14. TODD-AO 70MM FESTIVAL in der Schauburg
vom 28. - 30. September 2018

 


Das 14. "Todd-AO 70mm Filmfestival" in der Schauburg Karlsruhe bietet Filmemachern und Filmfreunden vom 28. – 30. September eine Gelegenheit, alte und neue Filme in den originalen analogen 70mm Bild- und Tonformaten zu erleben.

Das Karlsruher Traditionskino "Schauburg" ist ein Filmpalast alter Schule, mit viel Plüsch, Kronleuchtern, einem denkmalgeschützten Foyer in Gold und Blau und vor allem anderen der Möglichkeit, neben der heutigen Digitalprojektion in 4K und 3D auch das "Königsformat" des traditionellen Kinofilms zu präsentieren: Den 70-mm-Film, auch bekannt als Todd-AO oder Super Panavision 70.

Seit 2005 findet hier jährlich das Festival des superbreiten, hochauflösenden Bildes statt, vergleichbare Festivals gibt es sonst nur in England, Norwegen und den USA.

Als Kenneth Branagh ankündigte, seinen Film "Mord im Orient Express" komplett analog 70mm zu drehen, war das eine Bestätigung, dass dieses fast vergessene analoge Filmformat eine Renaissance erlebt.

Beim diesjährigen Festival in der Schauburg gibt es neben „Mord im Orient Express“ auch „Der Seidene Faden“ von Paul Thomas Anderson in der 70mm Projektion in der Schauburg zu sehen. Die 17 Meter breite, tiefgewölbte Bildwand des großen Schauburg Saals entspricht der Premium-Präsentation, wie sie in den 1960er Jahre üblich war.

Das 14. „Todd-AO 70mm Filmfestival“ ist eine Achterbahnfahrt in siebzig Millimetern um die Welt, und dies ein ganzes Wochenende lang. Das komplette Programm finden Sie auf
www.schauburg.de. Ein besonderer Willkommensgruß geht an den beim Festival anwesenden Regisseur Morten Skallerud aus Norwegen und seinen prämierten 70mm-Kurzfilm „A Year Along The Abandoned Road“. Weiterhin präsentiert die Schauburg die sensationelle, von Tommy Madsen aus Dänemark entwickelte neue Magellan-65mm-Kamera. Außerdem wird eine historische MCS 70-Kamera ausgestellt werden. Beide Film Kameras werden sowohl am Samstag als auch am Sonntag im Foyer zu besichtigen sein.

Die Schauburg verlost 5 x 2 Festivalakkreditierungen für das 70mm Festival in der Schauburg unter allen, die bis Montag 24.9. eine email an
gewinnspiel@schauburg.de schicken, Stichwort „70mm Festival“. Die Gewinner werden im Laufe des Dienstages benachrichtigt und können am Freitag, Samstag und Sonntag das gesamte Festivalprogramm besuchen, einschl. der Empfänge und Bankettpausen. Bitte Telefonnummer nicht vergessen, die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.




 


NEU in der Schauburg
WACKERSDORF
am 25. September um 18 Uhr wird der Regisseur Oliver Haffner seinen Film persönlich in der Schauburg vorstellen


Eine ganze Dorfgemeinschaft engagiert sich in den 1980er-Jahren gegen den Bau einer atomaren Wiederaufbereitsungsanlage. Regisseur Oliver Haffner errichtet diesen Bürgern nun ein filmisches Denkmal.

Die Oberpfalz in den Achtzigerjahren: In der kleinen Gemeinde Wackersdorf im Landkreis Schwandorf geht alles seinen gewohnten Gang, bis die bayerische Staatsregierung die Pläne für eine Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoffe aufnimmt. Damit die Bürger diesen einschneidenden Schritt fraglos über sich ergehen lassen, versuchen die Verantwortlichen vor allem den Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) auf ihre Seite zu ziehen und schmieren ihm deshalb ordentlich Honig ums Maul. Doch unter den Bürgern regen sich erste Widerstände, die auch an Schuierer nicht spurlos vorbeigehen...

Heutzutage ist vor allem die niedersächsische Gemeinde Gorleben zum Inbegriff des Atomstreits geworden. Dort befindet sich eines der bekanntesten Atommülllager, das immer wieder von Protesten und argen Auseinandersetzungen zwischen Atomgegnern und der Polizei begleitet wird, wenn Züge ihren hochgiftigen Müll in die Verbrennungsanlage transportieren. Doch schon viele Jahre vorher kam es zu ähnlichen Konfrontationen: In „Wackersdorf“ schildert Regisseur Oliver Haffner („Ein Geschenk der Götter“) nun einen der ersten, auf der Frage „Atomkraft ja oder nein?“ basierenden Konflikte zwischen Bürgern und der deutschen Regierung. Die Einen mögen es trocken nennen, die anderen „aufs Wesentliche reduziert“ – „Wackersdorf“ ist erwartungsgemäß kein Film, in dem visuell auf der Leinwand viel passiert. Haffner hätte sein Projekt auch guten Gewissens für das öffentlich-rechtliche Fernsehen produzieren können, denn aus technischer Sicht präsentiert sich sein Film betont unspektakulär. Erzählerisch sagt sich der auch für das Drehbuch mitverantwortliche Haffner allerdings von den gängigen TV-Drama-Mechanismen los. In „Wackersdorf“ konzentriert sich alles auf die politischen Aspekte der Geschichte.

Am Dienstag 25. 9. begrüßt die Schauburg zur 18 Uhr Vorstellung von „Wackersdorf“ den Regisseur Oliver Haffner, der seinen Film persönlich vorstellen wird und im Anschluss an die Vorstellung für eine Publikumsdiskussion um den Film und das Thema zu Verfügung steht.


WACKERSDORF
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Oliver Haffner
Darsteller: Johannes Zeiler, Anna Maria Sturm, Peter Jordan
123 Minuten
ab 6 Jahren

 

NEU in der Schauburg
UTOYA - 22. Juli
auch in norwegischer Originalfassung mit deutschen Untertitel


Minutiöse Aufarbeitung des schlimmsten Terrorangriffs, der Norwegen vor genau sieben Jahren heimgesucht hat.

Gegen halb vier am 22. Juli 2011 explodierte im Osloer Regierungsviertel eine Bombe und tötete acht Menschen. Zwei Stunden später fiel auf der vor der norwegischen Küste gelegenen Insel Utøya der erste Schuss, abgefeuert von Anders Behring Breivik, der in den nächsten Minuten insgesamt 69 Menschen tötete, die meisten unter 20 Jahre alt, Schulkinder, die für ein Ferienlager auf der Insel weilten. Wie diese Jugendlichen die Minuten der Angst erlebten, wie sie mitansehen mussten, wie Freunde ermordet wurden, wie sie verzweifelt versuchten, sich zu retten, irgendwo ein Versteck zu finden, in Todesangst ausharrten, bis endlich die Polizei auf der Insel eintraf, um Breivik festzunehmen, das ist das Thema von Erik Poppes „Utøya 22. Juli.“ Die Form, die Poppe, der bislang eher Melodramen wie „Tausendmal gute Nacht“ oder historische Stoffe wie „The King's Choice – Angriff auf Norwegen“ gedreht hatte, dabei wählt, ist die einer immersiven, ungeschnittenen Einstellung.

Nach ein paar Dokumentaraufnahmen, die den Bombenanschlag in Oslo zeigen, schneidet der Film auf die Insel, wo seine Hauptfigur Kaya (Andrea Berntzen) zusammen mit Schulfreunden gerade ihr Zelt einrichtet. Doch per Handy erfahren die Schüler erste Nachrichten vom Anschlag in der Hauptstadt, im Fernsehen laufen Bilder, die ein Bild des Chaos vermitteln, doch bevor die Nachricht sacken kann, geht das Grauen schon los: Schüsse hallen über die Insel, in Panik wegrennende Jugendliche lassen keinen Zweifel daran, was sich hier anbahnt. Im folgenden bleibt die mobile Kamera von Martin Otterbeck immer ganz nah bei Kaya, rennt mit ihr weg, versteckt sich mit ihr, liegt mit ihr hinter Büschen und auf dem Waldboden, blickt mal minutenlang in ihr verzweifeltes Gesicht, bleibt mal unbarmherzig auf der blutigen Wunde eines Schulfreundes hängen. Technisch betrachtet ist das fraglos eindrucksvoll, eine bemerkenswerte Koordinationsleistung, auch schauspielerisch überzeugend, gerade von Andrea Berntzen, die fast in jedem Moment im Bild zu sehen ist.


UTOYA - 22. JULI
Land/Jahr: Norwegen 2018
Regie: Erik Poppe
Buch: Anna Bache-Wiig & Siv Rajendram Eliassen
Darsteller: Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad, Elli Rhiannon Müller Osbourne, Sorosh Sadat
92 Minuten