The Holdovers

Mit „Sideways“ feierte Alexander Payne seinen größten Erfolg. Jetzt schickt er seinen damaligen Hauptdarsteller Paul Gimatti auf eine Selbstfindungsreise, die als nostalgisches Road Movie funktioniert.

Kurz vor Weihnachten im Jahre 1970 an einer kleinen Internatsschule im amerikanischen Nordosten. Hier fristet der Lehrer Paul Hunham (Paul Giamatti) ein eher karges Dasein, wird weder von seinen Kollegen und schon gar nicht von seinen Schülern mit allzu viel Respekt behandelt. Bald ist Weihnachten und dieses Jahr fällt es Hunham zu, in der Schule zu bleiben, um die sogenannten Holdovers zu betreuen, Schüler, die über die Feiertage nicht zu ihren Eltern können. Einer dieser Holdovers ist Angus (Dominic Sessa), eigentlich ein guter Schüler, der aber seine Arroganz noch etwas zu offensiv vor sich herträgt. Bald sind alle Holdover-Schüler bis auf Angus verschwunden, allein die Haushälterin Mary Lamb (Da’Vine Joy Randolph) leistet dem Lehrer-Schüler-Duo Gesellschaft. Und bringt die Truppe bald auf den Weg, denn Angus hat den Wunsch geäußert, ein paar Tage im nicht zu fernen Boston zu verbringen...

Man mag sich keinen anderen Schauspieler in der Rolle des Paul Hunham vorstellen als Paul Giamatti, der es wunderbar versteht auf den ersten Blick wenig sympathische Figuren zu spielen, dabei aber doch ihren gut versteckten menschlichen, von Verletzungen geprägten Kern durchscheinen zu lassen. Immer wieder deutet Regisseur Alexander Payne jedoch einen größeren Rahmen an, lässt Hunham von den Kriegen der alten Griechen berichten, spielt auf den damals gerade währenden Vietnamkrieg an, der die amerikanische Gesellschaft zu zerreißen drohte, arm und reich, schwarz und weiß trennte und schlägt den Bogen zu den Konflikten der Gegenwart. Ganz unterschiedlich laufen die Konflikte ab, aber doch ähnlich, die Fehler der Vergangenheit wiederholend. Ob es aus diesem ewigen Kreislauf einen Ausweg geben kann ist die Frage, die unter der Oberfläche von „The Holdovers“ mitschwingt. Wenn am Ende dann sowohl Hunham als auch Angus ihre kleinen Lebenslektionen gelernt haben und einen melancholischen Abschied hinter sich haben mag man das als kleinen Hoffnungsschimmer verstehen, dass sich auch das große Ganze ändern kann, wenn im kleinen Veränderungen möglich sind.

Land/Jahr: USA 2023
Regie: Alexander Payne
Buch: David Hemingson
Darsteller: Paul Giamatti, Da’Vine Joy Randolph, Dominic Sessa, Carrie Preston, Andrew Garman, Tate Donovan, Gillian Vigman
Laufzeit: 133 Minuten
FSK: 12

Bild

Spielzeiten:

Sonntag 25.02.24:14.45 Uhr (Englisches Original mit deutschen Untertiteln)
Montag 26.02.24:16.00 Uhr
Mittwoch 28.02.24:16.30 Uhr

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