Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 9.7.
Eine Größere Welt
Helmut Newton - The Bad and the Beautiful (Voice-Over Fassung)
voraussichtlich ab Donnerstag 16.7.
Marie Curie - Elemente des Lebens
Sibyl - Therapie zwecklos
Berlin Alexanderplatz
voraussichtlich ab Donnerstag 23.7.
Als wir tanzten
Edison - Ein Leben voller Licht
Anton Bruckner - Das verkannte Genie
Sea of Shadows - Der Kampf um das Kokain des Meeres
voraussichtlich ab Donnerstag 30.7.
Auf der Couch in Tunis
Master Cheng in Pohjanjoki
voraussichtlich ab Donnerstag 6.8.
Sein – gesund, bewusst, lebendig
Wir beide
voraussichtlich ab Mittwoch 12.8.
Tenet (in analoger 70mm-Projektion)
voraussichtlich ab Donnerstag 13.8.
Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra
Wege des Lebens – The Roads Not Taken
voraussichtlich ab Donnerstag 20.8.
Die Rüden
The Climb
Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden
Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien
voraussichtlich ab Donnerstag 27.8.
Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba
Yalda

Voraussichtlich ab Donnerstag 9.7.

Eine Größere Welt

Geister, die den Körper verlassen und auf Reisen gehen, vielleicht sogar Verstorbene treffen? So erzählt der Film die wahre Geschichte der Französin Corine Sombrun, die nach dem Tod ihres Mannes in die Mongolei reist, um ethnografische Tonaufnahmen zu sammeln. Sie nimmt an einer schamanischen Seance teil und begreift, daß sie selbst eine Schamanin ist. Cecile de France ist in der Hauptrolle eine Wucht.

Es beginnt mit einer leidenschaftlichen Liebeszene. Mann und Frau schlafen miteinander. Doch weil die Kamera so nah an ihren Körpern ist und ein weißes Laken sie wie eine Welle umspielt, hat diese Szene etwas Unwirkliches. Und in der Tat: Die Frau wacht am Morgen allein auf, sie hat geträumt, der Platz neben ihr ist leer. Denn ihr Mann ist verstorben. Corine, so der Name der Frau, ist seitdem nicht mehr dieselbe. Sie arbeitet als Tontechnikerin in einem Musikstudio. Doch als ihr wieder einmal ein Fehler unterläuft, schickt ihr Chef sie kurzerhand in die Mongolei, um ethnografische Tonaufnahmen zu sammeln, Gesänge vor allem, aber auch Trommeln. Corine darf sogar an einer schamanischen Séance teilnehmen. Doch schon bei den ersten Trommelschlägen fangen ihre Hände zu zittern an. Corine fällt in Trance, sie wähnt sich im Jenseits und läuft auf eine Tür in der Ferne zu. Der Zuschauer ist so irritiert wie Corine selbst. Ihr wird eröffnet, dass sie selber eine Schamanin sei und nun lernen müsse, mit den Geistern umzugehen.

Regisseurin Fabienne Berthaud („Barfuss auf Nacktschnecken“) nähert sich dem Thema ihres Films mit großer Ernsthaftigkeit. Da ist kein falscher Ton, keine Unaufrichtigkeit. Großen Anteil daran hat auch die wunderbare Cécile de France. Einmal steht sie allein in der mongolischen Steppe und schreit mehrmals laut „Merde!“ – was ihren inneren Konflikt drastisch auf den Punkt bringt. Eine große Rolle spielt auch die Landschaft: weit, karg, schön, von den Menschen unverbaut, weil sie noch immer in Zelten leben.

Frankreich, Belgien 2019
Regie: Fabienne Berthaud
100 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.7.

Helmut Newton - The Bad and the Beautiful (Voice-Over Fassung)

Anlässlich des 100. Geburtstags von Helmut Newton am 31. Oktober 2020 erzählt Gero von Boehm die bewegte und bewegende Lebensgeschichte des in Berlin geborenen - und dort begrabenen - jüdischen Starfotografen, der 1938 vor den Nationalsozialisten über Triest und Singapur nach Australien floh. Dort lernte Newton seine spätere Ehefrau June kennen und fotografierte ab den 1950ern Jahren für verschiedene internationale Ausgaben der „Modebibel“ Vogue.
HELMUT NEWTON – THE BAD AND THE BEAUTIFUL wirft einen besonderen Blick auf sein nicht unumstrittenes Werk, in dessen Zentrum stets der weibliche Körper stand – bekleidet oder nackt. Mit seinen oft provozierenden Aufnahmen von Frauen hat Helmut Newton die internationale Mode-, Werbe-, Porträt- und Akt-Fotografie entscheidend geprägt.
In HELMUT NEWTON – THE BAD AND THE BEAUTIFUL kommen – außer dem legendären Fotografen selbst – ausschließlich Frauen zu Wort, darunter Claudia Schiffer, Hanna Schygulla, Charlotte Rampling, Grace Jones, Nadja Auermann, Isabella Rossellini, Marianne Faithfull, US-Vogue- Chefredakteurin Anna Wintour, seine Ehefrau June Newton, aber auch Publizistin Susan Sontag als Newton-Kritikerin.
HELMUT NEWTON – THE BAD AND THE BEAUTIFUL zeigt den Großmeister der Fotografie sowohl bei der Arbeit als auch in privaten Situationen. Zu sehen sind Film- und Tondokumente, die zu Lebzeiten Helmut Newtons entstanden. Für den Dokumentarfilm hat Gero von Boehm uneingeschränkten und exklusiven Zugang zum Archiv der Helmut Newton-Stiftung erhalten.

Dokumentarfilm, Deutschland 2020
Regie: Gero von Boehm
Darsteller: Helmut Newton
93 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.7.

Marie Curie - Elemente des Lebens



Es ist ein ungewöhnliches Projekt, das Regisseurin Marjane Satrapi aufbietet. Einerseits ist es ein echtes Leben, das sie porträtiert, andererseits die Umsetzung einer experimentellen Graphic Novel. Die Vorlage stammt anders als bei Satrapis vorherigen Filmen „Persepolis“ und „Huhn mit Pflaumen“ nicht von ihr selbst.

„Radium ist ein außergewöhnliches und merkwürdiges Element. Es verhält sich nicht so, wie man es erwartet“, sagt Marie Curie zu ihren Studenten. Sie spricht dabei nicht nur über das von ihrem Mann Pierre und ihr entdecktes Element, sie spricht auch über sich selbst. Denn außergewöhnlich ist auch sie. Eine Frau, die für die Wissenschaft lebt und sich zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreichen Widerständen gegenübersieht, aber niemals aufgibt.

Das Leben von Marie Curie wurde zuletzt vor vier Jahren mit Karolina Gruszka verfilmt. In der neuen Produktion schlüpft Rosamund Pike in die Hauptrolle. Pike spielt mal zurückhaltend, mal resolut, mal energisch, mal verzweifelt. Beeindruckend ist die Szene, in der sie in totaler Verzweiflung immer wieder nach ihrem verstorbenen Mann fragt. Nur eine kurze Szene, aber eine, die ihrer Ehrlichkeit wegen von den Füßen fegt.

Während die Graphic Novel von Lauren Redniss in seiner Kombination aus Bild und Text fast schon experimentell anmutet, ist Marjane Satrapis Film sehr geradlinig. Er deckt praktisch das gesamte Leben seiner Hauptfigur ab, mit Rückblicken in ein traumatisches Ereignis der Kindheit bis zum Tod im Jahr 1934.

Als interessanter Kunstgriff muss gelten, dass man die Entdeckung der Radioaktivität auch in ihrer weitreichenden Form zeigt – mit Blicken in die Zukunft. Im Cleveland des Jahres 1957 wird ein krebskranker Junge mit Strahlentherapie behandelt, auf Hiroshima fällt 1945 die Atombombe, und 1986 kommt es zur Katastrophe in Tschernobyl. In der Aufzählung erscheint es, dass die Radioaktivität mehr geschadet denn genutzt hat. Aber der Film hält es wie Pierre Curie, der das Licht der Erkenntnis der Dunkelheit des Unwissens vorzieht.

(Quelle: programmkino.de / Peter Osteried)


Großbritannien, Ungarn 2019
Regie: Marjane Satrapi
Darsteller: Rosamund Pike, Sam Riley, Anya Taylor-Joy
110 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.7.

Sibyl - Therapie zwecklos



Die schöne Virginie Efira spielt eine Psychotherapeutin, die kurzentschlossen ihren Job an den Nagel hängt, um endlich einen Roman zu schreiben. Köstliches Schmankerl: Sandra Hüller als hysterische deutsche Arthouse-Regisseurin, die gern mal in die Luft geht.

Sibyl (Virginie Efira) arbeitet als Psychotherapeutin. Sie wohnt mit ihrem Lebensgefährten und zwei Kindern, eins davon aus einer früheren Beziehung, zusammen in Paris. Eines morgens kommt die junge Frau auf die Idee, sich ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben, zu widmen. Sie reicht alle ihre Patienten an Kollegen weiter, schmeißt den Job und wartet auf Inspiration. Nur eine lässt sich nicht abweisen: Margot (Adèle Exarchopoulos), eine junge Schauspielerin, die von Igor (Gaspard Ulliel), einem Kollegen, schwanger ist. Der ist allerdings mit Mika (Sandra Hüller) liiert, einer deutschen Regisseurin, mit der beide zusammen gerade einen Film drehen. Margot ist kurz vor einem Nervenzusammenbruch, sie braucht Hilfe. Sibyl taucht immer tiefer in ihr kompliziertes Leben ein, und plötzlich flutscht es auch mit dem Schreiben. Denn: Sie nimmt die Therapie-Gespräche heimlich mit dem Handy auf und schreibt sie einfach ab.

Regisseurin Justine Triet bricht die Linearität ihrer Geschichte auf, in dem sie immer wieder Rückblenden von Sibyls gescheiterter Beziehung einwirft, manchmal nur kurze Erinnerungen aufblitzen lässt, von leidenschaftlichem Sex zum Beispiel, oder mit Einschüben die Richtung wechselt. Gleich zu Beginn muss sich Sibyl von einem Mann, der den ganzen Film über nicht mehr auftauchen wird, in einem Sushi-Circle-Restaurant mit einem Wortschwall zuschütten lassen. Eine erste Irritierung. Gelegentlich sehen wir sie bei Treffen der Anonymen Alkoholiker, obwohl wir sie zuvor noch nie betrunken gesehen haben. Hat sich Sibyl vielleicht selbst in die Rolle einer Figur in ihrem Roman geträumt, in eine andere Variante ihrer selbst, der Alkoholikerin und zurückgewiesenen Geliebten vielleicht? Vielleicht ist aber auch alles ganz real, und Virginie Efira zeigt uns nur mehrere Facetten einer starken Frau: die fähige Therapeutin, die leidenschaftliche Liebhaberin, die gute Mutter, die erfolgreiche Schriftstellerin.

(Quelle: programmkino.de / Michael Ranze)


Frankreich, Belgien 2019
Regie: Justine Triet
Darsteller: Virginie Efira, Adèle Exarchopoulos, Gaspard Ulliel
101 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.7.

Berlin Alexanderplatz


Franz Biberkopf möchte im gegenwärtigen Berlin ein guter Mensch sein. Doch die Verhältnisse, die sind nicht so. An seiner Seite Escort-Girl Mieze (Jella Haase), das Sinnbild aufrichtiger Liebe. Sowie als fieser Verführer der mephistophelische Freund Reinhold (teuflisch gut: Albrecht Schuch). Stolze drei Stunden dauert das wuchtige Lehrstück über das Fressen und die Moral. Eine rigorose Zumutung – die sich freilich in jeder Minute lohnt. Deutsches Kino in Bestform!

Das selbstbewusste Escort-Girl Mieze (Jella Haase) verliebt sich heftig in den attraktiven Flüchtling Francis (Welket Bungué). Die pure Romantik jedoch wird von der Realität alsbald reichlich ramponiert. Reinhold (Albrecht Schuch), der vermeintliche Freund des Helden, entpuppt sich als höchst raffinierter Verführer. Der Mephisto verspricht seinem arglosen Opfer das schnelle Geld mit Drogenhandel. Zunächst vergeblich, schließlich gelobte Francis nach seiner dramatischen Flucht aus Afrika, fortan ein guter Mensch zu sein. Er schuftet lieber als illegaler Arbeiter auf einer Baustelle. Seine spontane Hilfe bei einem Arbeitsunfall bezahlt er prompt mit der Entlassung. Solidarität der Kollegen? Fehlanzeige! Dann halt doch ins Dealer-Milieu im Drogenpark. Der Einbruch im Juwelier-Geschäft lässt nicht lange auf sich warten. Ganoven-Ehre zählt nur wenig. Reinhold wirft Frances skrupellos über Bord, mit dramatischen Folgen. Sein Körper erleidet massiven Schaden, das Seelenheil steht auf dem Spiel.

Mit visuellem Einfallsreichtum und großer Stilsicherheit präsentiert sich Regisseur Burhan Qurbani bei seinem dritten Spielfilm. Hyper-Realismus und poetische Momente wechseln sich gekonnt ab. Beim nächtlichen Raubzug tragen die Täter Masken in leuchtenden Neon-Farben. Mit Drohnen wird die Razzia in der Hasenheide aus der Vogelperspektive inszeniert. Derweil die Baustelle im Untergrund wie ein Moloch aus „Metropolis“ erscheint. Ergänzt werden die exquisiten Bilder durch einen exzellenten Soundtrack, wie man ihn im deutschen Film selten hört.




(Quelle: programmkino.de / Dieter Oßwald )

Land/Jahr: Deutschland 2020
Regie: Burhan Qurbani
Darsteller: Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch
183 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.7.

Als wir tanzten

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tif lis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konserva-tive Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.


Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeich-net, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

ein Film von Levan Akin
Georgien/Schweden 2019
106 Minuten
deutsche Sprachfassung
mit Levan Gelbakhiani, Bachi Valishvili, Ana Javakishvili, Giorgi Tsereteli


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.7.

Edison - Ein Leben voller Licht

Amerika kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts: Thomas Edison (Benedict Cumberbatch), einer der genialsten Erfinder aller Zeiten, steht kurz davor, zum ersten Mal einen ganzen Straßenzug in Manhattan mit elektrischem Licht zu erleuchten und die Welt damit für immer zu verändern. Der Durchbruch macht ihn über Nacht zur Berühmtheit. Unermüdlich arbeitet Edison daran, seine Erfindung auf das ganze Land auszudehnen. Hin und her gerissen zwischen seiner fieberhaften Arbeit und seiner geliebten Frau Mary (Tuppence Middleton) und den beiden Kindern, gerät Edison zunehmend in einen inneren Konflikt. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung - sein schärfster Konkurrent, der vermögende Unternehmer George Westinghouse (Michael Shannon), ermutigt von seiner ehrgeizigen Frau Marguerite (Katherine Waterson), engagiert den unbekannten jungen Erfinder Nikola Tesla (Nicholas Hoult), um das Rennen um die Stromversorgung Amerikas für sich zu entscheiden. Als Stadt um Stadt an das Wechselstromsystem von Westinghouse fällt, gerät Edison immer stärker unter Druck, seine Erfindung zu verteidigen und seinen Idealen treu zu bleiben...

Quelle: universumfilm.de

USA, Russland u.a. 2017
Regie: Alfonso Gomez-Rejon
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Michael Shannon, Tuppence Middleton
103 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.7.

Anton Bruckner - Das verkannte Genie



Betont unsentimental und erzählerisch konventionell, aber gleichzeitig sehr detailliert und hintergründig schildert Regisseur Rainer Moritz den Werdegang des österreichischen Romantik-Komponisten Anton Bruckner.

Der Organist und Musikpädagoge Anton Bruckner (1824 – 1896) zählt heute zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik. Besonders berühmt ist Bruckner für seine Werke der Kirchenmusik (u.a. drei große Messen) und seine komplexen Sinfonien. Doch erst spät erhielt er diese Anerkennung: Zeitlebens von Kritikern ebenso wie von Komponistenkollegen verkannt, wurde Bruckner die ihm zustehende Würdigung erst lange nach seinem Tod zuteil. Regisseur Rainer Moritz folgt in seiner musikhistorischen Doku „Anton Bruckner“ Bruckners wichtigsten Lebensstationen und ordnet die Bedeutung seines Werks für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ein.

Moritz geht mit seiner Doku keine Risiken ein und schildert den Werdegang des Ober-österreichers Bruckner betont schlicht sowie streng chronologisch. Aber er geht gleichsam sehr detailliert vor und arbeitet konzentriert all jene Prägungen und essentiellen Ereignisse im Leben des Anton Bruckner heraus, die seine Persönlichkeit ebenso wie seine kompositorischen Fähigkeiten formten. Dazu zählen seine Jahre als Sängerknabe im Stift Sankt Florian (eines der größten barocken Klöster Österreichs), die Zeit in Kronstorf (Raum Linz), während der Bruckner seine Liebe zu Bach entdeckte, sowie seine langjährige Tätigkeit als Organist im Linzer Alten Dom.

All diese Wirkungsstätten sucht Moritz auf und vermittelt dem Zuschauer so einen authentischen Eindruck dieser für Bruckner, der Zeitlebens von einem großen Anerkennungs-streben angetrieben war, so wichtigen Orte. In den (vor allem akustisch) gelungensten Momenten hört man einige der größten Schöpfungen Bruckners in den beeindruckenden Bauten und Gotteshäusern, in denen er selbst wirkte: Zum Beispiel wenn der aktuelle Hofkapellmeister Hans Haselböck an der Orgel im Stift Sankt Florian spielt. Oder der russische Dirigent Valery Gergiev gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern in der Stiftskirche die Sinfonien Bruckners erklingen lässt. Auf diese Weise verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart auf wunderbare Weise.

(Quelle: programmkino.de / Björn Schneider )


Dokumentarfilm
Deutschland 2020
Regie: Reiner E. Moritz
Mitwirkende: Münchner Philharmoniker


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.7.

Sea of Shadows - Der Kampf um das Kokain des Meeres

Eine drohende Katastrophe in einer der spektakulärsten Landschaften der Welt ist Auslöser für eine einzigartige Rettungsaktion. Wenn Mexikanische Drogenkartelle und die Chinesische Mafia kollaborieren um den seltenen Totoaba Fisch in der Sea of Cortez (Golf von Kalifornien) zu wildern, bedrohen ihre tödlichen Methoden das gesamte maritime Leben der Region – inklusive das des extrem seltenen Vaquita, einer Unterart der Wale. Doch ein Team aus brillanten Wissenschaftlern, Naturschützern, investigativen Journalisten und mutigen Undercover-Agenten, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Vaquitas zu retten. Sie riskieren ihr Leben um die internationalen Syndikate zu überführen.

Ein Dokumentarfilm, so spannend wie ein Hollywood-Thriller!

Dokumentarfilm, Österreich 2019
Regie: Richard Ladkani, Sean Bogle, Matthew Podolsky
109 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.7.

Auf der Couch in Tunis



Inspiriert von der Aufbruchsstimmung des Arabischen Frühlings erzählt der komödiantische Debütfilm von Regisseurin Manele Labidi (Darstellerin in Jim Jarmuschs „Paterson“) von einer selbstbewussten jungen Frau, die nach dem Studium in Frankreich zurück in ihre tunesische Heimat kehrt, um eine Psychologiepraxis zu eröffnen.

Im Alter von zehn Jahren ist Selma mit ihren Eltern von Tunis nach Frankreich ausgewandert, ist dort zur Schule gegangen und hat studiert. Von einem Autoverkäufer wird sie nun bei ihrer Rückkehr als Immigrantin beschimpft, ihr Onkel ist nicht der einzige, der sich darüber wundert, als sie kundtut, eine Praxis als Psychoanalytikerin eröffnen zu wollen. „Wir haben Gott, wir brauchen diesen Quatsch nicht“, sagt er. Doch siehe da: der eine oder die andere hat doch allerlei auf dem Herzen, was bei aller für dieses Volk so typischen Plapperfreudigkeit jedoch besser nicht öffentlich angesprochen wird, sondern vielleicht eben doch nur hinter verschlossenen Türen bei einer neutralen Person des Vertrauens. Wobei es auch Klienten gibt, die bei den Stichworten „Dame aus Frankreich“ und „Couch“ an ein erotisches Angebot denken, oder prüfen, ob nicht irgendwo Abhörtechnik versteckt ist.

Nun ja, ans Leben in ihrer Ursprungskultur muss sich die selbstbewusste Selma nach und nach erst gewöhnen. Eine wie sie, die sich in Latzhosen kleidet, tätowiert ist, nichts von einem Kopftuch hält, nahezu den ganzen Film hindurch raucht und nicht den leisesten Gedanken an Kinder, geschweige denn eine Familiengründung verschwendet, fällt bei aller angesagten Veränderungseuphorie im Nachgang des Arabischen Frühlings auch in einem Wespennest wie Tunis auf.

Von Beginn an macht Spielfilmdebütantin Manele Labidi deutlich, die Geschichte vom Aufbruch eines lange Jahre von Stillstand geprägten Landes mit Humor erzählen zu wollen. Selmas Klienten ebenso wie ihre aus einem alkoholtrinkenden Onkel, einer unzufriedenen Tante und einer rebellischen, die junge tunesische Generation repräsentierende Cousine bestehende Verwandtschaft stehen dabei für die unterschiedlichen Stimmen und Haltungen in dieser post-arabischen Welt.


(Quelle: programmkino.de / Thomas Volkmann)


Frankreich, Tunesien 2020
Regie: Manele Labidi
Darsteller: Golshifteh Farahani, Majd Mastoura, Aïsha Ben Miled
ab 6 Jahren
89 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.7.

Master Cheng in Pohjanjoki



Kino und Kochen gibt gemeinhin ein gutes Rezept für ein gelungenes Unterhaltungsmenu – wie diesmal der Publikumspreis bei den Nordischen Filmtagen Lübeck bestätigt. Erzählt wird vom chinesischen Koch, den es mit seinem kleinen Sohn nach Finnland verschlägt. Vor allem eine einsame Cafe-Besitzerin stellt fest: Liebe geht durch den Magen.

„Heute ist Wursttag!“ verkündet die Tafel der „Sirkka Bar“ im abgelegenen Dörfchen Pohjanjoki. Für die Gäste des rustikalen Cafes keine Überraschung, schließlich ist hier immer Wursttag. Der chinesische Tourist Cheng und sein kleiner Sohn Nunjo sind nicht wegen des Essens gekommen, der Vater sucht hier jenen finnischen Freund, der ihm einst in Shanghai einen großen Gefallen tat. Zu seiner großen Enttäuschung scheint niemand einen Mann namens Fongtron zu kennen. Gestrandet im nordfinnischen Nirgendwo, findet sich in der Café-Besitzerin Sirkka eine gastfreundliche Frau, die dem Duo spontan ein Zimmer anbietet. Die gute Tat wird bald belohnt als ein Bus mit chinesischen Touristen ankommt. Die Reisenden rümpfen die Nase über die finnische Hausmannskost, da kommt der Vorschlag von Herrn Cheng gerade recht: Er schlägt den Gästen spontan ein Menü mit Nudeln und Hühnchen vor. Der gelernte Küchenmeister zaubert in Kürze ein erstklassiges Essen, von dem nicht nur Touristen begeistert sind. Nach anfänglicher Skepsis kommen auch die Einheimischen zunehmend auf den Geschmack der asiatischen Köstlichkeiten. „Als wäre er von den Toten auferstanden!“, schwärmt eine Finnin begeistert vom neuen Ess-Effekt auf den Gatten.

Als Bruder des berühmten Aki stand Mika Kaurismäki meist im Schatten des coolen Kultregisseurs. Erfolge, wie die Musik-Doku „Mama Africa“, könnten sich nun aber wiederholen, siehe der Publikumspreis bei den Nordischen Filmtagen Lübeck. Die Story selbst mag recht schlicht und ziemlich vorhersehbar sein, doch sie wird charmant erzählt und überzeugend gespielt. Die hierzulande unbekannten Anna-Maija Tuokko und Chu Pak-hong sammeln als charmantes Liebespaar schnell Sympathiepunkte, derweil die knorrigen Nebenfiguren für reichlich Heiterkeit und Situationskomik sorgen.

(Quelle: programmkino.de / Dieter Oßwald)


Finnland, China 2019
Regie: Mika Kaurismäki
Darsteller: Hong Chu Pak, Anna-Maija Tuokko, Kari Väänänen
ab 6 Jahren
114 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.8.

Sein – gesund, bewusst, lebendig

Regisseur Bernhard Koch knüpft an seinen erfolgreichen Meditationsfilm „Stopping – Wie man die Welt anhält“ an und zeigt, wie ein heilsames Leben gelingt

Wir alle wollen ein gutes Leben, wissen aber nicht genau, was das bedeutet: Gesundheit, Glück, Erfüllung? Vieles nehmen wir für zu selbstverständlich. Erst in Krisen erkennen wir, wie zerbrechlich und wertvoll das eigene Leben ist. Wir fühlen uns ausgeliefert. Dabei haben wir unser Wohlergehen selbst in der Hand. Der Film „Sein – gesund, bewusst, lebendig“ zeigt, wie wir das Leben verändern und gestalten können, um heilsame Prozesse anzustoßen.

Im Film wagen fünf Menschen das Projekt Selbstheilung. Sie ändern ihren Lebensstil radikal und übernehmen die Verantwortung für ihren Geist und Körper. Ranja kommt durch Yoga in Verbindung mit sich, Stephan entdeckt die Kraft der Heil- und Wildkräuter und Mona wird schmerzfrei durch vegane Ernährung. Dominique findet Lebenskraft durch Sport und Bewegung und Chris lebt Achtsamkeit und Meditation. Allen gemeinsam ist, dass sie durch die Veränderung mehr Glück und Lebendigkeit empfinden. Wer mit einem Element beginnt, macht sich auf die schönste Reise des Lebens: zum eigenen SEIN. „Sein“ ist zugleich eine praktische Anleitung. Expert*innen geben Tipps zu Yoga, Bewegung, Fasten, Ernährung, Entspannung und Meditation. Der Weg zur Gesundheit beginnt oft damit, eine Alltagsgewohnheit abzulegen und führt zur Umstellung des gesamten Lebensstils. Dr. Andreas Michalsen führt an, dass das Wissen über Ernährung wahre Medizin darstellt und ein elementarer Schlüssel zur Heilung fast aller Krankheiten ist. Dr. Tobias Esch legt dar, dass Entspannung aktiv praktiziert werden und somit als Gegenpol zu unserem hektischen Leben dienen kann. Dr. Francoise Wilhelmi de Toledo belegt durch zahlreiche Studien messbare Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Stimmung durch Fasten. Dr. Elke Jäger hat entdeckt, dass Bewegung auch bei schweren Krankheiten wie Krebs positiv unterstützend wirkt und sogar eine Steigerung Leistungsfähigkeit möglich ist.

Regisseur Bernhard Koch knüpft mit SEIN an seinen erfolgreichen Meditationsfilm STOPPING – WIE MAN DIE WELT ANHÄLT an, der bundesweit im Kino lief. SEIN – GESUND, BEWUSST, LEBENDIG ist ein weiteres Kapitel, wie wir uns positiv entwickeln können.


Deutschland 2020
Dokumentation
mit: Mit: Stephan Engelhardt, Dominique van Lith, Mona Nicolai, Christian Seiler, Ranja Weis
Regie: Bernhard Koch
116 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.8.

Wir beide

Die heimliche Romanze zweier Nachbarinnen wird durch ein Ereignis vor eine große Herausforderung gestellt. Top-besetzter, einfühlsamer Film über eine große Liebe

Nach außen hin ist Nina nur die nette Nachbarin von gegenüber, aber für Madeleine ist sie die Liebe ihres Lebens. Schon seit Jahren führen die beiden eine geheime Beziehung und träumen davon, gemeinsam ein neues Leben in Rom zu beginnen. Doch Madeleine kann sich nicht überwinden, ihrer Familie die Wahrheit zu sagen. Für ihre erwachsenen Kinder ist sie die aufopferungsvolle Witwe, die ihrem Ehemann nachtrauert. So bleibt die Liebe der beiden Frauen im Verborgenen und das heimliche Schleichen über den Flur zwischen den Apartments ihr Alltag. Doch dann führt ein unerwartetes Ereignis dazu, dass die Türen geschlossen bleiben. Nina muss alles riskieren, um zu Madeleine durchzudringen.

Authentisch und einfühlsam beschreibt Regisseur Filippo Meneghetti eine große Liebe im Verborgenen. Martine Chevallier überzeugt als zaghafte Familienmutter, die sich gesellschaftlichen Konventionen beugt, während Barbara Sukowa als energische Kämpferin brilliert, die bereit ist, für die Liebe alles aufs Spiel zu setzen. Regisseur Filippo Meneghetti über die Idee zu seinem Film: „Die Inspiration für die komplexen Lebensentscheidungen meiner Protagonistinnen und ihre Unfähigkeit, sie gegenüber ihren Familien vollständig zuzugeben, beruht auf verschiedenen Menschen, die ich gekannt habe und deren Lebenswege mich tief beeindruckt haben. Das Überraschende ist, dass ich viel später, als ich mit meiner Koautorin am Drehbuch arbeitete, von einem Paar hörte, das fast genauso wie Nina und Madeleine lebte, um ihre Beziehung vor ihren Familien geheim zu halten. Das Leben imitiert die Kunst, nehme ich an.“

Frankreich, Luxemburg 2019
Regie: Filippo Meneghetti
Darsteller: Barbara Sukowa, Martine Chevallier, Léa Drucker
96 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Mittwoch 12.8.

Tenet (in analoger 70mm-Projektion)



Das Film-Großereignis für den Sommer 2020 steht vor der Tür: Kultregisseur Christopher Nolan ist nach „Dunkirk“ (2017) zurück und serviert seinen neusten Meilenstein auch im hochauflösenden analogen 70mm Format: Die Schauburg ist natürlich „exklusiv“ mit von der Partie!

Filmemacher Christopher Nolan ist dafür bekannt seine Drehbücher strikt geheim zu halten. Schauspieler erhalten oft erst direkt vor den Dreharbeiten Einblicke in die Details – wohlgemerkt nur in Anwesenheit des Regisseurs. Digitale Skripte werden nicht verschickt, um Leaks vorzubeugen. Demnach ist auch für den Spionage-Thriller „Tenet“ im Vorhinein nur wenig über die Story bekannt:

Ein russischer Oligarch (Kenneth Branagh) muss gestoppt werden, da er über die Macht verfügt einen 3. Weltkrieg auszulösen. Eine Operationseinheit schickt einen Agenten (John David Washington) mit besonderen Fähigkeiten aus, um die Machenschaften aufzudecken und zu entschärfen. Er besitzt die übersinnliche Gabe der „Inversion“, also Ereignisse vorherzusagen und auch ungeschehen machen zu können. Zusammen mit einem Kollegen (Robert Pattinson) muss er mit dieser Wunderwaffe und dem Codewort „Tenet“ in den Kampf ziehen.

Das Wort „Tenet“ bedeutet Dogma, Grundsatz, Glaubenssatz, Theorem oder Lehre und ist ein Palindrom, kann also vorwärts wie rückwärts gelesen werden. Sicherlich ein Indiz auf die Komplexität der Geschichte, in der Zeit invertiert werden kann (zum Beispiel eine Kugel zurück in die Pistole schiessen).

Nach den philosophischen Großtaten „Inception“ (über Bewusstseinsebenen und deren Manipulation), „Memento“ (rückwärts erzählt) und „Interstellar“ (über Zeitlöcher) geht es in „Tenet“ um verschachtelte Zeitebenen. Wie in den anderen Werken wird auch hier eine actiongeladene Rahmenhandlung dienen, um ein dringlich-existentialistisches Motiv zu befördern. Blockbusterkino mit Tiefgang!

USA 2020
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: John David Washington, Robert Pattinson, Elizabeth Debicki


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.8.

Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

Als einer der ersten durchbrach Tommaso Buscetta das Schweigegelübde der Mafia. Welchen Preis er dafür zahlte, zeigt Marco Bellocchios Doku-Drama, das auf nachdenkliche Weise die Schwierigkeiten beschreibt, der Mafia entgegenzutreten

Anfang der 80er Jahre flieht Tommaso Buscetta (Pierfrancesco Favino) zusammen mit seiner Familie nach Rio de Janeiro. Er hat genug von den immer brutaler werdenden Auseinandersetzungen der Mafia-Familien Siziliens, die durch den lukrativen Drogenhandel enorme Reichtümer angehäuft haben und keine Skrupel mehr kennen. Doch die Freiheit währt nicht lang, er wird verhaftet, gefoltert und schließlich nach Italien ausgeliefert. In Palermo sieht er sich dem neuen Staatsanwalt Giovanni Falcone (Fausto Russo Alesi) gegenüber, ein furchtloser Mann, der der Mafia den Kampf angesagt hat. Und das bislang Unvorstellbare passiert: Der Mafiose packt aus..

Im Laufe seiner langen Karriere hat sich Marco Bellocchio immer wieder mit der Mafia, ihren Strukturen, aber auch ihrem Einfluss auf Teile der italienischen Gesellschaft beschäftigt, die an sich gar nicht unmittelbar mit ihr zu tun haben. Allgegenwärtig wirkt gerade auf Sizilien die Mafia, dementsprechend schwer ist es, ihr etwas entgegenzusetzen, zumal sie Verbindungen bis in die politische Klasse, bis in die Hauptstadt Rom pflegt. Spröde wirkt sein Film zwar, betont schlicht und unaufdringlich gefilmt, aber nur so kann es gelingen, die Verführungskraft der Mafia zu unterlaufen. Ihre Skrupellosigkeit zu entlarven gelingt Bellocchio besonders in einem erschütternden Moment, wenn er den Mord an Falcone zeigt, der zusammen mit seiner Frau und seinem Leibwächter auf der Autobahn mit Tonnen Sprengstoff in Stücke gerissen wurde, der Reaktion der inhaftierten Mafiose gegenüberstellt, die Champagnerkorken knallen lassen. Buscetta selbst wurde im Laufe seines Lebens immer skeptischer, was den Kampf gegen die Mafia anging. Zu hilflos erschienen ihm die Staatsanwälte, zu wenig engagiert die politische Klasse, die wohl in Teilen auch heute noch Verbindungen zur Mafia unterhält. Marco Bellocchios Film wird daran nichts ändern, doch ohne Filme wie diesen, in denen der Mafia etwas entgegengesetzt wird, wird es erst recht keinen Wandel geben.

Italien/ Frankreich/ Deutschland/ Brasilien 2019
Regie: Marco Bellocchio
Buch: Marco Bellocchio, Vallia Santella, Ludovica Rampoldi & Francesco Piccolo
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Fausto Russo Alesi, Maria Fernanda Cândido, Luigi Lo Cascio, Alessio Praticò, Gabriele Arena
145 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.8.

Wege des Lebens – The Roads Not Taken

Eindringliches Drama über einen innerlich zerrütteten Mann, der sein Leben wie ein Puzzle zusammensetzt. Inszeniert von der legendären feministischen Regisseurin Sally Potter

„Wege des Lebens“ folgt 24 bedeutsamen Stunden im Leben von Leo (Javier Bardem) und dessen Tochter Molly (Elle Fanning), die mit dem zunehmend kritischen mentalen Zustand ihres alleinstehenden Vaters kämpft. Während sie sich durch einen stressigen Tag in New York City schlängeln und versuchen, den normalen Alltag zu bewältigen, verliert sich Leo immer wieder in zwei Lebensrealitäten, die er so hätte erleben können: Von der leidenschaftlichen Ehe mit seiner Jugendliebe Dolores (Salma Hayek) in Mexiko bis hin zu einem Leben in Einsamkeit auf einer abgelegenen griechischen Insel, wo das zufällige Aufeinandertreffen mit zwei jungen Touristinnen schmerzliche, unbequeme Einsichten ans Licht bringt.

Der neue Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Sally Potter („The Party“, „Orlando“) webt einen opulenten filmischen Bilderteppich, auf dem Leos parallele Lebenswelten – nur für ihn sichtbar – mehr und mehr aufgehen in Momente voller Tragik, Glück, Bedauern und Komik. Einzig seine Tochter Molly beginnt langsam, ein wenig von Leos geheimen Leben zu erahnen. Der mit einem Oscar® und einem Golden Globe® ausgezeichnete Javier Bardem stellt in „Wege des Lebens“ seine einzigartige Wandelbarkeit unter Beweis. An seiner Seite sind Elle Fanning sowie die Oscar®-nominierten Salma Hayek und Laura Linney zu sehen.

Großbritannien, USA 2020
Regie: Sally Potter
Darsteller: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek
85 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.8.

Die Rüden

Die Rüden

Vier hoch aggressive Häftlinge sollen unter Aufsicht einer taffen Trainerin mit gefährlichen Hunden arbeiten. Ein ebenso faszinierender wie schwieriger Film und ein Ausflug in die Untiefen der menschlichen Seele. Absolut sehenswert!

In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei kampflustige Hunde mit metallenen Maulkörben. Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin, die sich der Herausforderung stellt, Feuer mit Feuer zu löschen. Lu siedelt ihr so riskantes wie von den Strafvollzugs-Autoritäten misstrauisch überwachtes Projekt jenseits der Fragen nach Täter und Opfer, Schuld und Sühne an. Sie lässt sich ein, auf das Unaussprechliche, das Unkontrollierbare und das Ungewisse, in das es führt. Die Täter, die Tiere, sie selbst. So wird sie zur Provokation und ihr Ansatz zum Sprengsatz für ein System, das noch immer glaubt, man könne Gut und Böse wirklich auseinander sortieren.

Connie Walther hat ihren Film gemeinsam mit der profilierten Hundetrainerin Nadin Matthews konzipiert, unterstützt von echten (entlassenen) Strafgefangenen und mit tatsächlich aggressiven Hunden. In streng kadrierten, oft düsteren Bildern, die manchmal geradezu mystisch überhöht werden, ohne dass sie gänzlich ins Esoterische hinübergleiten, begleitet von schlichten Piano- und Synthesizerklängen, präsentiert Connie Walther einen artifiziell gestalteten Film mit vielen realen Bezügen. Das Prinzip der angstfreien Kommunikation scheint sich hier zu bewahrheiten. Kein Machtgehabe, kein Geschrei, kein diktatorisches Verhalten, stattdessen Aufmerksamkeit, Zuhören und Gelassenheit? Eine Resozialisierung setzt Sozialisierung voraus. Je mehr die Handlung fortschreitet, desto mehr geht es um Solidarität, um Mitleid und um die Sorge für sich selbst und füreinander, um den Blick auf den anderen. Vielleicht liegt am Ende der größte Fortschritt darin, dass die Männer in der Lage sind, ernsthaft über sich selbst und den anderen zu sprechen, statt sich anzubrüllen oder Faxen zu machen.


Dokumentation
Deutschland 2019
Regie: Connie Walther
Darsteller: Nadin Matthews, Ibrahim Al-Khalil, Konstantin-Philippe Benedikt
104 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.8.

The Climb

Eine richtig gute, durchaus anspruchsvolle Komödie mit leicht französischem Touch und sehr viel Buddy-Charme über zwei Freunde vollkommen unterschiedliche Charaktere, die im wahrsten Sinne des Wortes durch dick und dünn gehen.

Mike, der Sportler, radelt vorweg – Kyle müht sich ab, auf der steilen Bergstrecke den Anschluss nicht zu verlieren. Er will bald heiraten und nutzt den Fahrradurlaub in Frankreich, um sich in Form zu bringen. „Es kommt auf die Trittfrequenz an“, meint Mike und fügt gleich noch hinzu, er habe mit Kyles zukünftiger Frau Ava geschlafen. Im nächsten Moment gerät er mit einem Autofahrer aneinander, der ihn krankenhausreif prügelt. Die gemeinsame Reise nach Frankreich hat unerwartete Folgen: Mike heiratet Ava, Kyle und Mike treffen sich nicht mehr – die Freundschaft scheint beendet. Erst Jahre später, auf Avas Beerdigung, sehen sich die beiden wieder. Kyle kommt gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass Mike in seiner Trauer und Wut die Friedhofsmitarbeiter angreift, die ihm aus gewerkschaftlichen Gründen verwehren wollen, Sand aufs Grab seiner verstorbenen Frau zu schaufeln.

Und so geht es weiter in dieser zeitweilig stark turbulenten Komödie um zwei Freunde, die trotz aller Vorfälle, Widrigkeiten und Dussligkeiten immer wieder zueinanderfinden. Die beiden scheinen geradezu symbiotisch verbunden zu sein, obwohl oder vielleicht auch weil sie so unterschiedlich sind. Immer dann, wenn die Situation in Albernheit oder Rührseligkeit zu kippen droht, gibt’s eine Überraschung, wie zum Beispiel eine Prügelei. Oder es fällt einfach einer um oder bricht ins Eis ein. Die Filmemacher Michael Angelo Covino und Kyle Marvin spielen jeweils ihr Alter Ego – mit sehr viel Witz und gelegentlicher Ironie sowie mit einem feinen Gespür dafür, weder die Humor- noch die Dramaschrauben zu fest anzuziehen. Sie erweisen sich als wahre Meister darin, ihre Bilder bis ins letzte Detail durchzuchoreographieren, um sie irgendwann komplett umzuwerfen. Ob fließender Übergang oder harter Bruch: die Filmemacher beherrschen ihr Handwerk. Und so, wie sie sich am Anfang auf ihren Fahrrädern abgestrampelt haben – es kommt schließlich auf die Trittfrequenz an – so strampeln sie auch am Ende. Nur dass sie nun zu dritt sind.


USA 2019
Regie: Michael Angelo Covino
Drehbuch: Michael Angelo Covino, Kyle Marvin
Darsteller: Michael Angelo Covino, Kyle Marvin, Gayle Rankin, Talia Balsam, George Wendt
97 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.8.

Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden

Eine Zugreise wird für eine Verlegerin und einen Psychiater zu einem Delirium voller Perversionen, Wahnsinn und Raffinesse. Das Spielfilmdebüt von Regisseur Aritz Moreno verspricht surreales Kino at its best!

Die Verlegerin Helga Pato wird während einer Zugfahrt von dem Psychiater Ángel Sanagustin angesprochen. Um die Zugfahrt etwas angenehmer zu gestalten, beginnt er, ihr seine Lebensgeschichte und insbesondere von seinem ungewöhnlichsten Fall zu erzählen: Die Geschichte des Patienten, der Soldat war: Im Krieg begegnete er einer Ärztin, die ein Kinderkrankenhaus unter den widrigsten Umständen erhalten möchte und dabei auf eine zwielichtige Gestalt stößt, die Verstörendes erblickt. Nach dem Matroschka-Prinzip wird Helga Pato in immer tiefere Schichten der Erzählung hineingezogen. Das zufällige Zusammentreffen mit dem Psychiater wird unwiderruflich die Zukunft der Verlegerin als auch die der Figuren aus den Geschichten bestimmen, die in einer Serie von unvorhersehbaren Ereignissen verwickelt sind, die sich Schicht für Schicht ineinander verweben, bis sie einen wahnsinnigen Höhepunkt erreichen.

In bester Tradition surrealistischen Filmemachers ist „Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden“ eine schräge, bizarre und bisweilen zutiefst beunruhigende Komödie. Regisseur Aritz Moreno hat einen brillanten, atypischen Film geschaffen, in dem die Kunst des Erzählens selbst zum Hauptprotagonisten wird. Der Film schwelgt in den endlosen Möglichkeiten mehrerer Handlungsstränge, die sich nahtlos in die visuelle Energie einfügen, ohne dass sich der Zuschauer darin verliert. Gespickt mit genialen Dialogen und schwarzem Humor ist der Film ein düsteres, aber faszinierendes Delirium voller Obsessionen, Perversionen, Wahnsinn und Raffinesse. Der Film wurde mit vier Nominierungen für den spanischen Filmpreis Goya bedacht, u.a. in den Kategorien Bester Nachwuchsregisseur und Bestes adaptiertes Drehbuch. Bei den Premios Feroz, einer Auszeichnung in Spanien, die den Golden Globes gleichzusetzen sind, gewann der Film den Preis als Bester Film in der Kategorie Komödie.

Spanien, Frankreich 2019
Regie: Aritz Moreno
Darsteller: Luis Tosar, Pilar Castro, Ernesto 103 Minuten
ab 18 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.8.

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Dass der viel zu früh verstorbene Regisseur mit zunehmender Bekanntheit immer häufiger nur als Pausenclown wahrgenommen wurde ist eine Tragik, die in Bettina Böhlers Porträt mitschwingt, der sehr persönlichen Würdigung eines vielschichtigen, suchenden, streitbaren Menschen.

Der Künstler in seinen eigenen Worten, könnte der Untertitel von Bettina Böhlers Montagefilm auch lauten. Während viele biographische Porträtfilme möglichst viele Wegbegleiter und Freunde des Porträtierten interviewen, je nach Sujet Wissenschaftler und Historiker befragen, die das Schaffen einordnen, wählt Böhler einen anderen Weg: Als erfahrene Editorin, die mit Christian Petzold, Valeska Griesbach oder Nicolette Krebitz zusammengearbeitet hat, aber auch etliche Filme von Christoph Schlingensief in Form brachte, liegt es wohl nahe, sich nicht an einen klassischen biographischen Film zu wagen, sondern sich in die Archive zu stürzen. Ausschließlich auf Archivmaterial stützt Böhler sich in ihrer ersten langen Regiearbeit, hatte augenscheinlich Zugang zu praktisch allem was von und über Schlingensief gefilmt wurde – und das ist eine ganze Menge. Schon als Kind begann Schlingensief mit den Nachbarskindern eigene Filme zu drehen, schaffte es zwar nicht auf eine Filmschule, aber bald zur Berlinale, wo sein zweiter Film „Menü Total“ für erhebliche Verstörung und leere Kinos sorgte. Doch ab da lief es rund, mit enormem Tatendrang drehte Schlingensief einen Film nach dem anderen, wurde zur Ikone des Undergrounds und gerade im richtigen Moment für die Berliner Volksbühne entdeckt.

Mit seinem geschickt montierten Material versteht es der Film immer wieder, die Vielschichtigkeit Schlingensiefs anzudeuten. Erst seine ganz besondere Art machte Schlingensief so berühmt, aber genau diese Art machte es allzu leicht, die Substanz seiner Kunst zu übersehen. So oder so, der Verlust von Christoph Schlingensief, der mit nur 49 Jahren an Krebs starb, wiegt schwer. Ohne es aussprechen zu müssen, ohne dass es Freunde und Wegbegleiter direkt sagen, wird am Ende von Bettina Böhlers „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ überdeutlich: Er fehlt.


Dokumentation
Deutschland 2020
Regie & Buch: Bettina Böhler
124 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.8.

Experiment Sozialismus – Rückkehr nach Kuba

Dokumentarfilm, der die gegenwärtigen Reformen in Kuba thematisiert und der sowohl die junge wie alte Generation von Einwohnern zu Wort kommen lässt.

Kuba 2019 - der Exilkubaner Arsenio kehrt zurück in seine Heimat und entdeckt das von den Folgen politischer Machtspiele geplagte sozialistische Land: Fidel ist tot, der Staat ist pleite. Mit neuen Reformen, den "Lineamientos", will sich das marode Land aus der Krise retten. Kubas Planwirtschaft öffnet sich der Welt, das Volk soll endlich mehr Freiheiten bekommen - dabei hält der alte Kader der Partei am Modell des kubanischen Sozialismus fest. Schonungslos offen berichten die junge und alte Generation Kubas dem Ich-Erzähler Arsenio ihre Hoffnungen, ihre Wünsche und was sie über den Sozialismus und die Politik in der Welt denken.

2011 startete Kuba neue Wirtschaftsreformen – die “Lineamientos”. Sie sind ein Leitfaden, um das sozialistische Wirtschaftsmodell zu aktualisieren und das Land bis 2030 aus der anhaltenden Krise zu retten. Um zu überleben, muss sich die Karibikinsel den Herausforderungen auf dem Weltmarkt anpassen. Der kubanische Sozialismus soll dabei zwingend erhalten und weiterentwickelt werden. Viele europäische Ökonomen sehen die Reformen jedoch als das schleichende Ende des kubanischen Sozialismus. Die schrittweise Öffnung des kubanischen Marktes, gelockerte Beziehungen zu den USA und Fidels Tod stärken in Europa die Meinung, dass Kuba sich rasant verändern wird. Es gibt einen regelrechten Tourismusansturm auf die sozialistische Insel, um den vermeintlichen Charme der Castro-Ära noch zu erleben, bevor er zerfällt. Der Film vermittelt die Sichtweise der Kubaner sowie die der westlichen Welt auf die Kultur und Geschichte Kubas und deren Wirkung bis in die Gegenwart. Das kontroverse Thema rund um Kubas Entwicklung soll einem gemischten Publikum diverse Ansätze für generationsübergreifende Gespräche bieten, um gegenseitigen Respekt und Verständnis füreinander zu fördern und voneinander zu lernen. Ganz besonders spannend sind die Unterschiede in den Blickweisen der jungen und alten Generation Kubas auf die Zukunft ihres Landes.


Dokumentation
Deutschland 2020
Regie: Jana Kaesdorf
83 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.8.

Yalda

Eine zum Tode verurteilte Frau erhält in einer TV-Show die Chance auf Begnadigung. Der Film prangert gekonnt Missstände wie Frauenfeindlichkeit und die Rückständigkeit des islamischen Rechts an.

Am Yalda-Feiertag, der persischen Wintersonnenwende, ist Maryam (Sadaf Asgari), eine zum Tode verurteilte 25-jährige, zu Gast in einer populären iranischen TV-Show. Ihr gegenüber im Studio sitzt Mona (Behnaz Jafari), die immer wie eine große Schwester für sie war. Maryam hat mit Monas Vater, dem 65-jährigen Nasser, in einer Zeitehe gelebt. Nun steht sie wegen des angeblichen Mordes an Nasser am Pranger. Vor laufender Kamera und vielen Millionen Zuschauern muss Maryam um ihr Weiterleben bangen. Stets in der Hoffnung, dass Mona in der Lage ist zu verzeihen.

Massoud Bakhshi möchte mit „Yalda“ auf die steinzeitlichen Traditionen und das rückständige politische System seiner iranischen Heimat aufmerksam machen. Dass er seine Botschaften und die unmissverständliche Kritik an der inhumanen iranischen Rechtsprechung in diese Geschichte um eine auf Quote und Aufmerksamkeit angelegte Reality-TV-Show einbettet, ist äußerst geschickt. Denn so arbeitet er mit Hilfe von Entsprechungen und Parallelen all jene Ungerechtigkeiten heraus, die in diesem Land vor allem Frauen über sich ergehen lassen müssen. So steht zum Beispiel die Tatsache, dass sich die Zuschauer mittels einer SMS (schuldig? unschuldig?) ins Geschehen einbringen können, für die Willkür der iranischen Gerichte und Behörden. Wenn Bakhshi Maryams Schicksal in den Mittelpunkt rückt, dann verweist er darüber hinaus überdeutlich auf die patriarchalen Strukturen im Iran. Ein Staat, in dem Frauen häufig mit Hass und Missachtung zu kämpfen haben. Und mit dem Format der TV-Show, die rein auf Massentauglichkeit ausgelegt ist und ihre „Kandidaten“ vorführt, prangert Bakhshi auch noch den unreflektierten (TV-)Konsum der Menschen sowie die gewinnorientierten Medienmacher und Senderchefs an. Lob gebührt Bakhshi, da er sich nie eindeutig auf die Seite einer der Frauen schlägt. Er überlässt es dem Zuschauer sich eine eigene Meinung zu bilden. Damit zwingt er den Betrachter zur Reflexion und einer kritischen Betrachtung des Geschehens.

Frankreich / Deutschland / Schweiz / Luxemburg 2019
Regie: Massoud Bakhshi
Drehbuch: Massoud Bakhshi
Besetzung: Sadaf Asgari, Behnaz Jafari,
Fereshte Sadre Orafaiy, Forough Ghajabagli
89 Minuten
ab 12 Jahren