TRAUMFABRIK-
BIG BROTHER / Surveillance Cinema
in der Schauburg
FAHRENHEIT 451
am Sonntag, 19. November um 15 Uhr
 


Die aktuelle Filmreihe „Traumfabrik“ in der Schauburg widmet sich dem Thema „Big Brother – Surveillance Cinema“ und untersucht werden die verschiedenen Ausprägungen, Zusammenhänge und Konsequenzen des „Big Brother Staats“ – vor und nach Orwell, von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart.

m Sonntag, 16. November um 15 Uhr wird „Fahrenheit 451“ gezeigt. Eine moderne Zukunftswelt, in der die Feuerwehr für sichere Bücherverbrennungen zuständig ist, in der Denunziantentum ermutigt wird, Gefühle verdächtig sind und der Mittelstand sich durch Psychopharmaka oder TV-Shows anästhesieren lässt, um sein sinnentleertes Leben zu vergessen – dort wird Lesen zum Akt des Widerstands. Truffaut suchte für den Film seine Lieblingsbücher aus und zeigt: Kultur kann nur in unseren Köpfen bewahrt werden.

Vor dem Film gibt es eine Einführung von Wolfgang Petroll und im Anschluss an die Vorführung Gelegenheit zum Filmgespräch.

FAHRENHEIT 451
Land/Jahr:
GB 1966
Regie: François Truffaut
nach einem Roman von Ray Bradbury
Drehbuch: François Truffaut, Jean-Louis Richard, David Rudkin, Helen Scott
Kamera: Nicholas Roeg
Musik: Bernard Herrmann
Darsteller: Oskar Werner, Julie Christie, Cyril Cusack, Anton Diffring, Jeremy Spenser, Bee Duffell, Eric Mason

 



                

 

NEU in der Schauburg
FIKKEFUCHS

 


Sie halten sich für Helden, glauben, sie seien unwiderstehlich: Der gut 50jährige Rocky (Jan Henrik Stahlberg), der in Berlin allein in seiner Altbauwohnung lebt und jüngeren Frauen nachsteigt, aber auch älteren nicht abgeneigt ist, Hauptsache Frau. In der Provinz lebt der Mittzwanziger Thorben (Franz Rogowski), der aus einer psychiatrischen Klinik ausbricht, wo er wegen Sexualvergehen saß, und nach Berlin trampt. Dort sucht er seinen Vater auf, den er noch nie gesehen hat: Rocky. Der zweifelt zunächst an seiner Vaterschaft, hält Thorben für einen Aufschneider, einen Sprüchemacher – und erkennt sich selbst in dem Jüngeren. So wie Rocky ist auch Thorben stets auf der Jagd nach Frauen, besser gesagt: Auf Beutefang, denn mehr sind Frauen nicht für ihn. In Berlin wähnt er sich zunächst im Paradies, ist begeistert von der "Auswahl“, muss jedoch bald feststellen, dass seine Anmachsprüche keinen Anklang finden. So wird der scheinbar erfahrene und weltgewandte Rocky zu seinem Lehrer und versorgt ihn mit Ratschlägen, von deren Erfolg er selbst fälschlicherweise überzeugt ist...

Sympathisch sind sie nicht, die beiden Helden von Jan Henrik Stahlbergs Satire, eher tragische Figuren, die an sich und den Erwartungen scheitern, von denen sie glauben, dass sie sie erfüllen müssen. Rund um die Uhr auf der Jagd sind sie, wittern ständig die Gelegenheit, eine Frau kennen zu lernen und übersehen dabei geflissentlich, dass ihr Begehren auf wenig Gegenliebe stößt. Erschreckend präzise schildert Stahlberg die übersexualisierte Welt der Gegenwart, das ständige Versprechen auf Sex, das durch die Medien, das Kino und natürlich das Internet geistert. Aber auch die Erwartungen an einen Mann selbst, der glaubt, einem unrealistischen, virilen Ideal entsprechen zu müssen, das durch Werbung und Pornos konstruiert wird. Von Dating-Diensten wie Tinder, über Flirtkurse bis hin zum geradezu altmodisch anmutenden Spruch an der Kneipen-Theke, reißt Stahlberg praktisch alle Facetten und Möglichkeiten des Kennenlernens in der Moderne an, und hat sich dabei mit Franz Rugowski einen idealen Gegenpart an die Seite gestellt. Lange Zeit reicht es aus, dieses ungleiche und doch gleiche Duo zu beobachten, ihre von einer vollkommenen Abwesenheit von Selbstreflexion und Selbsterkenntnis geprägten Versuche zu verfolgen, Frauen kennen zu lernen. In diesen Momenten ist „Fikkefuchs“ eine schmerzhaft präzise Zustandsbeschreibung männlicher Befindlichkeiten, pointiert und von beißendem satirischen Witz.


FIKKEFUCHS
Land/Jahr
: Deutschland 2017
Regie: Jan Henrik Stahlberg
Darsteller: Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Thomas Bading, Susanne Bredehöft, Jan Pohl
Laufzeit: 101 Minuten
ab 16 Jahren



 


NEU in der Schauburg
HUMAN FLOW
auch in Originalfassung mit deutschen Untertiteln



Dokumentarische Reflexion weltweiter Migrationsbewegungen, gesehen durch die Augen des chinesischen Konzeptkünstlers Ai Weiwei.

Eine Möwe fliegt über das Mittelmeer. Umschnitt auf ein voll besetztes Flüchtlingsboot. Im nächsten Bild thront ein Leuchtturm, anschließend patrouilliert ein Hubschrauber den Strand entlang. Dazwischen räumt das Zitat eines Bürgerrechtlers allen Menschen das Recht ein, frei zu leben. Die Bildfolge vom Anfang enthält die konzeptionelle Ausrichtung des Dokumentarfilms. Dem Aktionskünstler Ai Weiwei geht es um eine visuelle Vermittlung weltweiter Migrationsbewegungen, nicht um Ursachenforschung oder gar Problemlösungsansätze. Die Bilder bleiben weitgehend unkommentiert. Nur in kleinen Dosen kommen Betroffene, Flüchtlingshelfer und Offizielle zu Wort. Ai Weiweis Panorama weltweiter Migrationsbewegungen geht mehr in die Breite als in die Tiefe und setzt entsprechendes Hintergrundwissen voraus. Allein ein Telegramm-Lauftext am unteren Bildrand triggert Schlagzeilen zur so genannten Flüchtlingskrise, darunter der berühmte Merkel-Ausspruch, der hier auf Englisch am Betrachter vorbeizieht: „We can do it.“

„Human Flow“ vermittelt die Flüchtlingsthematik fast ausschließlich über Bilder. Insgesamt 25 Kamerateams dokumentieren Menschenströme und Refugee-Camps auf aller Welt. Die Filmemacher besuchen die Grenzen zwischen Griechenland und Mazedonien, Serbien und Ungarn, machen Station auf Lesbos, in Idomeni und Calais, begleiten Flüchtlinge auf der Balkanroute, filmen überfüllte Flüchtlingslager im Irak, in Pakistan und Kenia. Die kurdische Minderheit in der Türkei kommt ebenso vor wie die abgeschottete Grenze zwischen den USA und Mexiko. Die Bildästhetik steht bisweilen im Widerspruch zum dargestellten Elend, wenn mit Drohnen erstellte Luftaufnahmen humanitäre Katastrophen stilisieren. Die vom IS entflammten Ölfelder bei Mossul wirken beispielsweise wie ein Naturschauspiel, wobei die faszinierenden Bilder die blutig ausgefochtenen Konflikte dahinter übertünchen. Gut in Ai Weiweis Konzept passen hingegen die stummen Porträts von Migranten, die an ähnliche Momente aus den Filmen von Ulrich Seidl gemahnen. Auch der Blick für Randbegebenheiten, die in Fernsehnachrichten kaum vorkommen, zeichnet die Doku aus: Einmal präsentiert eine Syrerin Fotos ihrer Katze, ein andermal versammeln sich Flüchtlinge um eine provisorische Ladestation für ihre Smartphones. Diskutabel ist Ai Weiweis Hang zur Selbstinszenierung. Doch generiert seine internationale Bekanntheit die benötigte Aufmerksamkeit für ein zentrales Gegenwartsthema, von dem manch einer nichts mehr hören und sehen will.


HUMAN FLOW
Land/Jahr: Deutschland 2017
Regie: Ai Weiwei
Mitwirkende: Israa Abboud, Hiba Abed, Rami Abu Sondos, Asmaa Al-Bahiyya, Eman Al-Masina, Maya Ameratunga, Hanan Ashrawi
Laufzeit: 140 Minuten


 


NEU in der Schauburg
WER WAR HITLER



Die Frage, wer Hitler war und vor allem, was ihn antrieb, stellt sich die Geschichtsschreibung, aber vor allem die Deutschen seit Jahrzehnten. Regisseur Hermann Pölking wagt einen Versuch.

Nicht erst seit Hitlers Tod wurde zahllos versucht, sich dem Mann aus Braunau in Oberösterreich anzunähern und das „Phänomen“ Adolf Hitler zu erklären. So aber ist seine Biografie noch nie erzählt worden: In dem Dokumentarfilm „Wer war Hitler?“ kommen neben knappen Verortungen durch eine Sprecherin ausschließlich Zeitgenossen und Hitler selbst zu Wort: keine Interviews, kein Reenactment, keine Erklärgrafiken und technischen Spielereien. Die Aussagen aus Tagebüchern, Briefen, Reden und Autobiographien werden mit neuem, vielfach unveröffentlichtem Archivmaterial montiert. Hitlers Leben und Wirken spiegelt sich so auf einmalige Weise im Gesellschaftsbild der Jahre 1889 bis 1945.

Regisseur Hermann Pölking über seinen Film: „Ich bin Jahrgang 1954. Mein erstes bewusst zur Kenntnis genommenes Geschichtsereignis ist die Radioberichterstattung vom Mauerbau in Berlin im August 1961. Aus dieser akustischen Erinnerung dringen als Fetzen immer wieder die Stimmen des Vaters, des Onkels und Grosonkels, die in den Zigarrenqualm der heftigen Männerdiskussionen jener Jahre den Namen eines „Hitler“ schleudern. Mein Vater war sieben Jahre Obergefreiter in Hitlers Krieg, mein Grosonkel Heinrich hatte sich als eigentlich streng katholischer Gerichtsvollzieher Hitler 1933 an die Macht gewünscht – und sich diesen Fehler zeitlebens nicht verziehen. Mein noch jugendlicher Onkel Wilfried studierte in West-Berlin und wusste mir, dem damals Siebenjährigen, Genaueres zu berichten. Und mehrmals im Jahr lieferte Rudolf Augsteins „Spiegel“, den ich schon mit zwölf Jahren las, Titelgeschichten zum Thema. Seit mehr als 50 Jahren beschäftigt mich nun Adolf Hitler. Ich bin in diesem Jahr 63 Jahre alt geworden. Nach 40 Jahren Lektüre zur mitteleuropäischen Geschichte aus geschriebenen Quellen, 18 Jahren intensiver Arbeit im Dickicht filmischer Archive und einem filmdokumentarischen Tour d’Horizon durch die Alltagskultur des letzten Jahrhunderts fühlte ich mich der filmemacherischen Aufgabe gewachsen, mich der Frage „Wer war Adolf Hitler?“ zu stellen.“

WER WAR HITLER
Land/Jahr: Deutschland 2017
Dokumentation

Regie: Hermann Pölking
Laufzeit: 196 Minuten (Kinofassung)
ab 12 Jahren


 



Das große Frühstückskino in der Schauburg
am 19. November 2017


Bedienen Sie sich am Sonntag ab 10.00 Uhr an einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Croissants, Laugengebäck, Brot, Wurst, Käse, Schinken, Rührei, Speck, Quark, Joghurt, Räucherlachs, Kuchen, Obst und vielen mehr. Dazu Kaffee, Tee, Organgensaft, Kakao, Sekt und ... und ... und  .

Filmbeginn ist dann ab 11.00 Uhr.

Das große Frühstücksbuffet incl. Film nur EURO 13,00

Am Sonntag (19.11.) im Frühstückskino...

Fikkefuchs
Mord im Orientexpress
The Big Sick

Reservierungs-Telefon: 0721 - 35 000 18