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Do,��21.10. - Wes Anderson Retrospektive (im englischen Original)

The French Dispatch

Zu den zwei Dingen, die der amerikanische Regisseur Wes Anderson am meisten liebt gehört das Intellektuellenmagazin „The New Yorker“ und seine Wahlheimat Frankreich. Sein neuer Film ist nun eine Hommage an beides.

Wir schreiben das Jahr 1975. Vor 50 Jahren hat Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray) im französischen Dorf Ennui-sur-Blasé – den French Dispatch gegründet, einen Ableger der Zeitung Liberty, Kansas Evening Star. Nun ist der Verleger verstorben und seine Mitarbeiter erinnern sich an drei Geschichten, die im Laufe der Zeit im Magazin erschienen sind. In der ersten geht es um den Künstler Moses Rosenthaler (Benicio Del Toro), der im Gefängnis sitzt. Die Gefängniswärterin Simone (Lea Seydoux) wird seine Muse und Model des Bildes: „Simone, Nackt, Zellblock J, Hobbyraum”. Die zweite Episode ist den Studentenunruhen von Mai 1968 gewidmet und zeigt den Revoluzzer Zeffirelli (Timothy Chalamet), der eine Affäre mit der Reporterin Lucinda Krementz (Frances MacDormand) beginnt, die mit ihrer journalistischen Integrität hadert. Als Drittes eine Episode, die zwei französische Leidenschaften verbindet: Detektive und Essen. Hauptfigur ist vordergründig ein Kommissar (Mathieu Amalric), dessen Kind entführt wird, doch eigentlich steht ein Sterne-Koch im Mittelpunkt, der mit seinen Künsten auf seltsame Weise das Kind rettet.

Die episodische Struktur lässt „The French Dispatch“ in gewisser Weise zum Lackmustest der Anderson-Begeisterung werden: Noch nie zuvor stand der typische Anderson-Stil so sehr im Mittelpunkt, noch nie fehlte es in einem Anderson-Film so sehr an einer übergreifenden Geschichte, an ausgearbeiteten Charakteren wie hier. In praktisch jeder noch so winzigen Rolle treten bekannte amerikanische und einige französische Schauspieler auf, jedes Bild ist von oben bis unten vollgestopft mit skurrilen Elementen, Zitaten, Verweisen, die beim ersten Sehen kaum wahrzunehmen sind. Die 100 Minuten von Andersons Film sind so reich an Ideen, an ungewöhnlichen, originellen Bildeinfällen, an skurrilen Momenten, an Wortwitz, makellos designten Räumen und Kostümen, dass man sich kaum satt sehen kann. „The French Dispatch“ als verspielt zu bezeichnen würde ihm kaum gerecht werden, es ist eine Wunderkammer des Kinos, deren Originalität man sich nicht entziehen sollte.

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns

Deutschland, USA 2021
Regie: Wes Anderson
Darsteller: Benicio Del Toro, Timothée Chalamet, Adrien Brody
103 Minuten


Internet-Links

Trailer THE FRENCH DISPATCH
Tickets online kaufen für den Termin am 21.10. um 21 Uhr