Killers of the Flower Moon


Einer der heißesten Titel des diesjährigen Filmfestivals von Cannes - eine epische Nacherzählung einer haarsträubenden Mordserie in der indigenen Bevölkerung Oklahomas.

Für kurze Zeit waren die Vertreter der Osage Nation, einer indigenen Bevölkerung im US-Bundesstaat Oklahoma, die pro Kopf reichsten Menschen der Welt. Und das aus purem Zufall. Aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten vertrieben, mussten sie nach Oklahoma umsiedeln – und dort wurde bald darauf Öl gefunden. Die Folgen zeigt Martin Scorsese in seinem epischen, 206 Minuten langen „Killers of the Flower Moon“ zu Beginn: Kurz nach dem Ersten Weltkrieg sind die Straßen von Fairfax voll von wohlhabenden Indigenen, die Autos fahren, von den im wahrsten Sinne des Wortes sprudelnden Öl-Einnahmen leben und weiße Bedienstete haben. Eine Umkehr der scheinbar natürlichen Ordnung der Dinge, wie zumindest manche Weiße dachten. So auch William „King“ Hale (Robert DeNiro), ein Rinderbaron, der einen sinistren Plan entwickelt: Weiße Männer sollen indigene Frauen heiraten. Wenn diese Frauen nun sterben – auf welche Weise auch immer... – gehen die Rechte am Öl und dem Land auf die weißen Männer über. Um diesen Plan zu verfolgen heuert Hale auch seinen Neffen Ernest Leonardo DiCaprio) an...

Ganz ohne Frage ist dies eine haarsträubende, wichtige Geschichte, die in vielerlei Hinsicht vom amerikanischen Rassismus, den Folgen des ungezügelten Kapitalismus und der Unterdrückung und Ausbeutung von Minderheiten erzählt. Aufgeschrieben hatte sie der für den New Yorker arbeitende Journalist David Grann, auf dessen gleichnamigem Sachbuch der Film basiert. Angesichts hervorragender Darsteller – neben DiCaprio vor allem Lily Gladstone, die selbst indigene Vorfahren hat – und eines Themas, dass ebenso hochaktuell wie wenig bekannt ist, bleibt „Killers of the Flower Moon“ natürlich ein interessantes Werk. Aber auch eins, das einmal mehr zeigt, dass Respekt für das Sujet allein nicht ausreicht. Manche Themen sollten vielleicht wirklich in erster Linie von den Betroffenen selbst erzählt werden.

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns

USA 2023
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Robert De Niro, Lily Gladstone, Jesse Plemons, Brendan Fraser
206 Minuten

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