Der italienische Opernsänger Luciano Pavarotti ist selbst denjenigen ein Begriff, die sonst mit einem Opernbesuch nicht viel am Hut haben. Im Laufe seiner Karriere brachte der 1936 geborene Tenor es mit seiner Stimme zu Weltruhm, bevor er 2007 verstarb. Da Vinci Code-Regisseur Ron Howard, der zuvor mit The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years bereits eine andere Musikdokumentation abgeliefert hatte, widmete sich in seiner Doku Pavarotti ganz der Opern-Legende und nutzte für die Aufarbeitung von dessen Karriere und Privatleben die privaten Aufzeichnungen von dessen Familie, Interviews sowie Aufzeichnungen von Live-Auftritten des Sängers. (Quelle: Moviepilot.de)

Dokumentarfilm
USA, Großbritannien 2019
Regie: Ron Howard
Darsteller: Luciano Pavarotti
114 Minuten
ohne Altersbeschränkung