Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.
Am Strand
Halaleluja – Iren sind menschlich!
Kolyma
Nicht ohne Eltern
Oceans 8 (englische Originalfassung)
voraussichtlich ab Donnerstag 28.6.
Love, Simon
Die Wunderübung

Voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.

Am Strand



Eine Hochzeitsnacht gerät zur Katastrophe und verändert das Schicksal zweier junger Menschen für immer. Beklemmende und melancholische Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ian McEwan

Es ist der Sommer 1962. Florence (Saoirse Ronan) und Edward (Billy Howle), beide Anfang 20, haben soeben geheiratet. Nun sitzen sie in einem langweiligen, biederen Hotel am Chesil Beach in Dorset und essen zu Abend. Eine seltsame Spannung liegt über dem Dinner, die Unterhaltung kommt nicht recht in Gang, man ahnt, dass etwas nicht stimmt. Die bevorstehende Hochzeitsnacht legt sich wie Mehltau über diesen Spätnachmittag. Nun erfährt der Zuschauer in Rückblenden, wie Florence und Edward sich kennen gelernt haben, wer sie eigentlich sind. Florence stammt aus einer reichen, konservativen Familie, ihr herrischer Vater ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Edwards Vater hingegen ist einfacher Lehrer, seine Mutter ist nach einem Unfall geistig behindert. Florence spielt in einem Streichquartett meisterhaft Violine, Edward will einmal Autor werden. Zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Liebe tut dies keinen Abbruch. Doch als Edward jetzt, im faden Hotelzimmer, Florence ungeschickt auf die Pelle rückt, stürmt die entsetzte Braut aus dem Hotel zum Chesil Beach...

Der Roman ist berühmt für sein Ende, in dem Ian McEwan auf wenigen Seiten den Rest von Edwards Leben referiert. Die Absicht ist klar: Dieser eine Abend am Strand von Chesil war von höchster Bedeutung. Regiedebütant Dominic Cooke findet für den Schluss eine angenehmere Lösung, die den Zuschauer etwas weicher auffängt. Das ändert aber nichts an der Traurigkeit des Films, denn hier geht vor allem um verpasste Lebenschancen, um falsch gelebtes Leben und die Reue darüber. Saoirse Ronan und Billy Howle machen dieses Bedauern eindrücklich deutlich: zwei Menschen, die noch zu jung sind für das, was an diesem Abend auf sie zukommt. Besonders Ronan, die selten schöner war als in diesem Film, überzeugt als eigentlich selbstbewusstes Mädchen, das sich wortreich gegen die konservativen Eltern wehrt und sogar gegen die Atombombe demonstriert, mit Sex aber gar nichts am Hut hat.

England 2017
Regie: Dominic Cooke
Darsteller: Saoirse Ronan, Billy Howle, Anne Marie-Duff, Adrian Scarborough, Emily Watson, Samuel West
110 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.

Halaleluja – Iren sind menschlich!

Ein geschäftstüchtiger Pakistaner will seinen Sohn zum Chef eines Halal-Schlachthofs in einer irischen Kleinstadt machen. Hübsche Culture Clash-Geschichte mit flotten Dialogen und guten Darstellern

Bis in den Nordwesten Irlands ist Raghdan vor seinem Vater geflüchtet, der ihn unbedingt verheiraten will. Im beschaulichen Sligo hat Raghdan bei Onkel Jamal und Tante Doreen Unterschlupf gefunden und widmet sich den angenehmen Dingen des Lebens, die im Wesentlichen darin bestehen, dass er mit seinen Kumpels abhängt oder mit Maeve, seiner Freundin, zusammen ist. Doch Vater Amir lässt nicht locker und steht eines Tages vor der Tür, ausgerechnet an Raghdans Geburtstag und kurz nach einem Streit mit Maeve. Das Geburtstagsgeschenk seines geschäftstüchtigen Vaters bringt Raghdan so richtig aus dem Konzept, das er nicht hat: Papa präsentiert ihm eine stillgelegte Großschlachterei, die er zum ersten Halal-Schlachtbetrieb für die muslimische Community in Irland umbauen will. Raghdan soll der Chefmanager werden. Der junge Mann hat sich bisher tatsächlich ziemlich wenig Gedanken über seine Zukunft gemacht, aber immerhin weiß er jetzt, was er nicht will...

Auch Irland globalisiert sich, sogar der stürmische Nordwesten mit seiner grandiosen wilden Landschaft muss sich den Herausforderungen der neuen Zeit stellen. Die Kleinstadt Sligo ist da keine Ausnahme. Dass die katholische Mehrheit eher ablehnend auf die Idee eines Halal-Schlachthauses reagiert, ist zunächst keine Überraschung. Doch wenn es um Arbeitsplätze und damit um Geld geht, kann man schon mal ein paar Vorurteile sausen lassen. Die schönsten Szenen des Films, der sehr locker auf einer wahren Begebenheit beruht, haben mit dem Aufeinanderprallen der Kulturen zu tun. Auf der einen Seite stehen die ziemlich rumpeligen, aber herzlichen Iren, auf der anderen Seite steht – einsam, aber mächtig – Raghdans Vater Amir. Die gute Kameraarbeit von Mel Griffith zeigt in klaren, kühlen Bildern die landschaftliche Schönheit des irischen Nordwestens ebenso wie die offenkundigen Folgen der Wirtschaftskrise. Ob sich die Probleme für Sligo mit einem Halal-Schlachthof verringern würden, der von einem widerwilligen Manager geleitet wird? Die Antwort darauf gibt‘s im Kino, in dieser warmherzigen, kleinen Sommerkomödie.


Deutschland/Irland 2017
Regie: Conor McDermottroe
Drehbuch: Conor McDermottroe, Mark OHalloran
Darsteller: Nikesh Patel, Art Malik, Colm Meaney, David Kross, Sarah Bolger, Deidre OKane
95 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.

Kolyma



Die Reise durch Sibirien auf der „Straße der Knochen“ als absurd schräger Trip, eine Art Tour de Farce, mit bärbeißigem Humor. Ein kunstvolles, manchmal rätselhaftes Dokument über Menschen am Ende der Welt.

„Man darf nichts zu verlieren haben, um heute hier leben zu wollen.“ So lautet das Motto über diesem Film, in dem Lachen und Verzweiflung dicht beieinanderliegen. Die „Straße der Knochen“, so genannt nach den sibirischen Zwangsarbeitern, die hier ums Leben kamen oder ermordet wurden, ist auch im modernen Russland eine vergessene Region. Der Sommer ist kurz, der Winter lang – sehr lang – und die Menschen, die sich der Kamera stellen, sind manchmal vielleicht einfach froh, dass sich jemand mit ihnen unterhält. Die Landschaft ist karg, der Permafrost-Boden taut manchmal auf, hier und da liegt Schnee, in der Tundra regnet es häufig, nur selten ist mal die Sonne zu sehen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die hier leben. Manche sind hier gestrandet, einige kamen als Flüchtlinge, andere waren Häftlinge, nur wenige haben ihre Wurzeln hier. So wird die Fahrt über 2000 Kilometer entlang dem Kolyma zur Reise in die Vergangenheit.

Ähnlich wie in seiner Schwarzmeer-Reise „Tristia“ hat Stanislaw Mucha wieder ein Roadmovie als Filmcollage gedreht. Die Kamera bleibt meist statisch, was ganz gut ist, denn das, was zu sehen ist, muss manchmal erstmal sacken. Die Gesprächspartner, die Stanislaw Mucha gefunden hat, sind eine Auswahl exquisiter Originale, lauter schräge Typen. Dazu liefert Stanislaw Mucha originelle Bilder aus dem sibirischen Alltag. Alles ohne Kommentar und Erklärungen. Unterbrochen werden die Interviews von beinahe bizarren Hobby-Kulturpräsentationen. Häufig sind es Kindertanzgruppen, die – ganz im Stil der Ex-Sowjetunion – Tänze und Songs zeigen. Diese skurrilen Revuenummern, gleichzeitig rührend und komisch, tragen ein bisschen Leichtigkeit in den Film, der im Grunde vom Leben mit einer traurigen Vergangenheit handelt, vom Wissen darüber, was Menschen hier anderen Menschen angetan haben. Am Ende gibt es dazu ein interessantes Statement, und vielleicht war die gesamte Reise von 2025 Kilometern bis Jakutsk nur die Vorbereitung für den Schluss.

Dokumentarfilm
Deutschland 2017
Buch, Regie: Stanislaw Mucha
85 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.

Nicht ohne Eltern



Ein älteres Ehepaar wird mit einem vermeintlich verschollenen Sohn konfrontiert. Mit sicherem Gefühl für Timing brilliert Christian Clavier als gutsituierter Ehemann, den der Familienzuwachs wenig begeistert

Das gutsituierte französische Ehepaar Prioux ist kinderlos. Für den etwas sturen Geschäftsmann Alain (Christian Clavier) läuft trotzdem alles Bestens. Dass seine Frau Laurence (Catherine Frot) etwas vermissen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Doch eines Tages stehen die beiden vor einem Rätsel. In ihrem Haus steht plötzlich ein fremder Mann (Sébastien Thiéry) unter ihrer Dusche. Erschreckt vermuten sie einen Einbrecher. Doch Patrick, fast taub ist, behauptet Alains verschollener Sohn zu sein. Vielleicht aus einer weit zurückliegenden Affäre, wie Laurence vermutet? Alain streitet alles ab. Doch Laurence lässt nicht locker. Sie zwingt ihn mit ihr zusammen die Frauen aus seinen Affären zu besuchen. Während Laurence beginnt, ihren neugewonnenen Sohn zu akzeptieren, bleibt Alain skeptisch. Er ist sich sicher Patrick ist ein betrügerischer Hochstapler, der hinter ihrem Geld her ist. Die Situation gerät ständig absurder. Besonders als Patrick seine Frau Sarah (Pascale Arbillot) vorstellt. Sarah ist blind und schwanger. Für Alain scheint der Zeitpunkt gekommen, endlich zu handeln.

Mit seiner skurrilen Familienkomödie nach seinem gleichnamigen, umjubelten Bühnenstück wagt sich Regisseur und Hauptdarsteller Sébastien Thiery an das Thema Behinderung. Dass dabei das emotionale Taktgefühl nicht auf der Strecke bleibt verdankt er vor allem dem exzellenten Schauspiel-Duo Catherine Frot und Christian Clavier. Der 65jährige „old school"-Repräsentant aus dem Kinohit „Monsieur Claude und seine Töchter“ zeigt sich dabei erneut als versierter Komödiant zwischen Zynismus und Lebenslust, der vor praktisch nichts zurückschreckt. Catherine Frot an seiner Seite gelingt es in vielen Szenen über sich hinauszuwachsen ohne damit zur Karikatur zu werden. Nicht umsonst sind ihre Spezialität patente, lebenslustige Frauen, die sich durch nichts beirren lassen. Als Operndiva „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“ wurde sie mit dem César ausgezeichnet.

Frankreich 2017
Regie: Sébastien Thiery, Vincent Lobelle
Drehbuch: Sébastien Thiery, Pascale Arbillot,
Darsteller: Catherine Frot, Christian Clavier, Sébastien Thiery, Pascale Arbillot, Hervé Pierre
85 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 21.6.

Oceans 8 (englische Originalfassung)

Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway, Mindy Kaling, Sarah Paulson, Awkwafina, Rihanna und Helena Bonham Carter bilden ein Team im Action-Abenteuer Oceans 8. Fünf Jahre, acht Monate und zwölf Tage ist es her, seit Debbie Ocean (Sandra Bullock) mit der Planung ihres größten Coups begonnen hat. Dazu braucht sie das bestmögliche Team - allen voran ihre Komplizin Lou Miller (Cate Blanchett). Gemeinsam rekrutieren die beiden weitere Spezialistinnen: Juwelierin Amita (Kaling), Trickbetrügerin Constance (Awkwafina), Hehler-Expertin Tammy (Paulson), Hackerin Nine Ball (Rihanna) und Modedesignerin Rose (Bonham Carter). Ihre begehrlichen Augen richten sich auf Diamanten im Wert von 150 Millionen Dollar - diese Diamanten zieren den Hals der weltberühmten Schauspielerin Daphne Kluger (Hathaway), die den Mittelpunkt des diesjährigen Superevents bildet: die Met Gala. Der Plan ist hieb- und stichfest - falls er ohne Zwischenfälle über die Bühne geht: Das Team will sich die Klunker einfach schnappen und verduften - vor aller Augen. Weitere Rollen in Oceans 8 übernehmen James Corden als Versicherungsermittler, der die Puzzleteile zusammensetzen muss, und Richard Armitage als Klugers ahnungsloser Begleiter während der Gala. Gary Ross (Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg, Die Tribute von Panem) inszenierte Oceans 8 nach seiner eigenen Story und dem Drehbuch, das er zusammen mit Olivia Milch verfasst hat. Steven Soderbergh und Susan Ekins produzierten den Film. Michael Tadross, Diana Alvarez, Jesse Ehrman und Bruce Berman waren als Executive Producers beteiligt, Milch co-produzierte. Zu Ross kreativem Team zählen Eigil Bryld ("Brügge sehen ... und sterben?"), Produktionsdesigner Alex DiGerlando ("Beasts of the Southern Wild"), Cutterin und Oscar[r]-Kandidatin Juliette Welfling ("Schmetterling und Taucherglocke"), Cutter und Oscar-Preisträger William Goldenberg ("Argo"), Kostümdesignerin Sarah Edwards ("Das erstaunliche Leben des Walter Mitty") und Komponist Daniel Pemberton ("Steve Jobs"). Als Vorlage dienten die von George Clayton Johnson & Jack Golden Russell konzipierten Figuren.

USA 2018
Regie: Gary Ross
Darsteller: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.6.

Love, Simon



Ein Teenager hadert mit seinem Coming-Out. Mit unaufgeregter Ruhe inszeniert, wird der Film zu einem echten Triumph - und vielleicht zum besten Young-Adult-Film jüngerer Kinogeschichte.

Auf den ersten Blick führt der siebzehnjährige Simon (Nick Robinson) ein Bilderbuchleben. Doch in ihm drin sieht es anders aus, denn Simon ist schwul und zu einem Coming Out konnte er sich bislang nicht durchringen. Erst als sich eines Tages ein Schulkamerad auf einem anonymen Blog outet, fühlt er sich zum ersten Mal verstanden. Der geheimnisvolle Unbekannte nennt sich nur ‘Blue‘ und fortan offenbaren sie sich Nacht für Nacht die intensivsten Gefühle, bis sie sich schließlich sogar ein wenig ineinander verlieben. Aufgrund einer Unachtsamkeit könnte Simons Geheimnis jedoch schneller als Licht kommen, als ihm lieb ist: Ein Klassenkamerad entdeckt die Chatverläufe und erpresst Simon fortan damit, diese öffentlich zu machen. Aus Angst davor geht Simon auf verschiedene Forderungen ein und bringt schon bald Chaos in seine Clique..

Vor allem eine Sache scheint Greg Berlanti am Herzen zu liegen: Das Hinterfragen der Norm. Passend dazu trägt der Roman im Original den weitaus originelleren Titel „Simon vs. The Homo Sapiens Agenda“, was auch in Anbetracht des Films viel besser passt. Mit diversen kreativen Ideen – unter Anderem einer überragend inszenierten Bildmontage, die zeigt, wie sich hetero(!)sexuelle Jugendliche vor ihren Eltern outen – fängt Berlanti die innere Zerrissenheit seines Protagonisten hervorragend ein. „Love, Simon“ bricht den Gedanken von Gut und Böse auf, gesteht jedem seinen Fauxpas zu, aber auch sein Happy End. In der Welt von Simon Spier passt alles zusammen – sogar eine perfekte Familie zu der Angst, sich vor dieser outen zu müssen. Völlig aus der Sicht Simons erzählt, ist in dessen Augen schließlich tatsächlich alles perfekt; bis auf die Tatsache, dass er eben schwul ist – und das bedeutet wiederum noch nicht einmal, dass er selbst nicht völlig mit sich im Reinen ist. Da kann ein Film auch schon mal haarscharf am Hollywoodromanzenkitsch vorbeischrammen und trotzdem immer noch wahrhaftig wirken. Gelacht, geweint, geträumt – „Love, Simon“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres!

USA 2018
Regie: Greg Berlanti
Darsteller: Nick Robinson, Jennifer Garner, Josh Duhamel, Katherine Langford, Alexandra Shipp, Logan Miller, Keiyan Lonsdale, Tony Hale
110 Minuten
(ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.6.

Die Wunderübung



Ein Paar, ihr Therapeut, ein Raum und der Versuch, eine Ehe zu retten. Das sind die Zutaten der Verfilmung eines Theaterstücks von Daniel Glattauer mit pointierten Dialogen und guten Darstellern

Seit Jahren sind Joana (Aglaia Szyszkowitz) und Valentin (Devid Striesow) verheiratet, haben zwei Kinder, sind beruflich erfolgreich, doch zusammen sind sie nur noch auf dem Papier. Letzte Hoffnung ist ein Paartherapeut (Erwin Steinhauer), der jedoch schnell an dem streitbaren Paar zu verzweifeln beginnt. Auch noch die kleinste Übung, mit der ein gewisser Zusammenhalt geschaffen werden soll, ist für das Paar zu viel. Doch nach einer kurzen Ruhepause, die sowohl Therapeut als auch Klienten dringend benötigen, verändert sich die Situation. Fahrig wirkt der Therapeut auf einmal und offenbart, dass er gerade am Telefon von seiner Frau verlassen wurde. Plötzlich hat sich die Situation umgedreht, plötzlich ist es nicht mehr der Therapeut, der das Paar berät, sondern das Paar, das dem Therapeuten mit guten Ratschlägen zur Seite steht. Ein überraschender Zusammenhalt, der zeigt, dass in dieser Ehe vielleicht doch noch nicht alles verloren ist.

90 Minuten dauert die Sitzung beim Paartherapeuten, genauso lange ist auch die Filmversion des erfolgreichen Theaterstücks von Daniel Glattauer, dass Michael Kreihsl nun schon zum zweiten Mal verfilmt. Vor einigen Jahren inszenierte er ebenfalls mit Aglaia Szyszkowitz in der weiblichen Hauptrolle einen Fernsehfilm, nun also eine Kinoversion, in der mit Devid Striesow einer der bekanntesten deutschen Schauspieler die männliche Hauptrolle übernimmt. Passend wenn auch konventionell besetzt, hat Striesow in den letzten Jahren doch immer wieder Männer gespielt, die nur scheinbar stark sind, deren Souveränität sich jedoch schnell als Fassade erweist, hinter der sich eine weiche, verletzliche Seite versteckt. Nach diesem Muster funktioniert auch ein Stück, das weniger von seiner psychologischen Komplexität lebt, als von mitunter pointierten Dialogen und einer finalen Wendung.

Österreich 2017
Regie: Michael Kreihsl
Buch: Michael Kreihsl, nach dem Theaterstück von Daniel Glattauer
Darsteller: Aglaia Szyszkowitz, Devid Striesow, Erwin Steinhauer
95 Minuten
ohne Altersbeschränkung