Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.
Conny Plank – The Potential of Noise
Mein Leben - Ein Tanz
Victoria & Abdul
Wann endlich küsst Du mich?
Hereinspaziert!
voraussichtlich ab Donnerstag 26.10.
Maudie

Voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.

Conny Plank – The Potential of Noise

Erste Kinodokumentarfilm über den legendären deutschen Musikproduzenten, der in den 70er und 80er Jahren von seinem Tonstudio in Wolperath nahe Köln aus Musikgeschichte geschrieben hat.

Konrad “Conny” Plank (1940-1987) war einer der innovativsten Klanggestalter und Musikproduzenten seiner Zeit. Die Aufnahmen, die ab den 60er Jahren in seinem sagenumwobenen Tonstudio in Wolperath nahe Köln entstanden sind, haben die Musikwelt revolutioniert. Er war der Pionier des Krautrocks und Wegbereiter der elektronisch geprägten Popmusik. Bands und Künstler wie NEU!, Brian Eno, David Bowie, Ultravox und die Eurythmics nahmen mit ihm auf und betonen noch heute den Einfluss, den er auf ihre Musik hatte. Ohne Plank gäbe es keinen Krautrock, hätte Gianna Nannini wohl für immer auf Englisch gesungen, und wäre ihm ein gewisser Bono sympathischer gewesen, würde “Joshua Tree” von U2 heute ganz anders klingen.

Als Conny im Alter von nur 47 Jahren starb, war sein Sohn Stephan gerade mal 13 Jahre alt. 25 Jahre später hat er sich zusammen mit Co-Regisseur Reto Caduff auf die Suche nach dem Mann gemacht, den er als Kind oft nur hinter dem Mischpult erlebte. Zugleich wurde es auch die Suche nach dem künstlerischen Vermächtnis seines Vaters. Er hat sich mit Connys alten Freunden und Weggefährten getroffen: mit Annette Humpe und den Scorpions, mit Gianna Nannini, Devo, Ultravox und vielen mehr. Private, größtenteils unveröffentlichte Archivaufnahmen wechseln sich mit persönlichen Interviews ab, in denen die MusikerInnen Einblicke in Connys akribische und höchst einfühlsame Arbeitsweise gewähren. Das emotionale Porträt des legendären Conny Plank wird so auch zu einer faszinierenden Reise durch die nationale und internationale Popmusikgeschichte der 70er und 80er Jahre.

Deutschland, Schweiz
Regie: Reto Caduff, Stephan Plank
92 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.

Mein Leben - Ein Tanz

Das Tanzstudio Babylon ist eine Tanzschule in Karlsruhe, die sich auf Folklore aus aller Welt spezialisiert. Getanzt werden unterschiedliche Stilrichtungen: Flamenco, Irischen Stepptanz, Brasilianischer Samba, Salsa, Bachata, Rumba, Tango argentino, russische, indische, arabische und Gipsy-Tänze. Hier werden Kurse für Kinder wie auch für Erwachsene angeboten. Mehr Information ist unter www.tanzstudio-babylon.de zu finden. Am 1.10 um 15 Uhr präsentiert die Leiterin des Tanzstudios Babylon einen einzigartigen Flamenco-Stierkampftanz. Der Tanz symbolisiert den Kampf mit den Umständen und mit eigenem Schicksal, mit den Vorurteilen und Schubladendenken! So drehen wir jeden Tag unseren Stierkämpferumhang und er ist mal rot, mal gelb..


zum Film:

Salvador Dalí war ihr glühender Verehrer, Peter Sellers wollte sie nach Hollywood holen: Die Tänzerin La Chana galt als Königin des Flamenco - und ist es bis heute. Packende Doku die sich als elegante Verbeugung vor diesem eindrucksvollen Ausnahmetalent erweist

„Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!“ - dieser weise Ratschlag von Pina Bausch gerät auch zum Lebensmotto von Antonia Santiago Amador, die unter ihrem Künstlernamen „La Chana“ zum ganz großen Star des Flamenco avanciert und in den 60er und 70er Jahre weltweite Erfolge feiert. Weshalb das so ist, wird gleich vor dem Vorspann deutlich. Da erlebt man La Chana, wie sie mit rasantem Tempo rhythmisch über das Parkett rattert: Die Bühne bebt vor Energie und Leidenschaft. „Ich war zum Tanzen geboren. Nächtelang lag ich wach und spielte die Rhythmen in meinem Kopf durch, bis sie ein Teil von mir wurden“, erzählt die mittlerweile fast 70-jährige Spanierin. Alte Schwarzweiß-Fotos zeigen sie als Kind mit dem Onkel, der ihr Talent früh entdeckt und fördert - sehr zum Verdruss des Vaters, der ihr den ersten Auftritt verbietet. Doch der Teenager setzt sich trotzig durch und wird begeistert gefeiert. Bei ihrem Ehemann soll ihr das später nicht mehr vergönnt sein. Nach anfänglicher Liebe entpuppt sich der Gatte als mieser Macho, der seiner Frau ihre Karriere nicht gönnt und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. „Er war mein Besitzer. Ich war seine Sklavin“, erinnert sich Antonia. Aus Angst verlässt sie ihn nicht. Nur wenn sie tanzt, fühlt sie sich frei.

„Ich hoffe, dass diese Geschichte auch junge Frauen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, dazu ermutigt, für ihre Träume zu kämpfen“, sagt die junge Doku-Regisseurin Lucija Stojevic über ihren Film. Tatsächlich bietet diese Biografie nicht nur intime Einblicke in das Schaffen dieser leidenschaftlichen Ausnahme-Künstlerin, sondern zugleich auf das Leben einer Roma-Frau, die in der spanischen Gitano-Kultur traditionell wenig Rechte zugebilligt bekommt. Hier hatte allein der Mann das Sagen - und auch das Schlagen. Die leinwandpräsente Protagonistin erweist sich als spannende Erzählerin, deren eindrucksvoller Lebens- und Leidensgeschichte man ebenso gerne zuhört wie ihrer Philosophie über das Tanzen. Im Unterschied zu gängigen Biografien hält sich die Regisseurin bei der Verwendung alter Bilder und Archivaufnahmen klug zurück: Weniger ist mehr. Wenn man La Chana dann in alten Zeiten tanzen sieht, fällt das Staunen umso eindrucksvoller aus. Mit einem furiosen Auftritt ohne vorherige Probe in einer TV-Show („Die beste Aufführung meines Lebens“) ist das Archiv-Pulver längst nicht verschossen. Zum Abspann läuft ein Rhythmus-Duell gegen einen Schlagzeuger: „Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!“.

Spanien 2016
Regie: Lucija Stojevic
85 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.

Victoria & Abdul



Die außergewöhnliche Freundschaft zwischen einer Monarchin und einem indischen Bediensteten. Top-besetztes Stück Kino, von keinem Geringeren als Stephen Frears inszeniert

London 1887: Bei den prunkvollen Feierlichkeiten anlässlich ihres 50. Thronjubiläums lernt die manchmal etwas eigensinnige britische Monarchin Queen Victoria (Judi Dench) den jungen indischen Bediensteten Abdul Karim (Ali Fazal) kennen. Zur Überraschung ihrer Familie und Berater nimmt sie Abdul in ihr Gefolge auf - zunächst als Diener am königlichen Hof. Bald schon zeigt sich die sonst so distanzierte Queen erfrischt von ihrem neuen Bediensteten, der sich als inspirierender Gesprächspartner herausstellt und ihr seine fremde Kultur näher bringt. Abdul führt ihr vor Augen, dass sie selbst als langjährige Herrscherin noch viel über die Menschen im Britischen Empire lernen kann. Zwischen beiden entwickelt sich eine höchst außergewöhnliche Freundschaft, die bei der Entourage am Hofe schnell Misstrauen und Neid erzeugt.

Der Oscar-nominierte Regisseur und Royal-Experte Stephen Frears beschäftigte sich bereits vor zehn Jahren in „The Queen“ überaus erfolgreich mit dem englischen Königshaus und Victorias Ur-Urenkelin Elizabeth II. Nun widmet er sich in „Victoria & Abdul“ mit feinsinnigem Humor einer bisher nicht erzählten, wahren Episode aus dem Leben von Queen Victoria - eine Geschichte von Freundschaft, Toleranz und was es bedeutet zu Dienen und zu Herrschen.

Großbritannien, USA 2017
Regie: Stephen Frears
Darsteller: Dame Judi Dench, Ali Fazal, Eddie Izzard
106 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.

Wann endlich küsst Du mich?




Tragikomödie um eine Mutter und ihre zwei Töchter auf der Suche nach dem (Beziehungs)Glück.

Schauspielerin Doris (Olivia Grigolli) will immer noch das Leben ihrer beiden Töchter bestimmen, wobei ihr das eigene Leben fast entgleitet. Ihre ältere Tochter Mascha (Marie Rosa Tietjen) ist auf der Suche nach sich selbst und verkennt dabei, dass sie eigentlich schon ziemlich viel gefunden hat. Die 16-jährige Viola (Luise von Finckh) hingegen glaubt, dass sie ihre Pläne und Träume mühelos auch mit einem Baby in Einklang bringen kann. Dass nicht nur Viola, sondern auch ihre Mutter ungeplant schwanger wird, setzt die beiden unter Entscheidungszwang und verlangt in den wechselhaft-spannungsvollen Mutter-Tochter-Beziehungen ein neues Verständnis für das Miteinander der anderen.

Starke Frauen und eine starke Geschichte: „Wann endlich küsst Du mich?“, der Debutfilm der Regisseurin und Drehbuchautorin Julia Ziesche, zeigt die komplizierten Beziehungen von Müttern und Töchtern. Jede der Frauen steht vor einer entscheidenden Weichenstellung, die ihr weiteres Leben verändert wird. Und wie sollte es anders sein, Männer spielen in diesem Chaos aus Traum von der großen Schauspielkarriere, ungewollten Schwangerschaften und Liebeskummer natürlich auch eine entscheidende Rolle… „Wann endlich küsst Du mich?“ balanciert zwischen Lachen und Weinen. Der Film feierte 2016 beim Montreal World Film Festival, Festival du Monde in der Reihe „First Films Competition“ Weltpremiere und wurde auf dem 38. Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken präsentiert.

Deutschland
Regie: Julia Ziesche
Darsteller: Olivia Grigolli, Àlex Brendemühl, Luise von Finckh
87 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 28.9.

Hereinspaziert!

Der linksliberale Starautor Jean Etienne Fougerole lebt mit Frau und Sohn ein privilegiertes Leben. Bei einem TV Duell mit einem konservativ-populistischen Politiker sagt er, dass er seinem Buch über Willkommenskultur auch Taten folgen lasse und gerne eine Roma-Familie bei sich aufnehme. Prompt steht Babik und seine neunköpfige Familie vor der Tür von Fougeroles Villa. Jean Etienne ist erschrocken, doch seine Agentin überredet ihn, sie aufzunehmen. Das werde sein Buch zum Bestseller machen. Widerstrebend lässt er Babik und Co. mit ihrem Caravan in den Garten.

Komödie, in dem Philippe de Chauveron, Regisseur der Hitkomödie "Monsieur Claude und seine Töcher", sich erneut mit Culture Clash und Vorurteilen auseinandersetzt. Er lässt seine "Monsieur Claude"-Darsteller Christian Clavier und Ary Abbitan, beides populäre Comedians, kräftig auftragen als Linksintellektueller, dessen Sprüche auf die Pobe gestellt werden bzw. als Romapatriarch, der fast jedes Klischee erfüllt.

Frankreich 2017
Regie: Philippe de Chauveron
Darsteller: Christian Clavier, Ary Abbitan, Elsa Zylberstein
93 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.10.

Maudie

Kanada, 1930er Jahre. Everett Lewis (Ethan Hawke) lebt als Hausierer zurückgezogen an der Ostküste. Gegen die Einsamkeit und für etwas Ordnung in seiner kleinen Kate entscheidet er sich, eine Haushälterin zu engagieren. Aber auf seine Annonce meldet sich einzig Maud Dowley (Sally Hawkins). Als Kind an rheumatischer Arthritis erkrankt, ist sie sehr zierlich, humpelt und ihre Hände sind verkrüppelt. Maud hat nur einen Wunsch, weg von der Familie, die ihr nichts zutraut, und, sie will malen. Die ersten Ölfarben bekommt sie von Everett geschenkt. Da hat er längst erkannt, dass Maud als Haushälterin nichts taugt. Statt zu putzen bemalt sie lieber Stück für Stück das ganze Haus mit farbenfrohen Bildern. Doch trotz alledem oder gerade deswegen empfindet Everett mehr und mehr für Maud, auch wenn Liebe und zarte Gefühle bisher in seinem Leben nicht vorkamen.
MAUDIE erzählt die wahre und sehr berührende Geschichte von Everett und Maud, die beide vom Leben nie begünstigt wurden, aber durch ihre Liebe füreinander das größte Glück fanden. Noch in den letzten Jahren ihres Lebens erlebte Maud Lewis ihren Durchbruch als Folk Art Künstlerin. Ihre Gemälde hängen heute in zahlreichen Kunstsammlungen weltweit.

Irland, Kanada 2016
Regie: Aisling Walsh
Darsteller: Sally Hawkins, Ethan Hawke, Kari Matchett