Dear Future Children

Beeindruckender, formal wie inhaltlich wirkmächtiger Dokumentarfilm, der von den Opfern erzählt, die Menschen bereit sind zu bringen, um etwas zu verändern. Ein Film, der bewegt, der anrührt, der inspiriert.

„Ich fürchte, dass die Zukunft, für die ich arbeite, wegen der Untätigkeit der Gesellschaft nicht zustande kommen wird“, sagt Hilda, die in Uganda jede Menge Plastikflaschen aus dem Fluss fischt, sich für „Fridays for Future“ engagiert und immer noch hofft, dass die Welt endlich aufwacht. Dass sie erkennt, dass es so nicht weitergehen kann, dass sich etwas ändern muss, oder aber es wird für alle zu spät sein. Der jungen Rayen in Chile wird von einer Frau gesagt, dass sie etwas ändern muss. Dass es ihre Gruppe, dass es die Jungen sein müssen, die etwas bewegen. Denn die Älteren ändern nichts mehr. Sie haben es sich in ihrem Leben bequem gemacht, vor allem die Oberschicht, die in Chile gedeiht, während selbst Rentner arbeiten müssen, nur um überleben zu können. Pepper ist vom Versprechen enttäuscht, das 1997 bei der Übergabe Hongkongs an die Chinesen durch die Briten gegeben wurde. Ein Land, zwei Systeme, in Hongkong sollte sich nichts ändern. Das tat es auch lange nicht. Aber Peking versucht, mehr Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Ein umstrittenes Auslieferungsgesetz, dass es Peking erlaubt, Bewohner Hongkongs legal ins Hauptland zu verschleppen, ist ein Pulverfass und sorgte für gigantische Proteste, aber auch gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei.

Drei Frauen, drei Länder, drei sehr unterschiedliche Leben, aber eine Gemeinsamkeit: Sie alle setzen sich für ein besseres Morgen ein, sie sind die Kinder von heute, die die Welt für die Kinder von morgen besser machen wollen. Regisseur Franz Böhm ist selbst ein Millennial wie die Protagonistinnen seines Films. Er wurde im Jahr 1999 geboren und sein Weg, etwas zu bewegen, ist dieser Dokumentarfilm, in dem er Aktivistinnen von überall auf der Welt eine Stimme gibt. Er erzählt nicht nur ihre Geschichten, er erzählt die Geschichten der Ungerechtigkeit, die so universell sind, die spürbar sind, selbst für Menschen, die in Ländern aufgewachsen sind, in denen solche Zusammenstöße, wie man sie in Chile oder Hongkong sieht, nicht Gang und Gäbe sind.

Quelle: programmkino.de / Peter Osteried

Dokumentarfilm
Deutschland 2021
Regie: Franz Böhm
88 Minuten
ab 12 Jahren

Bild

Spielzeiten:

Samstag 30.10.21:16.45 Uhr (Letzte Vorstellung!)

Internet-Links

Trailer DEAR FUTURE CHILDREN
Tickets kaufen für den Regisseurbesuch am Sa, 16.10. um 17 Uhr
Beitrag bei TTT (10.10.21)