TRAUMFABRIK "FILME ZUM MITDENKEN. Menschen, Künstler, Wissenschaftler, Gesellschaft" in der Schauburg
2OO1: ODYSSEE IM WELTRAUM
am Sonntag, 21. Juli um 15 Uhr in 70mm Projektion und in Originalfassung mit deutschen Untertiteln



Am Sonntag, den 21.07. geht die Filmreihe „Traumfabrik“ Nummer 26 weiter. Um 15 Uhr sehen Sie 2OO1: ODYSSEE IM WELTRAUM im engl. OmU und 70mm Projektion.

Akademiker im Weltall: jeder an Bord des Raumschiffs „Discovery“, einer Smart City im All, hat einen Doktortitel, außer dem Bordcomputer HAL – aber der spielt sein eigenes Logikspiel. Zukunftsforscher Herman Kahn, IT-Guru Marvin Minsky und andere Wissenschaftler waren beratend tätig. Im Zentrum steht die Frage nach Evolution, Zivilisation und der Rolle des Menschen, in Konkurrenz zu künstlicher und außerirdischer Intelligenz.

Zusammen mit dem ZAK I Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, KIT und dem AWWK – Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung wird auch diese Ausgabe in der Schauburg durchführt und von einem Filmseminar begleitet.

Die 26. Traumfabrik umfasst Filme verschiedener Genres aus acht Jahrzehnten und verschiedenen Filmkulturen: Filme namhafter Autoren über Beobachtungen, Irrwege und Zeitreisen, über fröhliche Wissenschaft, komische und tragische Momente, über Krimirätsel und (Über)Lebensfragen. Inspiriert wurde unsere Auswahl von Ideen des Physikers und Wissenschaftsphilosophen Paul K. Feyerabend (Against Method, 1975; Erkenntnis für freie Menschen, 1976; Wissenschaft als Kunst, 1984; Killing Time, 1995) zu dessen 100.Geburtstag.


Wie üblich gibt es in der Traumfabrik vor jedem Film eine Mikroeinführung, danach, zum Gedankenaustausch, ein Kinogespräch.


2OO1: ODYSSEE IM WELTRAUM
Land/Jahr: USA 1968
Regie: Stanley Kubrick
Nominiert für 4 OSCARs.
Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Leonard Rossiter.
Buch: Arthur C. Clarke, Stanley Kubrick; Kamera: Geoffrey Unsworth; Spezialeffekte: Stanley Kubrick (OSCAR), Douglas Trumbull; Musik: Richard Strauss, Györgi Ligeti, Joh. Strauß.
149 Minuten
ab 12 Jahren






FILMREIHE "RACHE"  in der Schauburg
HÄNGT IHN HÖHER
am Dienstag, 23. Juli um 21 Uhr in englischer Originalfassung



Weiter geht unsere Filmreihe zum Thema Rache es am Dienstag, 23.07. um 21 Uhr mit HÄNGT IHN HÖHER (OV).

In letzter Sekunde entgeht Jed Cooper als vermeintlicher Mörder dem Tod durch den Strang. Die roten Striemen an seinem Hals werden ihn zeitlebens daran erinnern. Er sinnt auf Rache und nimmt die Verfolgung auf. Clint Eastwood als rächender Antiheld – klassisch!


Altes klingonisches Sprichwort: „Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird“. Mit dem Filmstart von LOVE LIES BLEEDING beschäftigen wir uns mit einem Motiv, das so manchen Regisseur zu Höchstleistungen angetrieben hat. Wir denken an KILL BILL, CARRIE oder EIN MANN SIEHT ROT. Quentin Tarantino, Brian de Palma und Francis Ford Coppola sehen Pedro Almodovar, Ingmar Bergman oder Gaspar Noe tief in die Augen. Kräftig durchatmen und rein ins Land der Selbstjustiz.


HÄNGT IHN HÖHER
Land/Jahr: USA 1968
Regie: Ted Post
Darsteller: Clint Eastwood, Inger Stevens, Ed Begley
114 Minuten
ab 16 Jahren





 


NEU in der Schauburg
JULIETTE IM FRÜHLING



Bei ihrer Rückkehr in ihren Heimatort wird eine Kinderbuchillustratorin mit den Problemen ihrer Schwester und Eltern konfrontiert. Charmante, warmherzige Komödie.

Die Kinderbuchillustratorin Juliette kehrt aus Paris in ihren Heimatort in der französischen Provinz zurück. Dort hofft sie auf zwei entspannte Wochen im Kreise ihrer Familie. Stattdessen trifft sie auf ihre Schwester, die mitten in einer existentiellen Krise steckt, ihren liebevollen, aber etwas launischen Vater, ihre Mutter, die gerade das Thema New Age für sich entdeckt hat - und auf ihre geliebte Großmutter, die sich mit ihrem neuen Leben in einem Pflegeheim anfreunden muss. Und dann ist da noch der freundliche, einsame Barkeeper Polux, der zufällig Juliettes Weg kreuzt …

Die charmante, warmherzige Komödie der französischen Regisseurin Blandine Lenoir (“Madame Aurora und der Duft von Frühling”) erzählt tiefsinnig und unterhaltsam eine Geschichte über familiäre Beziehungen, die Suche nach dem Sinn im eigenen Leben und über die kleinen Absurditäten des Alltags. In der Hauptrolle ist die französische Sängerin und Schauspielerin Izïa Higelin zu erleben. Der Film basiert auf der autobiografisch inspirierten Graphic Novel „Juliette: Gespenster kehren im Frühling zurück" von Camille Jourdy, erschienen 2023 im Reprodukt-Verlag. Die Regisseurin auf die Frage, ob es die visuelle Gestaltung des Comics war, die Ihr Interesse an der Verfilmung des Stoffes geweckt hat: “In der Tat handelt es sich um einen sehr reichhaltigen Comic, der viele Themen anspricht. In Camille Jourdys Graphic Novel wird ein Alltag beschrieben, der von kleineren und größeren Tragödien durchzogen ist – über all diesen Tragödien liegt jedoch sehr viel Humor! Ich war begeistert von dieser dialogreichen Geschichte über eine Familie, deren Mitglieder miteinander kommunizieren können - und von Camille Jourdys Figuren, die sehr gut gezeichnet sind (in jeder Hinsicht!): Fantasievoll und verzweifelt, voller Unvollkommenheiten. Ich hatte sofort viel Wohlwollen und Zärtlichkeit für alle Figuren übrig – dieses Gefühl, das mich beim Lesen überkam, wollte ich in meinen eigenen filmischen Kosmos übernehmen.”


JULIETTE IM FRÜHLING
Land/Jahr: Frankreich 2024
Regie: Blandine Lenoir
Darsteller: Izïa Higelin, Sophie Guillemin, Jean-Pierre Darroussin
ab 12 Jahren






NEU in der Schauburg
LOVE LIES BLEEDING

auch in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln



In einem amrikanischen Kaff verlieben sich die Betreiberin eines Fitnessclubs und eine Bodybuilderin ineinander. Wüster Retro-Film, der als pure Oberfläche funktioniert – und doch mehr ist.

Ende der 80er Jahre, in einer Kleinstadt, eigentlich eher einem Kaff in New Mexico, im Süden der USA. Lou (Kristen Stewart) arbeitet in einem Fitnessstudio. Lous Leben könnte öder nicht sein, was sie in der Stadt hält ist ihre Schwester Beth (Jena Malone), die regelmäßig von ihrem Mann JJ (Dave Franco) verprügelt wird. Eines Tages steht die angehende Bodybuilderin Jackie (Katy O’Brian) vor Lou, in knappem Shirt und verschwitzen Muskeln, und sofort entbrennt die Begierde. Gierig stürzten sich Lou und die Kamera auf Jackies Muskeln, bald werden Spritzen mit Steroiden in das Liebesspiel eingebaut. Nach einer weiteren Prügelattacke auf Beth wird JJ der Garaus gemacht. Nun will die Leiche entsorgt werden und da kommt Lous Vater (Ed Harris) ins Spiel, der Pate der Stadt, dem neben Fitnessstudio auch der Waffenübungsplatz gehört und auf den zusätzlich das FBI ein Auge geworfen hat.

Lieben, lügen, bluten: Damit sind die Kernelemente von Rose Glass Film ganz gut zusammengefasst, einer exzessiven, wilden, auch ein wenig wirren Mischung aus 80er Jahre Hommage, Film-Noir-Variation, lesbischer Exploitation und feministischem Manifest. Wie keine andere Produktionsfirma jüngerer Zeit hat sich A24 einen sehr speziellen Ruf erarbeitet, hat Filme wie „Moonlight“, „X“ oder „Beau is Afraid“ herausgebracht, mit „Everything, Everywhere all at Once“ schließlich auch bei den Oscars abgeräumt. „Edgy“ sind die A24 oft oder wollen es sein, irgendwie gewagt, radikal, aber meist nur so sehr, dass sich dennoch ein größeres Publikum angesprochen fühlen mag. In diesem Sinne passt „Love Lies Bleeding“ wunderbar ins Portfolio, ein rauschhafter, sinnlicher, obsessiver Film, der an Klassiker der Filmgeschichte andockt, sich problemlos als feministisches Manifest interpretieren lässt und geschickt mit der öffentlichen Persönlichkeit seiner Hauptdarstellerin spielt. Auch wenn „Love Lies Bleeding“ wie ein sehr typischer A24-Film wirkt: Genau das macht am Ende auch seine besondere Qualität aus.

LOVE LIES BLEEDING
Land: USA/ GB 2024
Regie: Rose Glass
Darsteller: Kristen Stewart, Katy O’Brian, Jena Malone, Anna Baryshnikov, Dave Franco, Ed Harris
104 Minuten
ab 16 Jahren




 

 

NEU in der Schauburg
PROJEKT BALLHAUSPLATZ.



2010 katapultiert sich Sebastian Kurz per Geilomobil ins Zentrum der Aufmerksamkeit, kurz darauf ist er Integrationsstaatsekretär, Außenminister, ÖVP-Chef und schließlich 2017 Kanzler. Der Weg an die Spitze war akribisch geplant, unlautere Mittel inklusive. Die Macht über den Staat war in der Hand ein paar weniger Menschen, seinen „Prätorianern“, wie sie sich selbst bezeichneten. Die Medien, zunächst skeptisch, liegen Kurz bald zu Füßen. In Deutschland feiert die Bild-Zeitung den „Klartext-Kanzler“ aus Österreich bis heute. Man möchte meinen, ein Comeback stehe im Raum, während in Österreich die Aufarbeitung gerade erst in die Gänge kommt.

Kurt Langbein rekonstruiert in PROJEKT BALLHAUSPLATZ präzise den von langer Hand geplanten Aufstieg von Sebastian Kurz. Eine Collage aus Archivmaterial und Interviews mit Wegbegleiter*innen und Kritiker*innen dekonstruiert den Masterplan dahinter und zeigt die Methoden, die Kurz von der Jungen ÖVP ins Bundeskanzleramt führten.

Der Film erzählt den Aufstieg und Fall eines Bewunderten, dessen Geheimnis so furchtbar und banal ist, wie die Welt eines Selbstberauschten nun einmal funktioniert. Mit einer Politik zum reinen Selbstzweck, um Macht zu erweitern und zu zementieren.


PROJEKT BALLHAUSPLATZ.
Land/Jahr: Österreich 2023
Regie: Kurt Langbein
mit Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann, Stefan Steiner, Thomas Schmid, Gernot Blümel
95 Minuten