Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 26.9.
Gelobt sei Gott
Midsommar – Das Böse wird ans Licht kommen
Nurejew – The White Crow
Der Distelfink
voraussichtlich ab Donnerstag 10.10.
Joker (im analogen 70mm Filmformat)
Bruder Schwester Herz
voraussichtlich ab Donnerstag 14.11.
PJ Harvey - A Dog Called Money
voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.
Pavarotti

Voraussichtlich ab Donnerstag 26.9.

Gelobt sei Gott



Als ein Missbrauchsopfer erfährt, dass der Priester, der ihn missbrauchte, noch immer mit Kindern arbeitet, beschließt er zu handeln. Mit atemlosen Bildern und großer emotionaler Wucht inszeniertes Tatsachenkino.

Alexandre lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Lyon. Eines Tages erfährt er durch Zufall, dass der Priester, der ihn missbraucht hat, als er bei den Pfadfindern war, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt etwas zu unternehmen, und bald folgen ihm zwei weitere Opfer, François und Emmanuel. Unter dem Motto „La Parole Libérée“ schließen sie sich zusammen, um sich endlich von der Last des Schweigens zu befreien. Aber die Konsequenzen werden niemanden unversehrt lassen.

Gedreht unter größtmöglicher Geheimhaltung, porträtiert François Ozon in diesem packenden und bewegenden Film den Kampf erwachsener Männer, die nicht länger nur Opfer sein wollen, gegen das Schweigen der Kirche. Der Film könnte aktueller nicht sein: Gerade wurde Frankreichs höchster katholischer Würdenträger Kardinal Philippe Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und hat den Papst um seine Entlassung gebeten. Prozessbeobachter sprechen von einem historischen Sieg. Das Urteil könnte den Opfern Hoffnung geben. Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchsskandal in Lyon hat François Ozon in einem fiktionalen Film verarbeitet. Atemlose Bilder, immer im Wettlauf mit den aktuellen Entwicklungen, verleihen „Gelobt sei Gott“ eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Stilsicher und mitreißend erzählt und ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019, ist der Film nicht nur eine erschütternde Bestandsaufnahme der Versäumnisse in der katholischen Kirche, sondern auch ein Plädoyer für Mut und Zusammenhalt.

Frankreich/Belgien 2018
Regie: François Ozon
Darsteller: Melvil Poupaud, Denis Ménochet, Swann Arlaud, Éric Caravaca, Bernard Verley, Josiane Balasko, Martine Erhel
137 Mnuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.9.

Midsommar – Das Böse wird ans Licht kommen



Eine Gruppe amerikanischer Studenten gerät in Schweden in den Sog tödlicher Rituale. Bemerkenswerter Arthouse-Horror von Ari Aster, der im letzten Jahr mit „Hereditary – Das Vermächtnis“ für Aufsehen sorgte

Ihr Freund Christian (Jack Reynor) nimmt Dani (Florence Pugh) auf eine sommerliche Reise nach Schweden mit, wo er zusammen mit seinen Freunden die Heimatgemeinde ihres Kommilitonen Pelle (Vilhelm Blongren) besuchen will. Denn dort findet in diesen langen, sonnendurchfluteten Tagen der nordischen Mitsommertage ein traditionelles Ritual statt: Nur alle 90 Jahre versammeln sich die Mitglieder von Pelles Dorf, das eher einer Kommune gleicht, für neun Tage, nehmen bewusstseinserweiternde Drogen und feiern in heidnischen Ritualen den Kreislauf des Lebens, ihre Fruchtbarkeit und auch ihre Vergänglichkeit. Was für die Besucher aus Amerika anfangs noch wie ein zwar seltsamer, aber vor allem interessanter Blick in eine fremde Welt wirkt, entwickelt sich bald zu einem blutigen, zunehmend verstörenden Trip. Und mittendrin verlieren sich Dani und Christian zunehmend aus den Augen.

Was man „Midsommar“ zu Gute halten muss ist sein Gespür für Atmosphäre. Sobald man zusammen mit den jungen Amerikanern die Lichtung im ländlichen Schweden betritt, auf der die Kommune in einigen markanten Holzhäusern lebt, lässt Aster ein zunehmendes Gefühl des Unbehagens entstehen. Wirken die ganz in traditionelle weiße Kostüme gekleideten Dorfbewohner anfangs vor allem seltsam, mit ihren Blumenranken und Runenzeichnungen wie aus der Zeit gefallene Hippies, werden die durchgeführten Rituale bald zu einem Spiel mit Leben und Tod. Über weite Strecken mag man sich ganz der Lust Asters hingeben, immer neue, immer seltsamere Wendungen einzuschlagen, Hinweise zu legen, die bald ignoriert werden, mit den Mustern des Genres zu spielen, nur um sie zu unterlaufen. Was am Ende des Films bleibt ist vor allem die visuelle Schaulust, das Vergnügen an immer neuen, immer merkwürdigeren Riten teilzuhaben, die Ari Aster mit bemerkenswertem Gespür für mal Übersinnliches, mal Wahnsinniges auffährt. Als klassischer Horror-Thriller mag das zwar nur bedingt überzeugen, faszinierend anzusehen ist „Midsommar“ trotz seiner inhaltlichen Schwächen dennoch.


USA 2019
Regie & Buch: Ari Aster
Darsteller: Florence Pugh, Jack Reynor, William Jackson Harper, Will Poulter, Vilhelm Blomgren, Isabelle Grill, Gunnell Fred
145 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.9.

Nurejew – The White Crow



Die wahre Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nurejew, der sich in den Westen absetzte. Vom britischen Schauspiel-Star Ralph Fiennes ambitioniert inszeniertes Biopic

„Das ist ein Angriff auf die Sowjetunion!“ - „Nein, es ist nur Tanz.“ Mit einer heftigen Diskussion über die Flucht des Tanz-Stars Rudolf Nurejew in den Westen beginnt das Biopic. Der KGB-Offizier zetert, Ballett-Meister Alexander Pushkin (Ralph Fiennes) gibt sich zerknirscht, dass sein Schützling seine Heimat und auch ihn so schmählich verlassen hat. Der Mentor gab große Stücke auf das ehrgeizige Talent, dessen Gattin war derweil von anderen Qualitäten des jungen Heißsporns begeistert: Halb zog sie ihn, halb sank er hin. Platonischer verläuft die Beziehung zur jungen Pariserin Clara Saint (Adèle Exarchopoulos), die mit dem Sohn des Kulturministers verlobt ist und dem Russen die Wege in die feine Gesellschaft öffnet. Wie seine sexuelle Orientierung tatsächlich aussieht, wird Rudi erst durch den deutschen Tänzer Teja (Louis Hofmann) richtig klar. Auch das dürfte eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung zur Flucht in den freizügigeren Westen.

Im Unterschied zur gängigen Denkmalpflege bei Biografien, verzichtet Ralph Fiennes auf Weichzeichner und zeigt den Tanz-Star mit reichlich Ecken und Kanten. Die Grenze vom Exzentriker zum Egomanen wird von Nurejew regelmäßig überschritten. Das Publikum freilich liegt ihm zu Füßen. Wenngleich andere Tänzer technisch besser sind als Nurejew, ist dessen Charisma auf der Bühne konkurrenzlos. Mit dem ukrainischen Oleg Ivenko fand Fiennes einen Hauptdarsteller, der dem Ballett-Star nicht nur optisch recht ähnlich sieht, sondern zudem mit tänzerischem Können und Leinwandpräsenz zu überzeugen weiß. Und dabei dessen Zerrissenheit eindrucksvoll zelebriert. Mit Original-Schauplätzen vom Pariser Louvre bis zur Eremitage in Sankt Petersburg bietet Fiennes imposante Kulissen. Mit dem Showdown in der nachgebauten Flughafen-Halle von Le Bourget gelingt ihm ein suspense-starkes Finale, das durchaus Hitchcock-Qualitäten bietet.


GB 2019
Regie: Ralph Fiennes
Darsteller: Oleg Ivenko, Ralph Fiennes, Louis Hofmann, Adèle Exarchopoulos
122 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.9.

Der Distelfink


Adaption des preisgekrönten Bestseller um einen Jungen, der nach der Ermordung seiner Mutter bei einer reichen new Yorker Familie aufwächst.

Im Alter von 13 Jahren verliert Theodore "Theo" Decker seine Mutter bei einem Bombenanschlag im Metropolitan Museum of Art. Die Tragödie verändert sein Leben für immer und zieht eine ergreifende Odyssee zwischen Trauer und Schuld, Neuerfindung und Erlösung und sogar Liebe nach sich. Während all dieser Zeit begleitet ihn ein handfestes Stück Hoffnung von jenem entsetzlichen Tag ... das Gemälde eines winzigen Vogels, festgekettet an seiner Stange: der Distelfink.

„Der Distelfink“ von Warner Bros. Pictures und Amazon Studios ist die Filmadaption des weltweit beachteten Bestsellers von Donna Tartt, der 2014 mit dem Pulitzer-Preis im Bereich Belletristik und der Andrew-Carnegie-Medaille für Exzellenz in Fiktion ausgezeichnet wurde. Unter der Regie von BAFTA-Preisträger John Crowley („Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“) wird der generationenübergreifende Cast angeführt von Ansel Elgort („Baby Driver“) als Theo Decker und Oscar®-Gewinnerin Nicole Kidman („The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, „Big Little Lies“) als Mrs. Barbour. „Der Distelfink“ wird produziert von Nina Jacobson („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“-Filme, „American Crime Story“) und Brad Simpson („World War Z“, „American Crime Story“). Das Drehbuch stammt von Oscar-Kandidat Peter Straughan („Dame, König, As, Spion“), basierend auf dem Roman von Donna Tartt, der sich 30 Wochen in der The New York Times-Bestseller-Liste hielt. Zum kreativen Team gehören der mit einem Oscar ausgezeichnete Kameramann Roger Deakins („Blade Runner 2049“), der für einen Oscar nominierte Produktionsdesigner K.K. Barrett („Her“), Cutterin Kelley Dixon („Breaking Bad“) und Kostümdesignerin Kasia Walicka-Maimone („Bridge of Spies: Der Unterhändler“). Die Musik stammt von Trevor Gureckis („Bloodline“).


USA 2019
Regie: John Crowley
Darsteller: Ansel Elgort, Sarah Paulson, Nicole Kidman
149 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 10.10.

Joker (im analogen 70mm Filmformat)

USA 2019
Regie: Todd Phillips
Darsteller: Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz
122Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 10.10.

Bruder Schwester Herz

Die Geschwister Franz und Lilly betreiben gemeinsam die von ihrem Vater geerbte Rinderzucht. Auch wenn es finanziell nicht gut läuft, ist Franz mit dem Cowboy-Dasein wunschlos glücklich. Er genießt die sorglosen Hochsommertage, die er mit seiner Schwester zu Pferd, in den Ställen oder in der Kneipe verbringt. Doch Lilly träumt von mehr: mehr Erfolg, mehr Anerkennung und vor allem von Veränderung. Da kommt ihr die Romanze mit Chris, der mit seiner Band auf der Dorfkirmes auftritt, gerade recht. Dass das ihren Bruder eifersüchtig machen würde, hat sie erwartet, nicht aber, dass daraus ein Streit erwächst, der die beiden für immer zu entzweien droht.

Nach "Im Sommer wohnt er unten" gelingt Tom Sommerlatte erneut kluges, sonnendurchflutetes Kino voller Sinnlichkeit, das sich kunstvoll zwischen spielerischer Geschwisterkomödie und berührender Liebesgeschichte bewegt. Das namhafte Emsemble aus Karin Hanczewski, Sebastian Fräsdorf, Godehard Giese und Jenny Schily spielt grandios auf mit ansteckender Lust an Zuspitzung und Einfühlung. BRUDER SCHWESTER HERZ ist junges deutsches Kino, wie es sein sollte: mutig, lustig, geistreich.

Deutschland 2019
Regie: Tom Sommerlatte
Darsteller: Sebastian Fräsdorf, Karin Hanczewski, Wolfgang Packhäuser
105 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 14.11.

PJ Harvey - A Dog Called Money

Dokumentarfilm
Irland, Großbritannien 2019
Regie: Seamus Murphy
mit PJ Harvey


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Pavarotti

Der italienische Opernsänger Luciano Pavarotti ist selbst denjenigen ein Begriff, die sonst mit einem Opernbesuch nicht viel am Hut haben. Im Laufe seiner Karriere brachte der 1936 geborene Tenor es mit seiner Stimme zu Weltruhm, bevor er 2007 verstarb. Da Vinci Code-Regisseur Ron Howard, der zuvor mit The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years bereits eine andere Musikdokumentation abgeliefert hatte, widmete sich in seiner Doku Pavarotti ganz der Opern-Legende und nutzte für die Aufarbeitung von dessen Karriere und Privatleben die privaten Aufzeichnungen von dessen Familie, Interviews sowie Aufzeichnungen von Live-Auftritten des Sängers. (Quelle: Moviepilot.de)

Dokumentarfilm
USA, Großbritannien 2019
Regie: Ron Howard
Darsteller: Luciano Pavarotti
114 Minuten
ohne Altersbeschränkung