Von Vätern und Müttern

Eine ganze Horde von Helikoptereltern steht im Mittelpunkt der dänsichen Komödie. An einem Eltern-Kinder Wochenende eskaliert die Situation und zeigt, wer die eigentlichen Problemkinder sind.

Schon wieder soll Hannah (Ida Skelbæk-Knudsen) die Schule wechseln. Nicht weil sie selbst Probleme hat, sich zu integrieren, sondern weil ihre Eltern Ulrik (Jacob Lohmann) und vor allem die Mutter Piv (Katrine Greis-Rosenthal) es besonders gut meinen. Nun soll es eine Privatschule mit künstlerischem Ansatz sein, auf die Hannah gehen soll. Der Direktor Adrian (Lars Brygmann) ahnt zwar, was er sich da ins Boot holt, aber Hannah bekommt dennoch einen der begehrten Plätze – und die Eltern auch. Was bedeutet: An der Vorbereitung der jährlichen Hüttenfahrt mitzuwirken, sich in den Kreis der anderen Helikoptereltern einzufügen, die es sehr, sehr gut meinen...

Ein dankbares Thema für eine Komödie hat sich die dänische Regisseurin Paprika Steen für ihren Film „Von Vätern und Müttern“ ausgesucht. Leicht fällt es, sich über anstrengende Eltern lustig zu machen, die ihre Kinder per Elterntaxi bis vor das Schultor bringen und dabei andere Kinder gefährden, die schon vor dem Unterricht die Aufmerksamkeit der Lehrer über alle Maßen beanspruchen, die glauben, ihr Kind sei das einzigste und wichtigste in der ganzen Klasse, die ihrem Ruf als Helikoptereltern alle Ehre machen. Wie sehr sie dabei oft ihre Kinder nerven und ihnen peinlich sind, entgeht den Eltern dabei oft, aber dafür gibt es Filme wie diesen. Genüsslich zeigt Steen nach einem Drehbuch von Jakob Weis, wie sich die Eltern voreinander profilieren wollen, wie sie scheinbar das Interesse der Kinder im Blick haben, dabei aber vor allem an sich selber denken. Angesichts der Fülle der Figuren bleiben zwar viele Ansätze etwas oberflächlich, wird oft mehr kursorisch angedeutet, welche Probleme die Eltern mit sich rumschleppen, als komplexe Figuren gezeichnet. Kein Dogma-Film ist „Von Vätern und Müttern“, keine harsche, schonungslose Sezierung von Zwischenmenschlichem, sondern eine leichte Komödie, die nicht in die Tiefe geht, aber auf der flüssig inszenierten Oberfläche viele Treffer setzt.

Regie: Paprika Steen
Darsteller: Katrine Greis-Rosenthal, Jacob Lauberg Lohmann, Nikolaj Lie Kaas
Laufzeit: 97 Minuten
FSK: 12

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Spielzeiten:

Freitag 14.06.24:14.45 Uhr (Letzte Vorstellung!)

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Trailer
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