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Mi, 23.10. - Seniorenkino - 5€ inklusive einem Glas Sekt

After the Wedding


Für das Remake des skandinavischen Oscar-Dramas „After the Wedding“ tauscht der Regisseur die Rollen. Diesmal sind es die Frauen der Familien, die in die Fänge eines geheimnisumwitterten, twistreichen Komplotts geraten.

Die Entwicklungshelferin Isabel (Michelle Williams) kämpft Tag und Nacht für die Ärmsten der Armen. Trotzdem steht das von ihr beaufsichtigte Waisenhaus in Kalkutta kurz vor der Schließung. In der reichen Theresa (Julianne Moore) findet Isabel überraschend eine großzügige Spenderin. Einzige Bedingung: Die beiden Frauen sollen sich in Theresas Heimatstadt New York persönlich kennenlernen. Für Isabel ist das ein großes Opfer, das sie für ihr Lebenswerk jedoch zu bringen gewillt ist. Doch in der US-Metropole kommt schließlich alles anders. Dort platzt sie nämlich mitten in die Hochzeitsvorbereitungen der 21-jährigen Grace (Abby Quinn), Theresas Tochter. Insbesondere Theresa selbst besteht darauf, dass Isabel bleibt und den Feierlichkeiten beiwohnt. Doch je länger sie über die Situation nachdenkt und ihr eigenes Leben rekapituliert, desto mehr wird Isabel bewusst, dass sie nicht durch Zufall an diesen Ort gekommen ist...

Bart Freundlichs Film ist eine Neuauflage von Susanne Biers „Nach der Hochzeit“. Trotzdem geht er für sein Remake noch einen Schritt weiter und vertauscht die (Geschlechter-)Rollen. Anders als im Original fällt dadurch ein ganz entscheidender Faktor weg: War die von Mads Mikkelsen verkörperte Hauptfigur in „Nach der Hochzeit“ noch völlig ahnungslos, weiß Isabel deutlich schneller, was hier eigentlich gespielt wird. Diesen neuen Ansatz musste Bart Freundlich in Kauf nehmen, als er sich entschloss, seine Geschichte aus der weiblichen Perspektive zu erzählen. Gleichzeitig gelingt es ihm trotzdem, das Publikum so lange wie möglich in einem Schwebezustand zu halten. Der Verlauf der Geschichte ist weitestgehend identisch, doch Freundlich variiert im Vergleich zur Vorlage nicht nur, wie die einzelnen Figuren zueinander stehen, sondern auch, wie sich ihre Schicksale im Verlauf des Films entwickeln. Das macht den Film auch für ein kundiges Publikum zu einem Erlebnis, wenn nicht ohnehin die starken Darstellerinnen und Darsteller ausreichen, um einen Kinobesuch zu rechtfertigen.

USA 2019
Regie: Bart Freundlich
Darsteller: Julianne Moore, Michelle Williams, Billy Crudup
112 Minuten
ab 6 Jahren