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So, 01.09. - Sondervorstellung mit einem Glas Sekt in Anwesenheit der Hauptdarsteller Svenja Jung & Merlin Rose, sowie Regisseur Peter Evers

A Gschicht über d‘Lieb


Als ein Tabu-Bruch zum Dorfklatsch wird, geraten die Verhältnisse auseinander. Sensibel erzähltes, sorgfältig ausgestattetes Liebesdrama mit zwei überzeugenden Nachwuchsdarstellern. Heimatfilm 2.0. im Ländle - wir können alles, außer kitschig.

Im badischen Dörfchen Sankt Peter scheint in den frühen 1950er Jahren die Welt in Ordnung. Doch die Idylle ist trügerisch. Beim Bacherbauer hängt der Haussegen schief. Der einzige Sohn Gregor (Merlin Rose) soll den Hof übernehmen. Der junge Rebell hält indes wenig von Traditionen und will lieber an der geplanten Bundesstraße eine Tankstelle eröffnen, wofür er freilich viel Geld benötigt. Tochter Marie (Svenja Jung) versucht, im Familienstreit zu vermitteln. Der sture Vater ist zum Einlenken jedoch nur bereit, sofern Marie schleunigst heiratet und ein Schwiegersohn den Betrieb übernimmt. Traualtar-Kandidaten für die attraktive Braut gibt es im Dorf zur Genüge. Doch Marie möchte keinen Mann, ist sie doch längst heftig verliebt – und zwar in den eigenen Bruder. Lange Zeit konnten die Geschwister ihr Geheimnis verbergen, dann werden sie ausgerechnet von Marias Freundin Anna bei eindeutigen Zärtlichkeiten im Wald erwischt. Weil diese selbst heimlich in den schönen Gregor verliebt ist, sorgt die Eifersucht alsbald für fiese Intrigen, die die Lage im Dorf dramatisch verschärfen werden.

Die Figuren könnten glatt aus dem Ludwig Ganghofer-Kabinett kommen, gleichwohl grenzt sich Jungfilmer Peter Evers ab vom gängigen Genre-Kitsch. „Im ersten Moment, in dem die Zuschauer mit den Figuren den Hof betreten, merken sie, welch zwischenmenschliche Beziehungen und Spannungen dort herrschen. Von Romantik oder gar Idylle ist nichts zu spüren, trotz der schönen Landschaft und der pittoresken Ansicht“, erklärt der Jungfilmer sein Konzept. Das Dorf samt seiner Bewohner versteht er als verkleinertes Abbild der 50er Jahre: „Es geht hier um Gesellschaftskritik, nicht Heimatkitsch.“ Die Absicht ist durchaus gelungen umgesetzt, und das mit einer Stilsicherheit sowie Liebe fürs Detail, die für ein Langfilm-Debüt allemal erstaunlich ausfällt. Als großer Pluspunkt erweist sich die Besetzung des Geschwister-Paares. Die Chemie wirkt spürbar stimmig zwischen den Nachwuchsstars Merlin Rose („Als wir träumten“) und Svenja Jung („Die Mitte der Welt“).

Deutschland 2018
Regie: Peter Evers
Darsteller: Svenja Jung, Merlin Rose, Thomas Sarbacher
97 Minuten


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