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Fr, 06.09. - Sondervorstellung mit einem Glas Sekt in Anwesenheit von Christa Meuter (Vertreterin der Gitga’at First Nation, Pacific Whale Society) und Sandra Brandl (Montage), Moderation: Georg Brandl

The Whale & the Raven (engl. OmU)

Die Dokumentarfilmerin Mirjam Leuze begleitet zwei Walforscher, die an der kanadischen Pazifikküste leben. Anspruchsvolles Infotainment, das interessante Fakten mit einer sehr persönlichen Bildsprache verbindet.

Sehr stimmungsvoll, dabei aber unspektakulär und in meditativer Ruhe geht die deutsche Dokumentarfilmerin Mirjam Leuze an ihr Thema heran: das bedrohte Leben von Orcas und Buckelwalen in einem Fjord in British Columbia an der kanadischen Westküste. Dabei stehen die beiden Walforscher Janie Wray und Hermann Meuter im Mittelpunkt. Ihre Biografien sind eng mit den Walen und deren Lebensraum verbunden, der – noch! – vom Rhythmus der Jahreszeiten und vom natürlichen Miteinander zwischen Mensch und Tier geprägt ist. Doch es drohen massive Eingriffe in das fast unberührte Habitat...

Mit derselben feinfühligen Akribie, die sie der Natur widmet, nimmt Miriam Leuze am Leben der beiden Walforscher teil, begleitet sie auf ihren Wegen, bei der täglichen Arbeit, im Kontakt mit Vertretern der First Nations, den indigenen Bewohnern Kanadas. Die beiden Forscher verbindet mit den First Nations ein ganz besonderes Band, und Mirjam Leuze konnte ihr Filmprojekt nur mit Unterstützung und Mitwirkung der indigenen Bewohner der Region realisieren. Auf diese Weise ist ein einprägsamer, atmosphärisch dichter Film entstanden, der nebenbei von der Erinnerung an Mythen und Bräuche erzählt und vor allem vom Leben am Fjord. Wenn in den Schlusstiteln die beteiligten Wale ihre eigenen Credits bekommen, dann ist das nicht unbedingt ein Gag, sondern ein Zeichen dafür, dass es um mehr geht als um Walbeobachtung und Naturforschung. Und tatsächlich sind die beiden Wissenschaftler nicht nur geradezu besessen von ihrer Arbeit, sondern sie haben im Laufe ihrer Forschungsarbeit eine enge Beziehung zu den Riesen des Meeres entwickelt. Janie Wray und Hermann Meuter verfolgen ganz im Sinne der First Nations mit ihren Forschungen einen ganzheitlichen Ansatz, der weit über Dokumentation und Analyse hinausgeht. Sie betrachten die Wale als gleichberechtigtes Glied in der Kette der natürlichen Abläufe. Obwohl der Film weder kämpferisch noch lautstark oder provokant an sein Thema herangeht, stellt er doch ein klares Statement dar: für die Natur und gegen kommerzielle Interessen.

Dokumentarfilm
Deutschland 2019
Regie: Mirjam Leuze
101 Minuten
ohne Altersbeschränkung