TRAUMFABRIK-
Film über Film
in der Schauburg
ED WOODN
am Sonntag, 19. Januar um 15 Uhr in engl. Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 


Die sonntägliche Filmreihe „Traumfabrik“ feiert in der Schauburg ihr 10-jähriges Jubiläum mit der der 18. Themenreihe „FILM über FILM: Filmemachen und Filmemacher in Kinofilmen“

Filmemacher haben schon immer über ihr Medium, den Film, nachgedacht – am liebsten in ihren eigenen Filmen. Besonders häufig geschah das in der filmischen Postmoderne seit 1980 – jüngstes Beispiel ist Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“. Damit wird fortgesetzt, was die Experimentalfilme der 1920er Jahre begonnen haben, gefolgt von undogmatischen Hollywoodkomödien, dann von den „Neuen Wellen“ der 60er. Gerade solche „selbstreflexiven“ Filme sind besonders geeignet, die Möglichkeiten des Mediums Film und seine Codes kennen zu lernen, seine individuellen, gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen Rahmenbedingungen, seine philosophischen und medialen Grundlagen, vor allem aber auch verschiedene Versuche, im Spiel mit Fiktionen Wirklichkeit zu erfassen.

Kommenden Sonntag 19.1. um 15 Uhr wird „Ed Wood“ von Tim Burton aus dem Jahre 1994 gezeigt.

Mit Bela Lugosi, Star der Dracula-Filme der 1930er, startet Ed Wood eine neue chaotische Produktion; die unverhoffte Begegnung mit Meisterregisseur Orson Welles macht ihm wieder Mut. Die Filmbiographie über die wunderbare Karriere des Mannes, der als schlechtester Filmemacher der Welt in die Geschichte einging – Tim Burton („Edward Scissorhands“, „Batman“) machte sie zu einer Liebeserklärung an das Kino.

ED WOOD

Land/Jahr: USA 1994
Regie: Tim Burton
126 Minuten
Mit Johnny Depp, Martin Landau, Sarah Jessica Parker, Patricia Arquette, Bill Murray.
2 OSCARS



 






                

 

NEU in der Schauburg
LINDENBERG! MACH DEIN DING


 


Die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands erfolgreichster Rockmusiker zu werden.

Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz -Schlagzeuger und seinem abenteuerlichen Engagement in einer US-amerikanischen Militärbasis in der libyschen Wüste, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Mädchen aus Ost-Berlin“ oder „Hoch im Norden“ und „Andrea Doria“: „Lindenberg! Mach Dein Ding“ erzählt die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands bekanntester Rockstar zu werden – ein Idol in Ost und West.

Sein Leben, seine Geschichte, sein Ding! Der Film erzählt Udos Geschichte bis zu seinem großen Durchbruch 1973 mit seiner ersten Panik-Tour und dem legendären Andrea Doria- Erfolgsalbum. Anders gesagt: Wie wurde aus dem westfälischen Udo Gerhard Lindenberg Deutschlands bekanntester Rockstar? Seine Jugend und Ausbildung, sein Ausflug in die libysche Wüste und natürlich das Nacht- und Liebesleben dieses grandiosen Jazz-Schlagzeugers und Musikers sind die Mosaikstücke, die sich in „Lindenberg! Mach Dein Ding“ zu einem ebenso biografischen wie lebendigen Kinoerlebnis vereinen. Theater- und Kino-Entdeckung Jan Bülow spielt den jungen Udo Lindenberg mit unglaublicher Wucht und Eigenständigkeit, während es Regisseurin Hermine Huntgeburth gelingt, sowohl den Geist der späten 60er und frühen 70er Jahre einzufangen, als auch den entwaffnenden Charme eines Mannes, der nie bereit ist, aufzugeben und tatsächlich zum ersten und berühmtesten Rockstar Deutschlands wird. Der Deutsch-Rock-Wegbereiter wird lebendig und nie zum verstaubten Denkmal vergangener Tage – der Film zeigt Udo Lindenberg, vor allem aber einen jungen Mann, Künstler und Rebellen, der sich niemals vom Kurs abbringen lässt. Hermine Huntgeburth hat nach dem Drehbuch von Alexander Rümelin und Udo Lindenbergs Lebensgeschichte ein Kinoereignis erschaffen, das viel mehr ist als ein Künstlerporträt.


LINDENBERG! MACH DEIN DING

Land/Jahr: Deutschland 2019
Regie: Hermine Huntgeburth
Drehbuch: Alexander Rümelin, Christian Lyra, Sebastian Wehlings
Darsteller: Jan Bülow, Julia Jentsch, Charly Hübner; Detlev Buck
135 Minuten
ab 12 Jahren


NEU in der Schauburg
1917

in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln


In den Wirren des Ersten Weltkriegs werden zwei britische Soldaten tief in Feindesland geschickt, um eine schriftliche Botschaft zu überreichen. In einer einzigen Aufnahme gedrehter Film – ebenso spannend wie bildstark, ebenso genial wie überwältigend gemacht.

1917, in Frankreich tobt der Erste Weltkrieg. Die britischen Soldaten Schofield (George Mackay) und Blake (Dean Charles Chapman) erhalten von einem namenlosen Colonel, dargestellt von Colin Firth, einen hochwichtigen Auftrag: Hinter der Front ist nämlich einige Kilometer weiter eine zweite Frontlinie entstanden, die die Engländer unter Colonel Mackenzie (Benedict Cumberbatch) am nächsten Morgen stürmen sollen. Doch das ist eine Falle der Deutschen, die 1600 britischen Soldaten das Leben kosten kann. Schofield und Blake müssen also in aller Eile einen schriftlichen Gegenbefehl überbringen, um ihre Kameraden zu retten – ein Himmelfahrtskommando.

Von nun an verfolgt die Kamera die zwei Soldaten unablässlich, rückt ihnen auf die Pelle, umkreist sie, geht wie schwerelos hoch und runter, etwa beim Auf- und Absteigen auf einen Laster, sie nimmt den Zuschauer mit in die Kommandozentralen, auf die Schlachtfelder und, wie Stanley Kubrick in „Wege zum Ruhm“, in die Schützengräben und macht sie so quasi erlebbar. Dabei zeigt Mendes immer wieder die Grauen des Krieges: Einmal muss einer der beiden beim Überqueren eines Fluss über einen Haufen angeschwemmter Leichen robben, ein anderes Mal fassen sie versehentlich in die offenen Wunden von Toten. Ratten und Vögel machen sich an den Leichen zu schaffen, tote Pferde und Kühe überall. Dies ist der Film, über den im Vorfeld schon jeder Kinoliebhaber spricht, nicht so sehr seines Themas wegen oder der Stars, sondern wegen seiner Machart. „1917“, der neue Film von Sam Mendes („American Beauty“, „Spectre“), ist in einer einzigen Aufnahme und damit in Echtzeit gedreht. Es gibt also keinen Schnitt, Handlung und Zeit bilden eine unverbrüchliche Einheit. „Slice of time“ nennt Sam Mendes das – ein Ausschnitt der Zeit, bei der die Kamera (und mit ihr der Zuschauer) immer ganz nah bei den Charakteren
  ist. Das alles ist, unterstützt durch ein beängstigendes Sounddesign, auch ungemein spannend.

1917
Land/Jahr: USA
Regie: Sam Mendes
Darsteller: George MacKay, Dean-Charles Chapman, Mark Strong
Laufzeit: 119 Minuten




NEu in der Schauburg
VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS
in französischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln



Elia Suleiman wählt in seinen Filmen das distanzierte Staunen, blickt mit verblüffter Verwunderung auf die Absurdität der Lage in Palästina. In seinem neuen Film erweitert er nun seinen Blick - um am Ende doch in seiner Heimat einen Funken Hoffnung zu finden.

In Nazareth lebt der Regisseur Elia (Elia Suleiman) allein in einem großen Haus mit Garten, der langsam von einem Nachbarn übernommen wird. Während in seiner Heimat der Nahost-Konflikt zum Alltag geworden ist, verrückte Menschen auf den Straßen rumlaufen, versucht Elia einen neuen Film auf die Beine zu stellen. Doch die Finanzierung erweist sich als schwierig, denn von einem palästinensischen Filmemacher wird nichts anderes erwartet, als ein Film über die Not der Palästinenser. Doch auch das wird von potentiellen Geldgebern in Paris, wo Elia zunächst Produzenten trifft, nur noch mit Achselzucken hingenommen. In den Straßen der französischen Hauptstadt trifft er stattdessen auf vereinzelte Spuren eines zunehmenden Überwachungsstaates, auf ständige Polizeipräsenz, die sich auch in New York, seiner zweiten Station, fortsetzt. Schließlich kehrt er mit der Erkenntnis in seine Heimat zurück, dass die ganze Welt zunehmend Palästina ähnelt.

Grau sind Elia Suleimans Haare inzwischen geworden, auf denen fast immer ein Strohhut sitzt, der im direkten Gegensatz zu den absurden Dingen zu stehen scheint, die er mit seinem stets traurigen, verwunderten Blick beobachtet; stets aus passiver Position, als stiller Beobachter einer Welt, die zunehmend aus den Fugen zu geraten scheint. Für seine Heimat gilt das besonders, doch diesmal hat Elia Suleiman keinen Film gedreht, der sich dezidiert mit dem Nahost-Konflikt beschäftigt. Der Nachbar, der eigenmächtig den Garten Elias übernimmt verweist zwar unmissverständlich – und auch ein wenig unsubtil – auf den Landraub Israels, der das von den Palästinensern bewohnte Gebiet immer kleiner werden lässt, doch bald öffnet sich Suleimans Blick. In der letzten Szene sitzt Elia da allein in einem Club in Nazareth, im Hintergrund feiern junge Palästinenser ausgelassen, als gäbe es die Besatzung nicht, als könnte man alle Probleme einfach wegtanzen. Ein verschmitztes Lächeln meint man da auf Elias Gesicht zu erkennen, das andeutet, dass es trotz allem nie verkehrt ist, die Hoffnung nicht zu verlieren.


VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS
L.and/Jahr: Frankreich, Katar 2019
Regie: Elia Suleiman
Darsteller: Elia Suleiman, Gael García Bernal, Guy Sprung
102 Minuten
ohne Alterseschränkung


 


NEU in der Schauburg
CRESCENDO - #MAKEMUSICNOTWAR


 


Auf inspirierende Weise erzählt Dror Zahavis Spielfilm von jugendlichen Musikern aus Palästina und Israel, die in einem gemeinsamen Konzert ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen sollen.

Regisseur DrorZahavi gelingt ein engagierter Musikfilm mit einer wahrhaft starken Botschaft. Sein berührendes Drama zeigt: Musik als Friedensstifter löst Vorurteile und überwindet Grenzen. Wie Eran Riklis Filme macht er dabei die persönliche Dimension des langjährigen Nahostkonflikts spürbar. Gleichzeitig scheinen Parallelen zu dem West-Eastern Divan Orchestra von Stardirigent Daniel Barenboim auf. Denn in den Hauptrollen brillieren Peter Simonischek als einflussreicher Dirigent und Bibana Beglau. Die facettenreiche Schauspielerin mimt eine ambitionierte und zielstrebige Konzertmanagerin. Zwei charakterstarke Figuren, die für das Unmögliche kämpfen und fast gewinnen. Das sehenswerte Filmprojekt über Versöhnung ist auch mit israelischen und palästinensischen Laienschauspielern besetzt.

Eisern übt die 24-jährige Palästinenserin Layla (Sabrina Amali) im Wohnzimmer Geige. Mit Bachs Solopartita in E-Dur kämpft sie gegen den Tumult draußen vor dem Fenster. Ihre Heimatstadt Qualqiliya liegt im Westjordanland, direkt an der Grenze zu Israel. Immer wieder kommt es zu Ausschreitungen. Auch Ron (Daniel Donsky) übt Bach. Der junge Israeli lebt in Tel Aviv, nahe der Kulturhalle. Dort wird in wenigen Tagen Maestro Eduard Sporck (Peter Simonischeck) erwartet. Ein deutscher Dirigent, der ein ehrgeiziges Ziel verfolgt. Als Sohn deutscher Nazi-Verbrecher
  wird ausgerechnet er mit der Nahost-Problematik konfrontiert. Trotzdem will er mit jungen Palästinensern und Israelis ein klassisches Musikprogramm einstudieren, das bei den Friedenverhandlungen zwischen Diplomaten aus Israel und Palästina aufgeführt werden soll. Initiatorin des ambitionierten Orchesterprojekts ist die zielstrebige Managerin Karla de Fries (Bibiana Beglau). Die ungleichen Bedingungen zwischen den Israelis und den Palästinensern beginnen schon beim Vorspielen...

Einfühlsam schildert das engagierte Musikdrama die Schwierigkeiten der jungen Musiker, friedlich miteinander umzugehen. Denn Vorurteile und gegenseitiger Hass sitzen tief. Kurzerhand verlegt Maestro Sporck die Probenarbeit - aus Sicherheitsgründen - in sein idyllisches Heimatdorf
 
in den Bergen Südtirols. Dort erinnert sein Vorgehen mit Stuhlkreis und Begrüßungsspiel an Therapiestunden. „Wenn man sich nicht gegenseitig als Person wahrnimmt, kann man auch nicht zusammen Musik machen“, so sein Credo. Neben den brillanten Hauptdarstellern überzeugt vor allem Sabrina Amali als Palästinenserin Layla, die gegen die Widerstände in der eigenen Familie kämpft. Ihr beharrlich intensives Spiel erinnert an die israelisch-arabische Schauspielerin und Filmregisseurin Hiam Abbas, die starken arabischen Frauen im internationalen Kino Gesicht verleiht. Selbst wenn das Happy End scheinbar fehlt, lässt das absolut sehenswerte Drama, das Produzentin Alice Brauner couragiert realisierte, hoffen.

CRESCENDO - #MAKEMUSICNOTWAR
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Dror Zahavi
Drehbuch: Johannes Rotter, Dror Zahavi
Darsteller: Peter Simonischek, Daniel Donskoy, Mehdi Meskar, Sabrina Amali, Bibiana Beglau, Götz Otto
102 Minuten
ab 6 Jahren


 



Das große Frühstückskino in der Schauburg
am 19. Januar 2020


Bedienen Sie sich am Sonntag ab 10.00 Uhr an einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Croissants, Laugengebäck, Brot, Wurst, Käse, Schinken, Rührei, Speck, Quark, Joghurt, Räucherlachs, Kuchen, Obst und vielen mehr. Dazu Kaffee, Tee, Organgensaft, Kakao, Sekt und ... und ... und  .

Filmbeginn ist dann ab 11.00 Uhr.

Das große Frühstücksbuffet incl. Film nur EURO 16,00

Am Sonntag (19.1.) im Frühstückskino...

Vom Gießen des Zitronenbaums
Lindenberg! Mach Dein Ding
Als Hitler das rosa Kanninchen stahl


Reservierungs-Telefon: 0721 - 35 000 18