Kleine schmutzige Briefe

Ein beschauliches englisches Küstenstädtchen steht Kopf, als anstößige anonyme Briefe per Post verschickt werden. Top besetzte schwarze Komödie nach wahren Begebenheiten.

Die lebhafte Rose Gooding (Jessie Buckley) hat wenig mit der frommen Edith Swan (Olivia Colman) gemeinsam, außer dass sie Nachbarinnen in der englischen Küstenstadt Littlehampton in den 1920er Jahren sind. Doch eines Tages erhalten Edith und andere in der Stadt anstößige Briefe, gespickt mit gemeinen Beschuldigungen in unflätiger Sprache, und der Verdacht fällt sofort auf Rose. Scotland Yard ermittelt und Rose droht sogar, das Sorgerecht für ihre Tochter zu verlieren. Während die skandalösen Briefe weiterhin die Stadt heimsuchen, ahnt nur die Polizistin Gladys Moss (Anjana Vasan), dass etwas nicht stimmt und Rose möglicherweise doch nicht die Schuldige ist…

Was heute Hatespeech und Trolle im Netz sind, existierte auch 1920 schon – analog per Post! In der auf wahren Begebenheiten basierenden Komödie rütteln anzügliche anonyme Hassbriefe die englische Kleinstadt Littlehampton gehörig durcheinander. Inmitten des Skandals zwei grundverschiedene Frauen: Oscar-Preisträgerin Olivia Colman als zugeknöpfte Edith und die für den Oscar nominierte Jessie Buckley als freigeistige Rose. „Unflätige Sprache und Kraftausdrücke stehen absolut im Zentrum der Geschichte“, erklärt Regisseurin Thea Sharrock. „Rose wirft völlig unbedarft mit Flüchen und krassen Sprüchen um sich. Allerdings wird man es nicht erleben, wie sie damit einen anderen Menschen angreift. Sie verwendet Worte nicht als Waffe. In den Briefen werden Worte dagegen als Waffe verwendet, aber das hat eben mit der Person zu tun, die sie verfasst.“ Jessie Buckley stimmt zu, dass Sprache hier tatsächlich wie eine eigene Figur funktioniert. Sie merkt an, dass Sprache und die Leidenschaft hinter dem, was und wie man es sagt, eine ungebundene, losgelöste Qualität haben können. „Da steckt so viel Emotion dahinter, diese Worte loszuwerden, sie auszustoßen – gute wie schlechte –, das ist voller Leidenschaft und kann auch Schuldgefühle nach sich ziehen“, meint die Schauspielerin. „Rose kann das gar nicht genug machen, sie redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, es wirkt befreiend für sie.”

Großbritannien/Frankreich 2023
Regie: Thea Sharrock
Darsteller: Olivia Colman, Jessie Buckley, Timothy Spall, Joanna Scanlan, Hugh Skinner, Malachi Kirby, Gemma Jones, Lolly Adefope, Eileen Atkins, Alisha Weir
101 Minuten
ab 12 Jahren

Bild

Spielzeiten:

Montag 15.04.24:16.45 Uhr
Dienstag 16.04.24:19.00 Uhr
Mittwoch 17.04.24:19.00 Uhr (Englisches Original mit deutschen Untertiteln)

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