Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 19.5.
Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich
One of these Days
Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona
Stasikomödie
voraussichtlich ab Donnerstag 26.5.
Alles in bester Ordnung
Maixabel – Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung
Die Täuschung
voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.
The Outfit – Verbrechen nach Maß
Glück auf einer Skala von 1 bis 10
Der schlimmste Mensch der Welt
France
The Strait Guys
voraussichtlich ab Donnerstag 9.6.
Mit Herz und Hund
Risiken & Nebenwirkungen
Sundown – Geheimnisse in Acapulco
voraussichtlich ab Donnerstag 16.6.
A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe
Dark Glasses – Blinde Angst
Schmetterlinge im Ohr
voraussichtlich ab Donnerstag 23.6.
Cop Secret
Elvis
Mein fremdes Land
voraussichtlich ab Donnerstag 30.6.
Der beste Film aller Zeiten
Wie im echten Leben
Abenteuer eines Mathematikers
voraussichtlich ab Donnerstag 7.7.
Rifkins Festival (engl. OmU)
voraussichtlich ab Donnerstag 14.7.
Wer wir gewesen sein werden

Voraussichtlich ab Donnerstag 19.5.

Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich

Während der Corona-Pandemie absolvierte Extremsportler Jonas Deichmann den spektakulärsten Triathlon aller Zeiten und wurde zum Symbol der Hoffnung. Der Film dokumentiert seine Geschichte

Der mehrfache Weltrekordhalter und Extremsportler Jonas Deichmann stürzt sich in sein nächstes Abenteuer - den wohl spektakulärsten und längsten Triathlon aller Zeiten. Einmal um den ganzen Globus - von München nach München - laufend, schwimmend, bikend. Es ist eine moderne Geschichte von einem, der auszog, die Welt zu entdecken, Grenzen zu überwinden und seinen Träumen zu folgen. Völlig auf sich allein gestellt verläuft auch nicht immer alles nach Plan. Jonas beginnt seine Reise inmitten der Corona-Pandemie. Auf einmal werden über Nacht wichtige Reiserouten geschlossen; Grenzübertritte werden zum Kraftakt, die ihn vor unvorhersehbare Herausforderungen stellen. Die Nachricht vom “verrückten Deutschen” und seiner Reise verbreitet sich überall auf der Welt. Und was dann passiert, lässt alle Erwartungen zurück: Jonas wird zum Phänomen, zum Sinnbild für ein Lebensgefühl: Der Jonas-Effekt! Denn auf seiner Reise gibt er den Menschen etwas weiter, das in vielen dunklen Stunden der letzten zwei Jahre verloren scheint: Hoffnung.

Jonas Abenteuer begann Ende September 2020. Von München aus ging es mit dem Fahrrad nach Kroatien. Dort schwamm er 456 Kilometer entlang der Küste bis nach Dubrovnik. Zurück auf dem Fahrrad durchquerte Jonas Europa & Russland bis er die Küste erreichte. Auf der nächsten Etappe lief er einmal quer durch Mexiko, von Tijuana nach Cancun. Angekommen in Portugal ging es mit dem Rad zurück nach München. Wir begleiten Jonas auf seinem ca. vierzehnmonatigen Abenteuer und dürfen hautnah dabei sein, wie er die enorme mentale und körperliche Herausforderung meistert. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der dem Kern menschlicher Motivation nachspürt; der von Grenzerfahrungen und dem persönlichen Durchhaltewillen erzählt.


Deutschland 2022
Dokumentation
Regie: Markus Weinberg
Darsteller: Jonas Deichmann
105 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.5.

One of these Days



20 Menschen nehmen an einem unmenschlichen Wettbewerb teil: Man muss die Hand an einem Auto lassen, und zwar länger als jeder andere. Intensiver Film, der durch das perverse Spiel auch den Fokus auf die Ungleichheit der Gesellschaft rückt

Ein Truck steht auf dem Spiel. „Hands on“ heißt es. Die Regeln sind einfach. 20 Konkurrenten müssen eine Hand auf einem Truck lassen, dürfen sich nicht aufstützen, anlehnen oder hinsetzen. Dann müssen sie nur aushalten, und zwar länger als ihre Mitspieler. Einer dieser Spieler ist der junge Vater Kyle, der daran teilnimmt, weil er sich keinen Truck leisten kann, für seine Familie jedoch einen benötigt. Er rechnet sich gute Chancen aus. Aber die Stunden verstreichen. Aus ihnen werden Tage. Das Spiel wird immer unmenschlicher.

Der Film lässt sich ein wenig Zeit, die Spieler vorzustellen, ebenso wie die Moderatorin. Man bekommt ein klein wenig Einblick in ihr Leben. Die meisten werden im Spiel selbst charakterisiert. Etwa der nervige Musikhörer, der ständig den Rhythmus mit den Händen auf der Motorhaube klopft, oder die extrem religiöse Frau, die erstaunlich lange durchhält. Nicht bei jedem weiß man, was ihn antreibt. Letztlich gilt für alle wohl, dass es die Hoffnung auf etwas Glück ist. Endlich mal etwas gewinnen, endlich mal nicht auf der Verliererseite stehen, endlich mal einer von denen sein, die von anderen beneidet werden. Der Film bleibt subtil, aber er zeichnet das Bild einer Zweiklassengesellschaft, bestehend aus jenen, die an solchen unwürdigen Spielen teilnehmen müssen (oder zumindest glauben, es tun zu müssen), und jenen, die darin einen Spaß sehen. Es ist ein Spiel, das Folter nicht unähnlich ist. Stresspositionen, Schlafentzug, totale Erschöpfung – das alles schwingt hier mit, zumal der Film sehr genau zeigt, wie all das auch zum totalen mentalen Zusammenbruch führen kann. Das Ende ist bitter. Bastian Günther ist ein eindringlicher, intensiver Film geglückt. Er richtet das Brennglas auf eine Welt, in der der gesellschaftliche Umgang miteinander längst aus dem Ruder gelaufen ist.

Quelle: programmkino.de / Peter Osteried

Deutschland/ USA 2020
Regie & Buch: Bastian Günther
Darsteller: Carrie Preston, Joe Cole, Callie Hernandez, Bill Callahan. Jesse C. Boyd, Cullen Moss, Lucy Faust
120 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.5.

Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona


Der Spielfilm begleitet drei Handwerker in ihrem Arbeitsalltag in Barcelona. Und bei so manch groteskem Erlebnis bei ihren exzentrischen Kunden. Charmante, mit entwaffnender Leichtigkeit inszenierte Komödie.

Valero (Valero Escolar), Moha (Mohamed Mellali) und Pep (Pep Sarrà) arbeiten als Installateure in einem Handwerksbetrieb in Barcelona. Immer wenn die Kundschaft ein Problem hat, werden sie gerufen und reparieren so ziemlich alles was im Haushalt kaputtgehen kann. Der Marokkaner Moha hat erst vor Kurzem mit dem Job begonnen und ist noch in der Probezeit, Pep hingegen steht kurz vor der Rente. Das Miteinander der Drei, die eine Woche lang zusammenarbeiten müssen, ist nicht immer einfach. Denn gerade Moha muss so manche Stichelei über sich ergehen lassen: von Seiten der Kunden aber vor allem von Valero, der ein Problem mit dem „Neuen“ und allerlei Vorurteile gegenüber Ausländern zu haben scheint. Können sich die Installateure zusammenraufen und die Woche überstehen?

Die katalanische Drehbuchautorin und Regisseurin Neus Ballús wirft einen heiteren, ironischen Blick auf das von skurrilen Ereignissen geprägte (Arbeits-)Leben der drei Protagonisten. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind ihr ein Anliegen und das erkennt man etwa an der Wahl ihrer Hauptdarsteller. Sie alle sind Laien-Schauspieler und zum Teil auch im echten Leben Installateure bzw. Handwerker. Sie nehmen den Zuschauer mit in ihren Arbeitsalltag, der sie zu den Kunden nach Hause führt. Eher subtil und pointiert geht Ballús bei der Betrachtung des komplizierten Verhältnisses zwischen Moha und Valero vor. Man kann dem grobschlächtigen, wohlbeliebten Valero trotz seiner notorisch schlechten Laune, der Anzüglichkeiten und der teils unangebrachten Andeutungen seinem neuen Kollegen gegenüber, nie wirklich böse sein. Insgeheim trägt er das Herz am rechten Fleck. Bei genauerer Betrachtung behandelt „Sechs Tage unter Strom“ zudem sehr geschickt eine ganze Fülle an Themen, die die Sorgen und Nöte vor allem der einfachen, hart arbeitenden Menschen widerspiegeln. Es geht um die spanische Wirtschaftskrise, Konkurrenzkämpfe, die hohe regionale Arbeitslosigkeit und die Frage, was eigentlich nach der Pensionierung kommt.

Quelle: programmkino.de / Björn Schneider

Spanien, Frankreich 2021
Regie: Neus Ballús
Drehbuch: Neus Ballús, Ana Sanz-Magallón
Darsteller: Mohamed Mellali, Valero Escolar, Pep
Sarrà, Paqui Becerra, Pere Codorniu
85 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.5.

Stasikomödie


Seine Stasi-Akte sorgt dafür, dass sich ein prominenter Romanautor nochmals an seine DDR-Zeit erinnert. Turbulente und bis in Nebenrollen top besetzte Komödie von Leander Haußmann

Berlin, heute: Auf Drängen seiner Freunde, seiner Frau, Kinder und Enkel hatte sich Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) entschlossen, Einsicht in seine Stasi-Akte zu beantragen. Heute ist er ein prominenter, ja, populärer Romanautor, gestern war er ein Held des Widerstandes der DDR; er stand also zwangsläufig unter Beobachtung der Staatssicherheit. Stolz präsentiert Ludger seiner versammelten Familie die dicke Akte. Alles hat die Stasi dokumentiert und kommentiert: seine Wohnung, seine Katze, selbst Szenen mit seiner Frau Corinna (Margarita Broich) im Ehebett... Aber dann: „Was ist denn das?!“ Ein zerrissener und wieder zusammengeklebter Brief, sehr detailliert, sehr intim…. Also von Corinna war der bestimmt nicht, und Corinna will es jetzt genau wissen. Ludger wiegelt ab: „Das war doch vor Deiner Zeit...“ Aber es ist zwecklos, die Stasi hat alles genau dokumentiert. Wütend packt Ludger seine Akte zusammen und entflieht vor dem inzwischen handfest und laut gewordenen Ehestreit nach draußen. Vor dem Haus zündet er sich eine Zigarette an und bläst den Rauch nachdenklich in die Sonne. Und er erinnert sich an den jungen Mann (David Kross), den die Stasi einst angeworben hatte, um in die Bohème des Prenzlauer Bergs einzutauchen, sie auszukundschaften und zu zersetzen. Und wie ihm das Leben dort sofort so sehr gefallen hatte: die Freiheit, die Frauen (und nicht nur eine!), dass er schon bald seinen Auftrag vergessen hatte…

Für den Kinofilm versammelt der preisgekrönte Regisseur und Drehbuchautor Leander Haußmann einen bis in die Nebenrollen prominent und pointiert besetzten Cast vor der Kamera: David Kross bzw. Jörg Schüttauf als blauäugiger Stasi-Spitzel Ludger, Antonia Bill bzw. Margarita Broich als unterschätzte Ehefrau Corinna, Deleila Piasko als Hippie-Amazone Natalie, Henry Hübchen als dauerqualmender und süffelnder Stasi Offizier, Detlev Buck als überambitionierter Ordnungspolizist in Ost-West-Dauerschleife, Alexander Scheer als Drag-Queen und Love Interest von Barkeeper Karsten Speck, Tom Schilling als neugieriger Herr Dietrich u.v.m.


Deutschland 2022
Regie: Leander Haußmann
Darsteller: David Kross, Jörg Schüttauf, Antonia Bill
Laufzeit: 116 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.5.

Alles in bester Ordnung

Sammlerin Marlen trifft auf Fynn, der sich mit möglichst wenig Dingen umgeben will. Eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig.

Marlen ist früher durch die Welt gereist, draußen strahlt sie, aber ihre Wohnung hat sie mit Gegenständen vollgestellt. Sie ist eine leidenschaftliche Sammlerin. Alles ist zu wertvoll, zu bedeutend, um es wegzuschmeißen. Fynn dagegen will mit nur 100 Dingen durch die Welt gehen. “Ordnung ist das halbe Leben!”, sagt er. “Willkommen in der anderen Hälfte!”, antwortet sie. Das ist der Humor und der Kampfstil, den sie von jetzt an pflegen. Marlen und Fynn – stärker könnten die Gegensätze nicht sein. Doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an…

In ihrem charmanten Regiedebüt über das Zuviel und das Zuwenig wirft die Regisseurin einen warmherzig-zärtlichen Blick auf die Phänomene der modernen Konsumgesellschaft und regt zugleich zum Nachdenken an. Natja Brunckhorst geht das delikate Thema mit viel Humor an. Wie aktuell das ist, lässt sich an der Flut der Aufräum- und Wegwerf-Ratgeber in den Buchläden, auf den Bestsellerlisten und an der stetig wachsenden Zahl der Aufräumer*innen-Coaches ablesen. Das Drehbuch schrieb Natja Brunckhorst zusammen mit Martin Rehbock. Die Szenenbildnerin Zazie Knepper hat das magische Gesamtkunstwerk der Wohnung erschaffen. Die Kamera führte Niklas Lindschau, die Musik komponierte Ausnahmemusiker Lambert und der Schlußsong ist von Erdmöbel.

Deutschland 2021
Regie: Natja Brunckhorst
Darsteller: Corinna Harfouch, Daniel Sträßer, Luise Kinner
96 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.5.

Maixabel – Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung

Der verurteilte Mörder eines Mannes will sich mit der Witwe seines Opfers treffen. Kraftvolles, sensibles Drama über Schuld und Vergebung – nach einer wahren Geschichte

Icíar Bollaíns Film spannt den Erzählbogen über ungefähr 10 Jahre: Er beginnt im Jahr 2000 mit dem Attentat auf den Lokalpolitiker Juan Maria Jauregui. Zwei Männer treten im Restaurant hinter ihn und schießen ihm in den Hinterkopf. Als bei ihr zu Hause das Telefon lange und ausdauernd klingelt, während sie sich die Haare föhnt, ahnt Maixabel Böses. Ihr Mann, der Vater ihrer Tochter Maria, ein ehemaliger sozialistischer Zivilgouverneur, der keine Leibwächter wollte, stirbt im Krankenhaus. Seine Mörder werden bald darauf gefasst und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. 10 Jahre später: Maixabel arbeitet für eine Organisation, die Opfer und Hinterbliebene von ETA-Anschlägen unterstützt. Ibon sitzt im Hochsicherheitstrakt eines Spezialgefängnisses für ETA-Mitglieder. Eine junge Mediatorin macht den Gefangenen einen Vorschlag: Sie könnten ihre Strafe verkürzen, wenn sie von sich aus bereit wären, eines ihrer Opfer zu treffen. Ibon ist einverstanden. Doch als Maixabel sich dafür entscheidet, ins Gefängnis zu fahren, sieht sie sich überall von Unverständnis umgeben. Niemand versteht, dass Maixabel für sich selbst einen Abschluss finden möchte – ähnlich wie Ibon, nur auf der anderen Seite.

Der Film ist absolut erstaunlich: Er enthält sich jeder Sentimentalität und geht dennoch tief unter die Haut. Trotz oder vielleicht gerade wegen seines gewichtigen und anspruchsvollen Themas findet er zu einer differenzierten, beinahe pragmatischen Erzählweise; lediglich die dramatische Musik unterstreicht ab und an die Tragik der Handlung: die Geschichte der Separatistenorganisation ETA. Viele Jahre lang kämpften die Mitglieder für ihre Unabhängigkeit von Spanien, Gewalt führte zu Gegengewalt. Was für ein Gefühl muss es sein, dem Mörder eines Menschen gegenüberzusitzen, den man geliebt hat? Und was empfindet jemand, der mit der Witwe des Mannes spricht, den er ermordet hat? Wie viel Überwindung muss es beide Beteiligte kosten, auch nur einander gegenüberzutreten? – Das Zauberwort heißt Kommunikation. Miteinander sprechen, vielleicht verstehen lernen oder wenigstens zuhören.

Quelle: programmkino.de / Gaby Sikorski

Spanien 2021
Regie: Icíar Bollaín
Drehbuch: Icíar Bollaín, Isa Campo
Darsteller: Blanca Portillo, Luis Tosar, María Cerezuela, Urko Olazabal, Tamara Canosa
Kamera: Javier Agirre Erauso
Musik: Alberto Iglesias
115 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.5.

Die Täuschung

Kriegs- bzw. Spionagedrama aus dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Briten ein ausgeklügeltes Täuschungsmanöver ausbaldowern.

Wir schreiben das Jahr 1943. Die Alliierten sind entschlossen, Hitlers Macht im besetzten Europa zu brechen und planen einen Großangriff auf Sizilien. Doch sie stehen vor einer unlösbaren Aufgabe: Wie sollen sie eine riesige Invasionsstreitmacht vor einer möglichen Vernichtung schützen? Es ist die Aufgabe zweier bemerkenswerter Geheimdienstler, Ewen Montagu (Colin Firth) und Charles Cholmondeley (Matthew Macfadyen), die genialste und unwahrscheinlichste Verwirrungsstrategie des Krieges zu entwerfen, in deren Mittelpunkt der ungewöhnlichste aller Geheimagenten steht: ein toter Mann.

„Die Täuschung“ ist die einzigartige und wahre Geschichte einer Idee, die den Verlauf des Krieges zu Gunsten der Aliierten zu verändern hoffte. Dabei gingen sie unvorstellbar hohe Risiken ein, setzten sich über jede Logik hinweg und stellten die Nerven ihrer Macher auf eine harte Probe. John Maddens neuestes Werk ist kein reinrassiger Kriegsfilm, sondern vielmehr einer, der sich mit dem Schattenkrieg befasst, der jeden Krieg umgibt – um die Geheimen, die sich mit Täuschung und Gegentäuschung bekriegen, immer hoffend, für ihre Seite einen Vorteil herausschlagen zu können. Hier geht es um die Operation Mincemeat, die den Deutschen Glauben machen sollte, die Alliierten würden in Griechenland und nicht auf Sizilien landen.

USA 2021
Regie: John Madden
Darsteller: Colin Firth, Matthew Macfadyen, Kelly Macdonald
128 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.

The Outfit – Verbrechen nach Maß



Im Chicago der 1950er-Jahre gerät ein Schneider zwischen die Fronten zweier Gangsterbanden. Als Kammerspiel inszeniertes, ebenso eindringliches wie spannendes Regiedebüt.

Leonard Burling (Mark Rylance) hat Jahrzehnte seines Lebens darauf verwendet, ein begabter und begehrter Handwerkskünstler auf der weltberühmten Londoner Savile Row zu werden. Jahrelang hat er dafür gearbeitet, Schneider für eine der renommiertesten Institutionen der Stadt zu werden. Doch mit der Zerstörung, die der Zweite Weltkrieg über London gebracht hat, hat er sein Geschäft verloren und ist in die USA aufgebrochen. In Chicago betreibt Leonard nun einen kleinen Eckladen für die einzigen Personen, die sich derart elegante Maßanzüge leisten können – eine Familie brutaler Gangster. Leonards so bescheidenes wie unauffälliges Image leidet unter der widerwilligen Mittäterschaft für seinen besten Kunden, die Boyle-Verbrecherorganisation, die seine Werkstätte als Übergabeort nutzt. Als die Boyles einen kompromisslosen Krieg mit einer rivalisierenden Bande vorbereiten, wächst der Verdacht, dass sich ein Maulwurf in ihrer Mitte befindet, und sie tun, was immer nötig ist, um herauszufinden, wer das ist. Als Richie Boyle, zukünftiger Erbe des Verbrecherimperiums seines Vaters, nach einem Besuch bei Leonard verschwindet, konzentriert sich die Jagd nach dem Verräter auf das Schneidereigeschäft.

Mit “The Outfit – Verbrechen nach Maß” präsentiert Graham Moore, Oscar®-prämierter Drehbuchautor von “The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben”, einen meisterhaft mysteriösen Thriller, in dem ein talentierter Schneider (Oscar®-Gewinner Mark Rylance) im Chicago der 1950er-Jahre in einen gefährliche Konflikt mit einer Gangsterbande gezwungen wird. Der Regisseur über seinen Film: “In meinen Augen ist es ein Thriller über Mittäterschaft. Wie lange kann man für ein Monster arbeiten und die Augen vor dessen Ungeheuerlichkeit verschließen? An welchem Punkt ist man nicht mehr nur Beobachter, sondern Komplize? Was für Geschichten erzählen wir uns selbst, um unsere eigene Untätigkeit im Angesicht der Ungerechtigkeit zu rechtfertigen? Und was bräuchte es, um uns endlich dazu anzutreiben, aufzustehen und etwas zu unternehmen?”

USA 2022
Regie: Graham Moore
Darsteller: Mark Rylance, Zoey Deutch, Johnny Flynn
105 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.

Glück auf einer Skala von 1 bis 10



Mit viel Humor erzählte Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft, die gründlich mit Vorurteilen aufräumt und vor allem eines feiert: das Leben an sich. Eindeutig eine Zehn fürs Kinopublikum!

Igor lebt allein und jobbt als Fahrradkurier für Biogemüse. Ein paar mehr Kontakte zu anderen Menschen wären schön, aber ansonsten ist der körperlich behinderte Hobby-Philosoph nicht unglücklich. Louis hingegen ist ein 24/7-Unternehmer, ein Workaholic, der vor lauter Arbeit in seiner Bestattungsfirma die Lebensfreude vergessen hat. Als er Igor auf seinem Fahrrad anfährt, ist ihm das doppelt peinlich: zum einen wegen seiner Unachtsamkeit, zum anderen, weil er offensichtlich einen Menschen mit Behinderung verletzt hat. Ein Unfall mit überraschenden Folgen, denn Igor hat sich in den Kopf gesetzt, dass Louis ein perfekter neuer Freund für ihn wäre … und Igor kann sehr hartnäckig sein. So kommt es, dass Louis und Igor zu einer abenteuerlichen Reise im Leichenwagen aufbrechen, die ihr Leben ordentlich auf den Kopf stellt.

“Glück auf einer Skala von 1 bis 10” ist ein Roadtrip mit viel Herz und einem Hauch von schwarzem Humor, umweht von den Gedanken großer Philosophen und alles erdacht, inszeniert und gespielt von zwei Freunden – Alexandre Jollien und Bernard Campan. Ihre Helden sind zwei Männer, die prinzipiell nichts miteinander zu tun haben. Igor wird viel zu oft aufgrund seiner Behinderung unterschätzt und hat sich vor der Einsamkeit zu Sokrates und Spinoza gerettet. Der Bestattungsunternehmer Louis ist Ende 50 und hat für die Firma sein Privatleben geopfert. Aus der Konstellation „Arbeitstier trifft Lebenskünstler“ entwickelt sich nicht nur ein vergnügliches Buddy-Feel-Good-Road-Movie, sondern vor allem eine humorvolle Abrechnung mit Zwängen, Abhängigkeiten, Intoleranz und Klischees. In ihrer Freundschaft könnten die beiden die Freiheit finden, von der sie (vielleicht) immer geträumt haben, doch der Weg dorthin ist lang und voller Hindernisse, die gemeinsam überwunden werden wollen. Alexandre Jollien, der zu den profiliertesten französischsprachigen Philosophen gehört und mit zerebraler Kinderlähmung geboren wurde, spielt mit hinreißendem Charme den Genussmenschen Igor, der gelernt hat, den Augenblick zu lieben.

Frankreich, Schweiz 2021
Regie: Bernard Campan, Alexandre Jollien
Darsteller: Bernard Campan, Alexandre Jollien, Tiphaine Daviot
92 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.

Der schlimmste Mensch der Welt


Die wunderbare Leichtigkeit des Scheiterns: Joachim Triers in Cannes ausgezeichnetes Feelgood-Drama mit einer überragenden Hauptdarstellerin versprüht wahre Kinomagie!

Wo ist nur die Zeit geblieben? Julie wird bald dreißig und kann es kaum glauben. Während ihr über zehn Jahre älterer Freund Aksel als erfolgreicher Comicbuch-Autor durchstartet, kann sie auf ihre abgebrochenen Studiengänge nicht wirklich stolz sein. Seriöser Familienplanung geht sie lieber aus dem Weg. Zu viel scheint für sie noch möglich. Was Julie eigentlich will? Zukunft, vermutlich, und eine glückliche bitte, wenns geht. Nur wie ist das anzustellen? Auf einer Hochzeitsparty trifft sie den charmanten Eivind – und für eine Nacht steht die Zeit still. Das muss Liebe sein. Zum ersten Mal ist sich die sonst so unentschlossene Julie einer Sache sicher. Jedoch fällt ihr die nahende Trennung von Aksel deutlich schwerer als gedacht. Ist Eivind wirklich der richtige Mann fürs Leben? Wieder meldet sich Julies wankelmütiges Wesen – sie ist einfach der hoffnungslos schlimmste Mensch der Welt, oder?

Auch wenn es der Name suggeriert: der in Dänemark geborene norwegische Filmemacher Joachim Trier ist mit seinem dänischen Kollegen Lars von Trier nicht verwandt. Doch wie Letzterer macht auch der Norweger verdammt gute Filme. Sogar so gut, dass sein aktueller Film neben Drehbuch auch für den Auslands-Oscar nominiert war. Und das zu recht. Denn der Film ist eine Sternstunde des Kinos. Triers Figuren bieten unglaublich viel Identifikationspotenzial. So werden sich in Julie, Aksel und Eivind ganz sicher viele Zuschauer wiederfinden. Insbesondere in Julie, von Renate Reinsve phantastisch gespielt, jener Frau, die offensichtlich ihr ganzes junges Leben auf der Suche nach dessen Sinn ist und darüberhinaus zu leben vergisst. Neben sorgfältig ausgewählten Songs sorgt ganz besonders Ola Flottums Score auf der Tonspur für die richtigen Emotionen. Vorsicht: Taschentücher bereithalten – es werden Tränen fließen. Und das ohne den ganzen pathetischen Kitsch. Triers Film ist pure Kinomagie mit Tiefgang.

Norwegen, Frankreich u.a. 2021
Regie: Joachim Trier
Darsteller: Renate Reinsve, Maria Grazia Di Meo, Anders Danielsen Lie
128 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.

France



Die wohlgeordnete Welt einer Strajournaistin gerät außer Kontrolle, als sie bei einem Autounfall einen Rollerfahrer verletzt. Geistreich-pointierten Komödie mit Léa Seydoux

Keinen geringeren als den französischen Staatspräsidenten will sie auf einer Pressekonferenz im Elysée-Palast bloßstellen. Als kampfeslustig wird die bekannte Fernsehjournalistin France de Meurs (Léa Seydoux) zusammen mit ihrer Produzentin Lou (Blanche Gardin) eingeführt, eine geschickte Montage suggeriert, die Pressekonferenz mit Emmanuel Macron habe tatsächlich so stattgefunden. Kurz darauf berichtet France de Meurs live aus einem Krisengebiet in der Sahel-Zone vom Kampf gegen den IS. Man sieht, wie das Interview aufgezeichnet wird, und man sieht später, was die Regie daraus gemacht haben wird. De Meurs weiß dabei stets genau, was sie will. Für die Menschen und ihr Leid interessiert sie sich nicht. Ihr Blick ist stets berechnend und kühl, ihr Auftreten das einer Narzisstin. Zurück in Paris gerät nun sie selbst in die Schlagzeilen, als sie einen unterbezahlten Lieferanten auf seinem Motorroller anfährt...

Léa Seydoux – zuletzt im Bond-Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ im Einsatz – spielt die Überzeugtheit, Verzweiflung und Leere ihrer zwischen Quoten-Heiliger, Rabenmutter und Reporter-Dämon wechselnden Figur routiniert, aber gefühlskalt. Trotz dieser Distanz spürt man aber die Anstrengung und die Verzweiflung nicht nur der Hauptperson, sondern metaphorisch auch, wie die Nation namens France (schon in der ersten Einstellung weht die Trikolore im Wind) sich in einem Ohnmachts-Ist-Zustand befindet. Politisch rechts oder links zu sein, wie während eines Sponsorendiners, von dem de Meurs eines Abends flüchtet, spielt in dieser von Bruno Dumont gezeichneten Reflektion keine Rolle, dafür umso mehr die Suche nach der eigenen Identität. Es ist die nicht immer in ihrem Tonfall sofort einzuschätzende Dialektik dieses Films und das Spiel mit inszenierter Wirklichkeit und absurder Realität, vor allem die kritische, sicher ernstgemeinte, hier aber nicht unbedingt ernst zu nehmende Beschäftigung des Rummels um einen Medienstar, die ihn sehenswert machen.

Quelle: programmkino.de / Thomas Volkmann

Frankreich 2021
Regie: Bruno Dumont
Darsteller: Léa Seydoux, Blanche Garin, Benjamin Biolay, Emanuele Arioli, Gaëtan Amiel, Juliane Köhler, Jawad Zemar
133 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 2.6.

The Strait Guys


Dokumentarfilm über einen alten Ingenieur, der die USA und Russland mit einem Unterwasser-Eisenbahntunnel verbinden möchte. Der richtige Film zur richtigen Zeit!

Ein 76-jähriger Ingenieur hat eine Mission: Er will die Vereinigten Staaten und Russland mit einem 100 Kilometer langen Eisenbahntunnel unter der Beringstraße verbinden. “The Strait Guys” folgt dem in Tschechien geborenen, etwas mürrischen Bergbauingenieur George und seinem redegewandten Schützling Scott entlang der vorgeschlagenen Route der Interkontinentalen Eisenbahn durch Alaska, zur Beringstraße und weiter nach Russland. Die „Strait Guys“ versuchen, internationale Regierungen, Unternehmen und indigene Stämme davon zu überzeugen, ihrem 100-Milliarden-Dollar- Eisenbahnprojekt grünes Licht zu geben - mit dem Versprechen, der Panamakanal des 21. Jahrhunderts zu werden. Während sie angesichts scheinbar unüberwindbarer Hindernisse darum kämpfen, ihre imposante Vision am Leben zu halten, lassen uns die „Strait Guys“ mit der Frage zurück: Was hindert die USA und Russland wirklich daran, miteinander verbunden zu werden? Seit dem Ausbruch des militärischen Konflikts zwischen Russland und der Ukraine scheint die Antwort auf der Hand zu liegen. Doch die beiden sind mehr denn je davon überzeugt, dass ihr Megaprojekt genau das ist, was die Welt braucht, um Kriege endlich hinter sich zu lassen und „Frieden, Fortschritt und Wohlstand“ für alle zu schaffen.

Regisseur Rick Minnich: “Ich bin ein Kind des Kalten Krieges. Meine Einstellung zur Weltpolitik ist stark von meinen Erfahrungen geprägt, als ich während der Reagan-Ära in Kalifornien aufwuchs. Es war eine Zeit, in der unser Hardliner-Präsident mit seiner exzessiven nuklearen Aufrüstung und seiner scharfen antisowjetischen Haltung drohte, unseren Planeten in die Luft zu jagen. Aber es war auch die Zeit, in der ein freundlicher sowjetischer Herr namens Mikael Gorbatschow die politische Bühne betrat und mich dazu brachte, genauer darüber nachzudenken, wer unser vermeintlicher Feind wirklich war. Dies war der Beginn meiner Faszination für Russland und die UdSSR, die bis heute anhält.”


Deutschland 2022
Dokumentation
Regie: Rick Minnich
99 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.6.

Mit Herz und Hund



Berührende Tragikomödie ohne Kitsch und Pathos, dafür aber mit viel britischem Humor erzählte Geschichte über Liebe und Neubeginn im Alter.

Als sich Dave und Fern bei einem Spaziergang im Londoner Park das erste Mal begegnen, gibt es zunächst Krach. Der pensionierte Krankenpfleger hat seine Schäferhündin nicht angeleint, wovon weder die resolute Fern noch ihr Yorkshire-Terrier Henry begeistert sind. Beide verbindet jedoch eine große Liebe zu ihren Vierbeinern, die sie regelmäßig an die frische Luft treibt. So bleibt es nicht aus, dass sich Dave und Fern bei den täglichen Gassigängen wiedertreffen. Nicht nur ihre Hunde freunden sich dabei an, auch zwischen ihren Besitzern entwickelt sich Schritt für Schritt eine zarte Romanze. Doch sowohl Dave als auch Fern haben Geheimnisse, die ihr zerbrechliches Glück bedrohen.

In seiner berührenden Tragikomödie erzählt der britische Regisseur und Drehbuchautor Paul Morrison authentisch und humorvoll von der Liebe im Alter und dem Mut zum Neuanfang. Dave Johns brilliert nach seiner Hauptrolle in Ken Loachs “Ich, Daniel Blake” erneut mit einer überragenden Performance und harmoniert nicht nur hervorragend mit der kongenialen Alison Steadman, sondern auch mit seinen vierbeinigen Co-Stars. Für Morrison ist der Film eine Hommage an sein verstorbenes Haustier, aber auch ein Freundschaftsbeweis aller Beteiligten. “Wir haben diesen Film unglaublich kostengünstig gedreht, und alle waren dabei, weil ihnen das Drehbuch gefiel. Es war in gewisser Weise schwierig, weil wir nicht die Utensilien hatten, die bei vielen Drehs zum Einsatz kommen. Wir hatten keine Wohnwagen und keine Toiletten, aber alle packten mit an und es herrschte ene tolle Atmosphäre in der Crew, so dass wir es schafften, jeden Tag zu drehen. Dave und Alison waen zwischen den Aufnahmen unglaublich witzig und haben sich gegenseitig unterstützt, und es war schön, sie um sich zu haben!”

Großbritannien 2020
Regie: Paul Morrison
Darsteller: Dave Johns, Alison Steadman, Vivienne Soan
106 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.6.

Risiken & Nebenwirkungen



Eine anstehende Organspende stellt die Beziehung eines Paares auf eine harte Probe. Modernes Kammerspiel mit beißendem Witz.

Arnold und Kathrin sind ein gutsituiertes Paar. Er arbeitet erfolgreich als Architekt. Kathrin ist Pilates-Trainerin. Die geradlinige Mutter einer erwachsenen Tochter liebt ihren Beruf. Doch ein Arztbesuch stellt ihr Leben auf den Kopf. Diagnose: Niereninsuffizienz dritten Grades. Sie braucht eine Organspende, eine neue Niere. Zunächst reagiert sie gefasst. Ihr Mann hat die gleiche Blutgruppe und käme als Spender in Frage. Der Zeitpunkt sei ungünstig, meint er. Seine Mitarbeiter brauchen ihn dringend für den neuen Auftrag. Beim Treffen mit seinem Freund Götz (Thomas Mraz) verfällt er auf die irrsten Ideen: „Was wenn wir eine andere Niere besorgen, in diesem Darknet, da verkaufen sie sogar Schützenpanzer“, sagt er. Endgültig eskaliert die Situation als Götz, der die gleiche Blutgruppe besitzt, sich als Spender anbietet...

Angesichts einer Situation, die Courage und Ehrlichkeit erfordert, offenbart sich die Brüchigkeit zwischenmenschlicher Verbindungen. Der österreichische Regisseur Michael Kreihsl kann dabei auf eine pointierte Vorlage zurückgreifen. Sein modernes Kammerspiel samt Beziehungstest inszeniert er mit beißendem Witz. Nicht zuletzt kann er aber auch auf die Spielfreude seiner exzellenten Schauspielriege vertrauen. Vor allem Inka Friedrich agiert mit großer mimischer Spannung. Selbst ohne Dialoge sorgt sie dafür, dass die Luft zum Schneiden dick wirkt. Mit einer Rolle spielte sich die gebürtige Freiburgerin einst in die Herzen des Publikums. In Andreas Dresens „Sommer vorm Balkon“ verkörperte sie Katrin. Noch heute wird die Mutter von zwei Söhnen auf diese Figur im Prenzlauer Berg angesprochen. Die Natürlichkeit und große Energie ihres Spiels begeistert immer wieder. Ihr intensives Eintauchen in andere Leben, in andere Geschichten ist ein tägliches Geschenk für diese leidenschaftliche und glaubwürdige Schauspielerin.

Quelle: programmkino.de / Luitgard Koch


Österreich 2021
Regie: Michael Kreihsl
Drehbuch: Michael Kreihsl
Darsteller: Inka Friedrich, Pia Hierzegger, Samuel Finzi, Thomas Mraz, Michaela Kis, Tijan Marei, August Zirner, Thomas Schubert, Susanna Wiegand, Harry Prinz
95 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.6.

Sundown – Geheimnisse in Acapulco



Eine Urlaubsreise wird durch einen Notfall unterbrochen und legt dadurch schwelende familiäre Konflikte frei. Flirrender, leiser und bildstarker Thriller.

Acapulco, Mexiko: In einem Luxushotel am Strand verbringt Neil (Tim Roth) mit seiner Schwester Alice (Charlotte Gainsbourg) und ihren Kindern entspannte Urlaubstage. Das Idyll hat ein Ende als Alice ein Anruf aus London erreicht: Ihre Mutter ist gestorben. Während sie umgehend zurück nach London reist, um sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, kehrt Neil vom Flughafen an den Strand zurück – angeblich hat er seinen Pass im Hotel liegen lassen. Um einer Rückkehr in sein Leben zu umgehen, lügt er Alice fortan weiter an. Bis sie eines Tages wieder am Strand steht und ihn konfrontiert, mit seinen Lügen und seiner fehlenden familiären Verantwortung. Die schwelenden Konflikte brechen offen zutage, doch Neil zieht sich nur umso weiter zurück und bleibt nach einem weiteren Schicksalsschlag am Ende wieder allein am Strand zurück, während die Sonne immer wieder aufs Neue untergeht, am Strand von Acapulco.

Nach “New Order – Die neue Weltordnung” setzt Autor und Regisseur Michel Franco mit “Sundown – Geheimnisse in Acapulco” seine filmische Suche nach Reaktionen von Individuen und Gesellschaften in Ausnahmesituationen fort. Taucht in einem ruhigen Erzählstil, der einer Momentaufnahme gleicht, ein in die Sonnen- wie Schattenseiten von Acapulco und legt dabei oftmals wortlos das Seelenleben seiner Protagonisten offen. Ein flirrender, leiser, bildstarker Thriller, der vor der kontrastreichen Kulisse Acapulcos die Diskrepanzen aufzeigt, die in jeder noch so untrennbar scheinenden Beziehung stecken und die umso schonungsloser zutage treten, wenn das Gleichgewicht eines bestehenden Systems durch unvorhergesehene Ereignisse ins Wanken gerät. Francos Film feierte seine Premiere im Wettbewerb der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.


Frankreich, Mexiko u.a. 2021
Regie: Michel Franco
Darsteller: Tim Roth, Charlotte Gainsbourg, Iazua Larios
82 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.6.

A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe



Eine Illusionsmaschine ist das Kino, ein Ort der unbändigen Phantasie und der unbegrenzten Möglichkeiten. Genau darum geht es in Nicolette Krebitz’ neuem Film, der von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte erzählt, wie sie (fast) nur im Kino passieren kann.

Mit dem A beginnt alles, heißt es zu Beginn von „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ und so heißt die von Sophie Rois gespielte Hauptfigur dann auch: Anna. Sie ist Schauspielerin, doch mit ihren 60 Jahren findet das deutsche Kino keine Verwendung mehr für sie. Nur wo sie nicht gesehen wird, im Hörspielstudio, findet sie noch einen Job – und muss sich dort den Übergriffen ihres Sprechpartners erwehren, der gar nicht weiß, was sie hat. Wutentbrannt rennt Anna aus dem Studio und auf der Straße widerfährt ihr das nächste Unglück: Ein junger Mann stiehlt ihr die Handtasche. Zum Glück findet sie Trost bei ihrem Vermieter Michel (Udo Kier), der vor allem väterlicher Vertrauter und Ratgeber in Sachen Leben ist. Und der etwas irritiert blickt, als ein paar Tage später Adrian (Milan Herms) nach dem Weg zu Anna fragt, ein Teenager, jung, wild und mit der für seine Generation üblichen schnoddrigen Aussprache. Für ein Schultheaterstück soll Anna ihn unterrichten – und erkennt in Adrian den Taschendieb.

Natürlich werden sich Lehrerin und Schüler näher kommen, sich verlieben, eine Nacht miteinander verbringen, eine kurze, intensive Amour Fou durchleben. Dass ist so offensichtlich, dass von Anfang an deutlich wird, dass Nicolette Krebitz es darauf anlegt, mit Klischees zu spielen. Allerdings auf eine Weise, die den Klischees den Spiegel vorhält, die mit den Erwartungen des Publikums spielt, mit Vorstellungen davon, wie sich eine 60jährige zu verhalten hat, was akzeptabel, was seltsam ist. „Wild“ hieß Nicolette Krebitz letzter Film, der ihren Durchbruch als Regisseurin bedeutete, und wild mutet auch „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ an: Wild in der Erzählweise, die frei zwischen den Genres wechselt, wild aber auch im Spiel mit Verweisen und Bezügen, die auf spielerische Weise von der Liebe erzählen, vom Wesen des Kinos, von Illusionen und Projektionen. Ein reicher Film, bei allen Ideen nicht immer rund, aber so voller Wagemut und Originalität, wie man es im deutschen Film gerne viel häufiger sehen würde.

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns


Frankreich, Mexiko u.a. 2021
Regie: Michel Franco
Darsteller: Tim Roth, Charlotte Gainsbourg, Iazua Larios
82 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.6.

Dark Glasses – Blinde Angst

Eine Mordserie hält Rom in Atem. Der Meister des Giallo kehrt auf die große Leinwand zurück: Kultregisseur Dario Argento weiß noch immer, wie man richtig schockt

Schrecken macht sich breit, als eine brutale Mordserie das sommerliche Rom in Atem hält: Ein bestialischer Killer hat es auf Edelprostituierte abgesehen, die er mit einer Cellosaite stranguliert. Als die Sexarbeiterin Diana in sein Visier gerät, überschlagen sich die Ereignisse. Bei dem verzweifelten Versuch dem Mörder zu entkommen, gerät sie in einen schweren Verkehrsunfall, bei dem sie ihr Augenlicht verliert. Außer ihr überlebt lediglich der junge Chin, dessen Eltern bei dem Unfall sterben. Während Diana sich langsam an die Dunkelheit gewöhnt, stellt ihr der Killer weiter nach. Gemeinsam mit Chin und ihrem Blindenhund nimmt Diana den ungleichen Kampf mit dem brutalen Psychopathen auf.

Zehn Jahre nach seinem letzten Film ist Kultregisseur Dario Argento zurück. Fans des italienischen Giallo werden dabei nicht enttäuscht. Ganz im Stil seiner alten Meisterwerke inszeniert Argento mit “Dark Glasses – Bline Angst” einen Horror-Thriller, in dem er klassische Motive mit surreal düsteren Bildern vermischt. Neben seiner Tochter Asia Argento glänzen Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang als ungleiches Duo, das sich notgedrungen einem erbarmungslosen Serienmörder stellen muss. Begleitet wird die packende Handlung von einem betörenden Synthwave-Score, der die Spannung steigen lässt.

Italien 2022
Regie: Dario Argento
Darsteller: Asia Argento, Andrea Zhang, Ilenia Pastorelli
89 Minuten
ab 18 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.6.

Schmetterlinge im Ohr



Berührender wie unterhaltsamer Film über einen Mann in den besten Jahren, der mit seinem Alter hadert und mit dem Hören auch die Liebe zum Leben wieder ganz neu entdeckt.

Antoine, ein gutaussehender Geschichtslehrer in seinen frühen Fünfzigern, ist Ignorant der Extraklasse, vor allem wenn es um Symptome des eigenen Alterns geht: Wortmeldungen seiner Schüler oder die Gefühlslage seiner Freundin – geht ihn nichts an. Sogar das morgendliche Schellen seines Weckers ignoriert er. Seine neue Nachbarin Claire treibt er mit ohrenbetäubendem Lärm in den Wahnsinn. Ihre Wutausbrüche perlen an Antoine gnadenlos ab – wie alles in dieser Welt. Erst als er in der Schule auch den Feueralarm ignoriert, ist Antoine gezwungen, sich der unangenehmen Tatsache zu stellen: Er ist so gut wie taub. Und das im besten Alter! Mit dem Einsatz von Hörgeräten eröffnet sich ihm bald eine neue Welt, aber die bringt nicht nur Freude. Dieses Accessoire der Alten passt einfach nicht zu seinem Selbstverständnis als Mann. Noch schlimmer ist für ihn, dass er plötzlich alles mitbekommt, was er sonst entspannt ausblenden konnte. Seine demente Mutter, seine überforderte Schwester, die von ihm jahrelang brüskierte Lehrerschaft – alles prasselt nun ungefiltert auf ihn ein. Nur ein einziger Mensch bedrängt ihn nicht: Violette, die kleine Tochter Claires, die seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr spricht. Plötzlich nimmt er gegen seine Natur Anteil an anderen. Mehr noch: er verliebt sich in ihre Mutter. Aber Hörgeräte sind kein Garant für gute Verständigung. Denn die will gelernt sein…

Eine hinreißend turbulente Komödie über die Schwierigkeiten der zwischenmenschlichen Kommunikation und den betörenden Charme der Ignoranz. Getragen von der gnadenlosen Komik, die entstehen kann, wenn Menschen nonchalant aneinander vorbeireden, nähert sich Schauspieler und Regisseur Pascal Elbé spielerisch einem existentiellen Thema: dem Unabänderlichen im Leben und der Chancen, die darin liegen, die Herausforderungen anzunehmen. Seine schönsten Momente hat der Film immer dann, wenn sich Antoine und Claires kleine Tochter einfach ohne Worte verstehen.


Frankreich 2021
Regie: Pascal Elbé
Darsteller: Sandrine Kiberlain, François Berléand, Pascal Elbé
94 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.6.

Cop Secret



Mit der rasanten Action-Komödie liefert der Torhüter der isländischen Fußballnationalmannschaft die isländische Antwort auf “Die nackte Kanone”. Müssen wir noch mehr sagen?

Bússi und Hörður sind die coolsten Supercops Reykjaviks: Sie sind superschnell, superstark und vor allem supermännlich – zumindest, wenn man sie fragt. Zusammen ermitteln die beiden in einer Reihe von Raubüberfällen, bei denen aber nichts gestohlen wurde. Dabei entdecken die beiden Supercops ihre Leidenschaft füreinander, die gar nicht gut in ihr Bild von Männlichkeit passt. Die spannende Verfolgungsjagd wird erschwert vom Kampf mit den eigenen Vorurteilen und findet ihren Höhepunkt bei einem Fußballspiel der isländischen Frauennationalmannschaft … Boom!

Toxische Männlichkeit, Frauenfußball, Bankraub in einem – und dann noch lustig? Die Isländer können einfach alles! Die vor Anspielungen auf die Actionwelt der Achtzigerjahre strotzende Polizeithriller-Parodie ist das Langfilm-Regiedebüt von Hannes Þór Halldórsson, ansonsten Torhüter der isländischen Fußballnationalmannschaft. Mit auf dem Platz und jetzt auch im Film: sein ehemaliger Teamkollege Rúrik Gíslason (in Deutschland vor allem durch „Let’s Dance“ bekannt). “Cop Secret” feierte im Wettbewerb des 74. Locarno Film Festivals seine Weltpremiere, war Eröffnungsfilm bei den Nordischen Filmtagen Lübeck, wurde dort als Bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet und war der erfolgreichste lokale Kinostart aller Zeiten in Island.

Island 2021
Regie: Hannes Þór Halldórsson
Darsteller: Auðunn Blöndal, Egill Einarsson, Steinunn Ólín Þorsteinsdóttir
98 Minuten
ab 16 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.6.

Elvis



Mit Spannung erwartetes Biopic über den King of Rock’n Roll, das unter der Regie von keinem Geringeren als Baz Luhrmann entstand

„Elvis“ ist ein episches Leinwandspektakel von Warner Bros. Pictures und dem visionären, Oscar®-nominierten Filmemacher Baz Luhrmann, das das Leben und die Musik von Elvis Presley erforscht. In den Hauptrollen sind Austin Butler und Oscar-Preisträger Tom Hanks zu sehen. Das Drama beleuchtet das Leben und die Musik von Elvis Presley (Butler) im Kontext seiner komplizierten Beziehung zu seinem rätselhaften Manager, Colonel Tom Parker (Hanks). Die Geschichte befasst sich mit der über 20 Jahre andauernden komplexen Dynamik zwischen den beiden Männern – von Presleys Aufstieg bis hin zum beispiellosen Starkult um seine Person. Besonderer Fokus liegt dabei auf der sich entwickelnden kulturellen Landschaft und dem Verlust der Unschuld in Amerika. Im Mittelpunkt dieser filmischen Reise steht eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen in Elvis’ Leben, Priscilla Presley (Olivia DeJonge).

Neben Butler und Hanks spielen die preisgekrönte Theaterschauspielerin Helen Thomson („Top of the Lake“, „Rake“) als Elvis’ Mutter Gladys, Richard Roxburgh („Moulin Rouge!“, „Breath“, „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“) als sein Vater Vernon und DeJonge („The Visit“, „Stray Dolls“) als seine Frau Priscilla. Weitere Rollen übernahmen Luke Bracey („Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“, „Point Break“) als Jerry Schilling, Natasha Bassett („Hail, Caesar!“) als Dixie Locke, David Wenham („Der Herr der Ringe“-Trilogie, „Lion – Der lange Weg nach Hause“, „300“) als Hank Snow, Kelvin Harrison Jr. („The Trial of the Chicago 7“, „L.A. Love Songs – Der Sound meines Lebens“) als B.B. King, Xavier Samuel („Tage am Strand“, „Love & Friendship“, „Eclipse – Biss zum Abendrot“) als Scotty Moore und Kodi Smit-McPhee („The Power of the Dog“) als Jimmie Rodgers Snow. Die Rollen weiterer legendärer Musiker besetzte Luhrmann mit der Sängerin und Songschreiberin Yola als Sister Rosetta Tharpe, Model Alton Mason als Little Richard, dem aus Austin stammenden Gary Clark Jr. als Arthur Crudup und der Künstlerin Shonka Dukureh als Willie Mae „Big Mama“ Thornton.

USA 2022
Regie: Baz Luhrmann
Darsteller: Austin Robert Butler, Rufus Sewell, Maggie Gyllenhaal
157 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.6.

Mein fremdes Land



Als einjähriges Baby kam Manuel aus Bolivien nach Deutschland, da ihn eine schwäbische Familie adoptiert hatte. 30 Jahre später reist er das erste Mal durch Bolivien und begibt sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln.

In einem abgelegenen Bergdorf in Bolivien kommt er auf dem Boden einer Lehmhütte zur Welt. Er ist das vierte Kind einer Ziegenhirtin. Seine Überlebenschancen sind gering, doch nach einigen Monaten nimmt ihn eine Adoptivfamilie in Deutschland auf. Aus José Noé Estrada wird Manuel Phillip Sosnowski. Als Kind will Manuel nichts von seiner Herkunft wissen. Fotos aus dem Heim in Bolivien dreht er um. „Tatsächlich haben wir noch nie richtig über das Thema gesprochen“, sagt er heute. Die einzigen Hinweise auf seine Herkunft liegen in einem Aktenordner. In kryptischer Behördensprache verfasste Zeilen zeichnen ein lückenhaftes, widersprüchliches Bild. 30 Jahre später macht sich Manuel das erste Mal auf die Suche nach seiner fremden Vergangenheit: Warum hat seine Mutter ihn weggegeben? Wer ist diese Frau, die an einem Ort namens Yawisla-Potosí leben soll? Mit den spärlichen Informationen, die ihm zur Verfügung stehen, begibt er sich auf eine Suche voller Ungewissheiten.

Die Preisvergabe für den besten Dokumentarfilm an “Mein fremdes Land” begründet das Kuratorium des Baden-Württembergischen Filmpreises folgendermaßen: „Der Film ‚Mein fremdes Land‘ nimmt uns mit auf eine Reise. (…) Der Ausgang der Suche ist offen. Und genau darin liegt die Stärke des Films: in seiner offenen Herangehensweise und hohen Authentizität. Wir begleiten die Protagonist*innen und spüren ihre Momente der Überraschung, der Überwältigung und auch der Überforderung. Wir sind unmittelbar dabei, wenn Manuel eine neue Lebenswelt entdeckt und dabei das Kamerateam zu vergessen scheint. Als Zuschauende werden wir Teil des Suchteams und stellen uns eigene Fragen zu Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. ‚Mein fremdes Land‘ verzichtet bewusst auf laute Effekte, auf Brisanz und das große Fanal. Der Film überzeugt vor allem durch seine leisen Töne, durch genaue Beobachtung und eine erzählerische Unmittelbarkeit.“


Land/Jahr: Dokumentation
Regie: Johannes Preuß, Marius Brüning
94 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.6.

Der beste Film aller Zeiten



Eine exzentrische Regisseurin und zwei egomanische Schauspieler sollen für einen Milliardär einen Film drehen. Aber nicht irgendeinen, es soll der größte Film aller Zeiten werden. Bissige Satire aus der glitzernden Welt der Filmstars.

Als ein milliardenschwerer Unternehmer impulsiv beschließt, einen unvergesslichen Film zu drehen, ist nur das Beste gut genug. Die exzentrische Filmemacherin Lola Cuevas (Penélope Cruz) wird rekrutiert, um bei diesem ehrgeizigen Unterfangen Regie zu führen. Vervollständigt wird das All-Star-Team durch zwei Schauspiel-Legenden mit enormem Talent, aber noch größeren Egos: Hollywood-Frauenschwarm Félix Rivero (Antonio Banderas) und das Enfant Terrible der Theaterwelt Iván Torres (Oscar Martínez), die gegensätzlicher nicht sein könnten. Beide sind Legenden – und einander nicht gut gesonnen. Um die Dreharbeiten nicht zu gefährden, stellt Lola die beiden auf immer exzentrischere Proben. Félix und Iván müssen sich nicht nur den Fallstricken ihrer Eitelkeit stellen, sondern auch ihrem eigenen Vermächtnis.

Mit “Der beste Film aller Zeiten” präsentiert Studiocanal ein starbesetztes Kinovergnügen. In dieser messerscharfen Komödie der gefeierten Regisseure Gastón Duprat („Der Nobelpreisträger“) und Mariano Cohn („4x4“), zeigen die beiden Superstars Penélope Cruz („Offenes Geheimnis“) und Antonio Banderas („Leid und Herrlichkeit“) an der Seite von Oscar Martínez („Wild Tales“) wieder einmal ihr unvergleichliches Talent. Gemeinsam versuchen sie den größten Film aller Zeiten zu drehen und spielen sich als unverwechselbares Regie-Schauspiel-Trio, die sich gegenseitig fast in den Wahnsinn treiben, voller Witz und Ironie, in die Herzen der Kinozuschauer. Kameramann Arnau Valls Colomer („Lost Transmissions“) zeichnet für die intensiven Bilder verantwortlich. “Der beste Film aller Zeiten” feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig und seine Nordamerikapremiere auf dem Filmfestival in Toronto.


Spanien 2021
Regie: Mariano Cohn, Gastón Duprat
Darsteller: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Irene Escolar
114 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.6.

Wie im echten Leben



Eine Schauspielerin begibt sich als investigative Schriftstellerin in den Arbeitsalltag der Geringverdiener. Eindrucksvolles Porträt derer, die täglich unentbehrliche, harte Arbeit leisten

Schauspiellegende Juliette Binoche erfindet sich auf geniale Weise neu. In “Wie im echten Leben” spielt sie die renommierte Schriftstellerin Marianne und beginnt ein Doppelleben auf Zeit. Sie gibt allen Komfort der Pariser Kulturelite auf und reist in die nordfranzösische Hafenstadt Caen, wo das Wetter launisch ist und das Leben rauh. Im Jobcenter gibt sie vor, nach einer Scheidung jede Stelle anzunehmen – egal wie schmutzig sie sich die Hände macht. Ihr eigentlicher Plan: Sie will eintauchen in ein Leben zwischen Plackerei und Geldknappheit, zwischen Alles geben und Nichts bekommen, und ein Buch schreiben über die starken Persönlichkeiten, die diese Welt auf ihren Schultern tragen. Marianne will Arbeit machen, die in der umsorgten Mittelschicht keiner mehr haben will. Ein Job als Putzfrau erweist sich als Glücksfall – extreme Schinderei, blöde Sprüche vom Chef, unfaire Bezahlung – ein Klassiker der Drecksarbeit. Auch wenn sie sich nach kurzer Zeit die Kündigung einhandelt, bringt ihr die Stelle die überwältigende Unterstützung von den Frauen, die stahlharte Putzprofis sind und echte Freundschaft können. Besonders mit der taffen Christele, die sich allein mit drei Kindern durchs Leben schlägt, freundet sie sich an. Dank ihr schafft es Marianne in die Putzkolonne des Fährhafens: 12 Arbeiterinnen, 230 Kabinen, 1,5 Stunden. Es klingt wie eine verwegene Wette, die täglich gewonnen und irgendwie auch verloren wird...

Zwischen Dichtung und Wahrheit: “Wie im richtige Leben” ist ein nach einer wahren Geschichte aufrüttelnd und zutiefst berührend erzähltes Kinoerlebnis. Regisseur Emmanuel Carrère versammelt ein umwerfendes und humorvolles Schauspielerinnen-Ensemble, das Leid und Liebe einer echten „Arbeits-Gemeinschaft“ zeigt. Ein weitsichtiger und sehr aktueller Film über die tiefen Gräben in unserer Gesellschaft und liebevolle Freundschaft, die von deren Überwindung träumt.

Frankreich 2021
Regie: Emmanuel Carrère
Darsteller: Juliette Binoche, Hélène Lambert, Léa Carne
106 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.6.

Abenteuer eines Mathematikers

Cambridge/Massachusetts inmitten des 2. Weltkriegs. Stan Ulam (Philippe Tlokinski), ein 30-jähriger begabter polnisch-jüdischer Mathematiker, lebt hier mit seinem Bruder Adam. Die Nachrichten aus der polnischen Heimat werden immer düsterer, doch es ist für Stan unmöglich geworden, dorthin zurückzugehen und nach seiner Familie zu suchen. Als Stan sein Stipendium in Harvard verliert, bietet ihm sein bester Freund, das ungarische Genie Johnny von Neumann (Fabian Kociecki), einen Job an, der ihn nach New Mexico führt. Stan zieht mit Françoise (Esther Garrel), einer Französin, die er nach einer rasanten Romanze heiratet, nach Los Alamos. Dort schließt er sich einer Gruppe von jungen, exzentrischen, charismatischen Wissenschaftlern an, um an dem streng geheimen Manhattan-Projekt zu arbeiten. Hier in den weiten New Mexicos ist Stan an der Entwicklung einer Bombe beteiligt, die die Welt verändern wird, während er weiterhin verzweifelt versucht, seiner Schwester bei der Flucht aus dem von den Nazis besetzten Polen zu helfen.

Deutschland, Polen 2020
Regie: Thorsten Klein
Darsteller: Philippe Tlokinski, Joel Basman, Esther Garrel


Voraussichtlich ab Donnerstag 7.7.

Rifkins Festival (engl. OmU)

Der filmbegeisterte Mort Rifkin (Wallace Shawn) begleitet seine Frau, die PR-Agentin Sue (Gina Gershon), zum Filmfestival von San Sebastian in der Befürchtung, dass ihre Faszination für ihren jungen Klienten, den Regisseur Philippe (Louis Garrel), mehr als nur beruflicher Natur sein könnte. Genervt von den überschwänglichen Lobeshymnen auf Philippes Film, beschäftigt sich Mort mit den Kinoklassikern, über die er einst als Professor unterrichtet hat, von Meistern wie Bergman, Fellini, Godard, Truffaut und Buñuel.



Morts Stimmung hellt sich auf, als er Dr. Jo Rojas (Elena Anaya) kennenlernt, eine Gleichgesinnte, deren Ehe mit dem leidenschaftlichen Maler Paco (Sergi López) ihr ebenfalls zu schaffen macht. Während Sue ihre Tage mit Philippe verbringt, vertieft sich Morts Beziehung zu Jo und er entdeckt seine Liebe zu Filmklassikern wieder. Mort betrachtet die Ereignisse seines Lebens durch das Prisma dieser großen Filme und schöpft neue Hoffnung für seine Zukunft.



Woody Allens RIFKINS FESTIVAL ist voll von absurdem Humor und vermischt irreale Situationen mit Geschichten von Romantik und Herzschmerz zu einer liebevollen Hommage an die transformative Kraft des Films.

Spanien 2020
Regie: Woody Allen
Darsteller: Elena Anaya, Louis Garrel, Gina Gershon
92 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 14.7.

Wer wir gewesen sein werden

Für den Filmemacher Erec Brehmer bricht eine Welt zusammen, als seine langjährige Lebensgefährtin Angelina Zeidler bei einem gemeinsamen Verkehrsunfall stirbt. Mithilfe von Amateuraufnahmen, Sprachnachrichten, Tagebucheinträgen und gemeinsam gehörter Musik begibt er sich auf die Suche nach Orten und Situationen, in denen er seiner verstorbenen Freundin wiederbegegnen kann. So entsteht nicht nur ein kraftvolles, authentisches Dokument einer Trauerbewältigung, sondern auch eine sinnliche Aufforderung an das Leben.

Eine Geschichte über Identität nach dem Verlust eines geliebten Menschen.

Der ausschließlich aus Archivmaterial bestehende Dokumentarfilm hatte seine Uraufführung im deutschen Wettbewerb des DOK.fest München 2021. Er lief 2021 zudem bei den 69. Filmkunstwochen München, dem 30. Filmkunstfest MV und den 43. Biberacher Filmfestspielen.

Dokumentarfilm
Deutschland 2021
Regie: Erec Brehmer, Angelina Zeidler
81 Minuten
ab 12 Jahren