SCHAUBURG GOES OPEN AIR 2018

 


Vom 20. Juli bis 9. September 2018 ist es wieder soweit: Die Open Air Kinonächte am Schloss Gottesaue öffnen ihre Pforten.

Jeden Abend ab 19.00 Uhr ist Einlass, es gibt einen gemütlichen Biergarten und verschiedene gastronomische Angebote. Selbstverständlich gibt es auch frisches Popcorn, das gehört schließlich zu einem Kinoabend dazu.

Am Freitag 20. Juli eröffnet die diesjährige Saison mit derPremiere von „303“ - ein altes Wohnmobil vom titelgebenden Typ 303 spielt die Hauptrolle in diesem Lovestory-Road-Movie. Jan und Jule sind Zufallsbekannte. Auf dem Weg Richtung Portugal lernen sich beide näher kennen und beginnen Stück für Stück ihr Innerstes vor dem anderen zu offenbaren. Ein romantisches Roadmovie, ?der durch exquisiten Soundtrack und wunderschöne Landschaftsaufnahmen besticht. Die Hauptdarstellerin Mala Emde sowie Regisseur Hans Weingartner werden zur Vorstellung am Schloss Gottesaue anwesend sein und ihren Film persönlich vorstellen.


Am Samstag 21.7. steht „3 Tage in Quiberon“ auf demProgramm. 1981 verbringt Romy Schneider einige Tage in Quiberon. Sie versucht von Alkohol und Tabletten los­zukommen – und gibt dem Magazin STERN ein Tage andauerndes Interview-Marathon, das tief in Ihre Seele blicken lässt. Gewinner des „Deutschen Filmpreis 2018“: Eine hervorragende Schauspielerriege bildet Romy Schneiders von Schmerz und Zweifeln geprägtes Innenleben ab.


Sonntag 22.7. wird die französische Komödie „Das Leben istein Fest“ gezeigt. Max und seine Catering-Crew bedienen hauptsächlich Hochzeiten. Verdorbenes Essen, Stromausfälle und pingelige Gäste halten seinen Betrieb auf Trapp. Ensemblekomödie der Regisseure von ZIEMLICH BESTE FREUNDE. Leichte und witzige Kost aus Frankreich.

Der Vorverkauf hat begonnen. Karten gibt es in der Schauburg, Marienstrasse 16 (zu den Kino Öffnungszeiten), im Ticketforum in der Postgalerie, im Musikhaus Schlaile und online im Internet unter www.openair-karlsruhe.de

 


NEU in der Schauburg
303

 


.Mit einem Wohnmobil fahren eine Studentin und ein Tramper gen Süden. Es wird philosophiert, gestritten, geflirtet. Slow-Dating auf 2.500 KM quer durch Europa. Kapitalismuskritischer Coup mit Kultfilm-Qualitäten.

Die Biologie-Studentin Jule (Mala Emde) rasselt trotz leichter Fragen durch die Prüfung, Mama drängt die Tochter zur Abtreibung. Freund Alex im fernen Portugal ahnt derweil noch gar nichts vom kommenden Vaterglück. Um klaren Kopf zu bekommen, macht sich Jule mit ihrem alten Wohnmobil auf die lange Reise in Richtung Süden. Der Politik-Student Jan (Anton Spieker) hat gleichfalls wenig Grund zum Jubeln. Sein eingeplantes Stipendium wurde mit windiger Begründung abgelehnt. Frustriert beschließt er spontan, endlich seinen leiblichen Vater in Spanien zu besuchen, dessen Existenz ihm erst seit Kurzem bekannt ist. Von der gebuchten Mitfahrgelegenheit versetzt, bleibt nur noch Tramper-Glück. Nach etlichen Absagen auf einer Raststätte, trifft Jan schließlich auf Jule. Die freut sich durchaus auf ein bisschen Gesellschaft am Steuer. Die beiden 24-Jährigen sind sich auf Anhieb sympathisch. Mit Smalltalk-Vorglühen hält sich das diskussionsfreudige Duo nicht lange auf, schnell geht es an das Eingemachte. Vom großen Ganzen im Leben bis zum kleinen Detail in der Liebe.

Es ist sichtlich spürbar, welches Vergnügen Hans Weingartner am Verfassen witzig nachdenklicher Wortgefechte hatte - gleichsam nebenbei erfindet „303“ das Genre der philosophischen Screwball-Comedy. Für Schauspieler sind solch geschliffene Dialoge natürlich eine gemähte Wiese. Sie so spontan und natürlich klingen zu lassen, ist freilich das starke Stück, das Mala Emde und Anton Spieker mit so überzeugender Leichtigkeit liefern. So verlässlich der alte Daimler, Baujahr 1980, mit gemächlichem Tempo gen Süden zuckelt, so pannenfrei entwickelt sich der Charme dieses vergnüglich nachdenklichen Roadmovies. Regisseur Weingartner sagt über seine Lovestory „Es ist sozusagen der ‚Anti-Tinder’ Film. Statt 3 Sekunden Wisch-und-Weg, die langsame Annäherung zweier Seelen. Zwei Menschen beim sich langsam ineinander Verlieben zuschauen. So wie es früher einmal war.“

Am Freitag 20. Juli um 21.30 eröffnet „303“ die diesjährigen Open Air Kinonächte am Schloss Gottesaue. Hauptdarstellerin Mala Emde und Regisseur Hans Weingartner werden anwesend sein.


303

Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Hans Weingartner
Darsteller: Mala Emde, Anton Spieker, Arndt Schwering-Sohnrey
145 Minuten
ab 12 Jahren


 


NEU in der Schauburg
SICARIO 2
auch in englischer Originalfassung


Im Drogenkrieg gibt es keine Regeln. An der amerikanisch-mexikanischen Grenze entflammt ein blutiger Krieg. Lang erwartete Fortsetzung von Denis Villeneuves Thriller.

CIA-Agent Matt (Josh Brolin) und der Söldner Alejandro (Benicio Del Toro) kehren zurück an die US-mexikanische Grenze. Hier eskaliert der Drogenkrieg, seit die mexikanischen Kartelle begonnen haben, Terroristen über die Grenze in die USA einzuschleusen. Um von US-Seite aus im Gegenschlag einen Krieg der verfeindeten Drogenkartelle anzuzetteln, soll die Tochter des Kartellbosses und Terroristenschleusers Carlos Reyes entführt werden. Mit dem hat Alejandro jedoch noch eine ganz andere Rechnung offen…

Die Fortsetzung des fesselnden Thrillers „Sicario” treibt die Spannung auf ein Maximum: Im komplexen Kampf zwischen Macht und Gier verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse. In den Hauptrollen brillieren erneut Oscar-Preisträger Benicio Del Toro („Traffic”) und der Oscar-Nominierte Josh Brolin („No Country for Old Men”) – diesmal an der Seite von Newcomerin Isabela Moner („Transformers: The Last Knight“). Regie der lang erwarteten Fortsetzung führt Genre-Spezialist Stefano Sollima („Gomorrha“, „Suburra“) nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan („Sicario“, „Wind River“).


SICARIO 2
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Stefano Sollima
Darsteller: Benicio Del Toro, Josh Brolin, Catherine Keener
123 Minuten

 

NEU in der Schauburg
LANDRAUSCHEN



Eine Berlin-Heimkehrerin mischt das Dorfleben in der schwäbischen Provinz gehörig auf. Beim Max Ophüls-Festival hat das wilde Werk rigoros abgeräumt - und mehr Preisgelder kassiert, als für die Produktion ausgegeben wurden!

„Sobald du stehen bleibst, wirst du überholt!“, vertraut die Heldin sich gleich zum Auftakt dem Publikum an. Mit zwei Hochschulabschlüssen, doch ohne Job und ohne Geld, kehrt die junge Toni (Kathi Wolf) zurück in die schwäbische Provinz nach Bubenhausen. Im nahegelegenen Ulm hofft Toni auf eine Stelle als Journalistin. Der schmierige Chefredakteur bietet ihr gönnerhaft jedoch lediglich ein Praktikum im Lokalteil an. Der erste Auftrag: Ein ganzseitiger Lobgesang auf das Treiben am Faschingsdienstag im Dorf. Die kritischen Töne der Reporterin kommen in der Zentrale gar nicht gut an. Prompt bekommt jener überaus ehrgeizige Kollege den Auftrag, aus dem Text vom Vorjahr einen frenetisch feiernden Bericht zusammen zu schustern. Für Frust hat Toni indes gar keine Zeit: Mit der wilden Rosa (Nadine Sauter) findet sie eine Freundin, die ganz neuen Schwung in ihr lahmes Leben bringt. Je intensiver die Beziehung sich entwickelt, desto happiger geraten freilich so manche Probleme. Für die Tratsch-Tanten im Dorf sind Lesben allemal ein gefundenes Fressen beim gemeinsamen Eierlikör-Besäufnis.
 

Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Miller kennt sich bestens aus mit dem Leben im Dorf, ist sie doch selbst in Bubenhausen aufgewachsen. Damit nicht genug: Die Darsteller sowie das Team stammen gleichfalls aus dem kleinen Kaff. Das ganze Dorf ist hier mit dabei – mehr Authentizität und dokumentarischer Realismus geht also kaum. Lediglich bei den beiden trotteligen Landpolizisten und ihrer leidenschaftlichen Aufklärungsmission könnte ein klein wenig geflunkert worden sein. Man kann dem Filmchen einiges vorwerfen: Von der bisweilen mangelnden Struktur über die manchmal arg holprigen Laiendarsteller bis zum uralten Witz über Helene Fischer. Aber genau das macht eben zugleich seinen entwaffnenden Charme aus: Einfach machen. Einfach lachen. Beim Publikum, das zeigte sich beim Max Ophüls-Festival sehr deutlich, ging diese Formel der Unbekümmertheit bestens auf. Wahrhaftigkeit, Frechheit samt Mut zum Risiko lässt die weichgespülten, blassen Dramen der Förderbürokatie ziemlich alt aussehen.


LANDRAUSCHEN
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Lisa Miller
Darsteller: Kathi Wolf, Nadine Sauter, Heidi Walcher
101 Minuten
ab 12 Jahren


 


NEU in der Schauburg
FOXTROT



Schon beim Anblick der Soldaten, die an die Tür ihres stilvollen Appartements in Tel Aviv klopfen ,wissen Michael (Lior Ashkenazi) und Dafna (Sarah Adler) was passiert ist: Ihr Sohn Jonathan (Yonatan Shiray) ist gefallen, gestorben im Dienst für sein Land, den jeder junge Israeli ableisten muss, oft an den Grenzen der besetzten Gebiete, an Straßenposten oder gleich ganz in einem der vielen Kriege, die Israel immer wieder führt.

Schockstarre erfasst die Eltern, die Militärseelsorger agieren dagegen routiniert, zu oft haben sie anderen Eltern die gleiche Nachricht überbracht. Die Beerdigung wird geplant, doch dann die Nachricht: Jonathan lebt, es war ein Irrtum. Schnitt in die Einöde der Wüste: Jonathan und drei andere Soldaten hausen in einem Container im Niemandsland und bewachen einen Straßenposten, den manchmal ein Kamel passiert, manchmal ein Auto mit Palästinensern, das die jungen Soldaten mit großer Vorsicht und einigem Misstrauen kontrollieren.

Meist passiert gar nichts, meist bewachen die Soldaten ein Nichts, doch allzu schnell kann die Situation in einer Katastrophe enden, wie die weiteren, schicksalshaften Ereignisse zeigen.

Der Foxtrot ist ein Tanz bei dem sich die Tänzer, so wird es im Film nicht einmal, sondern gleich zweimal erklärt, zwei Schritte vor, zwei nach links, zwei zurück und schließlich zwei nach rechts bewegen, anders gesagt: Im Kreis. Israel ist ein Land, dass sich seit seiner Gründung vor exakt 70 Jahren im praktisch dauerhaften Kriegszustand mit seinen Nachbarn befindet, aber auch mit den im israelischen Kernland oder den von Israel besetzen Gebieten lebenden Palästinensern, also praktisch mit sich selbst.

Überdeutlich ist also die zentrale Metapher von Samuel Moaz Film, der schon mit seinem Debüt „Lebanon“ einen mehr als kritischen Blick auf seine Heimat geworfen hat, in seinem zweiten Film aber noch viel weiter geht. Viel Kritik hat er in Israel für seine Darstellung des Militärs bekommen, einer Institution, die wie sonst in kaum einer anderen modernen Demokratie im Mittelpunkt des täglichen Lebens steht, denn praktisch jede Familie hat unmittelbar mit ihr zu tun. Und viele Familien haben tote Söhne (oder Töchter, denn in Israel muss wirklich jeder zum Militärdienst) zu beklagen, die immer häufiger an den zahlreichen Kontrollpunkten Dienst tun, die Israel von den besetzten Gebieten trennen.

Diese düstere Zustandsbeschreibung inszeniert Samuel Moaz in strenger Form, die im ersten und dritten Teil, der ausschließlich in der Wohnung des Paares in Tel Aviv spielt, die Form eines klaustrophobischen Kammerspiels einnimmt, und im Mittelteil wie eine groteske Satire wirkt. Und über allem schwebt die Frage, wie es mit Israel weitergehen mag, wie sich das Land aus dem Kreislauf der Gewalt und (vererbten) Traumata befreien kann, die Moaz in seinem luziden Film so präzise diagnostiziert.


FOXTROT
Land/Jahr:
Israel, Deutschland u.a. 2017
Regie: Samuel Maoz
Darsteller: Lior Louie Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray
113 Minuten
ab 12 Jahren


 


 

Großes Frühstückskino in der Schauburg
macht Sommerpause

Das große Kinofrühstück am Sonntag in der Schauburg macht Sommerpause bis Mitte September 2018.