TECHNICOLOR FESTIVAL
in der Schauburg

25. - 28. Mai 2017



Nach CinemaScope, VistaVision und Sensurround widmet sich die Schauburg mit diesem „4. Widescreen Weekend“ vom 25. bis 28. Mai 2017 einem Filmaufnahme- und Wiedergabeverfahren, das seit über 100 Jahren einem jedem Kinogänger ein Begriff ist – TECHNICOLOR.

Es ist noch nicht sehr lange her, da stand der Name Technicolor in gleicher Grüße und Schriftzug auf den Kino-Filmplakaten und in den Vorspanntiteln der Filme wie die Namen der Hauptdarsteller. Technicolor war ein Synonym für ein Farbfilmverfahren, das den Filmen den Look gab, den sie benötigten, um ihre größte Wirkung entfalten zu können.

Die Schauburg in Karlsruhe möchten mit diesem Festival vier Tage lang einige große Filme Revue passieren lassen, die in Technicolor aufgenommen und in Technicolor kopiert worden sind. Bis auf den frühen Farbtonfilm „King of Jazz“ (1930), der in einer digitalen 4K Restaurierung gezeigt wird, werden nur authentische Technicolor Farbdruckkopien der Erstaufführung präsentiert. Diese Kopien, die selbst nach Jahrzehnten noch ihre Strahlkraft besitzen, verlieren im Gegensatz zu photochemischen Filmkopien ihre Farben nicht im Laufe der Zeit. Solche Kopien sind heutzutage selten und von den Archiven und Sammlern weltweit gesucht. Technicolor Filmkopien sind ein Schwerpunkt der Sammlung des Schauburg Archives und daher haben auch einige Schätze aus diesem Filmbestand den Weg ins Programm gefunden.

Das Filmprogramm wird ergänzt durch zweiVorträge von David Pierce, der auch in die von ihm fachlich begleitete Restauration von KING OF JAZZ, einem Technicolor Musical aus dem Jahre 1930 einführen wird und zwei Vorträge über die frühen Jahre von Technicolor halten wird. David Pierce, der mit „The Dawn of Technicolor“ vor einigen Jahren ein Standardwerk der Filmliteratur über dieses Farbfilmverfahren verfasst hat, gilt als einer der größten Kenner dieses Farbfilmverfahrens.


Tauchen Sie also ein in die Farbenwelt der Musicals, Western oder Actionfilme. Das Filmprogramm verspricht einige höchst unterhaltsame und anregende Stunden in der Schauburg. Die Schauburg verlost unter allen 3 Festivalpässe für das ganze Technicolor Festival, die bis 24. Mai um 20 Uhr eine email an
gewinnspiel@schauburg.de geschickt haben, Stichwort: „Technicolor“.  Bitte Telefonnummer nicht vergessen, die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.


 


NEU in der Schauburg
JAHRHUNDERTFRAUEN



Coming-of-Age-Geschichte, in der einem Teenager zwei Freundinnen den Vater-Ersatz bieten sollen. Zauberhaftes Zeitgeist-Kaleidoskop der späten 70er Jahre samt pfiffiger Dialoge. Originelles Indie-Kino für Herz und Kopf!

Von dem deutschen Filmtitel sollte man sich nicht irritieren lassen. Dies ist kein bebilderter Wikipedia-Artikel über weibliche VIPs, sondern der nächste, gelungene Komödien-Streich von Indie-Filmer Mike Mills („Beginners“), der es mit seinem Drehbuch diesmal bis ins Oscar-Rennen geschafft hat. Erzählt wird die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Dorothea Fields (Annette Bening), die im Kalifornien Ende der 70-er Jahre mit der Erziehung des heranwachsenden Sohnes Jamie ins Stolpern kommt. Um den fehlenden Mann im Haus zu ersetzen, baut Mama spontan auf Frauen-Power: Die selbstbewusste Fotografin Abbie (Greta Gerwig) sowie Teenager Julie (Elle Fanning), die beste Freundin ihres Sohnes seit Kindergarten-Tagen, sollen fortan solidarisch bei der Erziehung mithelfen. Der sensible Jamie reagiert zunächst nicht unbedingt begeistert auf diese unorthodoxe Pädagogik-Maßnahme, aber er lässt sich auf den Deal ein und erkennt fortan schnell die Vorteile als Hahn im Korb.

Mit zwei verschiedenen Erzählerstimmen (von der Mutter und vom Sohn) sowie raffiniert eingebauten Rückblenden wird die Coming-of-Age-Geschichte kunstvoll konstruiert und ganz nebenbei ein Zeitgeist-Kaleidoskop geboten. Sei es mit jener berühmten TV-Rede von Jimmy Carter, der engagiert den Konsum und die Gier seiner Landsleute geißelt. Oder mit den Problemen, die man als bekennender Fan der ziemlich intellektuellen „Talking Heads“ in der Provinz bekommen kann. Im Kern steht freilich das Familienleben, das von kleinen Alltagsproblemen bis zu großen dramatischen Einschnitten wie Krebserkrankungen stets mit lässig lakonischem Humor beleuchtet wird. Das ausgesprochen hübsch entwickelte, zudem psychologisch plausible Figurenkabinett wird von einem exzellenten Ensemble verkörpert, dem die Spielfreude spürbar anzumerken ist. Für zusätzliches Vergnügen sorgt neben den gut geschliffenen Dialogen ein Sahnehäubchen-Soundtrack, der von David Bowie über The Clash und Devo bis zu den Talking Heads reicht. Bevor die Nostalgie allzu heimelig ausfällt, gibt es aus Muttis Erzählermund die warnende Vorhersage: „Sie ahnen nicht, dass dies das Ende des Punk ist. Sie wissen nicht, dass Reagan kommt und Bush und Clinton“. Wie schon bei „Thumbsucker“ und „Beginners“ gilt für den talentierten Mister Mills erneut: Originelles Indie-Kino für Herz und Kopf!

JAHRHUNDERTFRAUEN
Land/Jahr: USA 2016
Regie: Mike Mills
Darsteller: Annette Bening, Greta Gerwig, Elle Fanning, Lucas Jade Zumann, Billy Crudup
118 Minuten
ohne Altersbeschränkung


 


NEU in der Schauburg
ALIEN - COVENANT
in englischer Originalfassung


Die Crew des Kolonisationsraumschiffs Covenant ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Sie entdeckt - wie sie glaubt - ein unerforschtes Paradies, aber tatsächlich ist es eine dunkle, gefährliche Welt. Als die Crew mit einer ihre Vorstellungskraft übersteigenden Bedrohung konfrontiert wird, muss sie einen grauenvollen Fluchtversuch unternehmen.

Ridley Scott kehrt mit „Alien: Covenant“ zu dem von ihm erschaffenen Universum zurück, einem neuen Kapitel in seiner bahnbrechenden „Alien“ Franchise.
Der Film verfolgt dasselbe Thema wie schon Scotts 1979 erschienener Film „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ und ist zugleich eine Fortsetzung des Films „Prometheus – Dunkle Zeichen“ aus dem Jahr 2012. „Alien: Covenant“ ist nach Aussage von Ridley Scott die erste von insgesamt drei Fortsetzungen, die nach „Prometheus“ folgen sollen. In einem Interview mit dem US-Ticketportal Fandango nannte Ridley Scott bereits den Titel des nächsten Films: „Alien: Awakening“. Dieser Teil soll zeitlich zwischen „Prometheus“ und „Covenant“ spielen. Nachdem Michael Fassbender bereits 2014 angekündigt hatte, in der Fortsetzung von „Prometheus“ mitwirken zu wollen, bestätigte Scott dies im September 2015 offiziell. Fassbender wird wieder die Rolle des Androiden David übernehmen und zudem dessen weiterentwickelte Version Walter spielen. Die Rolle des zentralen weiblichen Charakters Daniels wurde mit Katherine Waterston besetzt. Im Februar 2016 wurde bekannt, dass der australische Schauspieler Alex England eine Rolle im Film erhalten hatte. Im März 2016 stieß Ben Rigby zur Crew. Wie im Oktober 2016 bekannt wurde, wird Guy Pearce im Film, wie bereits in „Prometheus – Dunkle Zeichen“, in der Rolle von Peter Weyland zu sehen sein, dem milliardenschweren Gründer von Weyland Corp., der die Prometheus-Expedition von Dr. Elizabeth Shaw zum Planetoiden LV-223 finanzierte. James Franco übernimmt im Film die Rolle von Branson.

ALIEN - COVENANT
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Katherine Waterston, Michael Fassbender, James Franco
122 Minuten
ab 16 Jahren



 

NEU in der Schauburg
BEUYS



Durch eine furiose, kluge Collage unzähliger Bild- und Tondokumente entstandenes Porträt des Ausnahmekünstlers.

Beuys. Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Geduldig versuchte er uns schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Er wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert und erklärt dem toten Hasen die Kunst. Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen? fragt er grinsend. Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten in den Kern auch heute relevanter gesellschaftlicher Debatten.


Regisseur Andres Veiel und seine Editoren Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer zeichnen in ihrer furiosen, klugen Collage unzähliger, oftmals bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente das Bild eines einzigartigen Menschen und Künstlers, der in seiner rastlosen Kreativität Grenzen sprengte. „Beuys“ ist kein klassisches Porträt, sondern eine intime Betrachtung des Menschen, seiner Kunst und seiner Ideenräume, mitreißend, provozierend und verblüffend gegenwärtig.


Andres Veiel über seinen Film: „Beuys hat mich geprägt, schon als Jugendlicher in den späten 70er Jahren. Er sah in der Kunst eine Kraft, um in gesellschaftliche Prozesse einzugreifen. Kunst sollte die Wände der Museen aufbrechen, nach draußen wirken. Seine Arbeiten sah er als Katalysatoren, als Kraftspeicher und Batterien gesellschaftlicher Veränderung. Beuys war von der Einzigartigkeit des Menschen überzeugt. Er sah in jedem Menschen ein Potenzial von aktiver gesellschaftlicher Gestaltungskraft. Geschichte passiert uns nicht nur, sondern wir sind es selbst, die sie gestalten. Die Auseinandersetzung mit Beuys hat mich bei all meinen Filmen und Stücken begleitet. Es war der Hase in Beuys, der mich immer wieder überraschte. Und dem ich zugetan blieb. Mein Film über Beuys folgt dieser offenen Nähe. Im Lauf der Jahre hatte ich viele neue Fragen an ihn, in der Auseinandersetzung mit den Materialien von und mit ihm bin ich ihnen nachgegangen. Vieles lasse ich weg, Vollständigkeit hat mich nicht interessiert. Zugleich ist Beuys für mich auch nach jahrelanger Auseinandersetzung immer noch ein Mensch, der sich entzieht, der in vielen Bereichen voller Widersprüche ist und damit voller Geheimnisse. Deshalb war mir eine offene, assoziative Erzählweise wichtig, die Raum lässt für eine eigene Haltung Beuys gegenüber und die Möglichkeit gibt, Beuys selbst zu entdecken. Womöglich mit einem Lachen.“


BEUYS
Land/Jahr
: Deutschland 2017
Regie: Andres Veiel
107 Minuten