INDEPENDENT DAYS 23
Internationale Filmfestspiele 10. – 14. April 2024

Auch in diesem Jahr ist die Schauburg Karlsruhe der Austragungsort für das Filmfestival des unabhängigen Films. Freuen Sie sich auf fünf Tage spannende Filme und interessante Gespräche.

Jella Haase, Dr. Uwe Boll, Alexei Nawalny: das sind nur einige wenige der prominenteren Namen, die bei den diesjährigen INDEPENDENT DAYS|23. Internationale Filmfestspiele Karlsruhe eine Rolle spielen. Insgesamt sechs Vorrundenblöcke gibt es, bei denen die Filme um den Filmpreis der Stadt Karlsruhe streiten.


Jeweils um 19:00 und 21:15 Uhr laufen von Mittwoch, 10., bis Freitag, 12. April 2024, die Wettbewerbsprogramme, darunter „Publikumswettbewerb 2: Under Attack!“, Publikumswettbewerb 3: Die vierte Gewalt“, „Publikumswettbewerb 4: Feeling lost“, Publikumswettbewerb 5: Funny Stories“ und „Publikumswettbewerb 6: The beautiful World of Animation“.


Die Zuschauerinnen und Zuschauer der Vorrunden-Blöcke entscheiden mit ihrer Stimme, welche Kurzfilme im Finale am Samstag, 13. April 2024, um 19:00 Uhr laufen werden. Und wer dort das Rennen um die KARLINA, den Filmpreis der Stadt Karlsruhe machen wird, erfährt das Publikum bei der großen AWARD GALA direkt im Anschluss um 21:15 Uhr. In diesem Rahmen werden insgesamt 13 Filmpreise im Wert von 13.000 Euro vergeben.

Ein Special gibt es bereits am Mittwoch, 10. April, um 18:30 Uhr: „First Shift“ heißt das neue Werk eines der wohl bekanntesten Independent-Filmemachern der Welt, Dr. Uwe Boll. Dieser wird bei der Deutschlandpremiere seines Films persönlich anwesend sein und im Anschluss an den Film bei einem Q&A tiefe Einblicke in die Produktion geben.



 


ALLES ÜBER KUNST in der Schauburg
MEIN MANN PICASSO
am Sonntag, 14. April um 15 Uhr
in 35mm Projektion
Alles über Kunst - in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle


Paris, 1943: Pablo Picasso lernt die junge Malerin Francoise Gilot kennen. Schon bald ziehen die beiden an die Südküste Frankreichs und verbringen zehn Jahre zusammen. Gilot bewahrt jedoch ihre Unabhängigkeit, da das Leben mit dem exzentrischen Künstler voller Komplikationen ist. Als sich Gilot entscheidet, Picasso zu verlassen, bricht für den Künstler eine Welt zusammen. Gelungenes Hollywood-Biopicture über den vielleicht bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Die Kunstfilmreihe der Schauburg »Alles über Kunst« wurde durch die Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe inspiriert. So unterschiedlich die Künstler sind, so breitgefächert streifen wir die Filmgenres: Dokumentationen („Peggy Guggenheim“, „Vermeer“), Biopics („Monuments Men“), sowie fiktiver Stoff aus Hollywood (“Wie
 
klautman eine Million?“) beleuchten unsere Leinwand, mal beschwingt und bissig, mal aufklärerisch und ernst. Wir erleben die großen Meister, mal persönlich („Gerhard Richter – Painting“), mal verkörpert durch Hollywoodstars (Anthony Hopkins in „Mein Mann Picasso“).

MEIN MANN PICASSO
Land/Jahr: USA 1996
Regie: James Ivory
Darsteller: Anthony Hopkins, Natascha McElhone, Julianne Moore
120 Minuten
ab 12 Jahren






NEU in der Schauburg
BACK TO BLACK

auch in englischer Originalfassung mit oder ohne Untertitel


Amy Winehouse sang von ihrer Liebe, ihrem Schmerz, ihrer Enttäuschung, alles durchdrungen von tiefen Emotionen und oft von bissigem Humor. Nicht nur ein Biopic, sondern auch eine Liebeserklärung an eine großartige Künstlerin.'

London zu Beginn der 2000er Jahre: Die talentierte Sängerin und Musikerin Amy Winehouse (Marisa Abela) findet in den Clubs von Camden ihre Bühne. Mit ihren Songs, ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrem einzigartigen Charisma begeistert sie das Publikum. Schnell werden Musikfans und Talent Scouts auf sie aufmerksam und ihr kometenhafter Aufstieg in den Pophimmel beginnt, doch der Ruhm hat seinen Preis…

Amy Winehouse gilt als eine der größten Künstlerinnen der jüngeren Pop-Geschichte. Sie hat mehr als 30 Millionen Platten verkauft und noch heute, über 10 Jahre nach ihrem Tod, werden ihre Songs mehr als 80 Millionen Mal pro Monat gestreamt. Ihr hochgelobtes zweites Album „Back To Black“ aus dem Jahr 2006 brachte ihr Weltruhm und (damals ein Rekord) fünf Grammys. Mit “Back to Black” startet nun der erste Spielfilm über das viel zu kurze Leben der Musikerin in den Kinos. Darin erzählt die britische Regisseurin Sam Taylor-Johnson („Nowhere Boy“, „Fifty Shades Of Grey“) von einer Musikerin mit einem einmaligen Talent und einer außergewöhnlichen Ausstrahlung. In der Hauptrolle überzeugt Marisa Abela („Industry“), die im Film auch selbst singt. An ihrer Seite spielen Jack O’Connell (“Money Monster”) als Amys große und unglückliche Liebe Blake
 Fielder-Civil, Eddie Marsan(„Happy Go-Lucky“) als Amys Vater Mitch sowie Lesley Manville („The Crown“) als ihre Großmutter Cynthia. Das Drehbuch stammt von Matt Greenhalgh („Control“). Produziert wird der Film von Monumental Pictures („Ein ganzes halbes Jahr“). Marisa Abela singt im Film die großen Songs von Amy Winehouse selbst, Nick Cave und Warren Ellis steuern die Filmmusik bei. BACK TO BLACK entstand mit Unterstützung der Winehouse-Familie und Universal Music Group.

BACK TO BLACK

Land/Jahr:
USA 2024
Regie: Sam Taylor-Johnson
Darsteller: Marisa Abela Jack O Connell Eddie Marsan Lesley Manville
122 Minuten





 

NEU der Schauburg
EIN GLÜCKSFALL



 

Der Stadtneurotiker wird französisch: seinen mittlerweile 50. Film ließ Regie-Ikone Woody Allen auf Franzöisch drehen. Und einmal mehr geht es darin um die Liebe mit all ihren Risiken und Nebenwirkungen.

Fanny und Jean sind das perfekte Ehepaar – beide haben Erfolg im Beruf, leben in einer prächtigen Wohnung in einem exklusiven Viertel von Paris und scheinen noch genauso verliebt zu sein wie am ersten Tag. Doch als Fanny zufällig ihren ehemaligen Klassenkameraden Alain trifft, ist sie hin und weg. Bald darauf sehen sie sich wieder und kommen sich immer näher …

Auch wenn Woody Allens Filmografie unbestreitbar mit New York verbunden ist, hat Paris schon immer einen besonderen Platz im Herzen des Filmemachers gehabt. Nachdem er 1996 “Alle sagen: I Love
 You” teilweise in Paris gedreht und 2010 die französische Hauptstadt in “Midnight in Paris” sogar zu einer eigenständigen Filmfigur gemacht hatte, kehrte er dieses Mal für einen Film in die Stadt der Lichter zurück, der komplett auf Französisch gedreht wurde. Ursprünglich hatte er “Ein Glücksfall” auf Englisch drehen wollen und stellte sich die Protagonisten als Amerikaner vor, die in Paris leben. „Ich spreche kaum Französisch und verstehe noch viel weniger, aber als ich das Drehbuch fertig hatte, dachte ich, dass es eine tolle Erfahrung wäre, den Film auf Französisch zu drehen“, sagt Allen. „Ich habe das europäische und französische Kino schon immer geliebt und als ich meinen Produzenten vorschlug, den Film auf Französisch zu drehen, reagierten sie enthusiastisch.“ So schickt schickt Regie-Ikone Woody Allen in seinem 50. Film jetzt die französischen Schauspielstars Lou de Laâge, Valérie Lemercier, Melvil Poupaud 
und Niels Schneider in ein höchst amüsantes Labyrinth aus Zufall und Glück. Der romantische Thriller feierte seine umjubelte Weltpremiere 2023 auf den Filmfestspielen von Venedig.

EIN GLÜCKSFALL
Land/Jahr: USA 2024
Regie: Woody Allen
Darsteller: Lou de Laâge, Valérie Lemercier, Melvil Poupaud






NEU in der Schauburg
IRDISCHE VERSE
 


Mit sarkastischem, grimmigem Witz erzählter Episodenfilm über Menschen, die zum Opfer der übermächtigen, staatstreuen iranischen Bürokratie werden. Er zeigt auf, wie ein politisch gelenkter Behördenapparat einfache Bürger zur Verzweiflung bringen kann.

In neun Geschichten schildert „Irdische Verse“ von den alltäglichen und doch unglaublichen Begegnungen zwischen Menschen und dem bürokratischen Apparat im Iran. Es ist der gewöhnliche Wahnsinn, der sich in Form grotesker, nicht nachvollziehbarer Regelungen und Gesetze tief ins Leben der Menschen eingräbt. Der iranische Staat mischt scheinbar in jeglichen Fragen, sogar der Mode und des Körperschmucks, sowie intimsten Angelegenheiten seiner Bürger mit.

„Szenen einer Ehe“ heißt ein bekannter Film von Ingmar Bergmann. „Szenen einer absurden Bürokratie“ könnte ein passender Untertitel dieser Tragikomödie lauten. Sie stammt von den beiden preisgekrönten iranischen Regisseuren und Drehbuchautoren Ali Asgari und Alireza Khatami. Asgari und Khatami präsentieren mit „Irdische Verse“ ein bewusst überzeichnetes, aber dennoch im Kern treffendes Werk, das den alltäglichen Irrsinn behördlicher Willkür treffend aufzeigt. Dafür bedienen sie sich einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Formal und konzeptionell ist der Film minimalistisch gehalten. In statischen Einstellungen und ohne Perspektivwechsel sehen wir immer nur die jeweilige Person bei ihrem Amtsbesuch. Die Kamera ist streng auf sie oder ihn gerichtet, der Beamte hinter dem Schreibtisch bleibt unsichtbar. Die einzelnen Episoden führen ins Verkehrsamt, Kulturamt, mitten hinein in ein Bewerbungsgespräch, zum Bürger- sowie Arbeitsamt und in eine Schule. Der Film zeigt konsequent und fast unentwegt politisch motivierte Herabwürdigung und Kontrollmacht auf. Es geht um Behördenstrenge und einen abschätzigen, bisweilen gar sexistischen oder erpresserischen Umgang mit Menschen, die lediglich einfache Anliegen haben und Hilfe benötigen. Ihnen gegenüber steht ein übermächtiger Verwaltungsapparat, der die Vorgaben der Regierung rigoros ausführt. Ganz am Ende aber fällt, im wahrsten Wortsinn, das gesamte Konstrukt allerdings in sich zusammen. Und „Irdische Verse“ entlarvt einige der behördlichen Protagonisten mit Vehemenz und grimmigem Humor als Lügner und hemmungslose Zyniker.


IRDISCHE VERSE
Land/Jahr: Iran 2023
Regie: Ali Asgari, Alireza Khatami
Buch: Ali Asgari, Alireza Khatami
Darsteller: Bahman Ark, Arghavan Shabani,
Servin Zabetiyan
Laufzeit: 77 Minuten
FSK: 6
Verleih: Neue Visionen Filmverleih