Der Kolibri - Chronik einer Liebe

Drama über ein Leben voller unerfüllter Träume, Schicksalsschläge und Hoffnungen, die große Lebensliebe doch noch für sich zu gewinnen. Vielschichtige, epische Familienchronik, deren rätselhafte Symbolik und poetische Bildsprache fasziniert.

„Der Kolibri“ handelt von einem Mann namens Marco Carrera (Pierfrancesco Favino), einem Augenarzt, der mit seiner Ehefrau Marina (Kasia Smutniak) und Tochter Adele (Benedetta Porcaroli) in Rom lebt. Im Mittelpunkt aber stehen seine Gefühle für eine Frau namens Luisa. Während eines Sommerurlaubs am Meer in den frühen 70er-Jahren verliebte er sich einst in Luisa Lattes (Bérénice Bejo). Die Liebe blieb unerwidert, begleitete Marco aber sein ganzes Leben lang. Unterdessen war sein künftiger Lebensweg gezeichnet von Verlust, Herausforderungen und tragischen Begebenheiten.

Regisseurin und Drehbuchautorin Francesca Archibugi verfilmte mit „Der Kolibri“ den preisgekrönten gleichnamigen Roman von Sandro Veronesi. Im Zentrum dieser epischen Familiengeschichte, die sich über 40 Jahre erstreckt, steht Marco, den Pierfrancesco Favino mit einnehmender Präsenz verkörpert. „Der Kolibri“ (der Titel des Films geht auf Marcos Spitzname seit Kindertagen zurück) ist ganz auf Marco und damit Favino zugeschnitten, er ist in einem Großteil der Szenen zu sehen. Sowohl in den Rückblenden in die 70er-Jahre als auch in der filmischen Gegenwartshandlung. Diese Verknüpfung der unterschiedlichen Zeitebenen, die nahtlos ineinander übergehen, handhabt Archibugi übrigens sehr geschickt. „Der Kolibri“ vermag außerdem in Sachen Symbolik und Anspielungsreichtum zu überzeugen. Die symbolhaften Bilder und metaphorischen Entsprechungen, die sich bereits im Filmtitel widerspiegeln und ankündigen, sind passend und werden von Archibugi an sinnhaften Passagen, oft in wichtigen Dialogen, eingefügt. Die Themenvielfalt ist beachtlich und eines 350-Seiten-Romans würdig. Und so erzählt „Der Kolibri“ am Ende nicht nur von einer unglücklichen Ehe und vom Schatten einer unerfüllten Jugendliebe, der sich über ein ganzes Leben legt, sondern auch noch von Themen wie Suizid, Spielsucht, Familienstreitigkeiten, Lügen und dem komplexen Verhältnis zu den eigenen Eltern. Das ist Stoff für mindestens zwei oder drei Filme.

Quelle: programmkino.de / Björn Schneider

Italien, Frankreich 2022
Regie: Francesca Archibugi
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Nanni Moretti, Bérénice Bejo, Kasia Smutniak
126 Minuten
ab 12 Jahren

Bild

Spielzeiten:

Freitag 24.05.24:16.45 Uhr
Samstag 25.05.24:16.45 Uhr
Montag 27.05.24:18.30 Uhr
Dienstag 28.05.24:15.00 Uhr
Mittwoch 29.05.24:18.30 Uhr

Internet-Links

Tickets für das Seniorenkino am 22.05. um 14.30 Uhr
Trailer