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Sa, 02.03. - Preview in Anwesenheit von Regisseur Veit Helmer

Gondola

Zwei Frauen, die ihren Dienst als Schaffnerinnen in zwei altmodischen Gondeln verrichten, verlieben sich ineinander. Wunderbar fantastisch-poetische Liebesgeschichte ohne Worte.

An einem Ort, der scheinbar von Raum und Zeit losgelöst ist, spielt Veit Helmers „Gondola“. Wichtigstes Merkmal ist die titelgebende Gondel, die tagein, tagaus einen kleinen Berg hoch und runterfährt, und die Bewohner der unten und oben liegenden Dörfer befördert. Einer der Schaffner ist gerade gestorben, nun sind es zwei Frauen, die in den beiden Gondeln Dienst tun: Iva (Mathilde Irrmann) und Nino (Nini Soselia), die sich meist dann begegnen, wenn sie aneinander vorbeifahren. Und wie das Leben so spielt, verlieben sich die Beiden langsam ineinander. Doch ihre Liebe hat keine Worte, denn „Gondola“ ist ein Stummfilm, zumindest ein Film, in dem keine Worte fallen, in dem außer Lautmalerei, außer mal hier einem „Ah“, dort einem „Uh“ nichts gesagt wird. Während die beiden Frauen sich verlieben, freunden sich zwei Kinder an, die auf dem Weg zur Schule mit der Gondel fahren, während der Chef der Frauen langsam eifersüchtig wird.

Seit er vor gut 25 Jahren begann, Filme zu drehen, hat Veit Helmer meist in ehemaligen Sowjetrepubliken gedreht, beim Weltraumbahnhof Baikonur, zuletzt vor allem in den Kaukasus-Republiken, wo vor einigen Jahren „Der Lokführer, der nach der Liebe suchte“ entstand und nun „Gondola.“ Dass Helmer gerne in diesen fernen, aber auch nicht zu fernen Regionen dreht, dürfte zwei Gründe haben: Zum einen sind die Produktionskosten dort deutlich günstiger, zum anderen verströmen die ehemaligen Sowjetrepubliken genug exotischen Charme, um ganz anders als Deutschland zu wirken, aber doch wieder nicht so viel, dass es auf den ersten Blick seltsam wirkt, was Helmer tut. Denn Helmer erzählt Märchen, fabelhafte Geschichten, die meist von der Liebe handeln, in denen es um klare, einfache und dadurch scheinbar wahrhaftigere Emotionen geht, in denen zwei meist junge, hübsche Menschen zueinander finden. Dass das nichts mit der Realität zu tun hat ist klar, so sind Märchen eben..

Quelle: programmkino.de / Michael Meyns

D 2023
Regie & Buch:Veit Helmer
Darsteller: Nino Soselia, Mathilde Irrmann
83 Minuten


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