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Di, 18.09. - Sondervorstellung mit Sekt in Anwesenheit von Regisseur Wolgang Fischer

Styx


Eine Notärztin stößt beim Segeln auf einen manövrierunfähigen Fischkutter mit über hundert Flüchtlingen. Beklemmendes Drama, das die aktuelle Flüchtlingskrise auf einen moralischen Konflikt herunterbricht

Rike (Susanne Wolff), Anfang 40, ist Notärztin, und sie beherrscht ihr Handwerk. Auf Gibraltar belädt sie ihr Segelboot mit allem, was sie für eine mehrwöchige Reise braucht. Ihr Ziel: die Insel Ascension im Südatlantik. Im Folgenden blickt ihr die Kamera genau zu: Segel setzen, steuern, navigieren, Funksprüche beantworten, sogar einen nächtlichen Sturm übersteht sie unbeschadet. Bei Rike stimmt jeder Handgriff, stets weiß sie, was zu tun ist. Doch plötzlich entdeckt sie, nur 150 Meter neben ihrem Segelboot, einen manövrierunfähigen Fischkutter, beladen mit über hundert Flüchtlingen vom afrikanischen Festland. Rike versucht, per Funk Hilfe herbeizurufen. Gleichzeitig wirkt ihr Boot auf die Flüchtlinge wie ein Magnet, der Rettung zu verheißen scheint: Sie springen ins Wasser. Ihr Boot ist aber zu klein, ihre Vorräte sind zu gering. Wie kann Rike helfen?

Was für ein Gegensatz: Auf der einen Seite die deutsche Frau in ihrem schnittigen, Wohlstand signalisierenden Segelboot, auf der anderen Seite erschöpfte Flüchtlinge auf einem sinkenden Seelenverkäufer – das ist schon eine starke Allegorie, die Regisseur Wolfgang Fischer für seinen Film gefunden hat. In Zeiten, in denen rechtspopulistische Rattenfänger mit bangemachenden Parolen die Angst vor allem Fremden schüren, bricht „Styx“, jener mythische Fluss in der Unterwelt, bei dem die Götter ihre Eide schworen, die Flüchtlingsproblematik auf einen moralischen Konflikt herunter, für den es keine Lösung gibt. Nicht zu helfen, ist keine Option. Das ist die ebenso einfache wie einleuchtende Essenz des Films. Fischer zeigt das ohne Pathos, nichts wirkt aufgesetzt oder übertrieben. Die Dinge sind so, wie sie sind. Fast hat man den Eindruck, als nehme der Regisseur die Position des distanzierten Beobachters ein. Die Kamera sieht Rike geduldig zu, bei der Arbeit, beim Segeln, und lässt den Dingen ihre Zeit, so dass eine unterschwellige Spannung entsteht. Susanne Wolff verkörpert perfekt die tüchtige, erfolgreiche, aber auch bewusst lebende Frau, die für alles eine Lösung hat. Bis sie an ihre Grenze kommt.

Deutschland/Österreich 2018
Regie: Wolfgang Fischer
Darsteller: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa, Alexander Beyer, Inga Birkenfeld, Anika Menger
94 Minuten


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