TRAUMFABRIK-
BIG BROTHER / Surveillance Cinema
in der Schauburg
BRAZIL

am Sonntag, 17. Dezember um 15 Uhr
 


Die aktuelle Filmreihe „Traumfabrik“ in der Schauburg widmet sich dem Thema „Big Brother – Surveillance Cinema“ und untersucht werden die verschiedenen Ausprägungen, Zusammenhänge und Konsequenzen des „Big Brother Staats“ – vor und nach Orwell, von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart.

Am Sonntag, 17. Dezember um 15 Uhr wird „Brazil“ gezeigt. Zum Orwell-Jahr 1984 schuf Monty-Python-Mitgründer Terry Gilliam (12 Monkeys) eine surreale Variante von Orwells Roman, mit viel absurder, kafkaesker Bürokratie: Thatcherismus weitergedacht: der Staat als verbürokratisiertes Unternehmen, Eigeninitiative wird als Terrorismus verfolgt, ein von plakativen Parolen erfüllter Spitzel- und Polizeistaat. Erst nach öffentlichen Protesten des Regisseurs wurde der Film zum offiziellen Verleih freigegeben.

Vor dem Film gibt es eine Einführung von Wolfgang Petroll und im Anschluss an die Vorführung Gelegenheit zum Filmgespräch.

BRAZIL
Land/Jahr: USA 1985
Regie: Terry Gilliam
142 Minuten
ab 16 Jahren
Mit Jonathan Pryce, Robert De Niro, Kim Greist, Michael Palin; nach George Orwell


 



                

 

NEU in der Schauburg
MEINE SCHÖNE INNERE SONNE
in 4K Ultra-High-Definition 

 


Eine erfolgreiche Künstlerin um die 50 sucht nach der erfüllenden Liebe. Nur auf den ersten Blick eine Komödie, denn unter der Oberfläche lässt Regisseurin Claire Denis kaum ein gutes Haar an den zahlreichen Männern, mit denen sie ihre brillante Hauptdarstellerin Juliette Binoche konfrontiert.

Isabelle (Juliette Binoche) ist Künstlerin, geschieden, Mitte/ Ende 40 und Single. Ob sie noch einmal nach der großen Liebe suchen soll, ob man überhaupt nach der großen Liebe suchen sollte, sind die Fragen, die sie umtreiben. Sie hat Affären mit einem selbstgefälligen Banker (Xavier Beauvois), einem etwas verwirrten Schauspieler (Nicolas Duvauchelle), einem sensiblen Künstler (Alex Descas) und einem Mann aus der Arbeiterklasse (Paul Blain), doch wirklich warm wird sie mit keinem dieser Männer. Doch woran liegt es, dass sie sich nicht wirklich öffnen kann, nie ganz zufrieden mit dem jeweiligen Liebhaber ist? An ihr selbst, an den gesellschaftlichen Konventionen oder doch einfach an den Männern?

Schon die erste Szene von „Meine schöne innere Sonne“ ist bezeichnend: Ein Mann müht sich da auf der von Juliette Binoche gespielten Isabelle ab, das Paar hat Sex, im weitesten Sinne, denn dieser Akt wirkt mühsam, nicht gerade lustvoll. Zunehmend gelangweilt blickt Binoche nach oben, in die Kamera, bis sie reichlich genervt „Komm endlich!“ ruft. Nicht minder verkrampft ist das postkoitale Gespräch, der Versuch des Mannes, bestätigt zu bekommen, dass er nichts falsch gemacht hat, die Bemühungen der Frau, ihn nicht in seiner Männlichkeit zu verletzen. Aber warum eigentlich nicht? Warum fällt es dieser Frau, dieser autarken, eigentlich selbstbewussten, auch erfolgreichen Künstlerin, wie wir sie im Laufe des Films kennenlernen werden, in diesem Moment so schwer, dem Mann zu sagen, dass er ein schlechter Liebhaber ist? Fragen des Zwischenmenschlichen, des Verhältnisses von Männern und Frauen stellt Claire Denis in ihrem Film, der lose auf Roland Barthes „Fragmente einer Sprache der Liebe“ basiert, was eigentlich auch ein schöner Titel für einen Film wäre, der zwar kein Fragment ist, aber einer losen, offenen Struktur folgt. Man darf diesen Film durchaus autobiographisch verstehen, als Reflexion einer Regisseurin, die im Lauf ihrer 71 Jahre viel erlebt, viel gelebt hat. In Juliette Binoche hat sie ein ideales Alter Ego gefunden, die hier eine bemerkenswert natürliche Darstellung abliefert.


MEINE SCHÖNE INNERE SONNE
Land/Jahr: Frankreich 2017
Regie: Claire Denis
Darsteller: Juliette Binoche, Xavier Beauvois, Philippe Katerine, Paul Blain, Gérard Depardieu, Nicolas Duvauchelle
94 Minuten



 


NEU in der Schauburg
LIEBER LEBEN



Aus einem angehenden Sportlehrer wird ein Pflegefall, der plötzlich im Rollstuhl sitzt. Tatsächlich entwickelt der Film aus diesem Szenario eine unerwartet humorvolle und einfühlsame Geschichte, die mit ihren grandiosen Nachwuchsdarstellern und treibenden Hip-Hop-Beats für modernes französisches Kino steht.

Von einem Moment auf den nächsten ist nichts mehr wie es einmal war. Was sich nach einer Phrase anhört, wird für Ben (Pablo Pauly) zur bitteren Realität. Ein Unfall macht aus einem sportlichen jungen Mann mit vielen Zukunftsplänen und Wünschen eine hilflose Person, die plötzlich komplett auf andere angewiesen ist. Als er wieder das Bewusstsein erlangt, ist Ben vom Hals abwärts gelähmt. Aus seinem Krankenbett nimmt er in diesem Moment seine Umwelt nur schemenhaft wahr. Dann werden die Schläuche und Maschinen entfernt und er schließlich nach vielen Wochen in eine Reha-Klinik verlegt. Dort beginnt für ihn ein neues Leben. Bei allem ist er nun auf fremde Hilfe angewiesen. Sogar das aufrechte Sitzen muss Ben neu lernen. Es ist die Voraussetzung, um das Zimmer das erste Mal nach Monaten wieder zu verlassen. Hoffnung machen ihm dabei selbst die kleinsten Fortschritte. Als er schließlich im Rollstuhl sitzt, scheint das Glück für einen kurzen Moment perfekt. Ben lernt in der Klinik auch die bereits reha-erfahrenen Farid (Soufiane Guerrab), Steeve (Franck Falise) und Toussaint (Moussa Mansaly) kennen, mit denen er den oftmals eintönigen Alltag fortan zusammen meistert...

Die ersten Einstellungen von „Lieber lernen“ erinnern sehr an Julian Schnabels „Schmetterling und Taucherglocke“. Der Zuschauer erlebt zunächst alles aus Bens Blickwinkel. Die Geräusche und Stimmen sind dumpf, die Gesichter verschwommen. Anders als bei Schnabel lösen die beiden Regisseure diese streng subjektive Perspektive aber nach wenigen Minuten auf. Mit dem Wechsel in das Reha-Zentrum beginnt dann ein weitaus konventionellerer, oft jedoch nicht weniger einfühlsam erzählter Film. Obwohl der deutsche Titel „Lieber leben“ doch deutlich vom schlichten französischen Original „Patients“ abweicht, so drückt er sehr genau die durchaus positive, lebensbejahende Grundstimmung des Films aus. Vor allem diese andere Herangehensweise an ein ansonsten meist viel zu schwer aufbereitetes Thema zeichnet das Regiedebüt der beiden Freunde Idir und Marsaud/Grand Corps Malade aus. Dass beide Regisseure mit Hip Hop aufgewachsen und bis heute der Musik eng verbunden sind, verleiht ihrem Filmdebüt einen ganz eigenen Rhythmus. Man könnte auch von Beat sprechen. Schließlich übersetzen sie Bens Herzschlag in eine wunderbar leichte, emotional packende filmische Reise.


LIEBER LEBEN
Land/Jahr: Frankreich 2016
Regie: Grand Corps Malade, Mehdi Idir
Drehbuch: Grand Corps Malade, Fadette Drouard nach dem Roman von Grand Corps Malade
Darsteller: Pablo Pauly, Soufiane Guerrab, Nailia Harzoune, Franck Falise, Moussa Mansaly, Alban Ivanov
111 Minuten
ab 6 Jahren


 


NEU in der Schauburg
DIE KANADISCHE REISE



Die Suche nach seinem leiblichen Vater führt den 33jährigen Mathieu nach Kanada, wo er auf seine Halbbrüder trifft. Ruhig erzähltes und hervorragend besetztes Drama über die Suche nach den eigenen Wurzeln.

Regisseur Philippe Lioret erzählt in „Die kanadische Reise“, basierend auf den Familienromanen des Bestseller-Autors Jean-Paul Dubois, die Geschichte des 33-jährigen Mathieu, der seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen. Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte. In Montreal erwarten ihn zwei ahnungslose Halbbrüder. Pierre, Überbringer der Todesnachricht und Freund des Verstorbenen, will die Existenz eines weiteren Sohnes geheim halten. Ein Versteckspiel beginnt! Getarnt als Freund Pierres ergründet Mathieu seine Wurzeln und deckt dabei verborgene Familiengeheimnisse auf.

DIE KANADISCHE REISE
Land/Jahr: Frankreich, Kanada 2016
Regie: Philippe Lioret
Darsteller: Pierre Deladonchamps, Gabriel Arcand, Catherine De Léan
98 Minuten
ab 6 Jahren


 

NEU in der Schauburg
LEANING INTO THE WIND - ANDY GOLDSWORTHY
englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Dem preisgekrönten Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer gelingt es, das Universum des faszinierenden LandArt-Poeten Andy Goldsworthy in eine meditative Bildsprache umzusetzen.. Ein sinnliches Kinoerlebnis, das wunderbar entschleunigt und zur mehr innerer Ruhe und Gelassenheit beiträgt.

Nicht zuletzt nach seiner großartigen Doku „Im Fluss der Zeit“ hat Regisseur Thomas Riedelsheimer ein starkes Faible für den schottischen Land-Art-Künstler Andy Goldsworthy entwickelt.
  Kein Wunder, denn wie den britischen Ausnahmekünstler reizt den preisgekrönten Kameramann und Cutter immer wieder die Herausforderung, Momente des Vergänglichen hin zur Entdeckung des „ästhetischen Augenblicks“ mit der Kamera festzuhalten. Denn zu Beginn waren es eher seine Kunstbücher und weniger seine Ausstellungen, die Goldsworthy zu einem stillen Star der internationalen Kunstszene machten. Nach wie vor ist hauptsächlich die Natur bei ihm - wie bei einem klassischen Bildhauer - sein Material. Nachdenklicher, ernster und rauer, macht sich der weltoffene Künstler inzwischen immer öfter selbst zur eigenen, lebendigen Skulptur in der Landschaft. Spektakulär klettert er in seiner schottischen Heimat durch einen dornigen, bizarren Zaun aus Schlehenhecken. Vor dem regengrauen Horizont wirkt seine dunkle Silhouette wie ein übergroßes Insekt.

Seine Werke, wie flüchtig auch immer sie sein mögen, sollen zwar auch eine einfühlende Beziehung zur Natur manifestieren. Doch schlichte Gesten allein genügen dem agilen 61jährigen nicht mehr. Seine Installationen sieht er heute nicht nur als Metaphern für die ökologische Krise. Nach wie vor treibt den kreativen Puristen der unbändige Wille zu verstehen. „Ich möchte hinter die Oberfläche sehen“, betont er. Doch bei einem skulpturalen Eingriff in der spanischen Extremadura bremst er sich plötzlich. Er schafft es nicht, den Fels zwischen der Macchia aus dem Boden zu fräsen. „Ich habe sonst nur mit Fels aus Steinbrüchen gearbeitet“, erklärt er. Und entschuldigt sich beim Kamerateam, dass sie zu früher Stunde antreten mussten. Doch das geduldige, manchmal vergebliche Warten gehörte bereits bei der ersten Doku zum natürlichen Bestandteil der Dreharbeiten. Trotzdem macht ihn diese Geste sympathisch. „Je älter ich werde, desto mehr muss ich mit Verlust umgehen“, verrät er. Offen spricht er dabei in diesem Zusammenhang auch über seine gescheiterte Ehe. Feinfühlig zeigt die Doku so Spuren, die die Zeit bei Künstler und Werk hinterlassen haben.


LEANING INTO THE WIND - ANDY GOLDSWORTHY
Land/Jahr: Deutschland, UK 2016
Regie, Kamera & Schnitt: Thomas Riedelsheimer
Darsteller: Andy Goldsworthy, Tina Fiske, Holly Goldsworthy
Musik: Fred Frith
97 Minuten
ohne Altersbeschränkung


 


NEU in der Schauburg
MOUNTAIN



MOUNTAIN ist das beeindruckende Ergebnis der filmischen und musikalischen Zusammenarbeit der gefeierten Regisseurin Jennifer Peedom (SHERPA) mit dem renommierten Australian Chamber Orchestra.

MOUNTAIN wirft einen Blick auf die mit Rückschlägen und Erfolgen gesäte Geschichte unserer zeitlosen Faszination für die Bergwelt. Der Film beleuchtet die unschuldigen Anfänge der Bergerkundung mit all der ihr innewohnenden Freude, dem Nervenkitzel und der Gefahren. Die Bedeutung der Berge als spirituelle Symbole, als Grenzgebiete und Kriegsschauplätze. Aber auch ihre zunehmende Kommerzialisierung, unsere mannigfaltigen Versuche sie zu kontrollieren und ihre zentrale Rolle im Ökosystem unseres Planeten kommen nicht zu kurz.

Jen Peedom hat neben den von ihr kuratierten Aufnahmen selbst neues Material von Bergstämmen in den entlegenen Regionen von Papua-Neuguinea und Japan produziert. Vom Himalaya bis in die Antarktis, von Hawaii nach Afghanistan bietet MOUNTAIN seinem Publikum eine beispiellos bildgewaltige Kulisse.

MOUNTAIN
Land/Jahr:
Australien 2017
Dokumentarfilm
Regie: Jennifer Peedom
74 Minuten
ab 6 Jahren


 



Das große Frühstückskino in der Schauburg
am 17. Dezember 2017


Bedienen Sie sich am Sonntag ab 10.00 Uhr an einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Croissants, Laugengebäck, Brot, Wurst, Käse, Schinken, Rührei, Speck, Quark, Joghurt, Räucherlachs, Kuchen, Obst und vielen mehr. Dazu Kaffee, Tee, Organgensaft, Kakao, Sekt und ... und ... und  .

Filmbeginn ist dann ab 11.00 Uhr.

Das große Frühstücksbuffet incl. Film nur EURO 13,00

Am Sonntag (17.12.) im Frühstückskino...

Meine schöne innere Sonne
Mord im Orientexpress

Star Wars - Die letzten Jedi
(englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln in 2D)

Reservierungs-Telefon: 0721 - 35 000 18