OPEN AIR KINONÄCHTE 2018 AM SCHLOSS GOTTESAUE

 

Halbzeit bei den Open Air Kinonächten am Schloss Gottesaue – noch bis 9. September kann man sich jeden Abend vor der romantischen Kulisse des Schloss Gottesaue in Karlsruhe auf Baden-Württembergs größter Open Air Bildwand unterhalten lassen. Ab 19 Uhr ist Einlass auf das weitläufige Gelände, es gibt einen gemütlichen Biergarten und verschiedene gastronomische Angebote. Filmbeginn ist dann um 21 Uhr.


Am Freitag 17.8. steht „Papillon“ auf dem Programm. In der berüchtigten Strafkolonie St. Laurent trifft der unschuldige Papillon auf den Fälscher Louis.
Zusammen schmieden sie Fluchtpläne. Epische Neuauflage des Abenteuer-Klassikers aus den 70ern.





Am Samstag 18.8. ist wieder Familien Open Air Kino am Schloss Gottesaue mit „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“. Eltern wie auch Kinder werden in diese fantasievolle Michael Ende-Adaption eingesogen und sich nach zwei Stunden verwundert die Augen reiben. Magisch!


Sonntag 19.8. wird der mit zwei OSCARS ausgezeichnete Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ gezeigt. Mildret Hayes Tochter wurde ermordet: Die lokale Polizei im Nest Ebbing unternimmt in Ihren Augen zu wenig, um das Verbrechen aufzuklären. Mildret greift zu unlauteren Mitteln, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Zurecht zwei Oscars in 2018: Doppelbödiges Meisterwerk, das in einer sehr ungewöhnlichen Melange aus bitterer menschlicher Tragödie und pechschwarzer Komödie die perfekte Balance hält.


Karten gibt es in der Schauburg, Marienstrasse 16 (zu den Kino Öffnungszeiten), im Ticketforum in der Postgalerie, im Musikhaus Schlaile und online im Internet unter
www.openair-karlsruhe.de

 


NEU in der Schauburg
EIN DORF ZIEHT BLANKT
auch in französischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln


 


Um seine Gemeinde vor dem endgültigen Niedergang zu bewahren, ergreift ein Bürgermeister noch eine letzte Chance. Angenehm simpel erzählte Dramödie mit einem engagierten Ensemble.

Georges Balbuzard (François Cluzet), Bürgermeister einer winzigen Gemeinde in der Normandie und nebenher Landwirt, beschwört die „rissigen, erdigen Hände der Bauern“ und meint: „Jahrhundertelang ernährten wir das Land und jetzt verhungern wir!“ Mit derlei Ansprachen will Balbuzard den Kampfgeist der ansässigen Bauern wecken und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft anstacheln. Schließlich darben die örtlichen Bauern allesamt am maroden Zustand der Landwirtschaft. Die ziemlich letzte Chance sieht der politische Landwirt Balbuzard in einem Deal mit dem New Yorker Starfotografen Newman (Toby Jones), der für Massenaktfotos bekannt ist, bei denen er hunderte nackte Menschen in bestimmten Kulissen inszeniert. Der Fotokünstler schlägt zufällig in der Gemeinde auf und verliebt sich in das „Chollet-Feld“, wo er sein neuestes Foto mit den ansässigen Dörfler/innen schießen will. Da seine Werke um die Welt gehen, wäre das eine Möglichkeit, auf die Lage der örtlichen Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Doch davon muss Balbuzard die Leute erstmal überzeugen...

Dass der Film nie langweilt, liegt allein schon an den zahlreichen, gut geschriebenen Dialogen, die das Ensemble lebendig rüberbringt. Bis in die Nebenfiguren hinein – erwähnt sei hier der „schöne Vincent“ – bleibt es glaubwürdig, menschlich, sozusagen gehaltvoll. Es geht um gemeinschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, was getan werden kann, damit die traditionelle, kleine Landwirtschaft nicht vor die Hunde geht. In erster Linie liefert die sozial engagierte Komödie Unterhaltung mit einem gesellschaftlichen Anliegen. Das Skript und die Regie von Philippe Le Guay erzeugen einen nie stockenden Flow mit interessanten Übergängen zwischen den Szenen und vielen Charakteren, von denen jede/r Einzelne ein glaubhaftes Profil erhält. Die Figurenskala reicht von „verbittert“ über „erzkonservativ“ und „eifersüchtig“ bis hin zu „hoffnungsvoll“, „pragmatisch“ oder „tatkräftig“.


EIN DORF ZIEHT BLANK

Land/Jahr: Frankreich 2018
Drehbuch & Regie: Philippe Le Guay
Darsteller/innen: François Cluzet, Toby Jones, François-Xavier Demaison, Julie-Anne Roth, Pili Groyne, Vincent Regan, Daphné Dumons
105 Minuten


 


NEU in der Schauburg
DON'T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT
auch in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Nach einem Autounfall entdeckt John Callahan sein Talent für sarkastische Cartoons. Faszinierendes Porträt eines Außenseiters mit überraschenden Sympathiewerten.

Reichlich Alkohol, dumme Sprüche sowie möglichst viele Partys sind der wichtigste Lebensinhalt des jungen Helden. Bei einer Sauftour kommt es zum verhängnisvollen Autounfall. Beifahrer John Callahan erwacht querschnittsgelähmt im Krankenhaus. Schluss mit lustig! An den Rollstuhl gefesselt, erreicht der Alkoholkranke noch nicht einmal die so dringend gebrauchte Wodka-Flasche in seinem Küchenregal. Der Schicksalsschlag gibt Callahan immerhin den Ruck, die Anonymen Alkoholiker aufzusuchen. Geleitet wird das Treffen vom ebenso reichen wie charismatischen Hippie Donnie (Jonah Hill), der die Gruppe gerne in die vornehme Villa einlädt. Zugleich nimmt der Rollstuhlfahrer Kontakt mit der schwedischen Physiotherapeutin Anna (Rooney Mara) auf, mit der er in der Klinik heftig flirtete. Dank ihrer Hilfe entdeckt er nicht nur die Liebe neu, sondern auch sein Talent als Comic-Zeichner. Für seine bösen und politisch unkorrekten Cartoons findet Callahan schnell Abnehmer...

Mit fast dokumentarischen Stil bewegt sich die 16-mm-Kamera elegant durch die Straßen von Portland, der Heimat des Regisseurs Gus van Sant. Dort brettert der Anti-Held mit dem Rollstuhl durch die Kurven. Fällt er um, lässt er sich von freundlichen Skatern aufhelfen. Beim Kampf gegen seine Dämonen, seine Sucht und Scham bekommt er zwar Ratschläge vom ewig coolen Hippie der AA-Gruppe. Letztlich freilich muss Callahan allein sein Schicksal meistern. Mit dem leinwandpräsenten Joaquin Phoenix ist der perfekte Darsteller für die heikle Rolle gefunden. Derweil Jonah Hill seinen komischen Auftritt im Retro-Outfit sichtlich genießt. Allein Udo Kier tut einem etwas leid: Er darf nur mit einem Mini-Auftritt mitspielen, bekommt aber immerhin ein paar Lacher. Wie fast immer gilt auch bei diesem Gus van Sant die Spielregel: Man muss sich auf die unkonventionelle Erzählweise einlassen, sonst verliert man womöglich schnell den Spaß an der subversiven Sache.


DON'T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Gus van Sant
Darsteller: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier
120 Minuten
ab 12 Jahren

 

NEU in der Schauburg
SO WAS VON DA



Der erste deutsche, auf einer Romanvorlage basierende Spielfilm, der vollständig improvisiert ist. Rauschhafte eineinhalb Kino-Stunden.

Es ist Silvester. Für Oskar (Niklas Bruhn) heißt es noch einmal Partymachen bis zum Morgengrauen. Danach wird sein Club auf der Hamburger Reeperbahn für immer geschlossen. Oskar ist hoch verschuldet und hat sich obendrein die Kiezgröße Kalle Schwensen (spielt sich selbst) auf den Hals gehetzt. Dieser droht ihm regelmäßig Gewalt an, wenn er seine zehntausend Euro nicht zurückbekommt. Doch Oskar und seine Freunde Rocky (Johannes Haas) und Nina (Martina Schöne-Radunski) lassen sich die Laune weder durch Kiezkalle, noch durch einen traurigen Schicksalsschlag oder die steife Innensenatorin (Corinna Harfouch) vermiesen, die durch Zufall auf der Party auftaucht, um Rockys kranken Vater („Die Ärzte“-Sänger Bela B.) nach Hause zu holen. Und dann ist da ja auch noch die schöne Mathilda (Tinka Fürst), die nach der schmerzhaften Trennung von Oskar plötzlich wieder in der Tür steht und etwas von einer gemeinsamen Zukunft faselt…

Jakob Lass hat sich mit „Love Steaks“ einen Eintrag in die deutschen Filmgeschichtsbücher gesichert. Sein außergewöhnlicher, weitgehend formloser Liebesfilm ist nicht bloß eine leidenschaftliche Ode an das Leben der Mittzwanziger, sondern orientiert sich in seiner Machart außerdem am Künstlermanifest „Dogma 95“. Dieses schreibt Dinge wie den Verzicht auf künstliches Licht und den Dreh in Studios vor – daran angelehnt erfand Lass den Begriff „Fogma“ und verhalf „Love Steaks“ zu einem nahezu dokumentarischen Stil. Für seine neue Arbeit geht er nun noch einen Schritt weiter. Sein eineinhalbstündiger Partyrausch ist ein Novum innerhalb der deutschen Filmlandschaft. „So was von da“ ist der erste improvisierte Film, der auf einer Buchvorlage basiert. Und Ersteres merkt man auch, denn nur völlig frei von Dialogvorgaben und gezielten Regieanweisungen lässt sich eine derart flirrende Atmosphäre kreieren, wie es Jakob Lass hier gelingt. Musik, Bild und Ton verschmelzen hier zu einer genau durchchoreographierten Einheit, die im krassen Gegensatz zu den improvisierten Texten steht. Die Generation Y – die Millenials – könnte das besser kaum beschreiben.


SO WAS VON DA
Land/Jahr: Deutschland 2018
Regie: Jakob Lass
Darsteller: Niklas Bruhn, Martina Schöne-Radunski, Mathias Bloech, Bela B. Felsenheimer, Corinna Harfouch, Esther Blankenhagel, Johannes Haas
91 Minuten
ab 16 Jahren


 


 

Großes Frühstückskino in der Schauburg
macht Sommerpause

Das große Kinofrühstück am Sonntag in der Schauburg macht Sommerpause bis Mitte September 2018.