NEU in der Schauburg
ALLES UNTER KONTROLLE




Sein letzter Abschiebeauftrag gerät für einen Grenzpolizisten zum Fiasko. Ganz auf die Spielfreude seiner Protagonisten ausgelegte Komödie vom Regisseur von „Monsieur Claude und seine Töchter“.

Für den Polizisten José Fernandez gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: er wird endlich befördert zu einer Spezialeinheit und darf sich vom unerfreulichen Alltag des Grenzpolizisten verabschieden. Die schlechte Nachricht: ein letztes Mal muss er noch nach Kabul, um den straffälligen Karzaoui in sein Heimatland abzuschieben. Jetzt heißt es, den Flüchtling unkompliziert loszuwerden, sonst wird es schwierig mit der Beförderung. Doch es gibt ein Problem: im Fall Karzaoui ist der Justiz eine Panne unterlaufen und der ist entsprechend verstimmt. José hat sich seinen letzten Flüchtling deutlich resignierter vorgestellt. Doch weit gefehlt! Als das Flugzeug auf einer Ferieninsel notlanden muss, nutzt der renitente Karzaoui die Gunst der Stunde und macht sich mit falscher Identität und einem Heizkörper bewaffnet aus dem Staub. José und sein trinkfester Kollege Guy jagen ihrem Ordnungsauftrag hinterher und müssen bald selbst erleben, wie schnell es mit der schützenden Identität vorbei sein kann.

In der neuen Komödie von Philippe de Chauveron, dem Regisseur von „Monsieur Claude und seine Töchter“ kehren mit Ary Abittan und Medi Sadoun auch zwei der wunderbaren Schwiegersöhne aus „Monsieur Claude“ auf die Leinwand zurück. Philippe de Chauveron gelingt erneut ein herzliches und provozierendes Komödienspektakel aus Frankreich. Ary Abittan und Medi Sadoun legen mit großer Spielfreude los als herrlich verwirrte Zeitgenossen auf ihrer unfreiwillig gemeinsamen Reise durch gesellschaftliche Minenfelder, aus denen manchmal auch Freundschaft entsteht.


ALLES UNTER KONTROLLE
Land/Jahr
: Frankreich 2016
Regie: Philippe de Chauveron
Darsteller: Ary Abbitan, Medi Sadoun, Cyril Lecomte
91 Minuten
ab 12 Jahren


 

NEU in der Schauburg
THE FOUNDER
auch in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Die wahre Geschichte des Ray Kroc, der Kopf hinter McDonald’s. Unterhaltsame Biographie, die die Welt und das Lebensgefühl der 50er und 60er Jahre wiederauferstehen lässt. Und mitten drin Michael Keaton in einer seiner schönsten Rollen.

Zu Beginn ist Ray Kroc ein Mann um die Fünfzig und ein einigermaßen erfolgloser Außendienst-Verkäufer von Milkshake-Mixern, der übers Land tingelt, um Restaurants zu beliefern. Er kennt sich aus in der Welt der Diner und Barbeques, die wie Pilze aus dem Boden schießen, denn sie sind um 1950 herum ein beliebter Treffpunkt für junge Leute. Doch eines Tages lernt er in Kalifornien einen Diner kennen, der anders ist. Dieser eindeutig stark florierende Laden gehört den Brüdern Dick und Mac McDonald, zwei Männern im besten Alter, die schon seit vielen Jahren Hamburger herstellen und anbieten. Sie haben für ihren Imbiss ein perfektes System erfunden, mit dem sie schneller und mehr Hamburger verkaufen können. Ray Kroc ist fasziniert und begeistert. Er hat eine Vision, und er lässt nicht locker, bis er die beiden Brüder davon überzeugt hat, mit ihm zusammenzuarbeiten und ihm die Franchise-Rechte für die Gründung eigener Hamburger-Läden überlassen.

Ray Krocs Lebensgeschichte ist nicht nur ein gelungenes Biopic, sondern auch eine witzige Parabel über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Denn sie handelt von einem Mann, der vermutlich zu ca. 110 Prozent dem Idealbild des guten Amerikaners entsprach und der zwar extrem clever, aber nicht besonders nett war. Kein Wunder also, dass die McDonald’s Corporation nichts mit diesem Film zu tun haben möchte. Es ist eine Story, die von Ideen, Träumen und Wünschen handelt, aber auch von enttäuschten Hoffnungen, von Verrat, Betrug und natürlich von der unwiderstehlichen Kraft des Geldes. Ray Kroc ist einerseits das Symbol für die Möglichkeit des Aufstiegs, die fleischgewordene Bestätigung dafür, dass man tatsächlich vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann – eine Freude für jeden Management-Coach. Andererseits ist seine Geschichte auch irgendwie der Beweis für die These, dass Geld den Charakter verdirbt und dass man nur dann Erfolg haben kann, wenn man mehr oder weniger offensiv über Leichen geht. Was John Lee Hancock und Robert D. Siegel erschaffen haben, hat viel von einem tolldreisten Märchen, das in farbenfrohen Bildern eine positive, wahre Geschichte erzählt. Michael Keaton gibt Ray Kroc die Strahlkraft eines Beach Boys, die machtvolle Ausstrahlung eines Operntenors und den bestrickenden Charme eines Kreuzfahrtkapitäns, der sein Schiff sicher durch die Weltmeere lenkt. Er macht den Film zu einem boshaft komischen Trip in die Welt der Aasgeier – und zu einem grandiosen Kinovergnügen.


THE FOUNDER
Land/Jahr: USA 2016
Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman
115 Minuten
ohne Altersbeschränkung