Kinderkino

Täglich um 15.00 Uhr ausgewählte Kinderfilme. Der Eintritt beträgt nur 4,00 EUR
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Diese Woche

Die Melodie des Meeres

Eine höchst willkommene Abwechslung zu den gigantomanischen Animationsfilmen Hollywoods: ein altmodisch gezeichneter, traditionell erzählter Film, der auf den Mythenschatz Irlands zurückgreift. Das Ergebnis ist ästhetisch herausragend

Irgendwo vor der Küste Irlands lebt Ben mit seinem Vater und seiner kleinen Schwester Saoirse auf einer Insel. Die Mutter ist nach der Geburt Saoirses in den Tiefen des Meeres verschwunden, denn sie war ein Selkie, ein Wesen aus der nordischen Mythologie, das im Meer die Gestalt einer Robbe annimmt, an Land jedoch sein Fell ablegt und sich zu einer wunderschönen Frau verwandelt. Eigentlich können Selkies auch hinreißend singen, doch Saoirse hat seit ihrer Geburt kein Wort gesprochen und gibt höchstens einmal durch eine magische Muschel einen Laut von sich. Als die Großmutter die Kinder zu sich in die Stadt holt, da sie das Leben am Meer für viel zu gefährlich hält, kommt Ben zum ersten Mal in Kontakt mit den anderen magischen Wesen, die diese Welt bevölkern: Auf einer begrünten Verkehrsinsel findet er den Eingang zur Unterwelt, in der gute Geister leben. Diese sind jedoch durch Eulen bedroht, die sie in die typischen, an Gesichter erinnernden Steine verwandeln, von denen es in Irland viele gibt. Allein Saoirse könnte sie mit ihrem Gesang retten, doch dafür braucht sie ihr Fell, das sich weit entfernt in einer Truhe im Leuchtturm befindet. Nun muss Ben endlich das sein, was er seiner Mutter versprochen hat: Ein guter großer Bruder für seine Schwester.

Im Kern hört sich die Geschichte um ein fehlendes Elternteil und das wachsende Band zwischen Geschwistern kaum anders an als die Moral eines typischen Hollywood-Animationsfilms. Und doch ist Tomm Moores „Melodie des Meeres“ ein völlig anderer Film, erzählt eine viel melancholischere Geschichte, die gleichermaßen erwachsener und kindlicher wirkt. Erwachsener, weil er die nordische Mythologie ernst nimmt, die Verflechtung von Realität und Legenden nicht als Hokuspokus abtut, sondern ihre emotionale Bedeutung betont. Kindlich, weil er sich nicht in überproduzierten Animationsbildern verliert, sondern mit auf den ersten Blick einfachen Mitteln eine klassische, märchenhafte Geschichte erzählt, die Zuschauer unterschiedlichen Alters auf unterschiedliche Weise wahrnehmen können. Nicht zuletzt stilistisch ist „Melodie des Meeres“ atemberaubend: Die Animation ist einerseits betont einfach, bedient sich klarer Linien, grober Striche, die eine Welt evozieren, die von Beginn an irgendwo zwischen Realität und Mythos angesiedelt ist. Immer wieder lassen besonders emotionale Momente diese klaren Linien jedoch zerfließen, lässt Moore mit Farben und Formen eine magische Welt entstehen, die oft an ähnliche Filme aus Japan erinnert

Irland, Luxemburg 2014
Regie: Tomm Moore
93 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 26.07

Eine zauberhafte Nanny

Sieben Kinder auf einen Streich kann Mr. Brown nicht kontrollieren. Als auch alle Kindermädchen vom Nachwuchs vertrieben werden, taucht Nanny McPhee wie ein Geschenk vom Himmel auf. Mit Strenge, Zuneigung und Zauberstab ordnet die hässliche Frau das Chaos und wird mit jeder erfolgreichen Lektion schöner. Doch Mrs. Brown kann sie nicht werden, auch wenn der Witwer nur einen Monat Zeit hat, eine neue Frau zu finden.

Nach ihrem Oscar-prämierten Skript zu "Sinn und Sinnlichkeit" adaptiert Emma Thompson die englische Kinderbuchreihe "Nurse Matilda". Das Ergebnis ist liebenswert altmodische, in Konflikten und Gags harmlose Familienunterhaltung, die mit kindlichen Protagonisten und Slapstick bei den Jüngsten gut ankommen wird. Trotz des Zauberthemas ruht die Magie des Films nicht auf Effekten, sondern auf der Präsenz Thompsons.

Großbritannien 2005
Regie: Kirk Jones
Darsteller: Emma Thompson, Colin Firth, Kelly Macdonald
99 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 02.08

Heidi

Waisenmädchen Heidi (Anuk Steffen) lebt mit seinem Großvater, dem Almöhi (Bruno Ganz), abgeschieden in einer kleinen Holzhütte in den Schweizer Bergen. Sie und ihr Freund, der Geißenpeter (Quirin Agrippi), hüten die Ziegen und führen ein unbeschwertes Leben. Doch eines Tages wird Heidi von ihrer Tante Dete (Anna Schinz) aus der Almidylle herausgerissen und nach Frankfurt gebracht, wo sie in der Familie des wohlhabenden Herrn Sesemann (Maxim Mehmet) untergebracht wird. Heidi soll die Spielgefährtin für die im Rollstuhl sitzende Tochter Klara (Isabelle Ottmann) geben und unter der Aufsicht des strengen Kindermädchens Fräulein Rottenmeier (Katharina Schüttler) lesen und schreiben lernen. Zwar freundet sich Heidi schnell mit Klara an und entwickelt langsam eine Leidenschaft für Bücher – ihre Sehnsucht nach den geliebten Bergen und ihrem Großvater wird dadurch aber nicht geringer…

Deutschland, Schweiz 2015
Regie: Alain Gsponer
Darsteller: Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi
105 Minuten


Voraussichtlich ab 09.08

Emil und die Detektive

Alles ganz bunt, diesmal. Die "Emil und die Detektive"-Verfilmung von 1931 zählt wohl zu den bedeutendsten frühen deutschen Tonfilmen. 1954 nun war Zeit für echtes Kintopp. Das Remake von R.A. Stemmle bleibt dem Meisterdrehbuch von Billy Wilder dabei treu. In den Bonbonfarben der Fiftes agieren also Emil, Pony Hütchen, Gustav mit der Hupe, Mittenzwei und natürlich der kleine Dienstag erneut. Was sich aber vor allem verändert hat, ist die Stadt Berlin. Mit dem Krieg ist sie eine andere Stadt geworden, zwei Städte, genauer gesagt. Emil reist aus Neustadt mit dem Interzonenzug an. Und die Detektive nennen sich "Chefs von Scotland Yard". Ein bisschen mehr Liebe ist übrigens auch im Spiel. Schliesslich will Emils Mutter wieder heiraten. Wen Pony Hütchen allerdings später mal zum Mann nimmt, Emil oder Gustav mit der Hupe, das ist 1954 so ungeklärt wie 1931..

Deutschland 1954
Regie: R.A. Stemmle
ab 6 Jahren
91 Minuten


Voraussichtlich ab 16.08

Das kleine Gespenst

Seit vielen Jahren wohnt das kleine Gespenst auf Burg Eulenstein. Nacht für Nacht erzählt es seinem Freund, dem Uhu, spannende Geschichten aus seinem langen Leben - das plötzlich völlig aus den Fugen gerät, als das kleine Gespenst eines Tages zu früh erwacht und die Welt zum ersten Mal bei Tageslicht erlebt. Und das ist nicht nur für das kleine Gespenst ziemlich aufregend...

Regie: Curt Linda
Zeichentrickfilm nach dem Kinderbuch von Otfried Preussler
Deutschland 1992
86 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung, Altersempfehlung ab 5


Voraussichtlich ab 23.08

Der kleine Rabe Socke 2 - Das große Rennen

Socke hat's mal wieder vermasselt. Er ist schuld daran, dass die Ernte der Waldtiere im Fluss davon schwimmt. Damit Frau Dachs nichts davon merkt, wollen der kleine Rabe und seine Freunde neue Vorräte kaufen. Das Geld dafür wollen sie bei einem Wettrennen durch den Wald gewinnen. Dabei erweist sich der ehrgeizige Rennfahrer-Papagei Rinaldo aus Südamerika nicht als einziger Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg. Rabe, Eddie-Bär und das kesse Biber-Girl Fritzi kommen ganz schön ins Schwitzen, mehr als ihnen lieb ist.

Nach dem großen Erfolg des ersten "Der kleine Rabe Socke"-Films im Jahr 2012 kehrt der freche Kinderliebling mit einem weiteren maßgeschneiderten Zeichentrick-Abenteuer zurück auf die Leinwand. Erneut inszeniert von Ute von Münchow-Pohl und Sandor Jesse, entfaltet sich abermals eine behutsam erzählte, aber dennoch ebenso witzige wie aufregende Geschichte für die ganz kleinen Kinofans. Und auch Pop-Superstar Jan Delay ist wieder an Bord: Erneut leiht er Socke seine unverkennbare Stimme.

Deutschland 2015
Regie: Ute von Münchow-Pohl, Sandor Jesse
73 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 30.08

Der kleine Maulwurf

Der kleine Maulwurf, die bekannte Figur aus der Sendung mit der Maus, erlebt und entdeckt viel. Abentuer mit hohem Unterhaltungswert für die Familie.

Prädikat 'Besonders Wertvoll': Die liebevoll ausgestatteten und animierten Kurzfilmgeschichten sind in schönem Tempo erzählt, detailreich und gut entwickelt. Die Reihe ist auch für dreijährige Kinder gut nachvollziehbar, bietet aber auch dem erwachsenen Betrachter eine Augenweide. Erzählt wird spielerisch und mit viel Charme. Die eigens durchkomponierte Filmmusik ist passend zu jeder Szene unterlegt. Der Zauber der Filmepisoden beruht auf einem sozusagen filmisch "reinen Herzen" und einer klaren Filmsprache. Viele schöne, sinnliche Details umgeben die deutlich gezeichneten Figuren mit ihren gut ausgearbeiteten Charakteren.

Die Filmepisoden kommen meist ganz ohne Worte aus, die Lautsprache und die Gestik genügen. Immer wiederkehrende Themen sind Freundschaft und der Natur- und Tierschutz. Auf warmherzig verblüffende Weise sind die aus der früheren Tschechoslowakei stammenden Filme mit dem Maulwurf heute so aktuell wie zur Zeit ihrer ersten Veröffentlichung. Hier ist ein Klassiker des Animationsfilms wiederzuentdecken. Unbedingt empfehlenswert für Jung und Alt.

Regie: Zdenek Miler
Laufzeit: 66 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 06.09

Wendy 2 - Freundschaft für immer

Wendy lebt seit einem Jahr mit ihren Eltern und Bruder auf dem Gut ihrer Oma Rosenborg. Aber Omas Reiterhof steht kurz vor der Pleite. Die will sie abwenden, indem sie das Preisgeld beim Springreitturnier des Nachbarhofes gewinnt. Ihr eigenes, geliebtes Pferd Dixie mag aber nicht springen. So trainiert Wendy mit dem angeschlagenen Turnierpferd Penny.

Für das zweite Jungmädchen-Pferde-Abenteuer nach der populären Marke steht wieder die bewährte Besetzung um Jule Herrmann als Titelheldin und Maren Kroymann als Oma vor der Kamera. Auch unter der Regie des neuen Regisseurs Hanno Olderdissen wird der Mix aus spannendem Pferdeabenteuer, lockerer Komödie und Familiendrama beibehalten.

Deutschland 2018
Regie: Hanno Olderdissen
Darsteller: Jule Hermann, Jasmin Gerat, Benjamin Sadler91 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 13.09

Arrietty - Die wundersame Welt der Borger

Däumline bzw. Borgerin Arrietty lebt mit Vater und Mutter versteckt unter der Veranda des Familienhauses des zwölfjährigen Menschenjungen Sho. Ist das Leben der Winzlinge aufgrund von Katzen- und Krähenattacken ohnehin nicht leicht, ist Arriettys Familie nach dem ersten Blickkontakt zwischen ihr und Sho zudem zum Umzug gezwungen, wie es ein altes Borgergesetz vorschreibt. Doch Sho sucht nach einem anderen Weg, auch wenn seine heimtückische Großtante Jagd auf die Borgergemeinschaft macht.

Bereits vor fast 40 Jahren wollte Anime-Legende Hayao Miyazaki Mary Nortons Kinderbuchklassiker "Die Borger" als Zeichentrickfilm verfilmen. Mehrere internationale Verfilmungen (u. a. als TV-Serie und Hollywood- Familienkomödie) später nimmt sich Miyazaki noch einmal des Stoffes an, inzwischen allerdings nur als Produzent und Autor und überlässt seinem ehemaligen Schüler Hiromasa Yonebayashi die Regie. Dieser übersetzt die Vorlage liebevoll und märchenhaft auf die große Leinwand. Und auch wenn seine Version sich vor allem an die jungen Zuschauer richtet, bietet der Film auch erwachsenen Kinogänger genügend Reize.

Japan 2010
Regie: Hiromasa Yonebayashi
95 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab 20.09

Michel in der Suppenschüssel

Michel, der lebhafte Blondschopf, erfindet mehr Streiche als das Jahr Tage hat. Er versetzt die Bewohner von Lönneberga einschließlich seiner Eltern immer wieder in neue Schrecken. Wie zum Beispiel die Anekdote mit der Suppenschüssel. Michel will eigentlich nur den Rest der Fleischsuppe ausschlürfen, und schon sitzt der Kopf fest in der Schüssel...

Regie: Olle Hellbom
Laufzeit 95 Minuten
FSK: ohne Altersfreigabe


Voraussichtlich ab 27.09

Charlie und die Schokoladenfabrik

Charlie, Sohn einer armen Wäscherin, verbringt sein Dasein hauptsächlich in einer Traumwelt aus Schokolade. Die wird Realität, als sein Nachbar Willy Wonka, Kopf des berühmten Wonka-Schokoladen-Imperiums, einen Wettbewerb ausruft. Zusammen mit vier anderen Kindern gewinnt Charlie dabei einen Besuch in Willy Wonkas Schokoladenfabrik.

Legendärer Disneyfilm mit Gene Wilder und erste Verfilmung von Roald Dahls berühmter Kinderbuchvorlage. Mel Stuarts Adaption strotzt vor Farben und Originalität und brillanten Schauspielerleistungen. Dennoch wurde der Film 1971 weitgehend ignoriert - für Kinder schien die Handlung mit ihren düsteren Zwischentönen damals nicht angemessen. Mittlerweile gilt der Film als Klassiker. 2005 präsentierte Tim Burton ein Remake mit Johnny Depp in der Wilder-Rolle.

USA 1971
Regie: Mel Stuart
Darsteller: Gene Wilder, Jack Albertson, Peter Ostrum
89 Minuten
ab 6 Jahren
deutsche 35mm Technicolorkopie


Voraussichtlich ab 04.10

Die Biene Maja - Die Honigspiele

Ein Gesandter der Kaiserin fordert bei den Bienen der Klatschmohnwiese die Hälfte ihrer Honigernte ein. Maja findet das ungerecht und beschwert sich bei der Kaiserin persönlich. Die ist gar nicht begeistert und lässt die freche Biene an den Honigspielen teilnehmen - allerdings muss sie gewinnen, sonst verliert ihr Stock die gesamte Honigernte. Und wie sollte ihr das gewinnen mit einer Mannschaft von totalen Außenseitern?

Fast vier Jahre nach dem mit 850.000 Zuschauern höchst erfolgreichen ersten Teil folgt die Fortsetzung der rundum modernerisierten Lieblingsbiene aller Kinder, die hier abermals alle ihre Freunde um sich versammelt, um im vertrauten Ambiente ein Abenteuer zu erleben, das auch eine neue Herausforderung bietet: Erstmals stammt der Gegenspieler aus ihrem eigenen Volk, erstmals wird Maja an ihre Grenzen geführt. Zu aufwühlend ist aber auch diese liebenswerte Geschichte nicht, an der Kids in erster Linie Spaß haben sollen.

Deutschland, Australien 2018
Regie: Noel Cleary, Sergio Delfino, Alex Stadermann
85 Minuten
ohne Altersbeschränkung