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NEU in der Schauburg
DIE STIMME DES REGENWALDES



 


Fast eine Art moderner Wilhelm Tell ist Bruno Manser, ein Aussteiger, der in den 80er Jahren nach Borneo reiste, beim Eingeborenenstamm der Penan heimisch wurde und ihnen half, gegen die Abholzung des Regenwaldes zu kämpfen.

Er war auf der Suche nach Authentizität, nach einem Leben, das nicht von Bedürfnissen der kapitalistischen Konsumkultur geprägt war, sondern vom Sein in und mit der Natur: Der Schweizer Bruno Manser (Sven Schelker), der einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf hatte, Abitur machte, diverse Berufe ausprobierte, als Schafhirte und Schreiner arbeitete, bis er mit Ende 20 genug hatte. 1984 reiste er nach Asien und fand auf Borneo, eine der größten Inseln Malaysias, sein Paradies. Dort leben die Penans, ein Eingeborenenstamm, der fast abgeschnitten von der Zivilisation auf eine Weise überlebt, die sich im Lauf der Jahrhunderte wohl kaum verändert hatte.

Schnell wurde Manser in die Stammeskultur aufgenommen, lernte mit einem Speer jagen und trug nur noch einen Lendenschurz, doch das Paradies war nicht von Dauer. Zu verlockend waren die Hölzer des Regenwaldes, zu viel Profit versprach die Rodung, der nur die Stämme der Penan im Wege standen.

Manser wurde zum Gesicht des Widerstandes, wurde von den Medien, die bald auf den Konflikt aufmerksam wurden, als „weißer Penan“ bezeichnet und auch von „seinem“ Stamm als Laki-Penan, als Penan-Mann bezeichnet. Nach Jahren des Kampfes vor Ort, als längst ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt war, floh Manser 1990 aus dem Land und gründete in der Schweiz eine Hilfsorganisation, die sich dem Kampf um die Rettung des Regenwaldes und damit dem Lebensraum der Penan widmete. Immer wieder kehrte Manser in den folgenden Jahren nach Malaysia zurück, zum letzten Mal 2000, obwohl er mit einem Einreiseverbot belegt war. Diese Reise sollte seine letzte sein: Manser verschwand spurlos, seine Leiche wurde nie gefunden.

Etliche Bücher sind seitdem über Bruno Manser erschienen, zahlreiche Artikel haben sein Leben und Wirken beschrieben, nun ehrt ihn diese abendfüllende Kino-Dokumentation.


DIE STIMME DES REGENWALDES
Land/Jahr: Schweiz 2019
Regie: Niklaus Hilber
Darsteller: Sven Schelker, Elizabeth Ballang, Nick Kelesau
141 Minuten



 



NEU in der Schauburg
CORTEX



 


Das Regiedebut von Moritz Bleibtreu („Lola rennt“) lotet die Grenze zwischen Realität und Fiebertraum, zwischen Wahn und Wahrhaftigkeit aus. Bleibtreu schrieb zudem das Drehbuch, produzierte den Film und spielt dazu auch noch die Hauptrolle - Chapeau!

Zwei Männer, zwei Leben, eine schicksalhafte Begegnung: Hagen (Moritz Bleibtreu) plagen unkontrollierte Schlafphasen, in denen er zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden kann. Die angeschlagene Beziehung zu seiner Frau Karoline (Nadja Uhl) leidet darunter mit jedem Tag mehr. Ihr Seitensprung mit dem Kleinkriminellen Niko (Jannis Niewöhner) setzt jedoch eine verstörende Verkettung von Geschehnissen in Gang, die das Leben beider Männer drastisch verändern wird. Es steht plötzlich alles Kopf – oder doch nicht? Wer ist Opfer, wer Täter, wer steuert das Liebeskarussell oder hat Hagen alles selber in die Wege geleitet? Ist er schizophren oder wurde er einfach reingelegt und unter Drogen gesetzt? Ein nicht enden wollender Alptraum zwischen Wirklichkeit und wahnvoller Fantasie entfaltet sich, der eine gnadenlose Spirale nach ganz unten in Gang setzt...

Kontrolle, Einfluss, Bestimmung. Das Leben folgt festgelegten Routen, die zum Kreislauf unseres Alltags werden. Ein fragiles Konstrukt der Routine, das sich durch Abweichungen in ein zerbrechliches Kartenhaus wandelt. Die Flucht in unbekannte Traumwelten: Ein düsterer Ort, an dem sich Grenzen auflösen und Identitäten verschwimmen. Mit flirrenden Bildern begibt sich der Psycho-Thriller in die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche.

Vor der Kamera von Thomas W. Kiennast (3 Tage in Quiberon, Das finstere Tal) stehen Jannis Niewöhner (Jugend ohne Gott), Nadja Uhl (Sommer vorm Balkon), Marc Hosemann (Der Goldene Handschuh), Anna Bederke (Soul Kitchen) und Nicholas Ofczarek (Der Pass, Braunschlag).

Moritz Bleibtreu ist ein Multitalent. Denkt man an seine Gesangseinlagen in „Ich war noch niemals in New York“, sein atemloses Spiel in „Lola rennt“, die Extrem-Performance in „Das Experiment“, den gutmütigen Dummbatz in „Rico, Oscar und das Herzgebreche“ oder an seine Synchronarbeiten zum Beispiel als Eugene Fitzherbert in Walt Disneys „Rapunzel – Neu Verföhnt“. 2006 gewann er für das Schauspiel in Oskar Roehler’s „Elementarteilchen“ den silbernen Bären!


CORTEX

Land/Jahr: Deutschland 2020
Regie: Moritz Bleibtreu
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Jannis Niewöhner, Nadja Uhl
96 Minuten
ab 16 Jahren


 


NEU in der Schauburg
THE GREAT GREEN WALL


 


Die große grüne Mauer, ein Projekt, das aus einem 8.000 Kilometer langen Grüngürtel aus Bäumen bestehen soll, der Afrika durchzieht. Der Film sieht sich die Fortschritte an, aber auch, wie viel noch getan werden muss.
Die Bäume-Mauer soll nicht nur als Bollwerk gegen die sich in Afrika ausbreitende Wüste dienen, sondern den Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Denn in der Sahel-Zone, in der der Klimawandel am stärksten zuschlägt und bereits zwei Drittel der Länder ausgedörrt sind, ist dies die letzte Chance. Ohne diese Mauer können die Menschen nicht überleben und sind gezwungen, die Heimat zu verlassen.

„The Great Green Wall“ befasst sich entsprechend nicht nur mit dem Klimawandel, sondern zeigt auch eine neue, junge Generation an Afrikanern, die das Problem angeht und auf jeden Fall vermeiden möchte, ihre Heimat in Richtung Europa verlassen zu müssen. Die Sängerin Inna Modja ist entlang dieser noch lückenhaften grünen Mauer gereist und hat mit Menschen im Senegal, in Mali, Nigeria und Äthiopien gesprochen. Es geh dabei um ihre Ängste, Träume und Hoffnungen, und das alles in einer Sprache, die für die afrikanische Kultur schon immer bestimmend war: Musik.

Ihre Reise lässt sie auf sehr unterschiedliche Menschen treffen. Auf einen Mann, der im Senegal beim Pflanzen der ersten Bäume im Jahr 2008 dabei war und sie wie seine Kinder sieht, auf Kinder, die verschleppt wurden, sich nun jedoch für dieses Projekt einsetzen, auf Musiker, die den Traum weitertragen, nicht wegzugehen, sondern in der Heimat etwas zu verändern. Es sind unterschiedliche Perspektiven, Menschen, Ansichten, Hintergründe, aber sie alle vereint die Hoffnung auf ein besseres Leben, auch wenn die Mühen, sich dem Klimawandel entgegenzustellen, alles andere als leicht sein werden.

Rückschläge muss man hinnehmen, auch und gerade auf die Great Green Wall, die mehrere Länder durchzieht und auch zwölf Jahre nach dem Beginn des Pflanzens von Bäumen nur lückenhaft vorhanden ist. In manchen Ländern kommt man besser, in anderen schlechter voran, was auch an den Umständen liegt, sind manche Länder doch Kriegsgebiete.

THE GREAT GREEN WALL

Dokumentation
Land/Jahr: Großbritannien 2019
Regie: Jared P. Scott
92 Minuten
ab 6 Jahren


 


NEU in der Schauburg
DAVID FINCHER WERKSCHAU: FIGHT CLUB

am Donnerstag, 29. Oktober um 21 Uhr

 


Die Schauburg zeigt bis zum Start des neuen David Fincher Films MANK am 19.11. eine kleine Werkschau des Regisseurs. Immer donnerstags um 21 Uhr sehen Sie einen seiner Klassiker. Am 29.10. sehen Sie den absoluten Kulthit FIGHT CLUB.

Der Ich-Erzähler des Films ist ein von der Gesellschaft und dem Leben frustrierter Mann, den das Streben nach Höherem anödet. Zusammen mit einem seiner diversen Freunde gründet er einen Club. Der "Fight Club" ist der härteste und brutalste Boxclub, den es gibt. Der skrupellose Organisator der Kämpfe, Tyler Durden (Brad Pitt), sieht zu, wie sich die Boxer, alles Yuppies, die das Ganze als Ventil für ihre Alltagsdepression nutzen, fast gegenseitig umbringen.

Weiter geht es am 05.11. mit dem dreifachen Oscar® Gewinner DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON mit Cate Blanchett und Brad Pitt. Auch der Film THE SOCIAL NETWORK von David Fincher gewann 2011 drei Oscars® und zählt laut der BBC zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts. Er erzählt die Gründungsgeschichte der Sozialmedia Plattform Facebook und das in ausdrucksstarker weise. Am 12.11. läuft er in der Schauburg Karlsruhe

DAVID FINCHER WERKSCHAU: FIGHT CLUB

Land/Jahr: USA 1999
Regie: David Fincher
Darsteller: Brad Pitt, Edward Norton, Helena Bonham Carter
139 Minuten
ab 18 Jahren