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NEU in der Schauburg
DER RAUSCH

auch in dänischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 


Ein Mann um die 40, trinkt sich die Welt schön. Welche Folgen das haben kann, sowohl positive, als auch negative, davon erzählt der dänische Regiestar Thomas Vinterberg in seinem Film, der es wagt, sein Thema nicht moralinsauer zu verhandeln

Martin (Mads Mikkelsen), ein Geschichtslehrer an einem Gymnasium in einer dänischen Kleinstadt, ist Anfang 40 und vollkommen gelangweilt von sich, seiner Arbeit, seinem Leben. Eher aus Pflichtgefühl denn mit Begeisterung schleppt er sich zum 40. Geburtstag seines Freund und Kollegen Nikolaj (Magnus Millang), der zusammen mit Tommy (Thomas Bo Larsen) und Peter (Lars Ranthe) – ebenfalls Lehrer – begossen werden soll. Zumindest die drei Anderen stoßen mit exquisitem Wodka und Wein ein, während Martin sich zurückhält. Doch dann kann er der Gruppendynamik nicht widerstehen und nimmt auch einen Schluck. Und es bleibt nicht bei einem. So gut habe er sich lange nicht gefühlt, berichtet er am nächsten Tag seinen Freunden, und so fällen sie einen Plan: Einen regelmäßigen Pegel wollen sie halten, nicht so viel, dass sie betrunken sind, aber genug, dass sie angetrunken sind und dadurch mit neuer Energie und Lebensfreude durch den Tag gehen...

Lange kann dieser kollektive Rausch natürlich nicht gut gehen, doch es ist die größte Stärke von Vinterbergs Film, dass er sein Thema nicht moralisiert. Während ein Hollywood-Film wohl unweigerlich gezeigt hätte, wie eine Figur wie Martin seinen Irrtum erkennt, beschließt mit dem Trinken aufzuhören, um seine Ehe zu retten, bleibt „Der Rausch“ wahrhaftiger, ehrlicher. Freuden und Leid des Trinkens werden angedeutet, positive wie negative Aspekte einer Droge, die gleichermaßen verheerende Folgen für jede Volkswirtschaft hat, ohne deren Funktion als sozialer Kitt eine Gesellschaft allerdings auch kaum denkbar erscheint. Mit einem Trinkspiel der gymnasialen Jugend beginnt der Film, mit einer ausgelassenen Feier endet er, dazwischen liegen euphorische wie tragische Momente, Szenen des Rausches und des anschließenden Katers. Ob man nach diesem Film lieber einen Wein oder einen Tee trinkt, das bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen.


DER RAUSCH
Land/Jahr: Dänemark 2020
Regie: Thomas Vinterberg
Darsteller: Mads Mikkelsen, Maria Bonnevie, Thomas Bo Larsen
117 Minuten
ab 12 Jahren


 



NEU in der Schauburg
GAZA MON AMOUR

auch in arabischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 


Ein unglücklich verliebter, palästinensischer Fischer, stößt auf eine ominöse Statue, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Ein liebenswerter, charmanter Film, der zum Träumen einlädt und an die Macht der (späten) Liebe glaubt.

Gaza, heute: Issa (Salim Dau), um die 60, lebt als Fischer im Hafen von Gaza. Heimlich schwärmt er für die Marktverkäuferin Siham (Hiam Abbass), die mit ihrer Tochter Leila (Maisa Abd Elhadi) auf dem Markt arbeitet. Eines Tages findet Issa in seinem Fischernetz etwas Merkwürdiges: die Statue des Gottes Apollo, allerdings mit einem erigierten Penis. Dies ist der Anfang einer ganzen Reihe an skurrilen Ereignissen, die folglich Issas und das Leben seiner Mitmenschen kräftig durcheinanderwirbeln. So sehr, dass Issa sogar den Mut aufbringt, Siham anzusprechen.

So bizarr es klingt, aber der neue Film der Nasser-Brüder, der auf dem letztjährigen Filmfest Venedig debütierte, könnte zu keinem besseren Zeitpunkt in den Kinos starten. Durch die jüngsten Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern, die im Mai begannen, geriet eine umkämpfte, von Desillusion geprägte Region erneut ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit: der Gaza-Streifen. Trotz des beschwerlichen, entbehrungsreichen Lebens in Gaza ist „Gaza mon Amour“ kein trister, schwermütiger Film. Ganz im Gegenteil: Arab Nasser und Tarzan Nasser arbeiten geschickt mit feinfühligem, bisweilen äußerst pointiertem Humor, der sich nicht selten in Momenten der Unsicherheit und aufkeimenden Angst Bahn bricht. So kommt es zwischen Bombeneinschlägen, Stromausfällen und den fragwürdigen Ermittlungen der örtlichen Behörden, die finanziell von Issas Statuen-Fund profitieren wollen, immer wieder zu heiteren Szenen und schrägen Situationen. Und inmitten des grauen Alltags bekommt letztlich vor allem auch jene (Terror-) Organisation ihr Fett weg, die den Gazastreifen seit fast 15 Jahren kontrolliert und für die Konflikte, Armut und die Unterdrückung der Bevölkerung verantwortlich ist: die radikal-islamische Hamas. „Gaza mon amour“ nimmt auf launige, augenzwinkernde Weise deren Vertreter auf die Arme, ohne sie der vollständigen Lächerlichkeit preiszugeben.


GAZA MON AMOUR

Land/Jahr: Palästina, Frankreich 2020
Regie: Tarzan Nasser,
Arab Nasser
Darsteller: Salim Daw, Hiam Abbass, Maisa Abd Elhadi
88 Minuten
ab 12 Jahren


 


NEU in der Schauburg
DAS RIESENDING - 20.000 METER UNTER DER ERDE


 


Eine Gruppe von fünf Höhlenforschern nimmt uns exklusiv mit auf eine der schwierigsten Höhlentouren der Welt. Sie sind auf der Suche nach dem Ende des ‚Riesendings‘, Deutschlands größter bekannter Schachthöhle, mehrere Tagesreisen entfernt vom hochalpinen Eingang auf dem Untersberg-Plateau.
Es ist das vielleicht größte Abenteuer, das sich heute noch in einem durchkartierten Industrieland wie Deutschland erleben lässt. Es ist eine Reise in eine Parallel-Welt tief unter dem Fels. Gleich zum Start geht es fast tausend Meter in den Felsen-Schlund, immer am Seil, an den atemberaubenden Steilwänden hinab. Die Klippen des 180er-Schachts sind höher als das Ulmer Münster, mit seinem höchsten Kirchturm der Welt.

Die faszinierenden Bilder lassen uns zusammen mit den Höhenforschern eintauchen in DAS RIESENDING – 20.000 Meter unter der Erde - in eine Zauberwelt wie aus „Der Herr der Ringe“ oder den Romanen von Jules Verne. Die Mission ist klar: Das Ende der Höhle soll endlich gefunden werden.

Die spektakuläre Riesending-Schachthöhle erlangte 2014 weltweite Aufmerksamkeit. Zwei Wochen lang berichtete selbst die Tagesschau jeden Abend von einem Unfall, bei dem einer der Forscher schwer am Kopf verletzt wurde. Die wohl aufwändigste Höhlen-Rettungsaktion Europas brachte der Riesending-Höhle damals eine ganz unerwünschte riesige Publizität.

DAS RIESENDING - 20.000 METER UNTER DER ERDE

Dokumentation
Land/Jahr: Deutschland 2021
Regie: Freddie Röckenhaus
94 Minuten
ohne Altersbeschränkung