Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste



Margarethe von Trotta erzählt die Lebensgeschichte der großen Lyrikerin und Autorin Ingeborg Bachmann – eine Proto-Feministin, die an ihren eigenen Ansprüchen scheitert. Grandios verkörpert von Vicky Krieps.

Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Ingeborg Bachmann, der streitbaren Dichterin, der seinerzeit bereits berühmten österreichischen Autorin, und dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch (Ronald Zehrfeld). Die beiden lernen sich in Paris kennen, und es dauert nicht lange, bis Ingeborg zu ihm nach Zürich zieht. Doch die anfangs so bestrickende und für beide inspirierende Romanze entwickelt sich in eine fatale Richtung: Die freiheitsliebende Autorin kommt in der spießigen Schweiz nicht zurecht und immer weniger auch mit Max, dem sie eine gute Partnerin sein will. Ihre Arbeit leidet darunter, sie wird immer empfindlicher und fühlt sich schon vom Klappern seiner Schreibmaschine genervt. Erst als sie wieder nach Rom zurückkehrt, in die Stadt, die sie liebt, und zu den nonkonformistischen, antibürgerlichen Freunden, mit denen sie sich umgibt, geht es ihr besser. Sie kann wieder arbeiten, sie schreibt endlich weiter. Aber nun wird sie von dem eifersüchtigen Max bedrängt,...

Dankenswerterweise verzichtet Margarethe von Trotta auch hier auf jede Form von emotionalem Kitsch. Statt in gefühlige Dialoge verpackt sie die biografische Story in stimmungsvolle Bilder. Licht und Schatten, weiche Linien und harte Kontraste – Ingeborg Bachmann ist bei ihr eine Frau, die in der Sonne auflebt, sie braucht die Helligkeit des Südens, um selbst zu strahlen. In der Dunkelheit geht sie zugrunde, und die Schweiz ist für sie ein sehr, sehr düsteres Land. Vicky Krieps, die das Kinopublikum in „Corsage“ als Sisi begeisterte, spielt Ingeborg Bachmann als hypersensible Frau, die sich in den 1950er und 1960er Jahren dank ihres Talents und ihrer Intelligenz in der Männerwelt der Literatur Respekt erarbeitet. Krieps spielt ohne jeden Kitschverdacht und sehr einfühlsam die Hoffnung auf ein echtes partnerschaftliches Miteinander ebenso wie das Nichtwahrhabenwollens des Scheiterns.

Quelle: programmkino.de / Gaby Sikorski

D 2023
Regie: Margarethe von Trotta
Darsteller: Vicky Krieps, Ronald Zehrfeld, Tobias Resch
110 Minuten
ohne Altersbeschränkung

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