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Di, 25.09. - Sondervorstellung mit einem Glas Sekt in Anwesenheit von Regisseur Oliver Haffner

Wackersdorf


Eine ganze Dorfgemeinschaft engagiert sich in den 1980er-Jahren gegen den Bau einer atomaren Wiederaufbereitsungsanlage. Regisseur Oliver Haffner errichtet diesen Bürgern nun ein filmisches Denkmal

Die Oberpfalz in den Achtzigerjahren: In der kleinen Gemeinde Wackersdorf im Landkreis Schwandorf geht alles seinen gewohnten Gang, bis die bayerische Staatsregierung die Pläne für eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe aufnimmt. Damit die Bürger diesen einschneidenden Schritt fraglos über sich ergehen lassen, versuchen die Verantwortlichen vor allem den Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) auf ihre Seite zu ziehen und schmieren ihm deshalb ordentlich Honig ums Maul. Doch unter den Bürgern regen sich erste Widerstände, die auch an Schuirer nicht spurlos vorbeigehen...

Heutzutage ist vor allem die niedersächsische Gemeinde Gorleben zum Inbegriff des Atomstreits geworden. Dort befindet sich eines der bekanntesten Atommülllager, das immer wieder von Protesten und argen Auseinandersetzungen zwischen Atomgegnern und der Polizei begleitet wird, wenn Züge ihren hochgiftigen Müll in die Verbrennungsanlage transportieren. Doch schon viele Jahre vorher kam es zu ähnlichen Konfrontationen: In „Wackersdorf“ schildert Regisseur Oliver Haffner („Ein Geschenk der Götter“) nun einen der ersten, auf der Frage „Atomkraft ja oder nein?“ basierenden Konflikte zwischen Bürgern und der deutschen Regierung. Die Einen mögen es trocken nennen, die anderen „aufs Wesentliche reduziert“ – „Wackersdorf“ ist erwartungsgemäß kein Film, in dem visuell auf der Leinwand viel passiert. Haffner hätte sein Projekt auch guten Gewissens für das öffentlich-rechtliche Fernsehen produzieren können, denn aus technischer Sicht präsentiert sich sein Film betont unspektakulär. Erzählerisch sagt sich der auch für das Drehbuch mitverantwortliche Haffner allerdings von den gängigen TV-Drama-Mechanismen los. In „Wackersdorf“ konzentriert sich alles auf die politischen Aspekte der Geschichte, während die persönlichen Belange der Charaktere weitgehend unberücksichtigt bleiben.

Deutschland 2018
Regie: Oliver Haffner
Darsteller: Johannes Zeiler, Anna Maria Sturm, Peter Jordan
123 Minuten
ab 6 Jahren


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