Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 13.10.
Der Passfälscher
Triangle of Sadness
voraussichtlich ab Donnerstag 20.10.
Der Nachname
November
Was dein Herz dir sagt – Adieu ihr Idioten!
Ach du Scheiße!
voraussichtlich ab Donnerstag 27.10.
Rheingold
Alle wollen geliebt werden
The Social Experiment
Atlas

Voraussichtlich ab Donnerstag 13.10.

Der Passfälscher



Im Berlin der Nazi-Zeit rettet das Talent eines jungen Mannes vielen Juden das Leben. Fesselnde Verfilmung des autobiographischen Romans von Cioma Schönhaus.

Berlin 1942. Cioma Schönhaus lässt sich weder seine Lebensfreude nehmen noch von irgendjemanden einschüchtern – schon gar nicht von den Nazis! Er tritt die sprichwörtliche Flucht nach vorne an. Zusammen mit seinem guten Freund Det begibt er sich mitten ins Leben und unter Menschen – denn seiner Ansicht nach sind die besten Verstecke dort, wo alle hinsehen! Mit Einfallsreichtum, Charme und einer gehörigen Portion Chuzpe schlägt sich Cioma durchs Leben, beflügelt durch Gerda, in der er nicht nur seine große Liebe, sondern auch seine Meisterin der Mimikry findet. Sein Talent – das perfekte Fälschen von Pässen – hilft zwar zahlreichen Menschen bei der Flucht, bringt ihn selbst jedoch zunehmend in Gefahr...

Geschätzt 7.000 Juden tauchten während des Krieges in Berlin unter, nur etwa 1.700 sollten ihn überleben. Cioma Schönhaus hat dabei nicht nur sich selbst gerettet, sondern mit dem Fälschen von Pässen zahlreichen Verfolgten zur Flucht verholfen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Maggie Peren erzählt nach dem gleichnamigen autobiografischen Bericht von Cioma Schönhaus ein mitreißendes Porträt auf ganz neue Art und Weise: Nicht aus Sicht eines Täters oder eines Opfers, sondern aus der Perspektive eines jungen Mannes und Überlebenskünstlers, verkörpert von Louis Hofmann, der sich der furchtbaren Zeit des Nationalsozialismus mit unerschütterlichem Optimismus, Mitgefühl und Menschlichkeit widersetzt. Die Regisseurin: “2007 bekam ich Schönhaus’ autobiografisches Buch „Der Passfälscher“ auf den Tisch und war fasziniert von der Genauigkeit und der Leichtigkeit, mit der er seinen Alltag in Berlin zu Beginn der 40er Jahre beschreibt. Als könnte man bei den Menschen an die Tür klopfen und sie würden öffnen. Er ging in Restaurants essen, umringt von Nazi-Funktionären. Der echte Cioma war sogar in Hitlers Stammlokal, dem „Kaiserhof, mit Freunden von der Marine unterwegs... Ich liebe ja die Gedichte von Mascha Kaléko und Ciomas Tonalität ist genau wie ihre Gedichte: So frech und dem Leben zugewandt.”



Deutschland, Luxemburg 2022
Regie: Maggie Peren
Darsteller: Louis Hofmann, Luna Wedler, Jonathan Berlin
116 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.10.

Triangle of Sadness



2017 wurde er für seine Kunst-Satire „The Square“ in Cannes ausgezeichnet, jetzt ist es eine Art Reichen-Satire, für die Ruben Östlund prämiert wurde. Eine mal pointierte, mal banale Sezierung der Gegenwart, die augenscheinlich einen Nerv trifft.

In der Modewelt beginnt Ruben Östlunds „Triangle of Sadness“, mit einer Fleischbeschau, die ausnahmsweise nicht halbnackten jungen Frauen gilt, sondern halbnackten jungen Männern. Einer davon ist Carl (Harris Dickenson), der bald darauf mit seiner Freundin Yaya (Charlbi Dean) in einem teuren Restaurant sitzt und sich darüber streitet, wer die Rechnung bezahlen soll. Etwas später befindet sich das Paar auf einem Luxusschiff neben vielen reichen, weißen Menschen. Der Kapitän des Schiffs (Woody Harrelson) ist Marxist, verachtet seine Gäste und trinkt wie ein Loch. Etwas später überfallen Piraten das Schiff, die Überlebenden landen auf einer einsamen Insel, wo sich herausstellt, dass es ausgerechnet die philippinische Putzfrau Abigail (Dolly De Leon) ist, die als einzige zur Selbstversorgung in der Not fähig ist...

„Triangle of Sadness“ teilt in allerlei Richtungen aus, versucht, die Oberflächlichkeit der Modeindustrie aufs Korn zu nehmen, der glatten Selbstinszenierung von Influencern und Lifestylebloggern mit einer ebenso glatten Inszenierung etwas entgegenzusetzen, schließlich Klassenstrukturen zu entlarven und zu zeigen, dass nicht alle Reichen automatisch unmoralisch und schon gar nicht alle Vertreter der Arbeiterklasse moralisch sind. Als lose Nummernrevuen entwickeln sich Östlunds Filme inzwischen, reihen lose Handlungsstränge aneinander, die immer wieder für Abschweifungen durchbrochen werden, für verbale oder visuelle Momente, die mal pointiert, mal banal anmuten. Gerade seine glatte, oft makellose Oberfläche scheint sogar schon die Antwort auf Kritik mitzudenken: Ist es nicht bewusst selbstironisch, scheint Östlund sagen zu wollen, die glatte Oberflächlichkeit der Superreichen mit Bildern von schönem, glattem Schein aufs Korn nehmen zu wollen? Ob man mit Östlund mitgeht oder seine Bilder zu selbstverliebt, seine Satire als zu oberflächlich beurteilt, bleibt den ZuschauerInnen selbst überlassen.

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns

Schweden/Frankreich/Deutschland/GB/Türkei 2022
Regie & Buch: Ruben Östlund
Darsteller: Woody Harrelson, Harris Dickinson, Charlbi Dean, Dolly De Leon, Vicki Berlin, Iris Berben, Sunnyi Melles, Henrik Dorsin
147 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.10.

Der Nachname



Toppbesetzt ging „Der Vorname“ 2018 an den Start und war so erfolgreich, dass es anders als beim Original jetzt sogar eine Fortsetzung gibt. Dieses Mal aber mit ganz anderen Streitigkeiten, die erneut pointiert dargeboten werden.

Für ihre erwachsenen Kinder Thomas (Florian David Fitz) und Elisabeth (Caroline Peters) war es schon ein Schock, als bekannt wurde, dass ihre Mutter Dorothea (Iris Berben) jetzt mit Rene (Justus von Dohnanyi) zusammen ist, mit dem die Zwei wie Geschwister aufgewachsen sind. Jetzt haben beide in ihr Anwesen auf Lanzarote eingeladen, um etwas bekanntzugeben. Schon bald findet sich ein neuer Stein des Anstoßes: Dorothea und Rene haben geheiratet und die Mutter legte nach Jahrzehnten ihren Familiennamen ab. Aber das ist nur der Auftakt für eine ganze Reihe von Wahrheiten, die an diesen Tagen ans Licht kommen …

Das Original war spritzig, bissig, satirisch und herrlich amüsant. Man konnte also durchaus befürchten, dass ein Sequel, für das es keine bereits erprobte Vorlage gab, da vielleicht zurückstecken müsste. Generell neigen Fortsetzungen von Komödien dazu, nur ein fahles Abbild zu sein. Umso erfreulicher ist es, dass „Der Nachname“ wirklich herrlich unterhält. Der Nachname ist dabei nur der Aufhänger, schon bald geht es um ganz andere Dinge, die die Familie Böttcher beschäftigen. Geheimnisse, Lügen, Halbwahrheiten – hier ist alles dabei und kommt nach und nach auf den Tisch. Das sorgt für peinliche Momente der Hauptfiguren, immer aber auch zu pointierten Dialogen, die schlichtweg grandios unterhalten. Das Kammerspielartige des Originals ist auch hier erhalten, nur dass man sich auf Lanzarote auch mal aus dem Haus hinausbewegt. Das erlaubt es, die Geschichte visuell etwas aufzuwerten, im Kern geht es aber um die geschliffenen Dialoge. „Der Nachname“ ist das seltene Beispiel eines komödiantischen Sequels, das an das Original heranreicht – weil die Geschichte konsequent fortgesetzt wird und sich aus den Ereignissen des ersten Teils neue Konfliktpotenziale ergeben haben, die nun genüsslich auf den Prüftisch gelegt werden.

Quelle: programmkino.de / Peter Osteried



Deutschland 2021
Regie: Sönke Wortmann
Buch: Claudius Pläging
Darsteller: Iris Berben, Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, Justus von Dohnányi, Janina Uhse
91 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.10.

November


Aufarbeitung der Attentate von Paris in Form eines hochtourigen Thrillers mit Starbesetzung. Französisches Genre-Kino zeigt sich von seiner spannendsten Seite

November 2015: eine Reihe tödlicher Terroranschläge erschüttert Paris und die französische Anti-Terror-Abteilung gerät unter enormen Druck, die Terroristen so schnell wie möglich zu finden. Dank der Intuition der jungen Rekrutin, Leila, und der Zusammenarbeit mit der CIA werden schließlich zwei Terroristen – einer von ihnen niemand anderes als der Drahtzieher der Anschläge selbst – identifiziert. Ein packender Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bevor die Terroristen versuchen erneut zuzuschlagen…

In seinem diesjährigen Cannes-Beitrag “November” verfolgt Regisseur Cédric Jimenez („Bac Nord“) die atemlose fünftägige Polizeiarbeit der französischen Anti-Terror-Abteilung, die schließlich zur Aufspürung der für die Pariser Anschläge am 13. November 2015 verantwortlichen Terroristen führte. Ein hochtouriger Thriller mit Jean Dujardin („The Artist“) in der Hauptrolle, neben César-Gewinnerin Anaïs Demoustier („Wir sind alle erwachsen“), Sandrine Kimberlain („Poliezei“) und Lyna Khoudri („The French Dispatch“). Es gibt keine Hauptrolle und keinen Hauptdarsteller, und doch haben hat es Jimenez geschafft, bekannte
Schauspieler für die Besetzung zu gewinnen: “Wenn man einen Film machen will, muss man das Thema in den Vordergrund stellen. Wir sind nicht hier, um Ruhm zu ernten. Alle Schauspieler waren sehr engagiert, ein richtiges "Team". Auch wenn es für Schauspieler wie Jean Dujardin, mit dem ich schon früher gearbeitet habe, lange her ist, dass er 21 von 60 Drehtagen hatte. Jean brachte das natürliche Charisma, die Erfahrung und die große natürliche Autorität, die er ausstrahlt. Er ist das Zentrum der Einheit, die stille Kraft, wenn auch nicht ohne Makel. Jeans schauspielerische Fähigkeit ist sehr beeindruckend. Auch Anaïs ist unglaublich, sie ist nie wackelig, und sie taucht in ihre Rolle mit einer Leichtigkeit ein, die beeindruckend ist. Sandrine bringt eine andere Farbe ins Spiel. Sie ist eine Figur, die nicht im Einsatz ist, sondern den politischen und administrativen Teil der Abteilung leitet.”


Frankreich 2022
Regie: Cédric Jimenez
Darsteller: Jean Dujardin, Marine Vacth, Lyna Khoudri
90 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.10.

Was dein Herz dir sagt – Adieu ihr Idioten!



Durchgeknallte schwarze Komödie um ein ungleiches Trio. Mit französischem Staraufgebot inszeniert und mit mehreren Césars ausgezeichnet.

Als ihr ein Arzt schonungslos erklärt, wie wenig Lebenszeit ihr noch bleibt, ist die 43- jährige Suze Trappet (Virginie Efira) schnell aus dem Behandlungszimmer verschwunden. Sie beschließt, sich endlich auf die Suche nach ihrem Sohn zu machen, den sie als Jugendliche auf Druck ihrer Eltern weggeben musste. Auch der etwa 50-jährige Computernerd und Sicherheitsexperte JB (Albert Dupontel) bleibt nicht lange bei dem Chef sitzen, als er sich anhören muss, dass seine Behörde in Zukunft eher auf Jüngere setzt. Bei JB führt diese Aussage zu einer Kurzschlussreaktion. Er besorgt sich ein Gewehr und filmt mit seinem Computer, wie er seinem Leben ein Ende setzen will. Doch der Schuss geht buchstäblich nach hinten los, durchdringt die Bürowand und es bricht heilloses Chaos aus. Dieses Durcheinander nutzt Suze, die gerade im Nachbarbüro bei seinem Kollegen sitzt. Sie „kidnappt“ JB und macht ihm ein Angebot: wenn er sie bei ihrer Suche in der Behörde unterstützt, wird sie für ihn vor der Polizei entlasten. Im riesigen Archiv der Behörde treffen Suze und JB auf den blinden Archivar Monsieur Blin, der sich ihnen mit viel Enthusiasmus und Tatkraft anschließt...

Albert Dupontels (“Tagebuch eines Landarztes”) durchgeknallte, schwarze Komödie startete zehn Tage vor dem zweiten Lockdown im Oktober 2020 mit 720.000 Zuschauern. Nach über sieben Monaten Kinoschließung startete “Was dein Herz dir sagt – Adieu ihr Idioten!” im Mai 2021 erneut erfolgreich: Über zwei Millionen Besucher feierten das etwas andere Looser-Trio auf der großen Leinwand. Die belgisch-französische Schauspielerin Virginie Efira (“Birnenkuchen und Lavendel”) beweist erneut ihre darstellerische Klasse. Albert Dupontel, der in Frankreich so populäre Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller, schrieb sich die Rolle des gefühlsgehemmten JB selbst auf den Leib. Die Filmbranche reagierte begeistert, insgesamt sechs Césars waren der Lohn: u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Beste Kamera.


Frankreich 2020
Regie: Albert Dupontel
Darsteller: Virginie Efira, Albert Dupontel, Nicolas Marié
87 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.10.

Ach du Scheiße!

Regisseur Lukas Rinker gelingt ein schwarzhumoriger Escape-Room Horror, wie man ihn aus Deutschland nicht erwartet hätte.

Die wahnwitzige Story, eine fesselnde Hauptdarsteller-Performance (Thomas Niehaus) und der stylische Look des Films garantieren 90 extrem unterhaltsame Minuten, fast ausschließlich in der Enge eines Dixi-Klos erzählt, "kultig wie das Dixi selbst".

Deutschland 2022
Regie: Lukas Rinker
Darsteller: Thomas Niehaus, Olga von Luckwald, Gedeon Burkhard
90 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.10.

Rheingold



Autobiographischer Thriler über den Aufstieg des Musikers Xatar, der es vom Ghetto bis in die Charts geschafft hat, mit icherer Hand inszeniert von Fatih Akin

Xatars Weg vom Ghetto an die Spitze der Musik-Charts ist so dramatisch wie abenteuerlich: aus der Hölle eines irakischen Knasts kommt Giwar Hajabi Mitte der 80er Jahre als kleiner Junge mit seiner Familie nach Deutschland und landet ganz unten. Möglichkeiten gibt es, aber Hindernisse noch viel mehr. Vom Kleinkriminellen zum Großdealer geht es ganz schnell. Bis eine Ladung verloren geht. Um beim Kartell seine Schulden zu begleichen, plant Giwar einen legendären Goldraub.

Die Hauptrolle in dem auf Xatars Biografie „Alles oder Nix“ basierenden Film hat Emilio Sakraya übernommen. In weiteren Rollen sind u.a. Mona Pirzad, Sogol Faghani, Kardo Razzazi, Uğur Yücel und Denis Moschitto zu sehen. Die Dreharbeiten zu “Rheingold” fanden in Deutschland, den Niederlanden, Marokko und Mexiko statt. Inszeniert hat den Film kein Geringerer als Fatih Akin “”Gegen die Wand”).

Deutschland 2022
Regie: Fatih Akin
Darsteller: Emilio Sakraya, Mona Pirzad, Kardo Razzazi


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.10.

Alle wollen geliebt werden



Eine Psychotherapeutin will es allen recht machen und bleibt dabei selbst auf der Stecke. Trotz des schweren Themas mit Leichtigkeit und Ironie inszeniert und mit scharfen Dialogen gespickt.

Ein brütend heißer Sommertag. Die Psychotherapeutin Ina merkt, etwas stimmt nicht mit ihr. Doch sie hat keine Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen: In der Praxis warten die Patienten:innen, ihre Tochter droht zum Vater zu ziehen, ihr Freund will nach Finnland auswandern und ihre egozentrische Mutter feiert den 70sten. Ina will es allen recht machen. Doch dann kommt alles anders.

Katharina Woll gelingt es in ihrem Kinodebüt “Alle wollen geliebt werden” ein einfühlsames Porträt einer Frau unserer Zeit zu schaffen. Am Beispiel eines einzigen Tages offenbart sich der ganze Druck auf Frauen, die heutzutage oftmals komplexen und widersprüchlichen Erwartungen ausgesetzt sind. Dabei inszeniert Katharina Woll ihre Figuren und deren Konflikte trotz all ihrer Schwere mit Leichtigkeit und Ironie. Die Jury des „Förderpreis Deutsches Kino“ erkannte diese Qualität und zeichnete das Drehbuch von Florian Plumeyer und Katharina Woll aus. Auszug aus der Jurybegründung: „Florian Plumeyer und Katharina Wolls Drehbuch stellt eine Psychotherapeutin ins Zentrum, die es allen recht machen will und dabei selbst auf der Strecke bleibt. Psychotherapeut:innen-Filme sind ja mittlerweile fast ein neues Sub-Genre, aber die Autor:innen variieren ihren Stoff neu und überraschend (…). Ein raffiniertes Figurengeflecht aus widerstreitenden Wants & Needs – alle wollen geliebt werden, ja, aber vor allem droht jeder jedem (…) Die Dialoge des Films sind scharf, glaubwürdig, und gehen an den Kern von Beziehungsgesprächen. Das macht sie so schmerzhaft – und so unterhaltsam.”



Deutschland 2022
Regie: Katharina Woll
Darsteller: Anne Ratte-Polle, Lea Drinda, Ulrike Willenbacher
83 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.10.

The Social Experiment


Ein Escape Room entpuppt sich als ein verhaltensanalytisches Experiment – mit unbekanntem Ausgang. Erste deutsche Produktion, die in einem VR LED Studio entstand.

Adrian ist 16 und ein angehender Social-Media-Star. Gemeinsam mit seiner Freundin Nancy und seinen besten Freunden Neil, Dustin und Luke will er an einem Gewinnspiel in einem Escape Room in Hamburg teilnehmen. Doch plötzlich entpuppt sich das vermeintliche Abenteuer als ihr größter Albtraum. Der Escape Room ist eigentlich eine Forschungseinrichtung und führt ein verhaltensanalytisches Experiment an den Jugendlichen durch. Die Gruppe wird von den WissenschaftlerInnen Iris und Kai und ihrer eigens programmierten künstlichen Intelligenz "Kira" unerbittlich auf die Probe gestellt. Die Freunde werden getestet und mit ihren Problemen, Ängsten und Sorgen konfrontiert. Schockiert, wütend und enttäuscht von seinen Freunden, dem Spiel und vor allem von sich selbst, beginnt Adrian zu reflektieren. Er muss erkennen, dass er in seinem egoistischen Streben nach Aufmerksamkeit die Probleme seiner besten Freunde völlig vergessen hat. So hat er nicht bemerkt, dass Nancys Mutter kürzlich gestorben ist oder wie sehr Luke mit seiner gescheiterten Vater-Sohn-Beziehung zu kämpfen hat. Und hat sich Neil etwa in seine Freundin Nancy verliebt? Nur der schüchterne Dustin scheint sein Leben im Griff zu haben. Oder doch nicht? Wird Adrian es schaffen, sich wieder in die Gruppe einzufügen und vom egoistischen Einzelgänger zum Teamplayer werden?

Regisseur Pascal Schröder setzte zusammen mit seinem Team, der Drehbuchautorin und Darstellerin Raffaela Kraus sowie den Produzenten Andreas Schlieter und Kai Steinmetz von GIPFELSTÜRMER FILM, als einer der ersten Deutschen bei seinem Film auf die Vorteile eines Virtual Reality LED-Studios, einer Technik, die man sonst nur aus amerikanischen Serien wie „The Mandalorian“ kennt und die den klassischen Greenscreen durch große LED-Leinwände ersetzt. Diese ermöglichten, dass in wenigen Drehtagen Szenen auf dem Mond, in der Wüste oder in einer Eislandschaft realisiert werden konnten.

Deutschland 2022
Regie: Pascal Schröder
Darsteller: Marven Gabriel Suarez-Brinkert, Elmo Anton Stratz, Raffaela Kraus
97 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.10.

Atlas



Der lange und schmerzhafte Kampf einer jungen Frau gegen die Angst, um ihr entsetzliches
Trauma zu überwinden.

Die kletterbegeisterte Allegra (Matilda De Angelis) wurde Opfer eines Terroranschlags, bei dem drei ihrer Freunde ums Leben kamen. Von Schuldgefühlen und Rachegedanken geplagt, zieht sie sich in die Einsamkeit zurück. Ihre Lieben sind machtlos. Um zurückzukehren und das Leben wieder zu schätzen, muss sie einen langen Kampf gegen sich selbst führen. Vor diesem Hintergrund trifft sie auf Arad, einen jungen Flüchtling aus dem Nahen Orient. Doch es fällt ihr schwer, das Vertrauen in das Fremde zurückzugewinnen.

Anmerkungen von Regisseur Niccolò Castelli: “Das Bedürfnis, das Drehbuch für den Film „Atlas“ zu schreiben, entstand vor rund 10 Jahren, aus einem einschneidenden Moment heraus. Wie heute bei der Pandemie, beschlich mich damals das Gefühl, dass etwas in unseren Alltag einzieht, das uns nicht mehr loslassen wird: Die Angst. Unsere Generation war sich damals ziemlich sicher auf einer neutralen, freien und glücklichen Insel, geschützt vom Rest der Welt, zu wohnen. Doch in diesem Moment wurden wir Teil der Welt und uns wurde bewusst, dass nichts mehr so sein wird wie es vorher war. Meine Hauptfigur Allegra fühlt sich vor dem dramatischen Ereignis, das ihr Leben verändert, völlig frei. Sie glaubt, dass die Zukunft vor ihr liegt, zum Greifen nah. Als die Realität sie einholt – hart und rau, wie der Fels unserer Berge – ist die Wirkung extrem. „Atlas“ ist ein Versuch zu verstehen, wie es möglich ist, unsere Ängste in der Begegnung und Öffnung gegenüber dem Fremden zu überwinden. Um sich wirklich frei zu fühlen, wie auf dem Gipfel eines Berges in Kontakt mit dem Himmel, müssen wir uns für den Anderen öffnen. In einem Moment, in dem wir uns alle nach Freiheit sehnen, erzählt „Atlas“ von einer grossen Anstrengung, diese zurückzuerobern.”



Schweiz, Belgien u.a. 2021
Regie: Niccolò Castelli
Darsteller: Matilda De Angelis, Helmi Dridi, Angelo Bison
90 Minuten