Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 24.1.
The Favourite – Intrigen und Irrsinn
Womit haben wir das verdient?
Sibel
voraussichtlich ab Donnerstag 31.1.
Beautiful Boy
Belleville Cop
Green Book – Eine besondere Freundschaft
The Mule
voraussichtlich ab Donnerstag 7.2.
Frühes Versprechen
voraussichtlich ab Donnerstag 7.3.
Vom Lokführer, der die Liebe suchte...

Voraussichtlich ab Donnerstag 24.1.

The Favourite – Intrigen und Irrsinn



Einen Kostümfilm hätte man von Yorgos Lanthimos kaum erwartet, doch der ist weniger gediegen als wahnsinnig, betont weniger oberflächliches Zeremoniell zu Hofe, als die allzu menschlichen Triebe, die sich hinter der Fassade verbergen. Ein bitterböser, brillanter Film.

Der englische Hof im frühen 18. Jahrhundert. Nominell regiert Königen Anne (Olivia Colman) das Königreich, doch die Regentin schlägt sich mit allerlei Krankheiten rum und beschäftigt sich lieber mit ihrer bunten Galerie Hasen, als mit den Streitigkeiten zu Hof und vor allem der Außenpolitik. So ist es ihre Hofdame Lady Sarah Churchill (Rachel Weisz), Gattin von Lord Marlborough (Mark Gatiss), seines Zeichens Kommandant der britischen Armee und in einen Krieg mit Frankreich verwickelt, die Anne einflüstert und manipuliert. Diese Position wird durch die Ankunft ihrer Cousine Abigail Hill (Emma Stone) gefährdet. Einst ebenfalls eine Lady, die durch die Spielschulden ihres Mannes in Ungnade fiel, versteht es Abigail ausgezeichnet, das Vertrauen der Königin zu gewinnen. Bald hat sie Sarah als Vertraute - und als Geliebte - ersetzt und versucht nun ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Doch auch Harley (Nicholas Hoult), der Anführer der Torys, die eine liberalere Politik verfolgen als ihre Gegner, die Whigs, versucht via Abigail die Geschicke des Staates zu beeinflussen.

Das Yorgos Lanthimos durch seine stilistischen Entscheidungen - vor allem eine extrem mobile Handkamera, die in weiten Objektiven oft ganz nah an die Figuren herangeht und sie noch mehr zu den Karikaturen verzerrt, die sie durch die exaltierten Kostüme und Masken ohnehin sind - die absurden Elemente dieser Welt noch betont, lässt „The Favourite“ zu einer bitterbösen Satire werden. Unzweifelhaft muss man hier immer wieder an Stanley Kubricks „Barry Lyndon“ denken, der mit ähnlicher Schärfe das Geschehen zu Hofe sezierte, doch Lanthimos geht noch weiter. Wie schon in Filmen wie „Dogtooth“ und „The Lobster“, geht es auch hier um Machtspiele und Manipulationen, die bei aller historischen Distanz jedoch fraglos auch als Spiegelbild der Gegenwart fungieren sollen.


Großbritannien 2018
Regie: Yorgos Lanthimos
Darsteller: Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone, Nicholas Hoult, Joe Alwyn, James Smith, Mark Gatiss.
120 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 24.1.

Womit haben wir das verdient?



Als ihre pubertäre Tochter heimlich zum Islam konvertiert, gerät das Weltbild einer Wienerin kräftig ins Wanken. Boulevardeske Komödie, die Spitzen in allerlei Richtungen austeilt und durch Wortwitz und Humor überzeugt.

Die Wienerin Wanda (Caroline Peters) lebt in einer überdrehten, aber doch gut funktionierenden Patchwork-Familie. Mit ihrem Ex-Mann Harald (Simon Schwarz) hat sie die 16jährige Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher), dazu die aus Vietnam adoptierte Klara (Anna Laimanee), zusätzlich lebt auch ihr neuer Lover und dessen Sohn bei ihr. Mit ihrer besten Freundin Elke (Pia Hierzegger) setzte sich Wanda schon früher für Emanzipation und Frauenrechte ein, doch ihre liberale Haltung wird durch eine radikale Entscheidung ihrer Tochter auf eine harte Probe gestellt: Auf einmal erscheint Nina im Schleier, möchte fortan Fatima genannt werden und behauptet, im Internet zum Islam konvertiert zu sein. Zunächst versucht Wanda mit allen Methoden, ihre Tochter von deren scheinbaren Irrwegen abzubringen, doch dann beginnt sie sich intensiver mit dem Islam zu beschäftigen und findet manche Aspekte gar nicht mal so verkehrt...

Mit leichter Hand nimmt sich die Komödien erfahrene Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer („Tigermännchen sucht Tigerweibchen“, „Heute heiratet mein Mann“) einem komplexen und komplizierten Thema an. Dass sie dabei Spitzen in alle Richtungen verteilt, sowohl den bisweilen überdrehten Gestus einer Patchworkfamilie satirisch überhöht, als auch Breitseiten auf die katholische Kirche abgibt, macht die Beschäftigung mit Formen des Islam erst möglich. Der Gefahr, sich über einen Glauben lustig zu machen, andere Lebensformen ins Lächerliche zu ziehen, entgeht Spreitzhofer durch geschickt eingebaute Nebenfiguren, die einen differenzierten Blick ermöglichen. Vor allem die Mutter einer islamischen Freundin Ninas ist es, die einen ganz anderen Islam lebt, als den, den Nina im Internet gefunden hat. So ist es die bürgerliche Wienerin, die auf einmal viel radikaler lebt als die eigentliche, die gebürtige Muslima. So ist „Womit haben wir das verdient?“ eine kurzweilige Komödie, die viele zeitgeistige Themen anreißt, diese zwar nicht unbedingt in ihrer ganzen Komplexität behandelt, aber durch seinen Wortwitz und Humor überzeugt.

Österreich 2018
Regie & Buch: Eva Spreitzhofer
Darsteller: Caroline Peters, Chantal Zitzenbacher, Simon Schwarz, Marcel Mohab, Hilde Dalib, Pia Hierzegger
92 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 24.1.

Sibel

Sibel lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester in einem türkischen Bergdorf am Schwarzen Meer. Sie ist stumm, kommuniziert über Pfiffe und wird als Außenseiterin betrachtet. Im Gegensatz zu den anderen Frauen im Ort traut sie sich in den Wald, in dem ein Wolf sein Unwesen treiben soll. Sie trifft dort auf einen verletzten Soldaten und freundet sich mit ihm an.

Preisgekröntes poetisches Drama um die Selbstbehauptung einer jungen Frau. Das Regieduo Çagla Zencirci and Guillaume Giovanetti setzt seine junge Hauptdarstellerin Damla Sönmez vor beeindruckender Naturkulisse in Szene, behält den Fokus aber auf das Emotionale. Der deutsche Koproduzent Michael Eckelt wurde für das Drama beim Filmfest in Hamburg prämiert.

Frankreich, Deutschland u.a. 2018
Regie: Cagla Zencirci, Guillaume Giovanetti
Darsteller: Damla Sönmez, Erkan Kolçak Köstendil, Emin Gursoy
95 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.1.

Beautiful Boy



Ein Vater versucht alles, um seinen drogensüchtigen Sohn zu retten. Aufrüttelndes Drama mit einem engagiert aufspielenden Steve Carrell und dem Ausnahmetalent Timothée Chalamat, das seine Stärke aus dem Realismus zieht.

Zu Beginn ist David ein engagierter Vater, der sich vom Arzt über Drogensucht aufklären lässt. Sein Sohn Nic – früher ein aufgeweckter, liebenswerter Junge – hat sich durch Drogenkonsum drastisch verändert. Aber mit Liebe und Verständnis, so denkt David, sollte sich das Problem lösen lassen. Doch David liegt komplett falsch, wie er bald erkennen muss. Nic entfernt sich mehr und mehr von seiner früheren Welt und sackt immer tiefer in die Suchtfalle. Weder Entziehungskuren noch Therapien zeigen eine dauerhafte Wirkung. Dennoch lässt David nicht locker und versucht seinem Sohn zu helfen, auch wenn er weiß, dass er ihm letztlich damit schadet. Doch David will sich nicht damit abfinden, dass Rückfälle normale Begleitumstände auf dem Weg zur Genesung sind. Er versucht damit zurechtzukommen, dass sein Sohn, den er liebt, nicht mehr existiert. Stattdessen ist da ein Fremder, der ihn belügt, betrügt und bestiehlt...

Was macht die Drogensucht mit den Menschen? – Sie zerstört die Süchtigen ebenso wie ihr gesamtes Umfeld. „Beautiful Boy" rüttelt auf und setzt den Fokus auf ein weltweites Problem, wobei hier nicht der Süchtige selbst, sondern sein Vater im Mittelpunkt steht. Gerade in der momentanen Situation, in der Populisten, allen voran Donald Trump, mit Gewalt und härteren Strafen gegen den Drogenhandel vorgehen wollen, kommt dieser Film richtig. Das liegt weniger an seinem Aufklärungscharakter als an seinem erschütternd realen Hintergrund. Der Film entstand nach den Biographien von David und Nic Sheff, die unabhängig voneinander aus ihrer jeweiligen Perspektive Bücher veröffentlichten, in denen sie das Leben mit der Drogensucht beschreiben. Dazu gehört Mut, und Felix Van Groeningen nimmt dieses Motiv auf. In jeder Filmminute ist zu spüren, dass es hier um mehr geht als um eine interessante Geschichte. Es geht buchstäblich um die Existenz von zahllosen Menschen und ihren Familien, die durch Drogen in ihren Grundfesten erschüttert und zerstört werden.


USA 2018
Regie: Felix Van Groeniningen
Drehbuch: Luke Davis & Felix van Groeningen basierend auf den Autobiografien von David & Nic Sheff
Darsteller: Steve Carell, Timothée Chalamet, Maura Tierney, Amy Ryan
Kamera: Ruben Impens
112 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.1.

Belleville Cop



Buddykomödie und Copkrimi um einen unkonventionellen Pariser Polizisten, der sich in Miami mit einem US-Kollegen zusammentut, um den Tod seines Freundes aufzuklären.

Baaba Keita (Omar Sy) ist Polizist im multikulturellen Pariser Stadtteil Belleville. Er ist noch nie aus seinem Viertel rausgekommen - ihm gefällt das Leben dort. Seine Freundin Lin (Diem Nguyen) allerdings hat darauf keine Lust mehr. Sie will hinaus in die Welt, auch wegen Baabas dominanter Mutter Zohra (Biyouna), die sich ständig in alles einmischt. Eines Abends wird Roland (Franck Gastambide) vor den Augen seines Jugendfreundes Baaba erschossen. Um den Mördern auf die Spur zu kommen, übernimmt Baaba Rolands Job – und zwar in Miami, am französischen Konsulat. Doch ständig kommt der französische Bulle mit dem amerikanischen Gesetz in Konflikt, ständig muss sein neuer Partner Ricardo (Luis Guzmán) ihn bei den Cop-Kollegen raushauen. Das macht eine Freundschaft zwischen den beiden vorerst schwierig. Aber mit „Miami Vice“ als Vorbild und einem gigantischen Kokain-Deal direkt vor der Nase raufen sich die beiden zusammen, geraten bei ihren Ermittlungen immer tiefer in die Abgründe international agierender Drogenkartelle und entpuppen sich schon bald als absolutes Dream-Team...

„Belleville Cop“ ist die französische Antwort auf „Lethal Weapon“ und „Beverly Hills Cop“, gedreht in Paris und Miami. Regisseur Rachid Bouchareb, dem sein Cannes-Gewinner „Tage des Ruhms“ eine Oscar®-Nominierung einbrachte, verbindet in dieser Komödie rasante Verfolgungsjagden, wilde Action und explosiven Humor zu einem actiongeladenen Buddy-Movie. Der französische Superstar Omar Sy („Jurassic World“, „Ziemlich beste Freunde“) als Polizist aus Belleville und sein US-Kollege Ricardo, gespielt von Luis Guzmán („Narcos“), bilden hierbei ein streitbares aber unberechenbares Duo. Das Drehbuch stammt von Larry Gross, Rachid Bouchareb und Marion Doussot. Produziert wurde von Jean Bréhat, Rachid Bouchareb, Muriel Merlin, Samuel Hadida und Victor Hadida.

Frankreich 2018
Regie: Rachid Bouchareb
Darsteller: Omar Sy, Luis Guzmán, Tatum Price


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.1.

Green Book – Eine besondere Freundschaft



Ein latent rassistischer Einfaltspinsel heuert in den 60er Jahren als Chauffeur für einen sehr gebildeten, schwarzen Musiker an. Vergnüglichstes Arthaus-Kino in Bestform – nach einer wahren Geschichte!

Dem Italo-Amerikaner Tony Lip macht keiner so schnell etwas vor. Mit kleinen Tricks verschafft er sich zielsicher das Wohlwollen einflussreicher Gäste in jenem Club, in dem er als Türsteher tätig ist. Resolutes Auftreten oder ein paar Faustschläge sorgen bei weniger wichtigen Gästen für Respekt. Als der Club vorübergehend schließt, braucht Tony dringend einen neuen Job. Wie passend, dass Doktor Shirley gerade einen Chauffeur sucht. Etwas verwundert reagiert der Ex-Türsteher, als das Vorstellungsgespräch in der Carnegie Hall stattfinden soll. Noch mehr verblüfft ihn, dass es sich um gar keinen Mediziner handelt, sondern um den Star-Pianisten Dr. Don Shirley. Ausgerechnet Tony soll für einen Afroamerikaner arbeiten? Dem ungleichen Duo steht eine zweimonatige Konzerttour durch den tiefsten Süden bevor. Die türkisfarbene Limousine wird schnell zum Schauplatz diverser Scharmützel zwischen dem ruppigen Chauffeur und seinem vornehmen Fahrgast...

Regisseur und Koautor Peter Farrelly gelingt mit diesem warmherzigen, lakonisch komischen Antirassismus-Drama ein Film mit Klassiker-Qualitäten. Das ungleiche Paar ist psychologisch plausibel und ebenso pointenstark entwickelt. Mahershala Ali („Moonlight“) verleiht dem sensiblen Pianisten charismatischen Glanz. Derweil Viggo Mortensen als gutherzige Quasselstrippe dem Affen mit sichtlichem Vergnügen reichlich Zucker geben darf. Intellektuell mag das Arbeiterkind aus der Bronx kaum glänzen. Was Haltung und Werte anlangt, stellt er sie alle mit nonchalanter Selbstverständlichkeit in den Schatten: Die bigotten Bonzen in ihren feinen Villen. Die homophoben Cops. Die ehrenwerten Ladenbesitzer mit diskriminierendem Geschäftsmodell. Rasse, Bildung und Klasse sind für Toni keine Hürden. Zumindest keine, die von dem leidenschaftlichen Food-Fan mit einem Kentucky Fried Chicken-Menü nicht überwunden werden könnten. Politisches Aufklärungskino, das ausgesprochen vergnüglich und bewegend ausfällt: Nie war es so wertvoll wie heute.


USA 2018
Regie: Peter Farrelly
Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Don Stark, P.J. Byrne
115 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 31.1.

The Mule



Mit 88 Jahren will es Clint Eastwood noch einmal wissen und schlüpft in die Rolle eines Drogenkuriers

Leo Sharp (Clint Eastwood) ist ein Veteran des Zweiten Weltkriegs und nach seiner militärischen Karriere zu einem anerkannten Gartenbauexperten aufgestiegen. Trotzdem lässt er sich mit über 80 Jahren dazu verlocken, für ein mexikanisches Kartell Kokain über die Grenze zu schmuggeln. Das geht nicht ewig gut...

Der Film wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Leonard Sharp, auch bekannt unter den Namen Leo Sharp und El Tata, war ein US-amerikanischer Weltkriegsveteran und Drogenhändler für einen Arm des mexikanischen Sinaloa-Kartells, für das er Drogen über die Grenze schmuggelte, bis er 2011 von den Fahndern der DEA mit einer Ladung Kokain im Wert von drei Millionen Dollar erwischt wurde. Vor Gericht erreichte Sharps Anwalt ein recht mildes Urteil von drei Jahren Haft, indem er die Demenz seines Mandanten als mildernden Umstand anführte. Der Fall Sharp geriet 2014 durch einen Artikel der New York Times in den Fokus der Öffentlichkeit. Für sein stolzes Alter von 88 Jahren bringt Regisseur Clint Eastwood nach wie vor in beachtlicher Schlagzahl Filme in die Kinos, allein in den vergangenen zehn Jahren sind es ganze neun, darunter Hits wie „Gran Torino“ (2008) und „American Sniper“ (2014). Doch die Hollywood-Legende hat noch lange keine Lust auf eine entspannte Rente und so hat er nur wenige Monate, nachdem seine bis dato letzte Regiearbeit „The 15:17 To Paris“ in den Kinos startete, bereits den nächsten Film abgedreht: „The Mule“.


USA 2018
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Michael Peña
111 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 7.2.

Frühes Versprechen

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen. Frühes Versprechen enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary. Von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs und seiner Ehe mit der berühmten Schauspielerin Jean Seberg … Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Ein Leben, dessen Wirklichkeit das mütterliche Wunschdenken noch übertrifft. Denn es ist die unerschütterliche Liebe seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des zwanzigsten Jahrhunderts macht, zu dem Mann der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhält. Von diesem einzigartigen Band zwischen Mutter und Sohn erzählt der Film, nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman, als eine unendlich liebevolle Hommage an die wohl anstrengendste, verrückteste und gleichwohl liebevollste Mutter der Welt.

Frankreich 2017
Regie: Eric Barbier
Darsteller: Pierre Niney, Charlotte Gainsbourg, Didier Bourdon
131 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 7.3.

Vom Lokführer, der die Liebe suchte...

Ein Güterzug rollt durch eine weite Graslandschaft, die sich vor den kaukasischen Bergen entlangzieht. Am Steuer: Nurlan, der Lokführer. Tagein, tagaus lenkt er seinen Zug durch einen dicht besiedelten Vorort Bakus, in dem die Schienen so dicht an die Häuser grenzen, dass Nurlan quasi durch die Vorzimmer und Gärten der Bewohner fährt. Auf seinem täglichen Weg passiert er teetrinkende Männer ebenso wie Frauen, die ihre Wäsche in den sanften Wind hängen. Sobald sich der Zug nähert, bläst der kleine Waisenjunge Aziz in eine Pfeife und die Bewohner des Vorortes bringen sich und ihre Habseligkeiten schnell in Sicherheit. Doch das gelingt nicht immer. Nurlan hat schon so einiges von seiner Lokomotive gepflückt: Hühnerfedern, Spielzeugbälle oder auch Bettbezüge. Am letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein besonderes Abschiedsgeschenk an Nurlans Lok: ein traumhaft schöner, blauer Spitzen-BH. Nurlan nimmt ihn nach seiner Schicht kurzerhand mit in sein Heimatdorf in den Bergen. Seine Neugier ist geweckt: Wem nur mag das kleine Stück Stoff gehören? Getrieben von Einsamkeit beschließt Nurlan, die Suche nach der Besitzerin des Büstenhalters aufzunehmen.

VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE... ist eine mit viel Feingefühl und unbeschwert erzählte Geschichte von der Suche nach Liebe. Erneut zieht es Regisseur Veit Helmer in die Berglandschaft Aserbaidschans. In seiner meisterhaft phantasievollen Bildsprache wird er seinem Ruf als moderner Märchenerzähler gerecht und inszeniert die Geschichte VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE... als atmosphärische Komödie, die ganz ohne Dialoge auskommt und uns gerade dadurch in ihren Bann zieht.

Deutschland 2018
Regie: Veit Helmer
Darsteller: Miki Manojlovic, Paz Vega, Maia Morgenstern
90 Minuten
ab 6 Jahren